Leander Fischer - Die Forelle

Здесь есть возможность читать онлайн «Leander Fischer - Die Forelle» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Die Forelle: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Die Forelle»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

"Und genauso sei es, sagte er. Ein Widerhaken sei widersinnig. Der Fisch habe eine faire Chance. Und fingen wir ihn doch, setzten wir ihn zurück. Nur das Erlebnis zähle, nicht das Ergebnis."
In ein oberösterreichisches Provinzkaff hat es Mozarteumsabgänger Siegi Heehrmann verschlagen, wo er als Musikschullehrer für Saiteninstrumente arbeitet. Seine Leidenschaft steckt er dort aber vor allen Dingen in eine andere Kunst, die Kunst, einen perfekten Köder herzustellen. Von Ernstl Thalinger lässt er sich in die Geheimnisse des Fliegenfischens einweihen, wobei er zunächst lernen muss, Fliegen zu binden, die den Fischen als echte Lebewesen erscheinen sollen. Nicht nur in der Dorfwelt sind Siegi und seine Freunde dabei Außenseiter, auch der örtliche Fliegenfischerverein beobachtet ihr Treiben mit feindlicher Gesinnung. Und steht der vorsitzende Obmann Volki nicht Siegis Frau Lena verdächtig nahe?
In seinem Debütroman entspinnt Leander Fischer aus dem Fliegenbinden eine ganze Welt, in der Themen wie Kunst und Nachahmung, Natur und Umwelt, Gesellschaft und Politik Österreichs in den 80er Jahren, aber auch die bis in die Gegenwart nachwirkende nationalsozialistische Vergangenheit eine wichtige Rolle spielen. Und dies in einem Stil, der den Leser sofort in seinen Sog zieht. Mittels Rhythmus und Sprachspielen fließen die verschiedenen Ebenen des Textes ineinander, die Sprache ist zugleich überquellend wie ein sprudelnder Gebirgsbach als auch präzise gebunden wie eine der Fliegen – ein außergewöhnlich starkes Debüt voller Sprachspiele und rhythmischer Elemente.

Die Forelle — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Die Forelle», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Ob er jetzt völlig debil, sagte der eine nach meinem Auftauchen, ich watete weiter, der andere, da ist ja einer, herrje. Ich drehte mich nicht um, kam in tieferes Gewässer, schwamm vorwärts. Kunststück im Dunklen zu kraulen. Beherrschte ich nicht wirklich, doch was seitlich von mir ins Wasser schlug, war eindeutig eine Fliege. Keinen Schwimmzug wählen, der meine Fläche vergrößerte. Sie warfen mich an. Der eine aus dem Garten heraus. Der andere ein paar Meter entfernt vom Ufer, an der Querwand stehend, gebremst vom Gartenzaun. Höchste Inkompetenz, ja. Forellen anzuwerfen das eine, aber einen Menschenleib zu verfehlen. Wenigstens wussten sie nicht wen, unmöglich auszumachen in dieser Finsternis. So stieß ich beflügelt meine Handkanten unter Wasser vorwärts gen Ufer, vermutete zumindest dorthin, zog die Hände meine Seitenlinie herab, strampelte mit den Füßen, wenn der außerhalb des Gartens mich erwischte. Da ging die Schnur nieder, auf den Zaun, Stacheldraht krönte den. Ein Stechen, eine Fliege im Genick, genau zwischen Halshaaransatz und Hemd gefallen, Ruckzuck hatten sie mich beim Schlafittchen. Bombenfest holten sie ihr verschissenes, unzerstörbares Proletenvorfach ein. Ihre mit Klunkern besetzten Spulen hörte ich krächzen. Der eine Typ schimpfend über den Zaun kletternd. Den Kopf, den offenen Mund in der Strömung. Wenn doch seine Eier hängen blieben. Aber nichts, das Aufsetzen von Sohlen im Garten. Rückwärts zogen sie mich. Ich schluckte Wasser, fingerte an meinem Hemd. Flanell, wer trug das schon. Immer noch besser, als vor ihnen zu gestehen. Schon aus dem einen Ärmel geschlüpft kraulte ich vorwärts. Die Knopfreihe gespannt von den Lenden, meinen Bauch hinauf bis zur Brust. Einer riss raus. Der nächste Schwimmzug misslang, es ruckte wieder am Genick, der Kragen eine Schlinge um meinen Hals. Er geriet unter Wasser. Bevor ich mich entsann, wo meine Hand war, kam sie irgendwie an meine Brusttasche. Vielleicht ein Reflex, mir ans Herz fassen. Heureka, die Zange, gefühlt und gezogen, Finger auseinander, Wasser geschluckt jedenfalls zum Letzten. Ich fasste an meinen Kragen gespreizter Schenkel. Die Zange biss zu um die Fliege, ich riss mich los mit einer Armbewegung, nicht schlechter als ihre Fechthiebe, schwamm weiter, vielleicht ein Fitzelchen Flanell hängen geblieben, aber scheiß drauf, keine heiße Spur, ich erreichte das jenseitige Ufer und tauchte, ohne mich umzudrehen, in den Wald ab.

8 Siegi findet den wilden Fleischhacker

im zwielichtigen Wald

Ich rannte um die Fliegenfischereilizenz, meine Existenz, die Stange unter meinem Flanellhemd gegen meine Brust geschmiegt wie ein sicher gehaltenes Kind. Das Kunststück gelang mir ganz gut, im Dunkeln über Wurzeln zu hüpfen und schemenhaft in Augenhöhe auftauchenden Ästen auszuweichen. Nur einen Zweigstreifschlag bekam ich ins Gesicht, stolperte bloß und fiel nicht mehr. Die Wochen und Monate, ja Jahre Training Böschungen hinabzusteigen, über Gartenzäune zu klettern und durch Stromschnellen zu waten, machten sich bezahlt. Nichtsdestotrotz verlor ich mich im Unterholz, ahnte nur noch die Bundesstraße irgendwo hinter den letzten Bäumen des Waldes. Langsam erst, je mehr ich keuchte, desto mehr schlich ich, und je langsamer ich ging, umso deutlicher begriff ich, dass ich keine Ahnung mehr hatte, wo ich mich überhaupt befand, was mir erst recht wieder den Atem nahm. Ich hielt inne an einer Stelle, wo ein Wildwechsel in ein Rohrdickicht eintrat und eine Eiche quer darübergefallen war. Zu meinen Füßen bildete der Baum einen immens weiten Winkel mit dem Waldboden wie eine sehr flache Rampe. Direkt hinter den abgeknickten Kronenzweigen begann der Stamm an meinem Schienbein. Eine gefühlte Ewigkeit weiter reichte er mir erst bis zum Knie. Jedes Fußaufsetzen war gedämpft vom Humus und begleitet vom Schmatzen meiner durchgeweichten Schuhe zu vernehmen. Das Wasser rann mir noch aus den Haaren übers Gesicht. Bei jedem weiteren Ausschreiten fielen die Tropfen von meinem vollgesogenen Hemd. Ich hätte es auswringen können, mein nasses Flanellfell, doch es fröstelte mich schon so. Außerdem ekelte mich die Ähnlichkeit meines nackten Oberkörpers mit denen der Bierdümpel. Sie waren doch Sauproleten. Wie konnten sie Burschenschaftler sein? Gab es auch schlagende, nichtstudentische Verbindungen? Schlossen sie sich zusammen zu obskuren, paramilitärischen Verbänden? Oder brachten ihre gendarmerieakademischen und bäckermeisterlichen Ausbildungen die Bauernschädel vor etlichen Jahren in irgendwelche Fuchsenstuben von Linz, die wiederum Ableger brauchten in dieser Provinz, wohin sich diese Gesellen passenderweise wieder vertschüssten mit ihren Diplomen, Zeugnissen und Urkunden und dann machten, wie sie wollten? Eine Fechtlizenz führten sie bei ihrer Wiederkehr wohl nicht mit sich. Immerhin sah Friedls und Fredls wilder Zwist keineswegs nach irgendeiner Mensur gemäß altehrwürdigem Regularium aus. Sekundanten hatte es keine gegeben und auch ihre Bewegungen waren so unterschiedlich gewesen, als wäre alles möglich, nicht von verbindlicher Norm geformt. Früher wüsste sie nicht, wie sie Ademiker schreibe, heute sei sie eine, eines von Lenas Lieblingsflügelworten. Heute ja eher, Siegi, bring doch mal den Müll raus, womit sie nur mein Bindematerial meinte in zweideutiger Manier, gerade so anspielungshaft, dass ich ihr keine Bösartigkeit anlasten konnte. Und dann dieser Volki, verdammt, ihr Führer. Neben mir lief der inzwischen mannsdicke Eichenstamm kaum auf Höhe meiner Hüfte. Bis zum Bauchnabel, gebremst und gehalten von der Gürtelschnalle, war der Fliegenfischstange Korkgriff hinabgerutscht. Vor meiner Nase streckte sich wie ein langer Stängel der Schaft gegen den Himmel, zwischen den Sternen die Spitze, der ich nachlief wie ein Esel seiner Karotte, statt mich nach dem fixen Polarstern umzusehen. Zwar schimmerte am Vorfach der Mondschein, doch in meinen Beinen schrie der Frost. Ich roch kalten Angstschweiß, den das Flusswasser an mir gelassen hatte. Meine Füße hörte ich immer öfter auftreten innerhalb derselben Zeitspannen wie eben noch.

Kein Ziel vor Augen, keuchend mein Atem, wurden meine Zehen taub, meine Schritte immer kürzer und schwerer. Um mich zu bücken und meine Schnürsenkel zu lösen, blieb ich stehen. Ich meinte, ich bekäme keine Luft, derweil lag eine Hand auf meinem Mund. Von den Füßen schmiss es mich. Zurückgerissen wurde ich. Mit solcher Gewalt, dass keine Schleifspuren den Humus pflügten und unter dem vorhangartigen Blätterwerk an meine Fersen führten. Halb geflogen, halb gefallen, auf diesen Fleck. Brutal angefühlt, sicherlich nicht, das Gespür noch vertrieben aus meinem Gesicht. Mit bibbernden Lippen hockte ich auf dem Boden einer Art Höhle, von dem majestätischen Eichenstamm erschaffen und überdacht. Die Rückwand bildete das noch in Walderde eingefasste Wurzelwerk, die Seiten wurden von dunklem Rohrdickicht umstellt und von mannsdicken Ästen verhängt. Ein Zweig war abgeknickt und ein Blatt fiel noch die letzten Zentimeter, wo ich geschnappt worden war und in diesen Käfig hereingezerrt. Erst jetzt, als es seinen Segelflug beendet, ich es ein, zwei Sekunden verwundert angestarrt hatte, und schließlich, als es mir darniederliegend nicht weiter bemerkenswert, wie ein integraler, bald verwitternder Bestandteil des Waldbodens vorkam, nahm ich ein Gesicht wahr, das direkt vor mir schwebte.

Das flächendeckende Gewächs rundum schirmte uns gegen jedwedes Licht, und die folglich hier drin herrschende Finsternis gab einen unsichtbar machenden Hintergrund ab für all das Schwarz, das sich diese Gestalt über ihr Antlitz geklatscht hatte. Nur das zu Schlitzen verengte Weiß der Augen enttarnte das Wesen. Es starrte mich an. Es entfernte sich langsam, wodurch ich in Kontraktionen, Dehnen, Wabern und Spannen die Halssehnen zu sehen bekam, weniger eine abgrenzbare Fläche als Morphformen in mordsdunkler Nachtluft. Das Augenpaar hob und die schwarzen Punkte darin senkten sich. Der Körper des Wesens bäumte sich auf aus kauernder Haltung. Immer noch gebückt, das Genick direkt unter dem Eichenstamm, schaute es mich weiter an. Ein Blinzeln löschte schlagartig das Weiß, ließ es gleich wieder aufscheinen, verriet, dass selbst das Lid schattig gepinselt war. Langsam schieden sich die Konturen der Gestalt vom Hintergrund. Ich erkannte Schulterblätter statt Eichenzweigen, schwarzes Haar vor schuppiger Rinde, lange Beine neben oberschenkeldicken Ästen. Herabhängende Hände verdeckten Rohrdickicht, indem sich Arme ausbreiteten wie Fledermausflügel, die sich als dunkle Wolldecke entpuppten. Die Gestalt stülpte sie mir mit einer fliegenden Bewegung über und um den Oberkörper. »Siegi?« – »Bist du deppert?« – »Bist du komplett deppert?« – »Was machst du hier?«, und er nickte mit bestätigendem Blick, der sagte, du machst den Mund zu oder ich die Gurgel auf. »Wie schaust du denn aus?«, sagte Kurti, wieder zu voller Größe aufgepflanzt vor dem Eichenstamm, die Spitze eines weitmaschigen Ponchos zwischen den Beinen, Säume als Dreiecksschenkel um beide Oberarme laufend, selbst auseinandergehend wie eine Baumkrone. In grob gespachtelten, krustenartigen Schichten lag die Schminke auf seinen Wangen, und aufgerieben schien sie zu werden, abzublättern und zu Boden zu bröckeln, wenn er die Backen beim Sprechen bewegte. Bevor es noch raschelte außerhalb der Höhle, schleifendes Huschen näher kam bis auf wenige Schritte, wandte Kurti schon seinen Kopf, schickte Blicke ins Dickicht: »Nur Kleinwild«, wieder zu mir gewandt und das Geräusch verschwamm, wie wenn ein Friseur durch Filzknubbel und anderes Zausen und Reißen am wohlfeilen Ende des Kammschwungs durch trockenes Haar ankommt. Noch enger schlang ich die Decke um meine Schultern und schmiegte mich hinein, zog die Enden fest im Schoß zusammen mit meinen darin umwundenen Händen, dass es mir die Härchen auf den Gliedern elektrisierte. Ein Schauern schlich mir, als übersetzte sich das Kribbeln direkt in mein Steißbein, das Rückgrat hinauf, ins Genick, weiter wie ein aktivierter Reizreflexbogen den Hals entlang, stimulierte Stimmbänder, zitterte Zunge wie Zäpfchen an, defibrillierte die Kiefer, worauf mein Hirn erst nach Worten hastete, ich stammelte mich verhaspelnd: »Sie hind sinter hir mer, Kurt!« Während Kurti sich setzte, seine Finger um eine schwarze Thermoskanne schloss, die Kappe abschraubte, dampfenden Kaffee eingoss und mir reichte, nickte er in einer Tour. »Bursch, sie dind on Kurtenschaften irganisiert.« Mit dem Herabrinnen zweier Tropfen über den Gefäßmantel zwischen meinen Fingern schwappte auch die Beruhigung zu mir herüber. Ich ließ mich zurück, lehnte den Rücken gegen das Wurzelwerk, die brennheiße Flüssigkeit in Händen, das Aroma atmend, und seufzte. Rascheln strich wieder durchs Rohrdickicht, begleitet von scheuem, tierischem Fiepen riffelte es weg von unserem Versteck, schrubbte im Unterholz, verschwand weniger im Stillhalten, als dass es verklang in der Ferne, und ich vernahm schon eine Flinte fauchen. »Hab ich ves erschreckt?« Ob er noch immer oder schon wieder nickte, wusste ich nicht, doch die Bewegung wurde jetzt aggressiver, eckig irgendwie, hammerartig, das kundige Schlagen eines Herings in den Humus, dass eine Schlafstelle geschützt war vor Wind und Wetter und herumirrendem Getier durch ein Zelt in wilder Gegend. »Atme mal leiser!« Ahnungslos getadelt senkte ich den Blick auf seine Schuhe, die nichts anderes als Bärentatzen waren, sah schon Jäger und Weidmänner am nächsten Morgen ebenfalls diese Stelle abtasten mit Blicken, die Bodenabdrücke lesen, allerdings im Stehen, Genickverrenkungen und große Augen machend, sich dann verwirrt die Gesichter zuwenden und einander, wie und warum da jetzt wieder Vieh weggekommen war, den klaren Fall erklären. Dann durchkämmen sie den Wald auf der Suche nach weiteren Spuren und kämen überein, viel zu gefährlich, um Hetzen oder Treibjagden zu veranstalten, das käme ja einem Gleicheinschläfern der eigenen Hunde gleich.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Die Forelle»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Die Forelle» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Marie Louise Fischer - Die Klasse ist für Petra
Marie Louise Fischer
Marie Louise Fischer - Die Frau mit dem zweiten Gesicht
Marie Louise Fischer
Marie Louise Fischer - Die Tochter des Apothekers
Marie Louise Fischer
Marie Louise Fischer - Die Aussteigerin
Marie Louise Fischer
Marie Louise Fischer - Die silberne Dose
Marie Louise Fischer
Marie Louise Fischer - Die Schatten der Vergangenheit
Marie Louise Fischer
Marie Louise Fischer - Die Leihmutter
Marie Louise Fischer
Отзывы о книге «Die Forelle»

Обсуждение, отзывы о книге «Die Forelle» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.