Hanna Lützen - Das Buch der Wunder

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In einem Zisterzienserkloster im Dänemark des 12. Jahrhunderts wird Franz, ein heilkundiger Bruder aus Frankreich, erwartet. Zur allgemeinen Überraschung bringt er ein kleines Albinomädchen mit, das auf den Namen Christa getauft wird und unter der Obhut der Mönche aufwächst. Ausgerechnet vor dem Besuch des Erzbischofs versetzen ein unheimlicher Bauer und ein Reliquienhändler das Kloster in Unruhe. Christa erlebt den Widerspruch zwischen falschen und wahren Wundern, zwischen Wissenschaft, Glaube und Aberglaube und wird in einen dramatischen Kampf zwischen Gut und Böse hineingerissen. Eine packende Fantasy-Erzählung, in der der mittelalterliche Glaube an das personifizierte Böse mit historischen Tatsachen fesselnd verknüpft wird.-

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»Bruder Rus ist eine Satansbrut und niemand hat ihn mehr gesehen, seit die Benediktiner ihn weggejagt haben!«

Sigurd holte tief Luft, bevor er hinzufügte: »Keiner außer uns beiden – aber wir haben ihn ja wieder verbannen können!«

Ein eiskalter Windzug vom Fenster her ließ die beiden Männer erschauern und unruhige Blicke austauschen.

»Wir dürfen uns nicht davor scheuen, das in Betracht zu ziehen!«, sagte Sigurd mit fester Stimme. »Lieber vorbereitet und auf der Hut sein als sich in ängstlicher Erwartung ducken!« Er richtete sich auf dem Stuhl auf und fuhr fort: »Ich weiß, dass Bruder Rus gierig ist und dass sein Hunger nach unschuldigem Fleisch ihn immer wieder ins Licht treibt, das er doch hasst.«

Ermutigt von der gefassten Miene des Alten, zögerte William nicht länger. »Du hast meine Gedanken erraten! Auch ich habe das Gefühl, dass Rus erwachen will und schon bald hier in Esrom sein Unwesen treiben wird. Wir haben ein Opferlamm unter unserem Dach, aber auch wir brauchen Schutz. Gottes Engel ist unsere eigene Stärke und unser Glauben. Der Engel lebt in uns und wir wollen das Böse nicht fürchten!«

Der kalte Wind ließ die beiden Männer nicht länger schaudern. Beide hatten sich daran erinnert, wie sie entdeckt hatten, was der Keller unter der Küche barg: William war nach dem Ende der Bauarbeiten nach Esrom gekommen. Er sollte den Platz von Abt Folmer einnehmen, der im ersten Jahr einer Krankheit erlegen war. Bei seiner ersten Inspektionsrunde war sein Blick auf eines der kleinen Lukenlöcher aus dem Kellergelass unter der Küche gefallen. Es war ein eiskalter Wintertag gewesen und niemand, der seine sieben Sinne beisammen hatte, würde sich in dem eisigen, nassen Keller aufhalten, der als einziger Raum von der Klosteranlage der Benediktiner noch geblieben war und zu nichts anderem als zur Aufbewahrung von Getreide und von Vorrat gedient hatte. Dennoch hatte sich für einen Moment ein Gesicht gezeigt. Ein weißes Gesicht mit schwarzen, ausdruckslosen Höhlen für Augen, Nase und Mund. Der Schädel war vorschriftsmäßig rasiert gewesen – mit einer Tonsur. Es war der Kopf eines Mönchs gewesen, der dort unten aufgetaucht war. William hatte mehrmals erschrocken geblinzelt und die Erscheinung war verschwunden. Erst später hatte er von der Legende von Rus erfahren. Sie lief wie ein Alpdruck zwischen den Brüdern hin und her und niemand wollte von der Geißel der Benediktiner berichten. Erst als Bruder Sigurd, der auch nach Esrom gekommen war, die ganze Geschichte erzählt hatte, war William sich seiner Sache sicher gewesen. Er hatte Rus’ hässliche Fratze aus dem dunklen Kellerloch hervorstarren sehen. Aber warum? Es hieß doch, Rus wäre schon vor langer Zeit verjagt worden. Warum war er jetzt zurückgekommen, nachdem ein neues Haus errichtet und ein neuer Abt eingeführt worden war? William sah sich selbst nicht als schwach an, ganz im Gegenteil, durch seine unerschütterliche Ruhe und seine Sicherheit bei der Beschlussfassung hatte er viel Respekt gewonnen. Und da Spekulationen eine entschiedene Vorgehensweise nur verhinderten, hatte William deshalb resolut dafür gesorgt, dass in der Küche über dem Kellerraum ein Exorzismus stattfand. Niemand wagte sich dort direkt hinunter und deshalb beschloss man, dass die Seance mit ein wenig Glück direkt über Rus’ Nest abgehalten werden konnte. Aber mittlerweile deutete einiges darauf hin, dass die Kraft der Austreibung durch die Bodenbretter abgeschwächt worden sein musste – Rus war nur in den Schlaf verbannt. Jetzt wachte er wieder auf, wenn sie Franz’ Traum richtig deuteten!

Sigurd nickte mit geschlossenen Augen, tief in seine Kapuze zurückgezogen. Er hatte Williams Gedanken erraten und er konnte sich an sein eigenes Entsetzen erinnern, als er eines Morgens ganz früh wegen einer unaufschiebbaren Besorgung über den Hofplatz gegangen war: Quer über den Platz hatte er einen Ruf gehört, der aus der Küchentür zu kommen schien. Etwas beunruhigt über den leidenden Tonfall in der Stimme, war er stehen geblieben, um zu sehen, wer das sein konnte. War vielleicht jemand zu Schaden gekommen? Niemand war zu sehen. Die Küchentür war verschlossen und alles lag still und verlassen in dem grauen Morgennebel. Dann hatte die Stimme wieder gerufen und diesmal war es Sigurd gelungen, ihre Herkunft zu lokalisieren. Das Lukenloch unter dem Küchentrakt! Am ganzen Körper hatte er eine Gänsehaut bekommen und wäre am allerliebsten in Windeseile davongelaufen, ohne noch einmal zurückzuschauen, aber irgendetwas hatte ihn wie festgenagelt stehen bleiben lassen. Sein Blick richtete sich auf das schwarze Loch und da sah er das, was er mehr als alles andere fürchtete: Rus’ Gesicht, das gleiche, das ihn seit Wochen in seinen Träumen verfolgte. Und die Stimme sprach zu ihm, auch wenn das Gesicht dort unten unbeweglich blieb. Unbeschreibliche Flüche und blasphemisches Schimpfen hatten Sigurd mit entsetzlicher Deutlichkeit klargemacht, dass das Kloster Esrom auf unsicherem Grund stand. Das sichere Glaubensfundament war nur eine Illusion, denn Rus war wieder unterwegs – und diesmal würde er sich wohl nicht mit leeren Händen davonjagen lassen!

Sigurd sah auf und begegnete Williams Blick. Beide kannten die Legende von Rus: Die Geißel der Benediktiner war der leibhaftige Teufel, der in Gestalt eines jungen Mannes nach Esrom gekommen war, um einen Platz zwischen den Brüdern zu erbitten. Er erwies sich als ein hervorragender Koch und der Benediktiner-Abt genoss die erlesenen Gerichte, die er hervorzuzaubern verstand, auch wenn dabei die Verschwendung mit der Zeit überhand nahm. Der junge Rus war von den Brüdern gern gesehen. Aber neben seiner Arbeit in der Küche begann er einen gottlosen Verkehr von Frauen zu organisieren, die bald im Kloster ein und aus gingen. Er verstand es, sich unersetzlich zu machen, und erst als die Brüder einsahen, dass sie von Rus’ vielfältigen Diensten abhängig geworden waren, wurde ihnen die Wahrheit bewusst. Da zeigte der Teufel sein wahres, hässliches Gesicht und verhöhnte sie, weil sie so bereitwillig das Verderben der Welt akzeptiert hatten. Die Mönche jagten ihn zum Tor hinaus, durch den Grib-Wald und weiter bis zum Dorf Nødebo, wo Rus behände in einen Brunnen hinter der Kirche schlüpfte. Seitdem war er nicht mehr gesehen worden. Bis das Kloster Esrom wieder aufgebaut und bereit war, den neuen Orden aufzunehmen!

Sie hatten geglaubt, er wäre verbannt worden, aber Rus war noch in der Küche. Welches Teufelswerk würde er sich für sie wohl diesmal ausdenken?

»Zwei Neuankömmlinge haben sich unserer Gruppe angeschlossen – außer Bruder Franz, meine ich«, sagte William. »Rus und Christa, das Lamm, das in Franz’ Traum erschienen ist. Eigentlich ist es ganz passend, dass sie gerade jetzt hierher gebracht wurde. Das Weiße war immer das Kennzeichen der Zisterzienser, aber wird das Weiße auch das aufwiegen können, was sich aus der Zeit der Benediktiner in den schwarzen Kellergewölben versteckt? Wird Rus sie verschlingen und uns anspeien oder wird sie ein Instrument Gottes zur Erlösung des Ordens sein?«

Sein alter Freund nickte langsam, während er sagte: »Das wird die Zeit zeigen, William. Uns steht eine schwere Probe bevor, der wir nicht vorgreifen können, indem wir übereilt handeln. Die Zeit wird uns das Ergebnis zeigen, denn in diesem Fall können wir uns nicht selbst helfen. Wir sind nur hilflose Akteure in einem Spiel mächtiger Kräfte. Gott wird die Hand über uns halten!«

»Lass uns zur Komplet gehen!« William erhob sich und half Sigurd auf die Beine. Der kalte, feuchte Frühling hatte die Gelenke des Alten steif und schmerzhaft gemacht.

In den kommenden Wochen schlug das Wetter um Der Frühling wurde zum Sommer und - фото 4

In den kommenden Wochen schlug das Wetter um. Der Frühling wurde zum Sommer und die Sonne schien warm auf eine Landschaft, die sich nach der langen Regenzeit grün und fruchtbar ausbreitete. Bruder Franz lag nicht auf der faulen Haut und schon nach kurzer Zeit hatte er im Klostergarten quadratische und rechteckige Beete ausgestochen, besät und beschnitten. Die Brüder hatten viel Freude an seinem großen Wissen über die Eigenschaften der unterschiedlichen Kräuter und die umständliche Verarbeitung von Pflanzenextrakten zu wirkungsvoller Medizin. Franz hielt mit seinem Wissen nicht hinter dem Berg. Viele Jahre lang hatte er diese besondere Form der Gartenarbeit und die nachfolgende Nutzung der Ernte erlernt. Er kannte auch den alten Griechen, Galen, dessen Rezepte für Säfte und Infusionen universell anerkannt waren, und daneben konnte er sich des Wohlwollens verschiedener Lehrmeister glücklich preisen. Jetzt erfüllte es ihn mit Stolz und Freude, dass er wiederum sein Wissen weitergeben konnte. Er war in Salerno gewesen, wo der Domherr von Roskilde, Henrik Harpestræng, an der berühmten Arztschule studiert hatte. Er hatte von den Vorbereitungen zum ersten abendländischen Pharmakopoe gehört, einem Arzneibuch, in dem alles Wissen niedergeschrieben und die gesamten Aussagen der Heilwissenschaften über heilende Stoffe gesammelt werden sollten. In Cîteaux, wo er die letzten Jahre gedient hatte, hatten die Brüder ihm neben den vielen Samen und getrockneten Kräutern ein paar Pergamentrollen geschenkt, auf denen die Schreiber die wichtigsten Merkregeln der Botaniker niedergelegt und mit schönen, sehr genauen Zeichnungen der Kräuter in den verschiedenen Wachstumsphasen versehen hatten. Zusätzlich hatten sie ihm eine kleine Holzpresse verehrt, sodass er sein eigenes Herbarium aufbauen konnte.

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