Albert T. Fischer - Die Seeweite

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Der Roman spielt im schweizerischen Mittelland, vorwiegend in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, leuchtet aber auch in seine leid- und gewaltvolle erste Hälfte. Er erzählt von den enormen Umbrüchen einer bisher scheinbar heilen Gesellschaft.
Geschildert werden die Familiengeschichten von 'Nachbarn' – in ihren Strukturen und ihrem beruflichen Wandel wird klar, wie die Neuerungen der Zeit ihren Weg bis in das letzte Dorf in die einzelnen Biografien der Menschen hinein finden.
Liebe und Leid, Eifersucht und Hoffnung; Aus diesem Garn sind viele der Fäden gesponnen, die Leo Buss bei einem Rehaaufenthalt in die Hand gedrückt werden mit dem Auftrag: 'Kümmere dich darum'. Geduldig fädelt Buss einen faden nach dem anderen auf, sortiert, legt, überblickt und staunt. Die gesamte Bandbreite menschlicher Existenz findet in den Einzelschicksalen ihren Niederschlag. Ein grosses Sittengemälde bis in unsere Tage.

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Es war dieser kleine Humor, zwanzig Rappen zu sparen oder zwischen Schweizern, Neuschweizern, Fastschweizern und Edelschweizern zu unterscheiden, den wir gemeinsam hatten und der es uns vermutlich leicht machte, miteinander noch und noch zu reden, über Gott, die Welt, unsere Welt und uns.

Rolf litt an seiner zerstörten Lunge und war schon längere Zeit hier. Auch er war, wie ich, Opfer zehntausender gerauchter Zigaretten, nur viel direkter, nicht über den Umweg der Herzkranzgefässe. Seine Lunge, soweit es sie noch gäbe, sei so etwas wie ein Teerfass, hatte er, unsicher lächelnd, gespöttelt. Vor zwei Monaten sei er zum zweiten Mal an der Lunge operiert worden, wo und wie hatte er mir genau erklärt, und doch kann ich das alles nicht wiedergeben ohne Gefahr zu laufen, irgendwelche medizinischen Ungenauigkeiten auszubreiten. Jetzt war er zur Erholung und weiteren Beobachtung hier.

Zigaretten waren also unser kleinster gemeinsamer Nenner. Wir rauchten keine mehr, aber an sie knüpften sich viele weitere Gespräche an, etwa über die Subventionen für die Tabakbauern, die Tabaksteuern und die Zigarrenfabrikanten der Seeweite. Den Zigaretten verdankten wir, darüber waren wir uns einig, unsere bösen Krankheiten. Wir erzählten uns, wie wir zu Rauchern wurden, ich als 14-jähriger Forstgehilfe, der sich, grossmäulig ein grosses Beil schwingend, schon fast als Mann fühlen wollte, und er, wie hunderttausend andere, in der Rekrutenschule. Er steigerte sich in seinen Konsum durch Beruf und Lebensgewohnheiten schon bald zum eigentlichen Kettenraucher, der ohne Zigarette kaum leben konnte. Erst seine Beziehung zu Erna, seiner früheren Freundin, wirkte gegenläufig, aber da war er schon weit über 40, zudem begann er sich damals nur leicht zu mässigen. Wirklich aufhören konnte er erst nach der letzten grossen Operation, in der man ihm einen Teil seiner Lungenflügel entfernt hatte. Seither lebte er zwar ohne Zigaretten, aber nicht ohne Sauerstoffflasche.

Wenn ich mit ihm sprach, irritierte m ich der diskret farblose und doch unübersehbare Luftschlauch, der von der Sauerstoffflasche zur Nase führte. Im Lauf der Tage gewöhnte ich mich daran. Irgendwie strahlte Rolf Gelassenheit aus, obwohl ich sie für die Oberfl äche einer durchaus unruhigen Seele hielt. Er war gross, etwas blass und schien kräftig, daran hatte ich jedoch so meine Zweifel. Auch da vermutete ich ein Aussehen, das mit seiner wirklichen Verfassung wenig gemeinsam hatte.

In wenigen Wochen würde er – gegenüber früher etwas reduziert, geschwächt und vermutlich für immer auf medizinische Betreuung angewiesen – zu einem nach wie vor lebenswerten Leben nach Hause gehen können. Kurz vor seiner zweiten Operation sei er zu seiner langjährigen Freundin gezogen.

Er hatte mir Susanne vorgestellt, als sie ihn besuchte – sie kam beinahe täglich, meistens zum gemeinsamen Frühstück am kleinen Tisch, danach müsse sie in ihren «Schuppen» zur Arbeit fahren. Ich schätzte sie um zehn bis 15 Jahre jünger als er, also um die 50. Sie betreibe im gleichen Dorf eine Konditorei mit Cafeteria – die meinte sie mit «Schuppen».

Susanne erzählte fröhlich und ungefragt von ihrer Familie, von ihrem Bruder Marcel, der mit seiner einstigen Frau am Bielersee lebe und dort dem Mann ihrer Tochter, einem Weinbauern, im Rebberg helfe. Auch von Aldo, ihrem jüngeren Bruder, der jetzt mit Rolfs ehemaliger Freundin zusammenlebe, berichtete sie. Sie selbst sei ein paar Jahre verheiratet gewesen und im Hinblick auf eine unglaublich einschneidende Erfahrung und Enttäuschung glücklicherweise kinderlos geblieben. Aber sie liebe ihre Nichten und Neffen. Sie fahre ihnen jedes Jahr mindestens einmal nach. Das wären ihre Ferien.

Bei einem ihrer Besuche gab sie einigermassen humorvoll preis, wie ungeschickt, geradezu naiv oder gar dumm sie sich in jüngeren Jahren Männern gegenüber verhalten habe, bis Rolf in ihr Leben getreten sei. Als ihr einmal mehr, einfach so im Reden, bewusst wurde, Rolf könnte sterben, bekam sie feuchte Augen, ohne wirklich zu weinen. Sie würde es überstehen, dachte ich mir dabei.

Einer der ersten Besucher, die mir Rolf nach Susanne vorstellte, war Lukas, ein junger Mann, höchstens 30, den ich spontan für einen Marathonläufer hielt, kein Gramm Fett zu viel, mit einigermassen harten Zügen.

Er war der Sohn von Rolfs früherer Freundin Erna. Sein Vater, ein Tscheche, war vor beinahe 20 Jahren gestorben. Die Mutter hatte den Knaben zusammen mit seiner etwas älteren Schwester Sarah mehr oder weniger alleine aufgezogen. Die beiden Kinder entwickelten auch zu Rolf ein freundschaftliches Verhältnis, Lukas besonders in der Zeit seiner Pubertät. Seine Mutter hatte ihm von Rolfs Krankheit geschrieben, und so war er für diesen Besuch aus Paris hergereist.

Leider, sagte Rolf, nachdem Lukas gegangen war, war die Freundschaft mit seiner Mutter aus einem unerfreulichen Anlass, den er selbst verschuldet habe, in die Brüche gegangen. Als seine Mutter eine neue Bindung eingegangen war, protestierte der inzwischen beinahe erwachsene Lukas mit Weglaufen. Seine Mutter bat er in einem Brief, ihm nicht nachzuforschen, es gehe ihm gut. Letztes Jahr, nach etwas mehr als fünf Jahren, war Lukas wieder aufgetaucht, unter neuem Namen und mit einem französischen Pass, den er am Ende der regulären Dienstzeit als Legionär bekommen hatte. Lukas gab im Nachhinein zu, damals mit seiner Flucht unangemessen reagiert zu haben, obwohl er fand, die Legion hätte ihm nicht geschadet, im Gegenteil, er hätte zwar den Dienst regulär quittiert, er wolle aber in Frankreich bleiben und dort leben, in Paris mit einer Freundin. Er fühle sich nicht mehr unbedingt als Schweizer, gab er zu bedenken.

Nur wenige Tage später lernte ich auch Erna und Sarah, Mutter und Schwester von Lukas, kennen und war von beiden beeindruckt. Bei Erna war es die Ausstrahlung einer leicht ergrauten, gescheit und erfahren wirkenden, aber völlig unverbraucht aussehenden Frau mit einer angenehm dunklen und warmen Stimme, und bei ihrer Tochter Sarah die natürliche Sicherheit, mit der die mehr als nur hübsche junge Frau auftrat und sprach, was mein Interesse weckte. Auch für Sarah war Rolf so etwas wie Vaterersatz geworden, wobei sich zwischen ihr und ihm aber nie ein Vertrauensverhältnis wie bei Lukas gebildet habe.

Rolf erzählte davon unumwunden und gab auch zu, selbst Distanz gesucht zu haben, aus purer Vorsicht, um niemals in den Verdacht zu kommen, dem Mädchen zu nahe gekommen zu sein. Erst viel später konnte ich nachvollziehen, was er damit wirklich meinte.

Im Lauf der Tage und Wochen erzählte Rolf selbst aus seiner Welt, von Sulzach, vom See, vom Heimberg, von der Seeweite, von Achstadt. Es war der Einstieg in ein Gespräch über seine Workaholic-Vergangenheit als Informatiker. Auch hier in der Klinik verbrachte er Stunden hinter seinem Laptop, im Internet surfend blieb er in Verbindung mit seinem eigenen Unternehmen für Informatik-Systeme und mit einzelnen Kunden. Er war offiziell nicht arbeitsfähig, aber als Inhaber der Firma hatte er keinen Augenblick daran gedacht, seine – wenn auch stark reduzierte – Mitwirkung im Geschäft aufzugeben. Er hänge noch immer drin mit seinem Knowhow, seinen Verbindungen und «last but not least» seinem Geld, und so lange werde er versuchen, keine Verluste aus Nachlässigkeit oder Dummheit hinnehmen zu müssen. Sein Stellvertreter mache zwar mit grossem Einsatz eine gute Arbeit, aber selbst so liessen sich Ungereimtheiten nicht ganz ausschliessen. Dabei sei er einst ein Roter gewesen und fühle sich manchmal noch immer als ein Mann der kleinen Leute. Er habe an Mao und seine Kulturrevolution geglaubt und die Sowjetunion als so etwas wie die Schutzmacht der ausgebeuteten und machtlosen Massen im Westen gesehen. Nur unter der fernen Drohung der Roten Armee, diesem lauernden Drachen im Osten, so glaubte er damals, sei es möglich gewesen, den unersättlichen Kapitalisten ein gutes Stück Wohlfahrt abzutrotzen. Zum eigentlichen Aufruhr habe er sich nie verführen lassen, auch nicht 1968, da hätte er sich mit 30 schon ein wenig zu alt gefühlt. Zwar habe er insgeheim die Heisssporne verstanden, sie gar angefeuert, aber Zeit für Radau habe er sich nie genommen. In Zürich hätten sich junge Leute mit der Polizei richtige Schlachten geliefert. Aus dieser Zeit seien ihm auch einige Kontakte geblieben. Aus einzelnen jener Revolutionäre seien inzwischen ernsthafte Politiker, gar ein Bundesrat, aber auch viele kleine Spiesser geworden, die jeden Abend ihr Geld zählten.

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