Vasil Bykaú - Eine Nacht
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«Ein schönes Haus, alles, was recht ist», sagte Waloka seufzend und fühlte Verdruß in sich aufsteigen — sei es wegen der plötzlich erwachten Sehnsucht nach einem friedlichen Arbeitsleben, sei es wegen der Erinnerung an seine Familie, hatte er doch in der Heimat vier Töchter zurückgelassen, die jetzt mit der Mutter zu Hause und im Kolchos allein zurechtkommen mußten.
Mit Bitterkeit im Herzen gab er dem Deutschen das Foto zurück.
«Drei Kinder!» sagte Fritz und schob die Papiere wieder in die Tasche. «Plocho plen. Hauptmann an Gestapo schreiben — Frau und Kinder komm, dann in Konzentrationslager. Plocho.»
Waloka hatte alles verstanden. Die Faschisten gingen auch mit den eigenen Leuten nicht gerade sehr liebevoll um — er hatte gehört, daß die Familien solcher Soldaten nicht mit Samthandschuhen angefaßt wurden. Aber was sollte er mit ihm machen?
Unterdessen hatte sich Fritz auf dem Ziegelbrocken bequemer zurechtgesetzt und erklärte etwas, wobei er die Hände zu Hilfe nahm.
«Fritz nix burshui, Fritz Arbeiter!» Wie zum Beweis dessen streckte er seine verarbeiteten breiten Hände vor. «Fritz malo-malo Geld. Fritz nur ein Haus. Hagemann armer Mensch, bedny tschelowek. Russki Iwan — bedny tschelowek. Zwei bedny tschelowek.» Fritz zeigte zwei Finger. «Mi ponimai…»
«Na, da bist du aber auf dem Holzweg. Wieso bin ich arm?» ereiferte sich Waloka. «Warum arm? Bin ich vielleicht ein Arbeitsscheuer? Kolchosbauer bin ich.»
«Ja, ja.» Der Deutsche nickte. «Plocho russki kolchosnik. Kolchos bedny.»
Wie kommt er dazu, mich zu agitieren? Waloka wurde ärgerlich. Was hat er vor, der Kerl? Waloka wollte auf keinen Fall schlechter dastehen als dieser Deutsche. Hatte er ihm etwa im Kampf nachgestanden, oder war er in der Arbeit schlechter? Als arm und bedauernswert bezeichnet zu werden widerstrebte ihm mächtig. Alles in ihm sträubte sich gegen das herablassende Mitgefühl des Gegners.
Er wollte auch jetzt nicht vor dem Deutschen kapitulieren, ebenso wie er unlängst im Kampf nicht kapituliert hatte. Von einem Feind arm genannt zu werden ging ihm gegen die Ehre, und obwohl er noch keine Argumente fand, war er dennoch entschlossen, eine derartige Einschätzung seiner Lebensweise zu widerlegen.
«Unser Kolchos ist reich. Jawohl! Wir haben nicht nur solche, wir haben auch viel schönere Häuser. Unsere Häuser sind mit Schiefer gedeckt. Und Korn haben wir soviel!» Er zeigte mit der Handkante zum Hals.
Der Deutsche hatte jedoch nicht verstanden und wiederholte: «Plocho russki kolchos. Bedno.»
Waloka merkte, daß es nicht so einfach war, diesen Deutschen, der durch halb Rußland gekommen war und viel gesehen hatte, zu überzeugen. Aber er wollte nicht nachgeben.
«Natürlich gibt es auch schlechte Kolchose. Aber unserer ist reich. Jawohl. Vor dem Krieg haben wir jeder hundert Pud Getreide gekriegt. Und Kartoffeln. Und Erbsen. Und ein Pud Butter. Und tausend Rubel. Tausend, verstehst du?»
Er nannte diese Summe, die für ländliche Begriffe beträchtlich war, mit besonderem Nachdruck. Jedenfalls konnte man für dieses Geld eine gute Kuh kaufen, und das war schon viel. Der Deutsche krauste die Stirn, bemüht, etwas von Walokas erregter Rede zu verstehen, und dieser malte mit dem Finger einen Strich und drei Nullen an die staubige Wand.
«Tausend! Jawohl!»
«Tausend? Kilogramm Maslo?» fragte verwundert der Deutsche und starrte ungläubig bald die Zahl, bald Waloka an.
Als dieser das Staunen des Deutschen gewahrte, verzichtete er darauf, das Mißverständnis aufzuklären, und bestätigte dreist:
«Klar! Was hast du denn gedacht?»
Die Zweifelsfünkchen in den Augen des Deutschen erloschen, und er kratzte sich den Nacken.
«Wir hatten alles. Vor dem Krieg», versicherte Waloka mit einem Gefühl, als habe er sich zu einem verbotenen, verzweifelten Schritt entschlossen, der sich nicht rückgängig machen ließ. Und einen Finger der Linken nach dem anderen umbiegend, zählte er auf: «Ein Radio hatten wir — Nummer eins. Ein Fahrrad» — der Anschaulichkeit halber hob er die Beine und strampelte damit in der Luft, als trete er die Pedale.
«Ein Fahrrad», erriet der Deutsche.
«Ja, ja, Rrad — Nummer zwei.»
«Ich gehabt Motorrad, motozikl», erklärte der Deutsche.
«Motorrad? Was ist das schon! Motorrad ist gar nichts. Ich hatte… Weißt du, was ich hatte? So was, was schwimmt und tuk, tuk, tuk macht. Motorboot nannte sich das. Jawohl!» log Waloka, um den Deutschen in diesem Streit zu übertrumpfen.
«Lodka?»
«Jawohl, ein Boot. So haben wir gelebt. Wärt ihr Faschisten nicht gekommen…»
Fritz überlegte, sah Waloka noch eine Weile mißtrauisch an, dann runzelte er die Stirn und seufzte. Er glaubt's anscheinend, dachte Waloka hoffnungsvoll.
«Faschismus nix gut. Plocho faschism», bekräftigte der Deutsche, und Waloka erhob sich schwerfällig. Der Deutsche stand ebenfalls auf und horchte, doch alles blieb still.
Wieder räumten sie Schutt und Bruchstücke aus dem Mauerloch, es war jedoch kein Ende abzusehen. Über dem Loch stießen sie auf eine zertrümmerte durchgehende Wand, aus der sie bald nichts mehr herausreißen konnten, so stark war sie zusammengepreßt. Beide waren sehr erschöpft und eingestaubt. Waloka hustete unaufhörlich. Schließlich kroch er fluchend aus dem Durchbruch wieder heraus. Es hatte offensichtlich keinen Zweck, dort weiterzuwühlen.
Sie schwiegen. Dann ging Waloka die entfernteren Winkel des Kellers untersuchen. Das Feuerzeug leuchtete nur schwach. Als er die Decke abtastete, stieß er auf eine herausragende Platte. Es war abseits von der Stelle, wo am Tage der Sonnenstrahl eingefallen war. Waloka rief den Deutschen, und dieser kam mit seiner winzigen Leuchte. Das zitternde Flämmchen schwebte durch die Dunkelheit, und erst als es der Deutsche dicht unter die Decke hielt, beleuchtete es schwach ein dunkelgraues Stück Beton.
Schwächlich wanderte das blasse Licht über die Bruchstelle, zwei Gesichter starrten angestrengt. Dann spannte Waloka alle Kräfte an — und die Platte bewegte sich. Der Deutsche hielt mit einer Hand das Feuerzeug, mit der anderen stemmte er sich gegen den Rand des Bruchstücks.
«Achtung! Nicht so doll! Malo nado, Waloka», warnte er, und Waloka spürte seinen warmen Atem am Ohr. Jetzt könnte der Deutsche ihm die MPi vom Rücken reißen; Walokas Mißtrauen war jedoch schon völlig geschwunden, und er war ruhig.
«Was heißt hier,Achtung?! Noch mal, stärker. Hau ruck!»
Die Beine weit gespreizt, standen sie da und stemmten sich gegen den Brocken. Waloka stieß ihn hin und her, so daß er merklich tiefer sackte. Er strengte sich noch mehr an und wuchtete den Brocken hin und zurück. Diesmal schienen sie einen Ausweg gefunden zu haben. Waloka raffte alle Kräfte zusammen und drückte erneut gegen den Brocken. Da schrie der Deutsche erschrocken auf, das Feuerzeug erlosch, und der graue Brocken stürzte auf Waloka herab. Er merkte nicht einmal mehr, was geschah, vor seinen Augen zuckten orangefarbene Blitze auf, und ein schrecklicher Schmerz im Kopf raubte ihm die Besinnung.
5
Nein, er war nicht tot, er lebte. Aber die Umwelt drang nur durch ein Tohuwabohu peinigender Visionen in sein Bewußtsein. Zuerst hatte er die Vorstellung, er sei in eine Art Teufelsrachen eingezwängt, dessen große scharfe Zähne seinem Körper schreckliche Qualen bereiteten. Der Kopf schmerzte heftig. Irgendwo im Innersten des Gehirns zuckte, stach und schnitt es. Waloka hatte nicht die Kraft, sich zu bewegen, und das war ihm merkwürdigerweise schrecklich unangenehm. Noch stärker schmerzte der Rükken. Waloka dünkte es, als liege er mit nacktem Oberkörper auf einem Stoppelfeld, und Disteln und nadelspitze Stoppeln bohrten sich in seinen Leib. Er wollte schreien, seinen Nachbarn Trofim rufen, der nebenan mit einer Mähmaschine arbeitete, brachte aber keinen Ton heraus. Gleich darauf merkte er jedoch, daß der, der da mähte, gar nicht Trofim, sondern der Deutsche Fritz war und daß er eine MPi hatte — mit der einen Hand hielt er die Zügel, mit der anderen die Waffe auf dem Schoß. Seltsamerweise sprach der Deutsche belorussisch. Waloka zitterte vor Angst, er wußte, daß Fritz gleich die Pferde anhalten und ihn erschießen würde. Er fuhr um Waloka herum, der Kreis wurde immer enger, und die Zähne der Mähmaschine näherten sich immer mehr seinen Füßen. Obendrein brannte so unbarmherzig die Sonne, daß der Kopf zu platzen drohte. Waloka fühlte sich wie ausgedörrt und verspürte einen unerträglichen Durst. «Trinken, trinken», flüsterte er. Es war jedoch nichts zu hören — die Lippen bewegten sich, aber kein Ton kam heraus. Dann sank die Sonne tiefer und näherte sich ihm, wurde jedoch seltsamerweise immer kleiner, bis sie die Größe einer Feuerzeugflamme erreicht hatte. Die Angst verging allmählich, nur die Hitze wurde unerträglich, und der Durst nahm noch zu. Dann wurde es ringsum dunkel, Feld und Mähmaschine verschwanden, und Waloka war bereits im Krieg. Hinter einem Berg ratterte ein MG, und dicht über seinem Kopf hörte er die beruhigende Stimme des Sanitäters Korban von seiner Kompanie: «Gut, Waloka, gut! Waloka lebt, shiw gut.» Der Sanitätsinstrukteur sprach deutsch, aber Waloka wunderte sich nicht darüber, er war froh, daß jemand bei ihm war, der ihn nicht im Stich lassen durfte. Und wieder leuchtete in der Dunkelheit das Flämmchen auf und entschwebte in unbekannte Fernen. Waloka bekam Angst, weil man ihn verließ; er schrie, wie er manchmal als Kind geschrien hatte, wenn ihn böse Träume schreckten. Dann erblickte er, bereits wirklicher, in der Dunkelheit eine von der anderen Seite beleuchtete Gestalt mit losgerissener, auf dem Rücken baumelnder Achselklappe. Die Gestalt bewegte sich, für einen Augenblick war die Wand von einem matten Fleck erhellt — erst an einer Stelle, dann an einer anderen. Und nun wurden in einer beleuchteten Ecke die vertrauten Konturen der MPi sichtbar. Waloka wunderte sich — das war doch seine PPS Nummer PL 0482! Er war sich noch nicht bewußt, wie ihm geschehen und wer da bei ihm war, aber daß das nicht der Sanitäter war, merkte er doch schon. Und das Bewußtsein, daß er entwaffnet war, löste in seinem Herzen beinahe wieder Angst aus. Er überwand sie, richtete sich auf, stützte sich auf die zitternden Arme, tastete nach einem Ziegelstein und wartete. Töten, töten, töten um jeden Preis, sonst tötet der andere dich! Waloka versuchte aufzustehen, sein Herz schlug heftig, er wurde nur noch schwächer, die schweren Arme gehorchten ihm nicht, und die schrecklichen Schmerzen im Kopf verstärkten sich noch. Der Feind aber kroch bereits in der dämmerigen Ferne mit seiner Lampe umher — was suchte er nur? Dann machte der Lichtfleck halt, flackerte auf der Stelle, und das Schloß der Maschinenpistole klirrte kurz. Von Schmerzen und Überanstrengung erschöpft, krümmte sich Waloka zusammen, ihm wurde schwarz vor Augen, und da krachte in der Ecke dumpf ein Schuß. Der rote Feuerschein blendete ihn, seine Arme knickten ein, und er fiel um, doch der Schmerz nahm nicht zu. Er fand die Kraft zu schreien — für einen Soldaten ist es schrecklich, in solcher Stille und Verborgenheit zu sterben — , doch da vernahm sein Ohr leise, regelmäßige Geräusche, die sehr an das Tröpfeln von den Dächern im März erinnerten. Aber natürlich, so konnte nur Wasser tropfen! Waloka sah in der Dunkelheit bereits einen hellglänzenden Strahl, und da er spürte, wie ihn seine Sinne wieder verließen, entrang sich ihm ein Stöhnen.
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