Bernt Spiegel - Milchbrüder, beide
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„Eben, Zabener! Die jüdischen Frontkämpfer, Kriegsfreiwillige fast durch die Bank, waren nicht nur Patrioten, sondern sie sahen in ihrem Fronteinsatz und ihrer Bewährung die große Chance für die Juden in Deutschland“, ereiferte sich Strauss. „Sie kämpften nicht nur für das Reich, Zabener, sondern auch für die Stellung der Juden in Deutschland. Ich war auch nicht frei davon.“
„Aber ich glaube, das war nur am Anfang des Krieges so. Die Enttäuschung blieb doch nicht aus.“
„Ja, sie kam schon bald. Und dann die Judenzählung Herbst 1916, da, Zabener, war alles endgültig vorbei. 5Als die 1918 den Bund der Frontsoldaten, diesen Stahlhelm, gründeten, blieben Juden ausgeschlossen. Frontkämpfer, Zabener, Frontkämpfer mit hohen Auszeichnungen! Ich hätte auch nicht die geringste Lust verspürt, mich denen anzuschließen. Da waren mir viel zu viele Scharfmacher und Säbelrassler dabei. Nur deshalb kam es ja dann zu unserem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Und die waren die eigentlichen Kämpfer für die Weimarer Republik!“, rief Strauss, aber dann schwieg er bekümmert, und das Feuer erlosch.
Als Zabener sah, wie verzweifelt Strauss dreinschaute, versuchte er, das Gespräch in andere Bahnen zu lenken und nutzte die kurze Pause, die durch Straussens Schweigen entstanden war, um sich nach der Familie zu erkundigen.
„Was macht Sabine?“
„Oh, Bienchen geht es gut“, antwortete Strauss, und seine Stimme wirkte wie erleichtert, als ob er dankbar wäre für das neue Terrain ihres Gesprächs. „Sie macht auf der Violine große Fortschritte. Auch in der Schule – alles in Ordnung. Sie ist natürlich viel allein, aber sie weiß sich zu beschäftigen. Ich glaube manchmal, dass sie ganz gern allein ist. Trotzdem fehlt ihr jetzt wohl gelegentlich ihr Spielkamerad Viktor. Wenn ich auf Reisen bin, muss ich keine Sorge haben, das Personal kümmert sich genügend um Bienchen, und der Haushalt klappt so einigermaßen – freilich manchmal eher schlecht als recht. Ein großer Haushalt funktioniert eben nicht ohne Weiteres ohne Hausherrin, und Bienchen ist da noch viel zu klein, obwohl sie sich rührend Mühe gibt.“
„Mir steht das jetzt wohl noch bevor. Du weißt ja, Agnes ist in ihr Elternhaus zurückgekehrt, wie sie es genannt hat; bis auf weiteres. Mir blieb gar nichts anderes übrig, als Viktor in ein Internat zu geben, zum Glück mit einer besonders guten persönlichen Betreuung. Viktor ist in einem schwierigen Alter.“
„Bienchen hatte sich seinerzeit mit Händen und Füßen gegen ein Internat gesträubt.“
„Nein – Viktor nicht. Er war überrascht, natürlich, aber irgendwie auch neugierig. Er suchte ja auch hier ständig nach neuen Herausforderungen, das machte mir zunehmend Sorge. Es waren die allerverwegensten Streiche, die er mit seinem Kumpan, dem kleinen Herkommer, ausgeheckt hat. Einer versuchte, den anderen zu übertreffen, zwischen den beiden herrscht ja ständige Rivalität! Von der jüngsten Missetat habe ich überhaupt erst über die Staatsanwaltschaft erfahren; zum Glück kennt man dort so einige Leute. Haben diese Burschen doch versucht – was heißt versucht, sie haben es getan –, sie sind auf der Breiten Straße mit dem Fahrrad zwischen zwei Straßenbahnen, die sich begegneten, hindurchgefahren! Das Ganze bei Dunkelheit, damit die Wagenführer sie nicht sehen. Aber der kleine Herkommer ist von einem der Schaffner erkannt worden, und so ist die ganze Geschichte ins Rollen gekommen.“
Der Konsul erinnerte sich noch allzu genau. „Ist halb so wild“, hatte Viktor ihn damals zu beschwichtigen versucht, „das sieht bloß so gefährlich aus. Das haben wir vorher alles genauestens geklärt. Du musst nur ebenso schnell fahren wie die Straßenbahn rechts neben dir – die fahren in der Innenstadt nicht so schnell –, dann kannst du, wenn der Gegenzug kommt, dich mit dem Ellenbogen sogar ganz leicht rechts abstützen und hast links von der Lenkstange noch gut zwei Handbreit Platz, das ist alles.“ – Aber da hatte er ihm aufgebracht entgegnet: „Was heißt hier ‚Du musst nur‘? Was heißt da ‚du‘? Willst du mir womöglich beibringen, wie ich mich mit dem Fahrrad zwischen zwei sich begegnenden Straßenbahnzügen hindurchzwängen kann? Eine ausgesprochen dämliche Mutprobe, Viktor! Eine Mutprobe nach gegenseitigem Aufschaukeln war das!“ – Er konnte sich noch an jedes Wort erinnern.
„Und das, Strauss, hatte den letzten Anstoß für das Internat gegeben.“
Vor sich hinmurmelnd setzte er noch nach: „Jetzt ist er fort.“ Aber nach einer kurzen Pause fuhr er laut fort: „Er ist bestimmt dort gut – er ist bestimmt dort besser aufgehoben als hier.“
„Bienchen jedenfalls hat Viktors plötzliche Abreise sehr überrascht. Als sie nach Hause kam und hörte, dass Viktor vorbeigeschaut hat, um sich von ihr zu verabschieden, war sie richtig traurig und hat dem Kanarienvogel den Trauermarsch von Mahler vorgespielt – rührend!“
„Auf der Violine?“, fragte der Konsul zerstreut.
„Ja. Auswendig, natürlich nur einige Passagen, aber immerhin, und diese dafür mehrmals nacheinander und jedes Mal trauriger – herrlich! – und schließlich sogar geradezu schluchzend mit entsetzlich übertreibenden Klagetönen. Wobei sie allerdings am Schluss selbst lachen musste und sagte, dass das Letzte – aber nur das Letzte! – bloß ein Scherz gewesen sei.“
„Erstaunlich, wie sie mit ihrer Geige schon umgeht!“
„Ich habe ihr aber gleich gesagt, dass jeder Scherz im Leben einen ernsten Ursprung hat. Jeder Scherz, der irgendwo auf der Welt gemacht wird – oder gemacht worden ist oder gemacht werden wird –, überall und ausnahmslos, hat im Hintergrund einen ernsthaften Ursprung, man kann auch sagen: einen durchaus ernstgemeinten Kern, und sei er noch so klein. Sonst wäre es zu diesem Scherz nämlich überhaupt nicht gekommen. Und Sabine, die ein kluges Kind ist, hat sichtbar nachgedacht und ernst dazu genickt.“
„Ja, sie ist ein kluges und nachdenkliches Kind.“
„Ihre große Hoffnung ist es, einmal auf der Guarneri spielen zu dürfen. Das ist ihr allergrößter Wunsch, dem sie alles andere unterordnet. Deshalb übt sie auch so besessen und hofft, mich eines Tages überreden zu können. Das Instrument ist zwar auf Jahre hinaus ausgeliehen, aber das schlaue Bienchen hat sich mit meiner Sekretärin angefreundet und weiß so wenigstens, wo sich die geliebte Violine befindet und zu welchen Konzerten in der Welt sie demnächst reist.“
„Warum bist du da so streng, Strauss? Eine in Aussicht gestellte Belohnung hilft manchmal mehr als alles andere. Versprich ihr doch, dass sie darauf spielen darf, wenn die Guarneri wieder einmal im Hause ist, bevor sie dann wieder ein anderer Geiger bekommt. Oder fürchtest du, dass Bienchen etwas kaputtmachen könnte? Es soll doch sogar gut sein für den Klang, wenn solche Instrumente viel gespielt werden – stimmt das? Oder gilt das nur, wenn ein Virtuose darauf spielt?“
„Nein, nein, ich befürchte etwas ganz anderes. Wenn Bienchen auch nur ein einziges Mal auf diesem Instrument gespielt hat, schon nach den ersten Tönen, wird sie womöglich nicht mehr auf ihrer eigenen Violine spielen wollen. Mindestens hat sie dann nicht mehr diese Freude daran. Du machst dir ja keinen Begriff, Zabener, welch unglaublicher Unterschied zwischen einer alltäglichen Violine und dieser Guarneri besteht – dabei hat Bienchen keineswegs ein geringes Instrument! Ich bin ja nur ein kleiner Stümper auf der Violine, im Gegensatz zu meinem Vater. Wenn der einmal das gleiche Stück auf der Guarneri und dann auf der Violine meiner Mutter spielte, hörte sogar ich den Unterschied. Meine Mutter lachte nur dazu und sagte, das sei die Ausstrahlung der Guarneri, und deshalb spiele er auf ihr einfach besser. Da ist natürlich etwas dran! Wann immer ich es einmal selbst versuchte – mit einem eher schlechten Gewissen, denn bei meinen bescheidenen Fertigkeiten schien mir das fast ein Sakrileg –, wann immer ich es also einmal selbst versuchte, klang alles viel vollkommener, für mich selbst manchmal sogar geradezu hinreißend, wenigstens für ein paar Takte. Alles ging auch viel müheloser, du musst wissen, ein solches Instrument spricht tatsächlich auch viel leichter an und ist sofort voll da! Wenn es gut läuft, dann hast du das Gefühl, noch bevor du den Bogen aufsetzt –“, Strauss stockte und suchte nach einer passenden Formulierung, „– manchmal glaubst du, die Saite fange bereits an zu schwingen einen winzigen Augenblick, bevor du sie berührst“, schwärmte Strauss, „und genau im richtigen Ton, in der richtigen Stärke, in der richtigen Modulation! Ein solches Instrument hat ja ein verborgenes Leben und eine Seele und darum auch ein Gedächtnis und es weiß auf eine geheimnisvolle Weise, wie das Stück weitergeht. Je besser der Ton, den du anstreichst, mit jenem übereinstimmt, den das Instrument kennt – da gibt es ja unendlich viele Nuancen und Möglichkeiten der Variation –, umso vollendeter dann der Klang. Und das nicht bei einem einzigen Ton, sondern bei einer ganzen Folge von Tönen, bei einem ganzen Satz, bei einem ganzen Konzert! Das ist wohl der Grund, warum ein solches Instrument, von Könnern gespielt, im Laufe der Jahrzehnte sich selbst immer mehr veredelt. Es ist, als ob das Instrument im Laufe der Jahrzehnte mit immer größerer Gewissheit ahne, wie die nächsten Töne klingen könnten.“
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