Bernt Spiegel - Milchbrüder, beide

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Mehr als jeder dritte Bundesbürger, so eine Studie im Jahr 2019, sieht «Parallelen zwischen aktuellen politischen Ent-wicklungen in Deutschland und der NS-Zeit». Wie kommt man dem mit Mitteln der Literatur näher? Der Autor Bernt Spiegel, Jahrgang 1926, zeigt es. Er erzählt davon, wie ein verbrecherisches System in einer Gesellschaft und einem Staat zur Normalität wird. Spiegel erzählt aus der Sicht der Opfer – und aus der Sicht der Täter. Sein Roman erzählt die Geschichte zweier Jungs mit der gleichen Amme, einer arm, einer reich, einer geht zur SS, der andere nicht.

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Herkommer antwortete darauf nicht erst lange, sondern fragte nur: „Und wann wird das sein?“

„Irgendwann im Sommer.“ –

6_Fellgiebels Ärger mit der Partei_Seine Frau Marianna und der Adoptivsohn Jan

Als Fellgiebel von seinen Krankenbesuchen zurückkam, rief ihm die Sprechstundenhilfe schon über den Hof zu: „Es hat angerufen, Herr Doktor, Sie möchten sich doch bitte auf der Ortsgruppe beim Ortsgruppenleiter melden.“

„Melden tu’ ich mich überhaupt nirgends! Sagen Sie das denen!“, schimpfte Fellgiebel ziemlich laut zurück, wobei seine Sprechstundenhilfe freilich sogleich erkannte, dass das nicht etwa ein Auftrag für sie war. „Es kann höchstens sein, dass ich mal vorbeikomme – nein, ich werde dort anrufen.“

Drinnen fragte er dann: „Und warum soll ich mich dort melden? Was haben die gewollt?“

„Es ging irgendwie um das Wartezimmer.“

„– um das Wartezimmer? Keine Ahnung! Was geht die mein Wartezimmer an!“

Beim Mittagessen machte sich dann bei Fellgiebel doch eine gewisse Unruhe breit, und er erörterte den Anruf mit seiner Frau.

„Nicht dass mich dieser Anruf im Geringsten beunruhigen würde –“

„Natürlich beunruhigt er dich, Wilhelm! Und mich auch. Eine Vorladung von der Ortsgruppenleitung hat immer etwas Bedrohliches.“

„Ach was, für mich nicht die Spur! Aber natürlich ist man da etwas neugierig, das ist doch klar! Außerdem ist das keine Vorladung, wie du meinst, sondern ich soll halt mal vorbeikommen.“

Melden sollst du dich, Wilhelm, melden !“

Fellgiebel musste lachen, als er seine Frau ansah, die in so eindringlichem Ernst auf ihn einredete.

„Du schaust mich mal wieder so wissend an, Marianna, hast du denn eine Idee, was da los sein könnte?“

Er kannte diesen seltsam abgründigen Blick seiner Frau, der ihn immer dann traf, wenn sie eine besondere Einsicht hatte, die ihm verschlossen war. Gewöhnlich lächelte sie dabei, und Fellgiebel rief dann meistens, ‚Du bist eine Unterirdische!‘, weil sie ihm unheimlich war, aber das rief er lachend, wenn auch nicht ohne Respekt. Oder er fragte sie, ‚Was meinst du als promovierte Hexe dazu?‘, und dabei gruselte es ihn manchmal fast vor diesem Blick. Denn gewiss, darin war er sich sicher, gehörte sie, ohne das selbst so recht zu wissen, zu diesen Unterirdischen, wie es sie vor allem bei den Nordländern mit ihren langen Winternächten gibt.

Solche Menschen, meistens Frauen, vermögen feine Zeichen zu erkennen und zu deuten und verborgene Zusammenhänge zu sehen, wie sie Fellgiebel als Kopfmensch niemals würde bemerken können und die er, wenn man sie ihm zeigte, selbstverständlich strikt verwerfen würde. Immerhin war es ihr stets ein Leichtes, zum Beispiel einer Schwangeren das Geschlecht ihres Kindes vorauszusagen, allerdings nur dann zuverlässig, wenn sie die Frau nicht näher kannte, offenbar weil sonst allzu viele verborgene Anzeichen und verdeckte Botschaften auf sie einströmten, sodass jene, auf die es wohl ankam, darin untergingen.

Sogar Fellgiebels Freund, der Pfarrer Liedel, damals noch Kaplan, war immer wieder von Mariannas Ankündigungen beeindruckt gewesen und hatte, aller schwarzen Kunst und Zauberei schon kraft Amtes abhold, eines Tages erkannt, dass sich das im Grunde leicht erklären lasse. Bei diesen Menschen sei eben die Vergangenheit von der Gegenwart und vor allem die Gegenwart von der Zukunft einfach nicht so klar voneinander getrennt. „Aha“, hatte Fellgiebel damals gespottet, „einfach nicht so klar getrennt. Jetzt wissen wir’s, das ist es!“

Manchmal sagte Marianna zu Fellgiebel sogar ‚Pass auf, Wilhelm, im Wartezimmer sitzt ein Krebs‘, und gewöhnlich fand dann Fellgiebel diesen Patienten auch. Beim Bronchialkarzinom klappte es am besten und auch beim Magenkrebs nicht schlecht. Doch Marianna war nicht etwa stolz auf ihre Treffer. Sie leistete ihrem Mann, der einen guten Ruf als Diagnostiker hatte, diese unkonventionelle Hilfe nur ungern, weil sie sich nicht in die ärztlichen Belange einmischen wollte. Aber wenn sie etwas plötzlich so sicher wisse, dann sehe sie sich eben auch verpflichtet, es weiterzugeben und auszusprechen. – ‚Wie machst du das nur?‘, wollte Fellgiebel immer wieder von ihr wissen. ‚Ich weiß es nicht, ich weiß es doch nicht‘, rief dann Marianna gequält, die ohnehin schon genug unter ihren Ahnungen zu leiden hatte. – ‚Es könnte sein‘, hatte sie früher einmal geäußert, ‚dass ich es rieche. Ja, ich glaube, ich rieche es. Ich kann dir aber überhaupt nicht sagen, wie es riecht, es ist so unglaublich schwach. Wahrscheinlich kann ich gar nicht besser riechen als andere Menschen, sondern mich beeinflussen Gerüche eben nur viel stärker.‘ – Und auf Fellgiebels Ausruf, der in solchen Gesprächen dann gelegentlich folgte, dass das unbedingt einmal von jemandem wissenschaftlich untersucht werden müsse, drohte sie nur, ‚Untersteh dich!‘, weil sie als echte Unterirdische wusste, dass damit alles zerstört werden würde.

Nun aber war plötzlich dieser Blick mit diesem Lächeln wieder da, und Marianna schüttelte ihre Mähne und sagte:

„Ich habe nicht nur eine Idee, worum es gehen könnte – ich weiß es! Das ist mir ganz plötzlich gekommen. Ich hatte mit einem Male diesen Patienten aus der Traitteurstraße wieder vor mir. Ganz deutlich. Weißt du, dieser Pg. mit den Ulkusfalten, der letzte Woche in der Sprechstunde war. Als er sich verabschiedet hat, da hat er noch einen ganz kurzen Blick auf das Hitlerbild im Wartezimmer geworfen.“

„Da werden doch die meisten, wenn sie rausgehen, noch einen kurzen Blick draufwerfen, der Schinken hängt ja direkt über der Tür!“

„Kann sein, aber doch keinen solchen Blick, Wilhelm! Oh, du ahnst ja nicht, mein Lieber, wie viele verschiedene Blicke es gibt, mehr als Wörter im Deutschen, und jeder hat wieder eine etwas andere Bedeutung – das lässt sich nicht in Worten fassen! Zwischen diesem Blick und dem Ortsgruppenleiter gibt es eine direkte Verbindung, unsichtbar natürlich, aber ich kann sie trotzdem geradezu mit Händen greifen! Du kannst sicher sein, bei der Ortsgruppenleitung wird es um das neue Hitlerbild im Wartezimmer gehen.“

Es hing tatsächlich erst seit wenigen Wochen. Fellgiebel hatte monatelang unter dem wachsenden Druck der Ärztekammer und auch der Kassenärztlichen Vereinigung gestanden, in seinem Wartezimmer oder an einer anderen prominenten Stelle in der Praxis doch endlich ein Bild des Führers aufzuhängen, und er war empört, dass offenbar Späher ausgesandt worden waren, die sich als Patienten ausgaben oder möglicherweise auch tatsächlich welche waren, was aber die Schnüffelei auch nicht besser machte. Als er während eines Hausbesuches bei einem Kunstmaler, der sich einen gewissen Namen mit idyllischen Landschaftsbildern aus dem Südschwarzwald gemacht hatte, in dessen Atelier mehrere mächtige Hitlerbilder sah – es waren davonfließende Aquarelle mit viel wässrigem Hellbraun, eines missglückter und unbeholfener als das andere –, da hatte er sich, ohne lange zu überlegen, für eines dieser Bilder entschieden, das ihm besonders misslungen schien, um es zu Hause in sein Wartezimmer zu hängen. Der Kunstmaler, ein gewisser Friedhelm Büngener und ein fanatischer Gefolgsmann Hitlers schon seit Jahren, hatte sich hochgeehrt gefühlt, vor allem auch durch diese außerordentliche Spontanität des Kaufentschlusses, und er hatte Fellgiebel, schon im Hinblick auf das ständig wechselnde Publikum und die gewiss zu erwartenden langen Betrachtungszeiten, die in einem Museum bei Weitem nicht zu erreichen gewesen wären, einen besonders günstigen Preis gemacht.

Fellgiebel musste in den folgenden Tagen verschiedene Krankenbesuche in der Gegend, in der die Ortsgruppenleitung lag, absolvieren und fuhr mehrmals am Gebäude der Ortsgruppenleitung vorbei, aber er ließ sich Zeit mit seinem Besuch dort. Nicht dass er Hemmungen gehabt hätte, ‚nicht die geringsten!‘, wie er sagte, oder sich gar fürchtete vor diesem Besuch, sondern weil er Marianna und wohl auch sich selbst beweisen wollte, dass er nicht hin und her zu kommandieren sei und dass er komme, wenn es ihm passt.

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