Norman Davies - Verschwundene Reiche

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Zusammengebrochen, verloren, für alle Zeiten von der politischen Landkarte Europas radiert. Die Geschichte Europas ist auch eine Geschichte verschwundener Reiche. Das stolze Alt Clud, heute ein heruntergekommener Landstrich in Schottland, das sagenumwobene Burgund oder das preußische Kernland der Prussen, im 12. Jahrhundert eine terra incognita, aber im Verlauf der Geschichte einer der einflussreichsten Staaten Europas: Norman Davies spürte 15 solcher Reiche vor Ort und in bisher vernachlässigten Quellen nach. In diesem politisch wie historisch aufrüttelnden und sprachlich virtuosen Standardwerk erzählt er ihre Geschichte von der Entstehung bis zum Untergang – und wie wenig von ihrer großen Vergangenheit heute in Erinnerung geblieben ist. Denn das kollektive Gedächtnis ist wichtig, um das heutige Europa zu verstehen.

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Doch man sollte den vielen Altemativszenarien, die es zu jeder geschichtlichen Epoche gibt, nicht zu viel Aufmerksamkeit widmen: Die Vergangenheit ist kein Brettspiel, das man wiederholen kann, so oft man will. Was passiert ist, ist passiert. Was nicht, nicht. Der Franke Chlodwig tötete den Westgoten Alarich und die Franken trieben die Westgoten aus dem Land, nicht umgekehrt. Deshalb ist es nicht unlogisch, wenn man behauptet, dass »die Geschichte Frankreichs in Vouillé begann«.

Die Geschichte der »nachrömischen Dämmerung« ist auch so schon kompliziert genug: Historiker müssen die Unterschiedlichkeit der »Barbaren« ebenso berücksichtigen wie die überaus multikulturelle und multiethnische Vermischung mit der vorhandenen Bevölkerung. In diesem Zusammenspiel ergaben sich immer wieder unerwartete Wendungen und Kapriolen. Und vor allem: Der Zeitraum war gewaltig. Die Spanne zwischen dem Zusammenbruch des römischen Westreichs im Jahr 476 und dem Auftauchen erkennbarer moderner Staaten wie Frankreich oder England umfasst mindestens 500 Jahre. Die nachrömische Dämmerung hielt sich doppelt so lange wie das Westreich selbst.

In dieser Hinsicht dient das Beispiel der Westgoten als eine Fallstudie für das »barbarische Europa« als Ganzes. Ihr Aufenthalt in Aquitanien war nur eine Zwischenstation auf einem sehr langen Weg. Wie ihre Verwandten, die Ostgoten und die Langobarden, und ihre zeitweiligen burgundischen Nachbarn gehörten sie einer ethnischen und sprachlichen Untergruppe an, die heute völlig ausgestorben ist. Ihre Bräuche und ihre Sprache standen dem Fränkischen sehr fern. (Dieses bildet den Ursprung des Niederländischen und Flämischen, und mit seiner Hilfe wurde aus dem gallo-römischen Latein das Altfranzösische.) Höchstwahrscheinlich konnte sich Alarich II. in Amboise gar nicht mit Chlodwig unterhalten, ohne auf das Lateinische oder einen Dolmetscher zurückzugreifen. Mehr noch, die Westgoten trafen unterwegs viele andere »Barbaren«, die zweifellos ihre Sprache, ihre Kultur und ihren Genpool »kontaminierten«. Unter ihnen waren ostgermanische Vandalen, mittelgermanische Sueben oder »Schwaben«, das Turkvolk der Hunnen und die Alanen, die wie die heutigen Osseten aus dem Iran stammten.39

Das Gedächtnis spielt den Menschen so manchen Streich. Einen davon könnte man vielleicht die »perspektivische Verkürzung der Zeit« nennen. Wenn die Europäer heute auf die Vergangenheit zurückblicken, sehen sie die moderne Geschichte im Vordergrund, die mittelalterliche Geschichte in mittlerer Entfernung und das nachrömische Halbdunkel als einen schwach erkennbaren Streifen am fernen Horizont. Gestalten wie Alarich oder Chlodwig bleiben weit entfernte, konturlose Punkte, bis sie aus ihrem historischen Umfeld herausgenommen, vergrößert, herausgeputzt und umschwärmt werden, weil es der Politik späterer Tage oder dem Nationalstolz gerade förderlich ist. An Chlodwig I., König der Franken, den Sieger von Vouillé, erinnert ein prächtiges Grab in der Pariser Abtei St. Denis. Alarich II., den Chlodwig tötete, hatte über ein größeres Reich geherrscht als dieser. Und doch besitzt er kein bekanntes Grab, kein modernes Denkmal.

Die historische Erinnerung ist alles andere als unparteiisch. Die Westgoten müssen das gewusst haben. In ihrer ganzen Weisheit begruben sie ihre Anführer auf althergebrachte Weise, die die Toten ehrte, aber keine Spuren hinterließ. Die Grabstätte von Alarich I., »dem Herrscher aller«, wurde in den Sand des Meeres hinausgetragen, lange bevor seine Nachfolger das Tolosanische Reich gründeten. Nur der eine oder andere deutsche Romantiker erinnert sich an diesen Moment:

Nächtlich am Busento lispeln

Bei Cosenza dumpfe Lieder.

Aus den Wassern schallt es Antwort

Und in Wirbeln klingt es wieder.40

AArius von Alexandria († 336), der wichtigste Häresiarch des 4. Jahrhunderts, wurde vom Konzil von Nizäa verurteilt, weil er die volle Gottähnlichkeit Christi und damit die vorherrschende Meinung zum Wesen der Dreifaltigkeit leugnete. Nach Nizäa wurden seine Lehren von den Machthabern des Reiches geächtet.

BNestorius, Patriarch von Konstantinopel 428 bis 431, der wichtigste Häresiarch des 5. Jahrhunderts, wurde vom Konzil von Ephesos für seinen Glauben verurteilt, dass das Wesen Christi ebenso menschlich wie göttlich sei.

CEine bisher nicht lokalisierte, zumeist in der Gegend von Châlons-en-Champagne vermutete Stätte.

DNeben dem Königspalast an der Plaza de Oriente.

2

Alt Clud

Das Königreich Strathclyde

(5.–12. Jahrhundert)

Dumbarton Rock I Dumbarton Rock zählt nicht gerade zu den wichtigsten - фото 4

Dumbarton Rock

I

Dumbarton Rock zählt nicht gerade zu den wichtigsten historischen Stätten Großbritanniens. Man findet den Ort nicht unter den Top 50 der britischen Sehenswürdigkeiten. Schon gar nicht spielt er in der Liga von Stonehenge oder Hampton Court oder seinen berühmteren schottischen Nachbarn Stirling und Edinburgh. Wenn man ihn überhaupt kennt, dann vor allem als auffällige Landmarke.

Und doch ist das bescheidene Dumbarton einer jener ganz besonderen Orte, die die Macht haben, den krassen Gegensatz zwischen dem, was ist, und dem, was einst war, heraufzubeschwören. Die Vergangenheit ist nicht nur ein fremdes Land, von dem wir nur ahnen, dass es je existierte; sie versteckt ein weiteres verborgenes Land hinter sich, und dahinter noch eines und noch eines – wie ein Satz russischer Matrjoschkas, bei dem die größeren Puppen die kleineren in sich bergen. Und die Oberfläche zeigt nicht verlässlich an, was darunter liegt. In diesem Fall zeigt die Oberfläche ein Land, das wir als Schottland kennen. Ein anderes Land namens England liegt jenseits der Grenze. Doch Dumbarton lockt uns in eine Welt vor der »Erfindung« Englands und Schottlands.

Geologisch gesehen ist Dumbarton Rock einfach ein vulkanischer Pfropfen, der letzte Rest eines prähistorischen Vulkans, dessen äußerer Kegel im Laufe der Zeit durch Erosion abgetragen wurde. Seit der letzten Eiszeit ragt er aus der Schwemmebene am Nordufer des Firth of Clyde heraus, genau dort, wo der Leven aus den Highlands herabströmt. Strategisch war er überaus wichtig. Jahrhundertelang beherrschte er den Verkehr auf dem Firth, bewachte den Zugang zum Kerngebiet. Er schreckte Invasoren und Eindringlinge ab, die von der Irischen See aus den Fluss hinaufsegeln wollten, und er schützte all jene, die auf günstigen Wind oder die Ebbe warteten, um flussabwärts zum Meer zu kommen. Im Süden auf dem Ufer gegenüber liegen Paisley mit seiner prächtigen mittelalterlichen Abtei, Greenock und Gourock. Im Osten zieht sich Clydebank mit seinen Werften am Ufer entlang und dahinter die Großstadt Glasgow. Die Kilpatrick Hills und die »Bonnie, bonnie banks of Loch Lomond« sind im Norden zu entdecken. Im Westen kommen dort, wo sich der Firth zu einem gewaltigen Mündungstrichter verbreitert, kleine und große Inseln in den Blick, Bute, Arran und Ailsa Craig, und im fernen Nebel das einsame Mull of Kintyre. Nichts, so möchte man glauben, könnte schottischer sein.

Die Lage von Dumbarton Rock kann man aus der Luft, beim Landeanflug auf den Flughafen Glasgow, besonders gut erfassen. Die Haupteinflugschneise führt die Flugzeuge vom Norden heran, über die farngrünen Hänge auf den Punkt des Clyde zu, wo der schmale Fluss endet und der Firth beginnt. Wenn man rechts aus dem Flugzeugfenster schaut, sieht man die moderne Hängebrücke über den Clyde aus nächster Nähe und genießt einen unbeschreiblichen Blick auf die glänzenden Wasser darunter. Besonders dramatisch ist die Aussicht an schönen Sommerabenden. Der rotglühende Sonnenuntergang umrahmt die Lochs und Inseln in der Ferne. Die weite Fläche des Firth glänzt silbern, und die Zwillingsspitzen des Rock ragen gegen das Licht auf wie ein Paar ägyptischer Pyramiden.1

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