Norman Davies - Verschwundene Reiche

Здесь есть возможность читать онлайн «Norman Davies - Verschwundene Reiche» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Verschwundene Reiche: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Verschwundene Reiche»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Zusammengebrochen, verloren, für alle Zeiten von der politischen Landkarte Europas radiert. Die Geschichte Europas ist auch eine Geschichte verschwundener Reiche. Das stolze Alt Clud, heute ein heruntergekommener Landstrich in Schottland, das sagenumwobene Burgund oder das preußische Kernland der Prussen, im 12. Jahrhundert eine terra incognita, aber im Verlauf der Geschichte einer der einflussreichsten Staaten Europas: Norman Davies spürte 15 solcher Reiche vor Ort und in bisher vernachlässigten Quellen nach. In diesem politisch wie historisch aufrüttelnden und sprachlich virtuosen Standardwerk erzählt er ihre Geschichte von der Entstehung bis zum Untergang – und wie wenig von ihrer großen Vergangenheit heute in Erinnerung geblieben ist. Denn das kollektive Gedächtnis ist wichtig, um das heutige Europa zu verstehen.

Verschwundene Reiche — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Verschwundene Reiche», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Wer nicht Französisch, Deutsch oder Polnisch beherrscht, muss seine Hoffnungen in das vor kurzem erschienene Werk Gazetteer of the World setzen, das von einer angesehenen amerikanischen Institution herausgegeben wurde. Sein Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung geografischer Orte und historischer Territorien: »Burgund (BUHR-ghun-dee), fr. Bourgogne (BOORGON-yuh), historische Region und frühere Provinz in Zentral- und Ostfrankreich. Der Name leitet sich ab von zwei alten Königreichen und einem Herzogtum, die ein wesentlich größeres Gebiet umfassten als die Provinz im 17. und 18. Jahrhundert. Nach 1790 wurde B. in Departements aufgeteilt. Heute bildet es eine Verwaltungsregion Frankreichs.« So weit, so gut. Doch dann schleichen sich Anachronismen ein: »Von Cäsar in den Gallischen Kriegen erobert, wurde es später (im 5. Jh. n. Chr.) von den Burgunder besiedelt, einem deutschen Stamm, der das erste Königreich Burgund errichtete.« Zeiten und Orten werden falsch zugeordnet, und dann folgen zahlreiche weitere Missverständnisse:

Nachdem es während der Merowinger- und Kapetinger-Herrschaft geteilt gewesen war, wurde es (933) wiedervereinigt zum zweiten Königreich, welches das Cisjuranische Burgund (bereits Provence genannt) im Süden und das Transjuranische Burgund im Norden umfasste. Kurze Zeit später wurde durch Kaiser Karl II. ein kleineres Herzogtum Burgund geschaffen, das (1034) im Heiligen Römischen Reich aufging. Das Herzogtum erlebte sein goldenes Zeitalter unter Philipp dem Guten und umfasste die heutigen Niederlande und Belgien sowie Nord- und Ostfrankreich.

Der Ausdruck »kurze Zeit später« zeigt, dass sich die Verfasser verzweifelt bemühen, aus dem Sumpf herauszukommen. In der Chronologie herrscht ein ziemliches Durcheinander, die Namen sind verkehrt, und dass das Herzogtum im Heiligen Römischen Reich aufgegangen wäre, ist reine Einbildung. Doch im letzten Abschnitt gewinnen die Tatsachen doch wieder die Oberhand:

Im 15. Jahrhundert war Burgund … ein Zentrum der Kunst, das das übrige Europa überstrahlte. Doch die Kriege des ehrgeizigen Karls des Kühnen erwiesen sich als ruinös. … Seine Tochter, Maria von Burgund, führte durch ihre Heirat mit Kaiser Maximilian den Großteil des erweiterten Burgund (nicht aber das französische Herzogtum) mit dem Haus Habsburg zusammen. Das Herzogtum wurde von Ludwig XI. annektiert, der es zu einer französischen Provinz machte … Durch Burgund führen heute die wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen Paris, Lyon und Marseille.131

(Trefferquote: schwer zu berechnen)

Was soll man also tun, wenn man Informationen sucht? Insgesamt betrachtet, sind die »anerkannten Autoritäten« nicht weniger unvollkommen als alle anderen Quellen. Wie jede Bibliothek enthält das Internet Werke von unterschiedlicher Qualität. Wie alle Quellen muss es mit einem wachen kritischen Auge genutzt werden, aber es ist nicht von vornherein schlechter als die anderen. Untersuchungen haben ergeben, dass es Wikipedia trotz aller seiner Schwächen durchaus mit dem meisten bekannten akademischen Namen aufnehmen kann. Es hat den Vorteil, dass es ständig korrigiert und auf den neuesten Stand gebracht wird.132

Die Suche lässt sich endlos weiterführen. Der Unermüdliche wird vielleicht die von vielen verschiedenen Autoren verfassten historischen Sammelwerke heranziehen, die häufig auch als Nachschlagewerke empfohlen werden. Bedauerlicherweise beginnt das entsprechende Kapitel beispielsweise in der großen New Cambridge Medieval History nicht sehr vielversprechend. »Die Region, die als Burgund bezeichnet wird«, heißt es hier, »besaß die beweglichste Grenze aller französischen Regionen.« Abermals wird Burgund nur in seiner begrenzten französischen Form wahrgenommen. Mediävisten sollten doch etwas mehr Sorgfalt walten lassen.133

Andere versuchen vielleicht ihr Glück mit alten Büchern mit romantisch klingenden Titeln. The Lost Kingdom of Burgundy beispielsweise, das zwischen Fakten und Fiktion hin und her schwankt, beginnt mit einer blumigen Eröffnung. »In einer Nacht wie dieser«, raunt der erste Satz geheimnisvoll, »ritt Karl von Burgund in den Tod. Er verlor sein Reich, weil er es nicht wagte, eine schöne Frau zu retten.« Einige Seiten später wird es noch schlimmer: »Das Königreich lebt weiter, weil seine unterschiedlichen Könige, heruntergekommenen Krieger, Gitarre spielenden Haudegen und Keulen schwingenden Chorknaben sich weigerten, in ihren modrigen Gräbern zu verharren.« Auf Seite 8 stößt man schließlich auf einen Satz, der alles andere verzeihen lässt: »Das alte Burgund war und ist etwas ganz anderes als das Frankreich, das es geschluckt hat – eine Art von Atlantis, das von Wogen immer neuer Völker verschlungen wurde.« Dieser Autor verfügte über die unschätzbare Fähigkeit zur anteilnehmenden Sympathie, die den wesentlich renommierteren Sammel- und Nachschlagewerken abgeht. Und er brachte einen weiteren großartigen Satz hervor: »Das Mondlicht«, so schrieb er, »ist der beste Wiedererschaffer verschwundener Reiche.«134

ADer Autor dieser Einschätzung, R. Lane Poole, der zeitweilige Chefredakteur der Fachzeitschrift English Historical Review und Fellow des Magdalen College in Oxford, mühte sich wacker mit diesem Problem. Seine Notes on Burgundy , die vor dem Ersten Weltkrieg entstanden, konnte man leicht als eine staubtrockene Abhandlung abtun. Doch sie stecken voller verhaltener Begeisterung, wenn er mehrdeutige Hinweise in kaum bekannten Urkunden und Chroniken vergleicht und sich bewundernd darüber äußert, wie präzise Flodoard von Reims zwischen drei Völkerschaften unterscheidet, die alle denselben Namen tragen. In zweien seiner Untersuchungen leistet Poole investigative Detektivarbeit und versucht, die Identität von Männern herauszufinden, deren vollständige Namen nicht aufgezeichnet wurden. Eine Untersuchung befasst sich mit »einem Herzog in der Nähe der Alpen«, der angeblich eine Tochter des englischen Königs Edward des Älteren (reg. 899–924) heiratete; die anderen beschäftigen sich mit einem Burgunder, von dem nur der Name Hugo Cisalpinus bekannt war. Handelte es sich dabei um Hugo den Schwarzen oder Hugo den Weißen oder vielleicht um Hugo, den Neffen von Hugo von Italien? Keine der Spuren erweist sich letztlich als zielführend. Der Reiz liegt in der Suche.

BVorher war der Name Frankreich nur für die kleine Region im Seine-Tal verwendet worden, die heute île de France heißt. In diesem Sinne wurde Hugo Capet zunächst als Herzog von Franzien (Dux Francorum) bekannt. Nachdem er König geworden war, dehnte er diesen Namen auf sein wesentlich größeres gesamtes Königreich aus und brachte dadurch seinen Anspruch zum Ausdruck, dass er und seine Untertanen die einzigen wahren Erben der fränkischen Tradition von Karl dem Großen und Chlodwig seien. Sein Erfolg lässt sich auch daran ermessen, dass die deutsche Bezeichnung Frankreich (»Land der Franken«) für den westlichen Teil des ehemaligen Reiches von Karl dem Großen verwendet wurde, nicht jedoch für den östlichen Teil, der nun unter dem Begriff Deutschland zusammengefasst wurde. Diese Namensverschiebung wurde zweifellos auch durch die Gleichgültigkeit der ottonischen Kaiser ermöglicht, denen es als Sachsen nichts ausmachte, dass im Osten die fränkische Bezeichnung verloren ging. [Die Landschafts- und Dialektbezeichnungen im heutigen Franken bestehen selbstverständlich noch, auch wenn sie nicht „direkt“ vom Ostfrankenreich abstammen. A. d. Red.]

C Filioque (wörtlich »und dem Sohn«) ist der Kerninhalt der Glaubenslehre vom doppelten Hervorgang des Heiligen Geistes. Seit dem 9. Jahrhundert vertrat die Westkirche die Auffassung, dass der Heilige Geist »aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht«. Die Ostkirche glaubt dagegen nur an eine einzige Quelle des Heiligen Geistes und bevorzugt daher eine subordinierende Formel, wonach der Heilige Geist »aus dem Vater und durch den Sohn« hervorgeht. Dieser feine Unterschied ist seit Jahrhunderten der wichtigste theologische Streitpunkt zwischen der katholischen und den orthodoxen Kirchen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Verschwundene Reiche»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Verschwundene Reiche» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Verschwundene Reiche»

Обсуждение, отзывы о книге «Verschwundene Reiche» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x