Viviana Uriona - Sie senden den Wandel

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Altbekannt ist, welch wichtige Rolle Medien bei der Konsolidierung oder aber auch bei der Transformation einer Gesellschaft spielen. Was aber geschieht, wenn Medien von unten aus agieren und dies in großer Zahl geschieht, unter Einbindung vieler gesellschaftlicher Akteure sowie gegenüber einem umfassenden Publikum?
In Argentinien hat sich eine faszinierende Radiolandschaft gebildet, die kollektiv, partizipativ und progressiv arbeitet: Die Community-Radios.
Viviana Uriona nimmt uns mit auf eine ethnografische Reise durch die Geschichte dieser Radios, analysiert ihre Arbeitsweise und sucht nach den Gründen ihres Erfolges. Am Ende der Lektüre bleibt eine Frage nicht mehr offen: Könnte hierzulande in gleicher Weise gelingen, was dort geschah?

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Vor allen wissenschaftlichen Interessen, Neigungen und natürlich auch dem Streben nach persönlicher Entwicklung gab es ein überragendes Motiv für mich, diese Studie zu verfassen: Hoffnung . Ich habe die Hoffnung, dass linke und progressive Kräfte in Deutschland und Europa aus den jüngeren Entwicklungen in Lateinamerika lernen können, weil die Lust auf neues Wissen größer sein kann als die eurozentristische und westliche Arroganz, die dem Prozess des Lernens »vom Süden« einstweilen noch deutlich entgegensteht: Lateinamerika wird hierzulande mitunter beschaut, bestaunt oder bedauert, doch die dort real stattfindenden Hinwendungen zu einer postkapitalistischen Gesellschaft werden meist als ein für hiesige entwickelte Zustände kaum relevantes Aufbäumen der Unterdrückten der unterentwickelten Peripherie wahrgenommen. Eine Übertragung der dortigen Ideen, Analysen, Strategien und Taktiken ist aber nicht so sehr gehindert durch die Verschiedenheit der Verhältnisse, sondern eher durch die hiesige Hoffnung slosigkeit. Zu hart, zu verletzend, zu lähmend wiegen der ökonomische Untergang und die moralische (Selbst-)Entweihung des europäischen Sozialismus und zu offenbar, zu vernünftig, zu klar scheint die Erkenntnis, der Kapitalismus habe auf lange Zeit gesiegt. Es sind aber die Menschen, die ihre Geschichte machen, dies eben nicht nur unter den Umständen, die sie vorfinden, sondern die sie gestalten, die sie mit Mühe dem Vorgefundenen und sich selbst abringen müssen. 11

Ohne Hoffnung hat diese Mühe keinen Anfang. Der deutsche Philosoph Ernst Bloch schrieb, es »kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist ins Gelingen verliebt statt ins Scheitern.« (Bloch, E. [1959] 1985: 1) Wer das Gelingen sucht, wer Hoffnung lernen will, braucht hoffende und handelnde Vorbilder. Die gibt es. Sie finden sich auf der ganzen Welt, und sie finden sich auch in Argentinien und in Lateinamerika.

Ich danke den Menschen, die sich in den Community-Radios und in den sozialen Bewegungen in Argentinien für eine postkapitalistische Gesellschaft engagieren. Ich danke den Dozenten der Universität Buenos Aires José Seoane, Claudio Vivori, Damián Loreti, Guillermo Mastrini und Santiago Marino, die mir erneut gezeigt haben, dass eine andere Universität möglich ist. Ich danke meiner Mitstudentin Ligia Nicolai, die mir bei der Transkription der Interviews unter die Arme griff und mit ihren Anmerkungen und Ideen die Analyse beflügelt hat. Ich danke der Rosa-Luxemburg-Stiftung, deren Stipendiatin ich zeitweilig war. Ich danke El Caminante und Marcus Wagner für das sorgfältige Lektorat. Ich danke all den vielen Menschen, die mich bei diesem Promotionsprojekt unterstützt haben, indem sie es durch ihre Kritiken und ihre Anregungen bereicherten.

Viviana Uriona, Berlin, Oktober 2016

2.1 (Community)-Radios – ein kurzer Überblick über eine realexistierende Gegenhegemonie

»Anfang 1987 wurden ca. 60 Radiostationen gezählt, 1988 waren sie auf so um die 1000 gestiegen und im Jahr 1989 sprach selbst der erste Direktor der Rundfunkanstalt in der Zeit der Regierung Menem schon von 2155 anerkannten Radiostationen« 12, 13(Rodriguez Esperón, C. 2000: 210)

Von Europa aus nur von Insider*innen der freien Radioszene bemerkt und von der politischen Wissenschaft, der Medienwissenschaft und den Sozialwissenschaften weitgehend übersehen, vollzog sich in Argentinien (und in anderen lateinamerikanischen Ländern) ab Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts eine mediale Revolution.

Selten legal 14, meist halblegal 15und oft illegal 16wurden überall im Lande und mit wachsender Geschwindigkeit neue Radiostationen (nicht alle von ihnen Community-Radios 17) eröffnet, die sich weder als private Radios noch als staatliche Sender qualifizieren lassen. Sie wurden oft von sozialen Gruppen gemeinschaftlich aufgebaut und betrieben, sendeten meist gegen den Mainstream an, erfanden nicht selten völlige neue Sendeformate, bezogen häufig die immer zahlreicher werdenden Hörer*innen in ihre Berichterstattung und Inhaltsgestaltung ein und woben ein dichtes Netz aus Gesellschaftskritik in den Äther hinein.

Die Erforschung (der Geschichte) dieser Radios der dritten Art ist auch in Argentinien erst in den letzten Jahren vertieft vorangetrieben worden und längst nicht abgeschlossen. Sicher scheint, dass die Zahl der Stationen zunächst stark anstieg und dann ab 1989 gleichsam durch einen genetischen Flaschenhals 18ging. Einem Text von Rodriguez Esperón sind dazu folgende Überlegungen zu entnehmen: Ohne Zweifel spielte die Demokratisierungsphase im bürgerlich-demokratischen Sinne eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Geschichte der Radios. Auch wenn einige Radiosender wenige Jahre zuvor und viele andere nach dieser Periode des Umbruchs aus der Diktatur in die Demokratie entstanden, ist die Zahl derjenigen gering, die sich über einen langen Zeitraum hinaus halten und weiterentwickeln konnten. Einige haben die Hyperinflation der 1990er Jahre nicht überstanden, andere fielen ihrem ungenügenden Partizipationscharakter zum Opfer. Denn auch, wenn die Notwendigkeit zu partizipieren bei den Stationen Mode war, ist Partizipation im eigentlichen, inneren Sinne schwer zu erlernen, ist etwas, was nicht von oben diktiert, nicht einmal empfohlen werden kann. Sie muss im Alltäglichen geübt werden, und wer übt, kann scheitern.

Rodriguez Esperón hebt einige Merkmale hervor, die uns helfen können, die anfängliche Explosion der Stationszahlen nachzuvollziehen (Rodríguez Esperón, C. 2000: 210):

1 Die Befreiung der (angestauten) Ausdrucksmöglichkeit nach vielen Jahren des Militärregimes.

2 Die relativ schnelle Erschöpfung des bürgerlichen Parlamentarismus 19.

3 Die stetige Senkung der Kosten für die Einrichtung und den Betrieb der Sender.

4 Eine starke Zunahme der Einschreibungen an den medienwissenschaftlichen Fakultäten.

5 Und natürlich der kreative Geist der Menschen im Lande, ihr Sich-Ausdrücken-Wollen.

Eine Studie, die La Crujia bereits im Jahr 1984 veröffentlichte, liefert einen weiteren Anhaltspunkt. Von Anfang an kamen viele der neuen Radiostationen aus der Mitte der sozialen Bewegungen, Gewerkschaftsstrukturen, Gemeindezentren, Stiftungen, Clubs in den jeweiligen Vierteln etc. (Busso, M. C. 2003: 36). Wir können schlussfolgern: Gesellschaftlichen Gruppen, denen eine gewisse Art von Organisationsstruktur ohnehin nicht fremd war, übertrugen ihre Erfahrungen und Ideen auf den Prozess der Bildung einer eigenen (Radio-)Stimme.

All diese Faktoren sind wohl bis heute systemrelevant. Ein siebter Faktor kommt etwa ab den späten neunziger Jahren hinzu: die Digitalisierung. Zum Ersten wirkt sie weiter senkend auf die Kosten des Sendeequipments. Zum Zweiten ermöglichte sie die erleichterte Verwaltung des Audiomaterials (mp3). Zum Dritten und wohl am Entscheidendsten: Das Internet vereinfachte und verbreiterte den Zugang und den Austausch zu/von Informationen, die für die Stationen relevant sind, sowohl in inhaltlich-politischer als auch in technischer Hinsicht.

Diese erleichterten technischen Rahmenbedingungen haben zu einem erneuten Anwachsen der Stationen (hinter dem Flaschenhals) ganz sicher beigetragen. Auch das neue Mediengesetz hat den Prozess beflügelt. Noch entscheidender war aber ebenso sicher der Lernprozess. Die meisten heutigen Stationen vermeiden die Fehler der ersten Generation; sie arbeiten – was dargestellt werden wird – als emanzipatorische Projekte nach dem Prinzip des Empowerments, in dem die Partizipation gar konstitutiv ist.

Bis zum Jahr 2014 war die Anzahl von Radios der dritten Art wieder stark angestiegen und hatte das Hoch des Jahres 1989 bereits weit überflügelt. Allein die Anzahl der legalen Stationen betrug 3199. Dazu kamen 6520 Stationen ohne einen anerkannten Rechtsstatus. (Ballesteros, T. 2014: 35f) Auch die Anzahl der Community-Radios stieg wieder stark an und liegt zwischen 3000 bis 4000 Stationen 20. Schon etwa ab dem Jahr 2005 begannen einige Forscher aus anderen Blickwinkeln andere Spuren dieser Radiogeschichte aufzunehmen und zu verfolgen. Spuren, die z.T. viel weiter zurückreichten als nur bis zum Jahr 1985 und auch zunächst nicht viel mit Kommunikation(swissenschaft) zu tun hatten: Spuren des Widerstandes 21, der Klassenkämpfe, des Empowerments und des Prinzips der Poder Popular 22. Ohne diese gesellschaftskritischen und -transformativen Spuren aufzunehmen, lassen sich m.E. weder das Phänomen der Community-Radios selbst noch der Sinn und Zweck ihres Sendens wirklich erhellen.

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