Vasil Bykaú - Eine Nacht

Здесь есть возможность читать онлайн «Vasil Bykaú - Eine Nacht» весь текст электронной книги совершенно бесплатно (целиком полную версию без сокращений). В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: prose_military, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Eine Nacht: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Eine Nacht»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Eine Nacht — читать онлайн бесплатно полную книгу (весь текст) целиком

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Eine Nacht», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Doch auf einen hilflos Daliegenden zu schießen ging ihm gegen das Gewissen. Er wartete ab, was weiter geschehen würde.

Dem Deutschen bereitete es ziemliche Mühe, sich herauszuarbeiten. Als er den einen Arm aus dem Schutt zog, verzerrte sich sein Gesicht wieder vor Schmerz. Er stöhnte auf, warf Waloka einen langen, flehenden Blick zu und erstarrte abermals kraftlos.

«Aha, 's wird dir sauer, du Hund!» knurrte Waloka. Der Deutsche bemühte sich, die Beine freizubekommen, auf denen ein Betonbrocken lag, und Waloka stand dabei und sah seinen vergeblichen Anstrengungen zu. Der Deutsche stöhnte, biß sich auf die Lippen und ließ den Kopf sinken. Sein so deutlich erkennbarer Schmerz teilte sich Waloka fast körperlich mit. Wahrscheinlich sind die Beine gebrochen, dachte er. Als er sah, daß sich der Deutsche nicht ohne fremde Hilfe befreien konnte, trat er gleichsam instinktiv näher, stemmte den Absatz gegen den großen, flachen Mauerbrocken und schob ihn beiseite.

Hinterher wunderte er sich über sein Verhalten. Der Deutsche bewegte sich nun freier, er stützte sich mit den Armen auf und zog die Beine allmählich aus dem Schutthaufen. Aha! Doch heil. Er war jetzt frei, hatte jedoch keine Eile, seine Freiheit zu nutzen (anscheinend ist er bei dem Einsturz tüchtig gequetscht worden). Waloka verbarg seine widersprüchliche, mit Mitleid gemischte Schadenfreude und beobachtete den Feind zurückhaltend.

Mit den Händen auf den schuttbedeckten Boden gestützt, saß der Deutsche eine ganze Weile da, offensichtlich außerstande, seine Schwäche und die Schmerzen zu überwinden. Die staubbepuderten Augenbrauen über der Nasenwurzel zusammengezogen, wartete Waloka mit der Maschinenpistole im Anschlag. Der Deutsche betastete immer wieder sein Knie und bewegte den Stiefel hin und her. Dann sah er erstaunt hoch, warf einen Blick auf Waloka und horchte. Von draußen drangen dumpf fernes Schießen und mehrere Detonationen herein; durch einen Spalt in der Decke rieselte Sand. Der Deutsche blickte nach oben, stand, als sei ihm plötzlich etwas eingefallen, hastig auf und humpelte zur Treppe.

Waloka, der keine Waffe bei dem ändern sah und wußte, daß jener ihm nicht entfliehen konnte, setzte sich seelenruhig auf einen Mauerbrocken und schaute dem Gegner überlegen zu. Die Maschinenpistole hatte er zwischen den Knien. Probier's nur! dachte er höhnisch, als er beobachtete, wie der Deutsche die Betonplatte über den Stufen anzuheben versuchte. Sosehr er sich auch anstrengte, die Platte rückte und rührte sich nicht. Da wandte er sich um und blickte erstaunt, fragend, doch aus Walokas teilnahmslos-ruhiger Miene mochte er ersehen, daß es keinen Ausgang gab.

Schleppend kam er die Stufen wieder herunter und setzte sich, das eine Bein mit den Händen umfassend. Voll heimlicher Neugier musterte Waloka die staubbedeckte, müde Gestalt mit dem Gefreitenwinkel auf dem bis zum Ellbogen aufgerissenen Ärmel. Da erblickte er plötzlich die Pistolentasche an der Hüfte des Deutschen. Eine neue Sorge: Was sollte er tun, wenn der andere wieder zu Kräften kam, noch dazu, da er eine Waffe besaß?

Unterdessen zog sich der Deutsche mit dem rechten Fuß den linken Stiefel aus, krempelte das Hosenbein hoch und verband das Knie mit dem Taschentuch. Das Knie war aufgeschlagen, und von der kleinen, aber stark blutenden Wunde war das Taschentuch bald durchnäßt. Bei diesem Anblick fiel Waloka das alte Verbandspäckchen ein, das er bereits seit einem Monat für alle Fälle bei sich trug. Er brauchte es jenem nicht zu geben, so leid tat ihm der angeschlagene Hitlersoldat gar nicht, doch eine gewisse menschliche Großmut trieb ihn, ihm zu helfen.

Der Deutsche, auf keine Hilfe gefaßt, zuckte zusammen, als das kleine Päckchen neben seinen Stiefeln in den Schutt klatschte. Zuerst war er verwirrt, doch dann begriff er, und seine Augen leuchteten auf. Er murmelte «danke» und hob das Päckchen lächelnd auf.

Sein Gesicht war nicht mehr jung, die sonnengebräunte Stirn war dicht von Falten durchzogen, und oberhalb der Schläfen glänzten kahle Stellen. Die wettergegerbten, unrasierten Wangen waren voller hellblonder Bartstoppeln.

Waloka beobachtete den Feind aufmerksam, unschlüssig, wie er sich weiter verhalten sollte, und fühlte nur instinktiv, daß er auf der Hut sein mußte. Der Deutsche krempelte die Hosen noch etwas höher und wickelte sich behutsam die Binde ums Knie. Dabei wiegte er sich hin und her, so daß die Wange mit der breiten, schrägen Narbe neben dem Ohr — der unauslöschlichen Spur eines Splitters — immer wieder in das Lichtbündel geriet. Beim Anblick dieser Narbe lächelte Waloka innerlich: Genau so eine Narbe hatte auch er auf der linken Seite — ein Andenken an die Kämpfe bei Kursk. Der Deutsche seinerseits sah Waloka leicht verlegen an.

Doch das gegenseitige Betrachten währte nicht lange. Wieder erbebte die Erde von Detonationen. Allem Anschein nach feuerte eine «Katjuscha», ein sowjetisches Salvengeschütz, oder ein deutscher Nebelwerfer. Waloka hob den Kopf und lauschte angespannt. Der Deutsche erstarrte, das lose Verbandende straff angezogen, und wartete ebenfalls, den Blick unverwandt zur Decke gerichtet. Aber die Detonationen verstummten allmählich, der letzte Sand rieselte durch die Spalten, und wieder war es ruhig. Nur der spärliche Sonnenstrahl drang als schräges, rauchgraues Band in den Keller.

Waloka war beunruhigt. Es galt, etwas zu unternehmen, irgendwie herauszukommen. Daß dieser Deutsche aber auch gerade hierhergeraten mußte! Aber der war verletzt und schien nur mit seinem Schmerz beschäftigt. Walokas vordringliche Sorge, hier wieder hinauszukommen, verdrängte für eine Weile seine Angst vor dem Deutschen. Ich riskier's, dachte er im Hinblick auf einen etwaigen überraschenden Angriff. Er besaß schließlich eine Maschinenpistole und fühlte genügend Kraft in sich. Außerdem sah Waloka hier kein sagenhaftes faschistisches Ungeheuer vor sich, sondern einen bereits gealterten, verwundeten und vom Krieg gezeichneten Menschen. Der Deutsche schwieg, es war jedoch nicht schwer zu erraten, was er jetzt fühlte, und nur seine Uniform ließ Waloka nicht vergessen, daß er einen Feind vor sich hatte. Mit mißtrauischem Blick warf Waloka die Maschinenpistole über die Schulter und kletterte auf einen der Haufen, zur halbzerstörten, geborstenen Decke empor.

Er mußte eine Öffnung zum Hinausgelangen finden.

3

An manchen Stellen waren die Spalten ziemlich breit, so daß man die Finger hineinzwängen konnte, aber fest zuzupacken, daran war nicht zu denken. Den Kopf im Nacken, betrachtete Waloka lange die Decke, dann drückte er von unten her kräftig gegen das Bruchstück, neben dem der Lichtstrahl hineindrang. Sofort rieselte durch die Spalte Sand und Schutt. Waloka verzog das Gesicht, drehte den Kopf zur Seite und strengte sich noch mehr an, um die Platte zu lockern.

Dabei ließ er den Deutschen keinen Moment aus den Augen, verfolgte jede seiner Bewegungen. Zuerst sah der Deutsche Waloka neugierig zu, dann stand er etwas unsicher auf. Sofort ließ Waloka die Platte los und griff nach der MPi. Doch der andere lächelte gutmütig, klopfte auf die Pistolentasche und sagte beruhigend: «Nein, nein.» Dabei winkte er ab. Die Pistolentasche war anscheinend wirklich leer. Waloka ließ die MPi jedoch nur langsam und voller Mißtrauen sinken und fluchte innerlich — er übte unwillkürlich erneut angespannte Wachsamkeit gegenüber diesem Feind.

Unterdessen arbeitete sich der Deutsche humpelnd und mit den Armen schlenkernd auf den Schuttberg hinauf, betrachtete die Spalten und schob an einer Stelle die Finger in die Ritze.

Zwei Paar Hände stemmten sich gegen den Betonbrokken.

Sehr merkwürdig war das alles.

Hätte jemand Waloka vorher so etwas erzählt, er hätte es nicht für möglich gehalten. Nun hatte sich alles wie von selbst so ergeben, und er vermochte sich nicht einmal Vorwürfe deswegen zu machen. Noch kurz zuvor hatten sie, ohne sich zu sehen und ohne sich zu kennen, in dem Keller auf Tod und Leben miteinander gerungen, voll Wut und grimmigem Haß. Jetzt aber versuchten sie einträchtig, als sei nichts zwischen ihnen vorgefallen, den Betonbrocken hochzustemmen, um aus der gemeinsamen Notlage herauszukommen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Eine Nacht»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Eine Nacht» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Eine Nacht»

Обсуждение, отзывы о книге «Eine Nacht» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x