Carlos Zafón - Der Schatten des Windes
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- Название:Der Schatten des Windes
- Автор:
- Издательство:Insel Verlag
- Жанр:
- Год:2003
- ISBN:3-458-17170-3
- Рейтинг книги:5 / 5. Голосов: 1
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Sie durchlebte schwierige Monate, ehe sie in einem der Lager von Aldaya und Söhne, neben den Pavillons der ehemaligen Weltausstellung im Zitadellenpark, eine feste Anstellung fand. Das Barcelona ihrer Träume war zu einer feindlichen, finsteren Stadt mit geschlossenen Palästen und Fabriken geworden, aus denen giftiger Dunst drang. Sie lebte allein in einer Pension des Ribera-Viertels, wo ihr Lohn knapp für ein elendes, fensterloses Zimmer reichte, dessen Beleuchtung nur aus den Kerzen bestand, die sie in der Kathedrale entwendete und die ganze Nacht brennen ließ, um die Ratten fernzuhalten, welche Ohren und Finger des halbjährigen Babys der Ramoneta gefressen hatten, einer Prostituierten, die das angrenzende Zimmer gemietet hatte und nach elf Monaten Barcelona ihre einzige Freundin war.
Entschlossen zu überleben, ging sie täglich vor dem Morgengrauen ins Lager und verließ es erst wieder, wenn es längst dunkel war. Dort entdeckte zufällig Don Ricardo Aldaya sie, als sie sich um die Tochter eines der Vorarbeiter kümmerte, der vor Erschöpfung krank geworden war. Er sah, wieviel Eifer und Zärtlichkeit das Mädchen verströmte, und beschloß, sie zu sich nach Hause zu nehmen, damit sie seiner Frau beistünde, die mit seinem Erstgeborenen schwanger war. Ihre Gebete waren erhört worden. In dieser Nacht sah Jacinta Zacharias erneut im Traum. Er war nicht mehr schwarz gekleidet, sondern nackt, und seine Haut war schuppenbedeckt. Auch begleitete ihn nicht mehr seine Katze, sondern eine weiße, um den Oberkörper gerollte Schlange. Sein Haar war ihm auf die Taille hinuntergewachsen, und sein Lächeln war jetzt von dreieckigen, gezackten Zähnen geprägt, wie sie sie bei einigen Meerfischen gesehen hatte. In der Nacht, bevor sie aus der Pension im Ribera-Viertel auszog, um ins Aldaya-Haus überzusiedeln und dort ihre neue Stelle anzutreten, war ihre Freundin Ramoneta im Hauseingang erdolcht worden und ihr Baby in den Armen der Leiche erfroren.
Vier Monate später wurde Jorge Aldaya geboren, und obwohl sie ihm die ganze Liebe darbrachte, die ihm die Mutter nie geben konnte oder wollte, begriff die Kinderfrau, daß das nicht das von Zacharias versprochene Kind war. In diesen Jahren verlor sie ihre Jugend und wurde eine andere Frau, die einzig den Namen und das Gesicht von einst bewahrte. Die alte Jacinta hatte sie in der Pension des Ribera-Viertels zurückgelassen. Jetzt lebte sie im Schatten des Aldayaschen Luxus, fern der düsteren Stadt, die sie mittlerweile regelrecht haßte und in die sie sich nicht einmal mehr an ihrem einzigen freien Tag im Monat hinuntertraute. Sie lebte weiter in der Erwartung des Kindes, das ein Mädchen werden sollte und dem sie die ganze Liebe schenken wollte, mit der Gott ihr Herz gefüllt hatte.
Penélope Aldaya wurde im Frühling 1902 geboren. Damals hatte Don Ricardo Aldaya bereits das Haus in der Avenida del Tibidabo gekauft, diesen Kasten, von dem ihre Kollegen im Gesinde überzeugt waren, daß es dem Einfluß eines mächtigen Zauberers unterworfen war. Jacinta jedoch hatte keine Angst vor dem Haus, denn sie wußte, daß das, was andere für Verzauberung hielten, nichts weiter als eine Anwesenheit war, die nur sie im Traum sehen konnte: der Schatten von Zacharias, der kaum noch dem Mann glich, an den sie sich erinnerte und der ihr jetzt nur noch als aufrecht gehender Wolf erschien.
Penélope war ein anfälliges, blasses, federleichtes Mädchen. Jacinta sah sie wachsen wie eine Blume mitten im Winter. Jahrelang wachte sie Nacht für Nacht bei ihr, bereitete persönlich jede einzelne Mahlzeit für sie zu, nähte ihre Kleider, war an ihrer Seite, als sie tausendundeine Krankheiten hatte, als sie ihre ersten Worte sagte, als sie zur Frau wurde. Señora Aldaya war eine von vielen Gestalten des Bühnenbildes, eine Figur, die nach den Erfordernissen der Etikette auf- und abtrat. Vor dem Schlafengehen suchte sie ihre Tochter auf, um ihr eine gute Nacht zu wünschen und zu beteuern, sie liebe sie mehr als alles andere auf der Welt. Jacinta dagegen sagte Penélope nie, daß sie sie liebte. Sie wußte, daß, wer wirklich liebt, schweigend liebt, mit Taten und nie mit Worten. Insgeheim verachtete sie Señora Aldaya, dieses eitle, hohle Geschöpf, das in den Gängen des Hauses unter dem Gewicht der Juwelen, mit denen ihr Mann sie beschwichtigte, der seit Jahren in fremden Häfen anlegte, alt und älter wurde. Sie haßte sie, weil Gott von allen Frauen gerade sie erwählt hatte, um Penélope zu gebären, während ihr eigener Bauch, der Bauch der wahren Mutter, ödes Brachland blieb. Als wären die Worte ihres Mannes prophetisch gewesen, büßte sie mit der Zeit sogar ihre weiblichen Formen ein. Sie hatte an Gewicht verloren, und ihr Gesicht zeigte den barschen Ausdruck, den müde Haut und Knochen verleihen. Ihre Brüste waren bis auf ein Restchen Haut geschrumpft, die Hüften jungenhaft, und ihr dürres, kantiges Fleisch ließ sogar die Augen Don Ricardo Aldayas gleichgültig, der bloß einen Ansatz von Üppigkeit zu ahnen brauchte, um mit voller Kraft anzugreifen, wie alle Kammermädchen des Hauses und diejenigen befreundeter Häuser genau wußten. Besser so, sagte sich Jacinta. Sie hatte keine Zeit für Torheiten.
Ihre ganze Zeit galt Penélope. Sie las ihr vor, begleitete sie überallhin, badete sie, zog sie an und aus, kämmte sie, ging mit ihr spazieren, brachte sie zu Bett und weckte sie. Vor allem aber sprach sie mit ihr. Alle hielten sie für eine verrückte Kinderfrau, eine alte Jungfer ohne weiteres Leben als das ihrer Arbeit im Haus, aber niemand kannte die Wahrheit: Jacinta war nicht nur Penélopes Mutter, sie war auch ihre beste Freundin. Seit das Mädchen zu sprechen und Gedanken zu artikulieren begonnen hatte — sehr viel eher, als Jacinta es von irgendeinem andern Kind her in Erinnerung hatte —, teilten die beiden ihre Geheimnisse, ihre Träume, ihr Leben.
Mit der Zeit wurde die Verbindung immer fester. Als Penélope ins Jugendalter kam, waren sie schon unzertrennliche Freundinnen. Jacinta sah Penélope zu einer Frau erblühen, deren Schönheit und Leuchten nicht nur in ihren verliebten Augen offenkundig war. Penélope war Licht. Als der rätselhafte Junge namens Julián ins Haus kam, bemerkte Jacinta vom ersten Augenblick an, daß zwischen ihm und Penélope ein Strom floß. Etwas Ähnliches band sie aneinander wie sie und Penélope — und gleichzeitig etwas anderes, Intensiveres, Gefährliches. Anfänglich dachte sie, sie würde Julián Carax sicherlich hassen, doch bald stellte sie fest, daß sie ihn weder haßte noch je würde hassen können. Je stärker Penélope in Juliáns Bann geriet, desto mehr ließ auch sie sich mitreißen, und mit der Zeit wünschte sie nur noch, was auch Penélope sich wünschte. Niemand hatte es bemerkt, aber wie immer war das Maßgebliche bereits entschieden, bevor die Geschichte auch nur begonnen hatte, und da war es schon zu spät.
Es mußten noch Monate der Blicke und des vergeblichen Sehnens vergehen, ehe Julián Carax und Penélope miteinander allein sein konnten. Sie lebten vom Zufall, begegneten sich auf den Korridoren, beobachteten sich von den entgegengesetzten Tischenden aus, streiften sich schweigend, spürten sich in der Abwesenheit. Ihre ersten Worte wechselten sie in der Bibliothek des Hauses in der Avenida del Tibidabo an einem Gewitterabend, als die Villa Penélope sich mit Kerzenglanz füllte, ein paar wenige dem Halbdunkel abgerungene Sekunden, in denen Julián in den Augen des jungen Mädchens die Gewißheit zu lesen glaubte, daß beide dasselbe empfanden, daß dasselbe Geheimnis sie verzehrte. Niemand schien es zu beachten. Niemand außer Jacinta, die mit wachsender Unruhe das Blickspiel gedeihen sah, das Penélope und Julián im Schatten der Aldayas spielten. Sie fürchtete um sie.
Damals hatte Julián schon begonnen, die Nächte wachend zu verbringen und von Mitternacht bis zum frühen Morgen Erzählungen zu schreiben. Danach suchte er unter irgendeinem Vorwand das Haus in der Avenida del Tibidabo auf und wartete auf den geeigneten Moment, um sich heimlich in Jacintas Zimmer zu schleichen und ihr die Blätter zu überreichen, damit sie sie dem Mädchen gäbe. Manchmal hatte Jacinta eine Mitteilung von Penélope für ihn, und er las sie Tag um Tag immer wieder. Dieses Spiel dauerte Monate. Julián unternahm alles Menschenmögliche, damit er in Penélopes Nähe sein konnte. Jacinta half ihm dabei, um Penélope glücklich zu sehen, um dieses Licht am Leuchten zu erhalten. Julián anderseits spürte, daß die Unschuld des Zufalls aus der Anfangszeit verflog und er Boden preisgeben mußte. So begann er Don Ricardo Aldaya über seine Pläne zu belügen, einen pappenen Enthusiasmus für eine Zukunft im Bank- und Finanzwesen vorzugaukeln, eine Zuneigung und Anhänglichkeit für Jorge Aldaya zu spielen, die er nicht empfand, nur um seine fast dauernde Anwesenheit im Haus in der Avenida del Tibidabo zu rechtfertigen. Er sagte nur noch das, von dem er wußte, daß die andern es von ihm hören wollten, las ihre Blicke und Wünsche, opferte die Aufrichtigkeit der Fahrlässigkeit, spürte, daß er stückweise seine Seele verkaufte, und fürchtete, daß, wenn er eines Tages tatsächlich um Penélopes Hand anhalten sollte, nichts mehr von dem Julián übrig wäre, der sie zum ersten Mal gesehen hatte. Manchmal erwachte er am Morgen und glühte vor Wut, begierig, der Welt seine wahren Gefühle zu offenbaren, vor Don Ricardo Aldaya hinzutreten und ihm zu sagen, er sei nicht im geringsten an seinem Geld, seinen Zukunftsarrangements und seiner Gesellschaft interessiert, er wünsche sich nur seine Tochter Penélope, um sie so weit wie möglich von dieser leeren Totenwelt, in der er sie gefangenhalte, wegzubringen. Mit dem Tageslicht schwand sein Mut.
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