Sibylle Luise Binder - Mord bei den Festspielen

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Mord bei den Festspielen: краткое содержание, описание и аннотация

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Bei den Festspielen in Bregenz am Bodensee wird Verdis „Don Carlos“ geprobt. Im Mittelpunkt steht Mario Miercoledi, der zum Bariton mutierte Ex-Supertenor. Doch so sehr ihn seine Fans verehren, so verhasst ist er bei den Kollegen. Darum wundert es auch niemanden, als er umgebracht wird. Doch wer war es? Alle scheinen verdächtig und die Polizei tappt im Dunkeln. Doch Regieassistentin Victoria Benning kennt ihre Szene und ist neugierig genug, um die Nase in diese Angelegenheit zu stecken.

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Ich trank einen Schluck und ließ den fruchtigen Wein über meine Zunge rinnen. Ich fühlte mich ertappt und musste das erst einmal schlucken. Ja, ich hatte meine Empörung über Miercoledis Treiben ein Stück auf Lucas übertragen – und das war nicht fair gewesen. Ich senkte den Kopf, schaute einen Augenblick in meinen Schoss, doch dann gab ich mir einen Schubs und sagte: »Entschuldigung …«

Lucas fasste nach meiner Hand, zog sie an seinen Mund biss sanft in den Daumenballen. »Das Schlimme ist, dass du teilweise recht hast. Ich war sein Spießgeselle oder wie immer man das nennen will.«

»Du?« Ich hatte plötzlich eine Vision von Miercoledi und Lucas in einem halbseidenen Nachtklub beziehungsweise in dem, was ich als schwäbische Provinzpfarrerstochter mir darunter vorstellte. Dabei hatte Miercoledi eine vollbusige, spärlich bekleidete Blondine auf dem Schoss, während Lucas seine markante Nase im Dekolleté einer Rothaarigen versenkt hatte.

Mit einem energischen Kopfschütteln verscheuchte ich die Spießerfantasie und schaute Lucas an, der nicht glücklich aussah. Er knibbelte am Etikett der Weinflasche, die neben ihm im Eiskühler stand. Als er bemerkte, dass ich ihn beobachtete, hob er den Kopf und bemühte sich um ein Lächeln. »Ich überlege gerade, wie ich eigentlich in dieses moralische Dilemma hineingerutscht bin …«

»Erzählst du mir die Geschichte von Anfang an?«, bat ich.

In diesem Moment kam der Kellner mit unserem Essen und Lucas bat um eine »Gnadenfrist«, weil er sein Fischlein nicht kalt werden lassen wollte.

Beim Kaffee danach holte er dann tief Luft. »Du weißt, dass ich in Stuttgart und London studiert habe? Mein erstes Engagement hatte ich in Stuttgart, aber dann hat mich Covent Garden abgeworben.« Im Royal Opera House 4habe er dann so ziemlich das ganze Repertoire für lyrische Baritone rauf- und runtergesungen und so sei er eines Tages auch als Silvio in »Il Pagliaccio« (in Deutsch: Bajazzo) eingesetzt worden. »Der Bajazzo« aber ist insofern eine Ausnahme von anderen Opern, da hier nicht der Tenor die Dame kriegt, sondern als betrogener Ehemann fungiert, während der Bariton der Ehebrecher ist.

In London wurde der Bajazzo von Mario Miercoledi gesungen, der damals schon ein etablierter Star war. Lucas kommentierte grinsend: »Damals war er ja auch noch 15 Jahre älter als ich. Inzwischen wird er jedes Jahr jünger und in ein paar Jahren werde ich dann der Senior sein.«

In den Proben in London habe Miercoledi damals den jungen Kollegen nicht weiter beachtet. Doch in der Vorstellung kam er nicht umhin – Lucas bekam nämlich Szenenapplaus, Miercoledi aber nicht. Und vor dem Vorhang musste Miercoledi dann feststellen, dass dieser Jüngling, den man ihm da als Bariton serviert hatte, nicht nur ekelhafte zehn Zentimeter größer als er war, sondern obendrauf auch noch einen vorwiegend weiblichen Fanklub in London hatte und von dem ebenso lautstark wie enthusiastisch bejubelt wurde. Miercoledi sei alles andere als glücklich darüber gewesen.

Ich konnte es mir gut vorstellen. Miercoledi war für seine Eitelkeit bekannt und pflegte sich im Beifall zu suhlen. Ich grinste bei der Vorstellung, wie er es wohl gefunden hatte, neben einem deutlich jüngeren und definitiv hübscheren Kollegen zu stehen.

Dennoch: Miercoledi wäre nicht so weit gekommen, wenn er nicht gewusst hätte, dass man mit starken Partnern am besten zur Geltung kommt und so erbat er sich bei seinem nächsten Engagement in London Lucas als Partner. Gegeben wurde Puccinis »Manon Lescault« und Miercoledi dachte wohl, dass Lucas ihm als Manons fieser Bruder nicht die Show stehlen würde, aber das empfanden die Damen im Publikum anscheinend anders. Ein Kritiker hatte damals geschrieben, dass der »Bad-Boy-Effekt« voll zum Tragen gekommen sei und der tenorale Lover dagegen fast blass gewirkt habe.

Kurz darauf verabschiedete sich Lucas vom Royal Opera House in die einträglichere Karriere als freier Sänger. Dadurch war er auch für andere Häuser verfügbar und er war als Lescaut so aufgefallen, dass er nun ständig als Miercoledis Partner engagiert wurde. »Ich freute mich natürlich – mir war klar, dass die Zusammenarbeit mit ihm eine Riesenchance für mich war. Ich kam mit ihm an die Scala, nach Wien in die Staatsoper, nach München zur Bayerischen Staatsoper, nach Stuttgart, nach Stockholm. Allerdings: An der Met und bei den Salzburger Festspielen habe ich ohne ihn mit Mozart debütiert. Aber wer weiß, ob die mich bemerkt hätten, wenn ich nicht mit ihm unterwegs gewesen wäre?«

Bei der Zusammenarbeit mit Miercoledi habe er natürlich ganz schnell auch Giulia Miercoledi kennengelernt. Sie sei immer sehr nett zu ihm gewesen. Bei der ersten großen Produktion mit Miercoledi – wobei so etwas mit allen Proben schon einmal zehn oder elf Wochen dauern kann – sei er sich schließlich vorgekommen, als ob die Familie Miercoledi ihn als jüngeren Bruder adoptiert hätte.

Dabei habe er aber schon gemischte Gefühle gehabt. »Sicher, sie waren ganz reizend, aber – wie soll ich das erklären?« Lucas suchte nach Worten, orderte noch einen Kaffee und erzählte weiter: »Beide können nicht allein sein – noch nicht einmal miteinander. Deswegen waren sie schon damals immer mit einer Entourage – Assistent, Manager, Sekretärin, Nanny für die Kinder, irgendwelche Leute aus der weitläufigen Verwandtschaft – auf Tour. Du kommst dir bei ihnen immer vor wie an Gianni Schicchis 5Sterbebett! Das Verrückte war aber, dass ihnen die Entourage hätte reichen sollen, aber nein – ich wurde auch noch ständig mitgeschleppt. Wenn wir nicht geprobt haben, wollte Mario mit mir Tennis spielen oder Giulia wollte einen Begleiter für den Stadtbummel. Sagte ich dann, dass ich nicht Tennis spiele und Shopping Trips nicht sonderlich mag, wurde ich überredet. Und ich wollte nicht ständig der Spielverderber sein, mir tat Giulia leid, wenn sie darüber klagte, dass sie sich alleine fühlt, weil die Leute um sie rum ja alles seine Leute seien. Gleichzeitig ging es mir so auf den Wecker, dass man dann auch jeden Abend miteinander essen gehen sollte. Du kennst mich …« Er lächelte ein wenig verlegen.

Ich hatte nach seiner Hand gefasst und schaute auf das Pflaster an seinem Mittelfinger. Er hatte einen Stift mit dem Messer gespitzt und sich dabei geschnitten. Das passierte ihm öfter. Für mich war es ein gewohnter Anblick, ihn irgendwo mit seinem Skizzenbuch, den Stiften und dem kleinen Messer sitzen zu sehen. Und wenn er nicht zeichnete, verzog er sich hinter ein Buch oder verbrachte seine Nächte damit, durch sein großes Teleskop Sterne zu beobachten. Auf jeden Fall aber bevorzugte er stille Beschäftigungen und brauchte immer wieder Zeit für sich.

Darum habe er auch immer wieder darauf geachtet, nach Produktionen mit Miercoledi wieder etwas ohne ihn zu machen. Aber die nächste Tour mit Miercoledi kam bestimmt – und Lucas fiel eine aus den frühen Jahren ein: »La Boheme« in Wien. »Mario war dabei alleine«, erzählte Lucas – und klang, als ob das schon alles erklärte. Immerhin aber erfuhr ich auch noch, dass Giulia wegen ihrer komplizierten Schwangerschaft – sie bekam da ihre zweite Tochter Mafalda – zu Hause in Spoleto geblieben war.

»Ohne Giulia und ihre Sippe als Aufpasser hat er dann richtig aufgedreht. Er erklärte mir sogar mal, er finde es gerechtfertigt, dass er sich ›schadlos halte‹, wenn Giulia ›ausfalle‹.« Lucas seufzte. »Ich wollte trotzdem nichts sagen. Ich bin nicht die moralische Instanz für meine Kollegen. Aber dann kam er eines Abends und sagte mir, dass er seine Affäre, eine Choristin, gebeten habe, eine nette Freundin zum abendlichen Treffen mitzubringen – damit ich nicht immer allein im Hotel herumsitzen müsse. Es wäre Zeit, dass wir uns endlich mal einen ›netten Abend zu viert‹ machen.«

»Ach, du liebes Lieschen!« Ich musste bei der Vorstellung, wie Lucas geschaut hatte, fast lachen. Weitgereist und kosmopolitisch wie mein Liebster ist – zu unseren Gemeinsamkeiten gehört das, was meine Mutter als »Pfarrhausg’rüchle« 6zu bezeichnen pflegte. Ich bin die Tochter eines Pfarrers, Lucas der Enkel eines solchen. Und da seine Eltern als Wissenschaftler viel auf Reisen waren, hat er viel Zeit bei seinen Großeltern im Dekanat verbracht. Er hat dabei eindeutig was abgekriegt, ebenso wie ich. Und ich schätzte ihn ja auch dafür, dass er Prinzipien hatte und man sich auf ihn verlassen konnte.

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