Norman Davies - Verschwundene Reiche

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Zusammengebrochen, verloren, für alle Zeiten von der politischen Landkarte Europas radiert. Die Geschichte Europas ist auch eine Geschichte verschwundener Reiche. Das stolze Alt Clud, heute ein heruntergekommener Landstrich in Schottland, das sagenumwobene Burgund oder das preußische Kernland der Prussen, im 12. Jahrhundert eine terra incognita, aber im Verlauf der Geschichte einer der einflussreichsten Staaten Europas: Norman Davies spürte 15 solcher Reiche vor Ort und in bisher vernachlässigten Quellen nach. In diesem politisch wie historisch aufrüttelnden und sprachlich virtuosen Standardwerk erzählt er ihre Geschichte von der Entstehung bis zum Untergang – und wie wenig von ihrer großen Vergangenheit heute in Erinnerung geblieben ist. Denn das kollektive Gedächtnis ist wichtig, um das heutige Europa zu verstehen.

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Burgund ist zweifellos ein komplexer Begriff. Er ist mit einer Vielzahl unterschiedlicher Bezüge und Assoziationen verbunden. Im Englischen beispielsweise hat er zwei Bedeutungen: Er bezeichnet einen Ort und ein Produkt. Im Shorter Oxford English Dictionary (SOED) wird der Ort definiert als »1. Ein Königreich und später ein Herzogtum im Heiligen Römischen Reich, nach dem anschließend eine französische Provinz benannt wurde«. Das Produkt ist »2. Ein Wein, der in Burgund erzeugt wird«. Natürlich kann man von Engländern nicht erwarten, dass sie sich in Angelegenheiten des europäischen Kontinents besonders gut auskennen, und es ist daher nicht völlig überraschend, dass auch der Eintrag im SOED Fehler enthält. Überraschend ist allerdings, dass eine fehlerhafte Wortstellung die Zusammenhänge unnötig verwirrt. Hätte der Eintrag gelautet »1. Ein Königreich im weströmischen Reich und später ein Herzogtum …«, wäre er korrekt, wenn auch unvollständig gewesen. Doch so wie er formuliert ist, ist er sowohl ungenau als auch unvollständig. Und was den Wein betrifft, so dürften Weinkenner wohl vom Grausen gepackt werden bei der Vorstellung, dass jedem angejahrten Fusel aus dieser Region das Qualitätssiegel »Appellation d’Origine Contrôlee«, die kontrollierte Herkunftsbezeichnung, zustünde (Trefferquote 1:15).126

Im ausführlichen Oxford English Dictionary (OED) werden die oben genannten Definitionen wiederholt und weitere hinzugefügt:

– »rote Farbe des Burgunderweins«

– »Kopfbedeckung für Frauen = BOURGOIGNE (veraltet)«

– »Burgunder-Heu«: Bezeichnung britischer Autoren für die Luzerne (Medicago sativa) , im Französischen aber ursprünglich Sainfoin (Onobrychis sativa) (die beiden Bezeichnungen wurden früher gleichbedeutend verwendet)

– »Burgundische Mischung, ein Präparat aus Soda und Kupfersulfat, das zum Besprühen von Kartoffelpflanzen verwendet wird«

Unter »Burgunder« wird zuerst »zu Burgund gehörend« (adj.) und »Bewohner von Burgund« aufgeführt, dann erwähnt das OED seltsamerweise »eine der teutonischen Nationen Burgunds« und »2. (in der Form von Burgonian) ein Schiffstyp … der in den burgundischen Landen gebaut wurde, zu denen im 15. Jahrhundert auch die Niederlande gehörten.« Die »teutonische Nation Burgunds« ist eine begriffliche Verballhornung, aber zumindest die geografische Verortung ist nicht frankozentrisch.127

Webster’s American Dictionary gibt sich minimalistisch. Es bietet eine »Region in Frankreich« an, einen »verschnittenen Rotwein, der in anderen Regionen (wie etwa Kalifornien) erzeugt wird« und »eine rötliche Farbe«. Dies suggeriert, dass ein kalifornischer Burgunder das einzig Wahre sei, ein Burgunder aus Burgund dagegen eher von geringerer Qualität.

Man könnte annehmen, dass die Franzosen selbst besser informiert sind. Das Littré gehört zu den älteren französischen Enzyklopädien: »BOURGOGNE, s.m vin de Bourgogne. E de Burgundi, nom d’un peuple germain, s.f nom vulgaire du sanfoin.« Die Definitionen sind dürftig: ein Wein, ein Staat, ein Volk und eine Pflanzenart, genau wie im Oxford English Dictionary. Doch dann folgen noch die Kopfbedeckung, die Provinz und, völlig unüblich, »ein abgebrochenes Stück einer Packeisscholle«: nom donné par les marins aux morceaux de glace détachée de la banquaise«. Diese Eisschollen hat aber sonst noch niemand zu Gesicht bekommen.

Als Nächstes kommt der Robert , und abermals ist die Ausbeute enttäuschend. Wie im Littré ist Burgund auch hier nicht mehr als eine Provinz. Und trotz der Auflistung von Grand Crus gibt es keinen Hinweis auf die AOC.

Daher greift man zu Imbs und seinem Trésor de la langue française (»Schatz der französischen Sprache«). Auch dieses Werk ist nicht ergiebiger. Burgund ist immer noch lediglich eine Provinz (Trefferquote 1:15). Doch es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für die alten Burgunder (Burgondes) und die gegenwärtigen (Bourguignons). Dennoch muss man feststellen: Definitionen in Nachschlagewerken sind in hohem Maße unzureichend, vor allem wenn es um historische Fragen geht.

Enzyklopädien sind eine sehr breitgefächerte Kategorie. The New Encyclopedia Britannica (1974) kann sich auf die überragende Encyclopedia Britannica (11. Auflage, 1911) stützen. Sie enttäuscht den Suchenden nicht. Nachdem sie die alten Burgunder als »Skandinavier« beschreibt, stellt sie kurz die sechs burgundischen Königreiche sowie die Freigrafschaft vor, erwähnt ein Herzogtum, die »Staaten von Burgund« und auch die Provinz. Das siebte Königreich wird zumindest angedeutet. Es fehlen nur der Reichskreis, ein Herzogtum, eine Landgrafschaft und die Provinz (Trefferquote 11:15).

Der Nouveau Petit Larousse , ein allgemein bekanntes Werk in Frankreich, beginnt mit einer unbefriedigenden Definition: Burgund, »eine Region in Ostfrankreich, die mehr eine historische als eine geografische Einheit darstellt«. Doch der nachfolgende Artikel umfasst sechs Königreiche, dazu die Freigrafschaft, das Herzogtum, die »Staaten von Burgund« und die Provinz. Aber auch hier kein Reichskreis. Der Text schließt mit den Worten: »Burgund gehörte lange Zeit zu Deutschland. Die französischen Könige lösten es im Laufe der Jahrhunderte allmählich aus dieser Verbindung.« Wer hätte das gedacht: Der Larousse ist nicht frankozentriert.128

Entscheidend ist der internationale Aspekt des Problems, denn die burgundische Frage überschreitet nationale Grenzen. Idealerweise sollte man daher nicht nur Nachschlagewerke aus Frankreich, sondern auch aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz heranziehen. Jede dieser Quellen würde in einigen Punkten aussagekräftiger sein als in anderen.

Wir haben beispielsweise einen deutschen Brockhaus zur Hand. Der Eintrag ist angemessen lang und ausführlich. Er unterscheidet zwischen dem Burgund der Gegenwart, das als »eine Region, die aus fünf Departements besteht«, definiert wird, und fünf burgundischen Reichen der Vergangenheit: dem Königreich der Burgunder ab 443, dem Burgund der Franken ab 534, dem Königreich Burgund (Arelat), dem Herzogtum Burgund und der Freigrafschaft Burgund (Franche-Comté). Bei der Erklärung der Entstehung von Arelat führt der Brockhaus auch das »Königreich Niederburgund« auf. Überraschenderweise fehlt aber auch hier der Reichskreis.129

Auf der Suche nach einer unparteiischen Sichtweise wenden wir uns einem Land zu, das keine direkte Beziehung zu Burgund hatte. Wir haben eine alte Ausgabe der Wielka Encyklopedia Powszechna PWN zur Verfügung. Daraus ergibt sich, dass die Polen nach wie vor die lateinische Form des Namens (Burgundia) verwenden. Die Enzyklopädie beschreibt Burgund als »ein historisches Gebiet (kraina historyczna) in Ostfrankreich« und als »eine bedeutende Weinbauregion«. Doch die ausführliche historische Darstellung weist auch einige Mängel auf. Man begegnet dem »Königreich der germanischen Burgunder aus dem 5. Jahrhundert«, den Königreichen Hochburgund, Niederburgund und Arelat und einem ab 1032 existierenden »Königreich innerhalb des deutschen Reiches«. Dass fünf von sieben möglichen Reichen erwähnt werden, ist eine gute Trefferquote. »Der Name Burgund«, fährt das Lexikon fort, »blieb nur in der Freigrafschaft (Franche-Comté) erhalten, die bis 1382 zu Deutschland gehörte«. Diese Aussage ist ungenau, doch die allgemeine Darstellung entspricht den Tatsachen. »Die große Blütezeit des Herzogtums begann unter der Herrschaft von Filip Smialy (Philipp dem Kühnen)«, heißt es. Und wie in vielen anderen Nachschlagewerken endet die Darstellung nicht mit dem letzten Herzog und Grafen aus dem Hause Valois. »Nach dem Tod von Karl dem Kühnen 1477 heiratete Marie, seine Alleinerbin, Erzherzog Maximilian von Österreich, worauf eine erneute Teilung Burgunds folgte. Frankreich erhielt das Herzogtum B. zurück sowie die Picardie. Die Habsburger behielten die Niederlande sowie Franche-Comté, das schließlich 1678 an Frankreich zurückfiel130 (Trefferquote 9:15). Noch immer kein Reichskreis.

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