Michael Szurawitzki - Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel

Здесь есть возможность читать онлайн «Michael Szurawitzki - Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die Studie untersucht anhand der Messaging-Applikation WeChat, wie deutschsprachige Expatriotes in China die dort sehr verbreitete App nutzen, um ihr Leben in der für sie fremden Umgebung zu organisieren und Kontakte innerhalb der Expatriate-Community zu pflegen. WeChat lässt sich als eine Art virtuelle Sprachinsel verstehen, deren spezifische Nutzung bislang noch nicht Gegenstand medienlinguistischer Forschung war. Anhand einer 2018-2019 durchgeführten Online-Umfrage geht die Untersuchung unter anderem den Fragen nach, welche Funktionen der App die Anwender nutzen, in welchen Sprachen (neben Deutsch) sie kommunizieren, ob die Kommunikation am mündlichen oder schriftlichen Standard orientiert ist und ob Sprachmischung zu beobachten ist. Die Ergebnisse liefern einen Einblick in deutsch-chinesische Sprach- und Technologiekontakte und einen wertvollen Beitrag zur interkulturellen Linguistik.

Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Die Franziskanermönche hatten die später mit pax mongolica bezeichnete Stabilisierung im Inneren des Mongolischen Reiches als Gelegenheit genutzt, um ihren Wirkungskreis weiter nach Osten auszudehnen. Den Franziskanern folgten nach einem signifikanten zeitlichen Abstand schließlich im Laufe des 16. Jahrhunderts missionierende Jesuiten. Diese prägten in Person u. a. ihres bekanntesten Vertreters, Matteo Ricci (von Collani 2012: 39-56), auf lange Zeit den Wissensstand, den man im Reich der Mitte zu Deutschland hatte:

[Collani brachte] 1584 eine mit Anmerkungen versehene Weltkarte in chinesisch [sic] heraus[], die auch auf Deutschland ( Ju-erh-ma-ni-ya ) Bezug nahm. Die dort sowie in dem ebenfalls von Patres auf kaiserlichen Befehl verfaßten Erläuterungswerk Chih-fang wai-chi (1623) niedergelegten, aufs Anekdotische beschränkten Notizen bildeten, immer wieder abgedruckt und in andere Schriften übernommen, bis ins 19. Jh. hinein für China die Hauptquelle der Deutschlandkenntnis. (Grimm/Bauer 1974: Sp. 250; Hervorhebungen i.O.)

Die Vermittlung einer klaren Vorstellung von Deutschland war jedoch für geraume Zeit, einerseits aufgrund der changierenden Bezeichnungen im Chinesischen (vgl. oben; heute wird Deutschland im Chin. 德国 déguó genannt), andererseits aufgrund der französischen bzw. italienischen Herkunft der meisten Patres, schwierig. Ausnahmen gab es aber auch:

Ein gelehrter deutscher Jesuitenpater, Johann Adam Schall von Bell, stieg […] im Gründungsjahr der Mandschu-Dynastie (1644) immerhin zum Direktor des astronomischen Kalenderamtes auf, in dem auch später noch wiederholt deutsche Patres wirkten. (Grimm/Bauer 1974: Sp. 250)

Hierbei wissen wir einerseits gesichert über das Wirken Deutschsprachiger in China, andererseits können wir nicht rekonstruierend einschätzen, wie sie tatsächlich (mit den Chinesen?) kommunizierten. Die Berichte der Jesuiten lösten im Europa des späten 17. und des 18. Jahrhunderts später eine Chinabegeisterung aus (zur Geschichte der Chinarezeption vgl. von Collani 2012, Kap. IX, 145-161, vgl. für eine detaillierte Aufstellung der deutschsprachigen Drucke der Chinareisenden im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit Jandesek 19923), die aber vor allem Frankreich erfasste. Im Vergleich war in Deutschland die Stimmung verhaltener bzw. ambivalenter:

Als Fürsprecher für einen engeren Kontakt zwischen der europäischen und der chinesischen Kultur trat Leibniz4 auf ( Novissima Sinica , 16915), der die praktische Philosophie in dem seiner Ansicht nach vollendet geordneten Reich der Mitte besser verwirklicht glaubte und den Wunsch aussprach, daß lieber von dort Missionare nach dem Westen geschickt werden sollten. Viel skeptischer war dagegen Goethe, der das Chinesische vorwiegend als eine „Kuriosität“ gewertet wissen wollte, sich aber dennoch in einigen Werken (vor allem in den Chinesisch-deutschen Jahres- und Tageszeiten ) von Übersetzungen aus dem Chinesischen anregen ließ. (Grimm/Bauer 1974: Sp. 250; Hervorhebungen i.O.)

Leibniz dürfte trotz seines Einflusses mit seiner Meinung eher wenige Unterstützer gefunden haben, so dass die Vorstellung einer dem Westen überlegenen chinesischen Kultur so kaum weiter verbreitet worden sein kann. Kulturelle Gleichberechtigung wurde nicht angestrebt, ein kommunikativer Austausch auf Augenhöhe sollte noch Jahrhunderte lang nicht stattfinden; zu stark wirkten die Positionen aus den Heimatländern der Missionare. Auf einen Dialog mit den Chinesen wurde nicht gesetzt.

Die Jesuiten zogen sich nach dem sog. Ritenstreit Mitte des 18. Jahrhunderts, in dem man sich über die Art und Weise, wie christliche Mission in Asien generell zu betreiben sei (vgl. Huonder 1921, Minamiki 1985, Mungello 1985), entzweit hatte, aus China zurück. Ihren Platz nahmen während des 19. Jahrhunderts, das in der deutschsprachigen Sinologie v. a. die Chinesische Grammatik (1881) von Georg v.d. Gabelentz sah (Franke 1974: Sp. 1232), Andere ein:

[So] kamen im 19. Jh. andere katholische Missionen (so z. B. seit 1881 die Steyler Patres, darunter viele Deutsche) und vor allem auch protestantische Missionare nach China, unter denen die deutschen (u. a. die „Berliner Mission“ und die „Baseler Mission“) gegenüber den angelsächsischen freilich eine untergeordnete Rolle spielten. Einer der frühesten war der erst im Dienst der „Niederländischen Missionsgesellschaft“, dann als freier Missionar tätige Karl Friedrich August Gützlaff, der in China („Papa Kuo“) wie in Deutschland zu einer etwas zwiespältigen Berühmtheit gelangte, 1833 eine chinesische Zeitschrift über europäische Themen, die auch eine Beschreibung Preußens enthielt, und ca. 1844/45 eine chinesische Weltbeschreibung ( Wan-kuo ti-li ch’üan t’u chi ) herausgab, die eine Schilderung Deutschlands mit einschloß. Wie alle anderen Missionen wurden jedoch auch die deutschen allmählich immer mehr in die Kolonialinteressen ihres Heimatlandes verstrickt: Die Tötung zweier Steyler Patres (1897) gab Deutschland den Vorwand für die Besetzung des Kiaochow (Chiao-chou)-Gebietes, die am 6. März 1898 durch einen „Pachtvertrag“ legalisiert wurde. (Grimm/Bauer 1974: Sp. 250-251; Hervorhebungen i.O.)

Die oben beschriebene eurozentrische Kommunikations- und Aktionsperspektive der Missionare wurde in anderer, analoger Form vom Kolonialismus abgelöst. Der Abschluss des oben zitierten Passus bietet eine für unseren Kontext geeignete Überleitung: Im Folgenden betrachten wir die kolonialen Bestrebungen des Deutschen Reiches in China.

2.2. Koloniale Bestrebungen des Deutschen Reiches in China

Die deutsch-chinesischen Beziehungen im politischen Sinn des Begriffs beginnen kaum vor der Mitte des 19. Jh. Die preußische Ostasienexpedition (wörtl. Expedition nach China, Japan und Siam) unter Graf Friedrich zu Eulenburg 1860-1862 wird in der Regel mit diesem Beginn ineinsgesetzt. Sie handelte im Namen des Norddeutschen Bundes (Zollvereins), und ihr Leiter schloß mit dem chinesischen Kaiserreich am 2. Sept. 1861 einen Freundschafts- und Handelsvertrag. (Grimm/Bauer 1974: Sp. 245)

Seit den 1850er Jahren waren Deutsche entlang der chinesischen Küste im Rahmen einer auf Expansion ausgerichteten Handels- und Schifffahrtspolitik aktiv, es gab an verschiedenen Hafenstandorten hanseatische Konsuln. Diese Aktivitäten hatten nach dem Nankinger Vertrag von 1842 zur Beendigung der Opiumkriege und der sukzessiven Ermöglichung eines freieren Handels in den chinesischen Küstenstädten begonnen (vgl. Wood 1996), der primär den Briten zu Profit und Kontrolle in der Region verhelfen sollte (sie annektierten v. a. Hongkong). Deutschland folgte dem britischen Beispiel: „Aufbruch, Beginn und Ausbau der Beziehungen erfolgten bis in die 1880er Jahre durchaus im Fahrwasser der englischen Vormacht, politisch und auch ökonomisch war die deutsche Rolle in China eine sekundäre.“ (Grimm/Bauer 1974: Sp. 245) Alles, was den wirtschaftlichen Interessen dienen konnte, wurde umgesetzt, diesen Zielen war jedwede Kommunikation untergeordnet. Ein Austausch mit den Chinesen blieb auf das Notwendigste beschränkt. China begriff Preußen als eine der kleineren involvierten Mächte und verhielt sich ihm gegenüber einerseits entsprechend zurückhaltend und bewusst verzögernd:

Auf der anderen Seite bedeutete der erfolgreiche Abschluß eines Vertrages mit China für das aufstrebende Preußen eine willkommene Stärkung seiner Position in Europa. (Grimm/Bauer 1974: Sp. 245)

Der Sieg gegen Frankreich 1870/71 stärkte Preußens Position in Europa und auch im imperialistischen Machtgefüge, in dem Frankreich neben den Briten Deutschland voraus gewesen war, nachhaltig. Diese neue exponierte Rolle fiel zeitlich zusammen mit dem Wunsch des spätkaiserlichen China, eine moderne Armee aufzubauen; dieser „sollte fortan auch mit Hilfe deutscher Waffen und Militärexperten“ (Grimm/Bauer 1974: Sp. 246) realisiert werden. An dieser Stelle nimmt China eine aktivere Rolle in der bis hierhin zumeist von den Deutschsprachigen diktierten Kommunikation ein:

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel»

Обсуждение, отзывы о книге «Die chinesische Messaging-App WeChat als virtuelle Sprachinsel» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x