Christoph Müller - Neuland unter den Sandalen

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Ora et Labora – das sind zwei wichtige Bestandteile der benediktinischen Ordensfrömmigkeit. Bei Pater Christoph aus dem Kloster Einsiedeln in der Schweiz kommt eine dritte hinzu: das Pilgern. Obwohl er das rege Wallfahrts-Treiben täglich direkt vor seiner Haustüre miterleben konnte, war es ihm nie in den Sinn gekommen, selbst auf Pilgerreise zu gehen, bis ihn sein Weg nach Vézelay, der bekannten französischen Station am Jakobsweg, führte. Von diesem Tag an stand sein Vorhaben fest: per Fahrrad über Genf-Lyon-Le Puy quer durch das französische Zentralmassiv und über die Pyrenäen bis nach Puente la Reina zu fahren und von dort auf Schusters Rappen bis Santiago de Compostela zu wandern.
Der bisher an die Gemeinschaft des Klosters gewöhnte Ordensmann erfährt dabei die Freuden und Leiden eines der Natur ausgesetzten Pilgerlebens. Gute Beobachtungsgabe für die kleinen Dinge am Wegesrand gepaart mit einer gehörigen Portion Humor und seine beneditkinische Spiritualität, die unaufdringlich immer wieder zwischen den Zeilen durchscheint, machen seinen Pilgerbericht zu einem vielschichtigen Lesevergnügen, das tief in die Faszination des Jakobsweges eintauchen lässt.

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NUN, AUF NACH SPANIEN!

11. Juli

Frühmorgens, beim ersten Blick ins Freie, war weit und breit kein Vieh mehr zu sehen. Die Wasserlache, in der ich mich gestern noch gewaschen hatte, sah im Strahl der aufgehenden Sonne nicht mehr sehr appetitlich aus, und so verzichtete ich diesmal auf meine Morgentoilette.

Nachdem alles seinen gewohnten Platz auf dem Rad gefunden hatte, nahm ich jene Steigung Richtung Rodez in Angriff, die meine gemarterten Muskeln am Vortag verweigert hatten.

Oben angekommen, ging es trotz ebener Landstraße nur sehr langsam vorwärts, denn ich hatte zum ersten Mal auf meiner Pilgerfahrt heftigen Gegenwind. Wenigstens war die Luft, die mir da entgegenblies, angesichts der brütenden Hitze sehr angenehm. Trotzdem war ich bald erschöpft und musste eine Pause einlegen.

Eine überdachte Bushaltestelle erwies sich als höchst willkommener Unterstand. Die Holzbank war ideal für eine Siesta. Doch an Schlaf war nicht zu denken.

Die Schuld lag diesmal nicht bei einem Fußheer von Ameisen, sondern bei einer Armada von Fliegen, die ununterbrochen auf meiner verschwitzten Haut starteten und landeten. Eine Zeit lang wehrte ich sie mit den Händen ab, aber bald resignierte ich und wechselte unfreiwillig ins Sitzen.

Als ich, um den verdienten Schlaf gebracht, etwas entnervt und blöde vor mich hinstarrte, entdeckte ich am Boden eine kleine Eidechse, die mich aus der Ferne begutachtete. Ihre Nervosität drückte sie mit ihrem rechten Vorderfuß aus, der sich in schneller Folge auf und ab bewegte. Ihr Wunsch, mir näher zu kommen, und ihre Bereitschaft zur Flucht hielten sich eine Zeit lang die Waage. Doch schließlich obsiegte ihre Neugierde, und sie näherte sich mir wie einst David dem Goliath, allerdings ohne Steinschleuder.

Ihr Mut wurde reich belohnt. Als früherer Besitzer von Vogelspinnen und Laubfröschen verstehe ich mich relativ gut aufs Fliegenfangen. Bald befand sich ein erstes Opfer zwischen meinen Fingern, und ich bot sie meiner kleinen Freundin an. Und siehe da! Mit Hochgenuss ward das Insekt verspeist. Und es blieb nicht bei der einen Fliege.

Das muss sich in Eidechsenkreisen herumgesprochen haben, denn in der Folge kamen von allen Seiten weitere Minisaurier zum Vorschein und „verlangten von Gott ihre Nahrung“, wie es im Psalm 104 heißt. Die vorher so lästigen Fliegen wurden bald zur Mangelware. Doch die erfolgreiche Jagd hatte meine Lebensgeister neu geweckt. So brach ich wieder auf, sehr zum Leidwesen der Eidechsensippe, deren „Tischlein deck dich“ ein abruptes Ende fand.

Am frühen Nachmittag näherte ich mich dem alten Städtchen Villefranche, einer mittelalterlichen Festung, die idyllisch an einem Fluss lag. Leider fand sich im Ort nur ein privater Campingplatz für bessere Kreise. Es gab dort sogar einen Babywickeltisch, den ich allerdings nicht in Anspruch nehmen musste.

Wenn ich schon mehr zu bezahlen hatte, wollte ich es wenigstens genießen. So blieb ich diesmal den ganzen Nachmittag beim Zelt. Es galt Karten zu schreiben, das Tagebuch nachzuführen, das Rad instand zu stellen, Proviant einzukaufen, wieder einmal richtig zu duschen und ein wenig zu faulenzen. Der Fluss war leider derart schmutzig, dass ich auf ein Bad verzichten musste.

Gegen Abend machte ich einen Besuch im Städtchen und gönnte mir bei einer alten Brücke mit wunderbarem Blick auf den mächtigen Wehrturm ein feines Fischgericht. Nachts jedoch erwachte ich schweißgebadet. Lag es am Essen? Hatte ich Fieber? Oder war ich einfach erschöpft? Zudem schmerzte ein Knie. Sollte ich noch einen weiteren Tag hier bleiben?

Im Schein der Taschenlampe studierte ich die Landkarte. Kurzerhand beschloss ich, am nächsten Tag nicht mehr so stark westwärts zu fahren wie bisher, sondern nach Süden abzuschwenken, um direkteren Kurs auf die Iberische Halbinsel zu nehmen.

Der Gedanke an das nahe Spanien musste mich in einen tiefen Schlaf gewiegt haben, denn ich war am Morgen wieder frisch und munter wie bei meiner Abreise.

EIN JÄMMERLICHER KAMINFEGER

12. Juli

Zum ersten Mal hatte ich auf meinem Jakobsweg einen ganzen Nachmittag lang geruht. Was für eine Wohltat! Verschwunden waren die Knieschmerzen, auch das Fieber war weg. Ich fühlte mich wieder fit und unternehmungslustig. Ohne größere Steigungen von einem leichten Rückenwind verwöhnt, durfte ich durch liebliche Landschaften fahren, vorbei an so wohlklingenden Ortsnamen wie z. B. „Molières“. Wer weiß, ob der 1622 in Paris geborene Komödiendichter Jean-Baptiste Poquelin sich bei der Wahl seines Künstlernamens „Molière“ nicht von diesem kleinen Dorf inspirieren ließ?

Früher einmal hatte ich am Gymnasium in Einsiedeln in einem Molièrestück mitgewirkt. Damals war ich noch ein kleiner Student, als der Schweizer Bundesrat Bonvin unserer Schule seine Aufwartung machte. Ihm zu Ehren führten wir auf Französisch einen Akt der Komödie „Der Bürger als Edelmann“ auf. Ich spielte eine Kammerzofe, die infolge eines Lachanfalls ohnmächtig werden sollte. Ich muss die Rolle sehr ernst genommen haben, denn beim Anblick meines gutbürgerlichen Hausherrn, der sich gekünstelt als Edelmann ausgab, steigerte sich mein Kichern derart, dass ich tatsächlich keine Luft mehr bekam und ohnmächtig wurde. Die Mitspieler mussten mir kräftig Luft zufächeln, bis ich endlich wieder zu mir kam. Unter dem Applaus der Zuschauer verließ ich benommen die Bühne.

Wohl jedes Dorf am Wege hätte eine kleine Überraschung bereitgehalten, wohl jede Kirche etwas zu erzählen gehabt. Aber ich schob kaum einen Halt ein. Es zog mich immer weiter Richtung Spanien.

Einmal allerdings, bald nach Molières, war von Weitem ein alter, hoher Kirchturm zu sehen. Direkt an der Straße gelegen, stand er allein und trutzig da. Das zu klein geratene Kirchenschiff schmiegte sich an seine Seite wie ein ängstlicher Hund an seinen Herrn. Das wollte ich mir näher ansehen.

Zu meiner Überraschung war das Gotteshaus offen und mit frischen Blumen geschmückt. Nach einer kurzen Andacht gönnte ich mir ein Picknick samt Siesta. Die Einladung des leeren Bänkchens vor der Kirche war zu verlockend.

Doch auch hier war der Schlaf nur von kurzer Dauer. Diesmal weckten mich weder Ameisen noch Fliegen, sondern das Herannahen einer Blasmusik. War es Traum, war es Wirklichkeit? Ich wollte es zunächst nicht wahrhaben.

Als ich den Ernst der Lage erkannte, war es schon zu spät. In meinen armseligen, verschwitzten Kleidern und umgeben von Käserinde, Olivensteinen und Joghurtbechern, den Resten meiner einfachen Mahlzeit, befand ich mich plötzlich mitten in einer Hochzeitsgesellschaft, die feierlich in das Kirchlein einzog. Ich hätte in den Boden versinken mögen vor Scham. Es blieb mir nur die Hoffnung, dass mich das Brautpaar für eine Art schmutzigen Kaminfeger hielt, der ihnen Glück für ihren Lebensweg mitgeben wollte.

Nun öffnete sich das weite Tal der Garonne. Ganz in der Ferne, im Dunst des späten Nachmittags, konnte ich andeutungsweise eine Bergkette ausmachen: die Pyrenäen. Welch magisches Wort! Von nun an ging es spielend vorwärts. Ein leichter Rückenwind machte meine Freude vollkommen und animierte mich zu lautem Gesang.

Bei der Vorbereitung meiner Pilgerreise war ich immer wieder auf Ortsnamen gestoßen, die seit dem Mittelalter das Herz eines jeden Pilgers höher schlagen lassen: Le Puy, Conques, Moissac. Le Puy lag schon weit hinter mir. Nun näherte ich mich Moissac. Ich freute mich sehr, diese berühmte Pilgerstätte besuchen zu dürfen.

Bisher war ich nur wenigen Jakobspilgern begegnet, da diese die geteerten Straßen meiden. Doch vor Moissac überholte ich Dutzende von ihnen. Schritt für Schritt quälten sie sich ab. Mit ihren schwer beladenen Rucksäcken, an denen allerhand baumelte, glichen sie Hausierern, wie sie früher von Tür zu Tür zogen, um ihre Schuhbändel und Klamotten feilzubieten.

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