Christoph Müller - Neuland unter den Sandalen

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Ora et Labora – das sind zwei wichtige Bestandteile der benediktinischen Ordensfrömmigkeit. Bei Pater Christoph aus dem Kloster Einsiedeln in der Schweiz kommt eine dritte hinzu: das Pilgern. Obwohl er das rege Wallfahrts-Treiben täglich direkt vor seiner Haustüre miterleben konnte, war es ihm nie in den Sinn gekommen, selbst auf Pilgerreise zu gehen, bis ihn sein Weg nach Vézelay, der bekannten französischen Station am Jakobsweg, führte. Von diesem Tag an stand sein Vorhaben fest: per Fahrrad über Genf-Lyon-Le Puy quer durch das französische Zentralmassiv und über die Pyrenäen bis nach Puente la Reina zu fahren und von dort auf Schusters Rappen bis Santiago de Compostela zu wandern.
Der bisher an die Gemeinschaft des Klosters gewöhnte Ordensmann erfährt dabei die Freuden und Leiden eines der Natur ausgesetzten Pilgerlebens. Gute Beobachtungsgabe für die kleinen Dinge am Wegesrand gepaart mit einer gehörigen Portion Humor und seine beneditkinische Spiritualität, die unaufdringlich immer wieder zwischen den Zeilen durchscheint, machen seinen Pilgerbericht zu einem vielschichtigen Lesevergnügen, das tief in die Faszination des Jakobsweges eintauchen lässt.

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Zunächst sollten es jedoch nur 300 Meter sein, denn schon bald bemerkte ich, dass im Hinterrad zu wenig Luft war. Glücklicherweise fand ich bei einer Tankstelle eine Pressluftpumpe. Aber ich hantierte so ungeschickt, dass die restliche Luft auch noch aus dem Schlauch entwich. Ich musste den am Vorabend aufwendig befestigten Rucksack wieder vom Gepäckträger nehmen. Immerhin glückte es im zweiten Anlauf. Endlich konnte es losgehen. Ich wollte nur noch fort, weg von allem, bloß kein bekanntes Gesicht mehr sehen.

Doch meine Schwester Simone, die in der Innerschweiz wohnt, hatte von meinen Plänen erfahren und wartete irgendwo am Straßenrand, um ein Erinnerungsfoto zu schießen. Im ersten Moment war ich etwas perplex. In ihrer Sorge wollte sie mir unbedingt noch einige Medikamente und Esswaren mitgeben. Nur mit Zwängen und Stoßen fand all das in und außerhalb des Rucksacks noch Platz. Dann gab’s einen Abschiedskuss. Und es ging endgültig los.

Beim Kloster Werthenstein gönnte ich mir eine Pause. Dort gab es eine unscheinbare kleine Grotte, wo angeblich heilendes Wasser entsprang. So füllte ich alle Flaschen mit dem wundertätigen Wasser. Und tatsächlich: Das erste Wunder ließ nicht lange auf sich warten. Denn in der nächsten Ortschaft war ich in einer langsam fahrenden Kolonne einem Autofahrer dicht auf den Fersen. Als er plötzlich abrupt bremste, konnte ich mit meinem schwer beladenen Fahrzeug einen Crash nicht mehr verhindern. Er kam wütend aus seinem Auto heraus und schimpfte laut. Aber ich besaß scheinbar schon die Abgeklärtheit des Jakobspilgers. Ich zog nur die Schultern hoch und schmunzelte über das ganze Gesicht. Da kein Schaden zu erkennen war, stieg der Fahrer leicht fluchend wieder in seinen Wagen.

Ich wollte vorwärts kommen alles hinter mir lassen und niemanden mehr sehen - фото 4

„Ich wollte vorwärts kommen, alles hinter mir lassen und niemanden mehr sehen …“

Als ich das Entlebuch und das Emmental hinter mir gelassen hatte, fuhr ich in die helvetische Hauptstadt ein. Dort verlor ich jede Orientierung. Keiner konnte mir den Weg Richtung Murten weisen. So irrte ich verärgert in der Stadt herum und fand nicht mehr hinaus.

Endlich kam mir, im wörtlichen Sinn, der Himmel zu Hilfe. Denn ich blickte zur Sonne, die sich langsam Richtung Westen neigte. Das war’s! Ich musste mich doch nur immer westwärts halten, der Abendsonne entgegen, um zum Murtensee und schließlich nach Santiago zu kommen. „Go West!“ Das wurde zur wichtigsten Pilgerregel, die mich immer begleitete und mich nie im Stich ließ.

Bei untergehender Sonne erreichte ich schließlich den traumhaft gelegenen See. Ich fand einen idyllischen Zeltplatz. Die letzten Sonnenstrahlen waren Zeugen eines glücklichen Pilgers, der den ersten Tag seiner Reise mit einem erfrischenden Bad und einem dankbaren Gebet beschloss.

ERSTE SIESTA IN DER BLUMENKISTE

6. Juli

Ich meinte, früh aufgestanden zu sein. Doch es wurde 9.00 Uhr, bis das Zelt zusammengelegt und jedes Ding seinen Platz im Rucksack gefunden hatte. Ich erkannte: Auf dieser Fahrt konnte nur strikteste Ordnung ein sinnloses Herumsuchen und damit verbundenen Ärger und Zeitverlust verhindern. Aber ich stand erst am Anfang meiner Lehrzeit, und es gab noch manche Sucherei auf dem Weg. War endlich alles aufgeräumt, staunte ich jedes Mal aufs Neue, wie all das, was eben noch verstreut herumlag, in einem einzigen Rucksack Platz fand.

Ich schlug nun den Weg Richtung Westschweiz ein. Um möglichst schnell vorwärts zu kommen, fuhr ich immer auf den Hauptstraßen. Die Autos störten mich nicht.

Vor Lausanne gab es eine kräftige, in der Mittagshitze mühsame Steigung auf 872 Meter hinauf. Ich wurde richtiggehend schlapp und fragte mich, ob ich mir nicht zu viel zugemutet hatte. Jedenfalls musste ich mich bei nächster Gelegenheit am Straßenrand niederlegen.

Zufällig befand sich dort ein Blumengeschäft. Ich wählte als Bettstatt zwei wacklige Bretter, die eigentlich zum Aufstellen von Blumenkisten gedacht waren. Trotz des regen Verkehrs und des Gestanks musste ich tief eingeschlafen sein, denn plötzlich fiel ich unsanft auf den Boden. Für einen Moment wusste ich gar nicht mehr, wo ich überhaupt war. Benommen stieg ich wieder auf mein Rad und hatte anfangs große Mühe, einigermaßen geraden Kurs zu halten.

Ich hatte beschlossen, große Städte wie Genf zu umfahren. So bog ich schon bald nach Westen ab und überquerte die Grenze zu Frankreich. In Ferney erwies ich dem Schriftsteller Voltaire die Ehre, indem ich vor seiner Statue kurz vom Rad stieg. Er war zwar ein bissiger Kritiker und ein Antiklerikaler, aber die französische Sprache hat ihm ihre Schönheit und Perfektion zu verdanken. Die flache Ebene des Genfersees lag hinter mir. Nun begann für mich Neuland. Unbekannte Orte und Landschaften taten sich auf.

In Bellegarde suchte ich vergeblich nach einer Campingmöglichkeit, denn das Städtchen liegt eingeklemmt in einem tief eingeschnittenen Flussbett. Außerhalb des Ortes aber wies ein Schild auf einen nahen Zeltplatz hin. Zum Glück lag er in jener Richtung, in die ich sowieso weiterfahren wollte. Denn mit dem schweren Gepäck auf dem Fahrrad war jeder Umweg zu viel, und eine Steigung, die man aus irgendeinem Grund zweimal hinter sich bringen musste, glich einer kleinen Katastrophe.

Die Straße führte nun wieder stark bergwärts. Die Gegend wurde immer verlassener, und die Sonne war bald hinter einer Bergkuppe verschwunden. Ich staunte, als ich nach einer Kurve auf einen Imbiss von McDonalds stieß, der sich frech in die schöne Landschaft gesetzt hatte. Doch Hunger und Durst siegten über alle ästhetischen Bedenken. Für zwölf Euro gab es zwei große Salate mit verschiedenen Saucen und gebratenen Kartoffeln, dazu noch einen großen Becher Orangensaft. Der Zeltplatz selber aber lag etwas weiter entfernt an einem kleinen Abhang. Es war ein wunderschöner Standort mit vielen kleinen Hecken, und ich fand einen stillen, lauschigen Platz für mich allein. Bald hatte ich das Zelt aufgebaut, das ging schon rassiger vor sich als am Vortag. Nach einer verdienten Dusche und einer dankbaren Rückschau auf den Tag schlief ich müde, aber glücklich ein.

UNTER RATTEN UND RÄUBERN

7. Juli

Um 7.00 Uhr weckten mich schwere Brummer, die jene Straße hinaufkrochen, die ich bald selbst in Angriff nehmen würde. Ein ungutes Gefühl überkam mich, Angst machte sich breit. War die Straße nicht zu gefährlich? Würden die Lastwagen genug Rücksicht auf mich nehmen? Wäre es nicht gescheiter, das Rad auf die Bahn zu verladen und mir mehr Zeit für die Fußstrecke zu gönnen?

Aber einmal auf der Straße, verflogen die Bedenken rasch, und hinter Nantua eröffnete sich am gestauten Fluss Ain die Möglichkeit zu einem erfrischenden Bad. Um ans Wasser zu gelangen, musste ich erst das Rad ein kleines Stück hinunterschieben. Dann schwamm ich hinaus und bewunderte die Schönheit der Bäume, die sich am linken und rechten Ufer zum Fluss hinunterneigten und ihn gleichsam liebkosten.

Als ich wieder aufs Rad steigen wollte, war der hintere Reifen platt! Ich legte mich mit der Handpumpe kräftig ins Zeug. Aber schon nach kurzer Zeit war die Luft wieder draußen. Also schob ich das Rad zum Fluss zurück, denn für die Reparatur war ich auf Wasser angewiesen. Ich musste den Schlauch erst untertauchen, um anhand der aufsteigenden Blasen das Loch lokalisieren zu können. Endlich war es so weit. Mit schmutzigen Händen, aber frohgemut, ging es in der Mittagshitze weiter in Richtung Lyon. Ich beschloss, diese drittgrößte Stadt Frankreichs vorsichtshalber östlich zu umfahren, denn ich hätte wohl kaum wieder aus ihr hinausgefunden.

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