Dietrich Schulze-Marmeling - Davidstern und Lederball

Здесь есть возможность читать онлайн «Dietrich Schulze-Marmeling - Davidstern und Lederball» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Davidstern und Lederball: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Davidstern und Lederball»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Jüdische Sportler und Mäzene spielten in den frühen Jahren des Fußballs eine wesentliche Rolle – vor allem in Deutschland, Österreich und Ungarn. Jüdische Pioniere waren an prominenten Vereinsgründungen wie Bayern München, Austria Wien oder Eintracht Frankfurt beteiligt, jüdische Kicker verstärkten die Nationalmannschaft, jüdische Förderer trugen dazu bei, den Fußball zur Massensportart zu machen. Dieses Engagement, das ab 1933 ein gewaltsames Ende fand und seither in Vergessenheit geriet, wird von den Autoren erstmals ausführlich beschrieben. Dabei thematisieren sie auch die Diskriminierung, der jüdische Fußballer vielfach noch heute ausgesetzt sind.

Davidstern und Lederball — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Davidstern und Lederball», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Bekannt ist weiter, dass einer der Förderer des Vereins Max Rath war, ein jüdischer Textilgroßhändler. Nach VfR-Erfolgen ließ er den Spielern oft je zehn Mark zukommen, dies entsprach dem Tageslohn eines Facharbeiters. Er unterstützte den Stürmer und Nationalspieler Josef Herberger, der 1921 von Waldhof zum VfR an den Platz an den Brauereien gewechselt war. Herberger und Ehefrau Eva wohnten seit 1923 mietfrei in einem Haus, dessen Eigentümer Max Rath war. Auch Otto Nerz, der spätere Reichstrainer, ging im Hause Rath in den 1920er Jahren aus und ein. Nerz war zu der Zeit SPD-Mitglied und 1918 Jugendleiter der Partei in Mannheim gewesen. An der Universität Heidelberg hatte er neben dem Hauptfach Medizin auch hebräische Grammatik studiert. Als Nerz bereits in Berlin lebte, erhielt er im Geschenkpaket von Rath und der jüdischen Firma Eppstein & Gerstle, einer Wäsche-, Blusen- und Kleiderfabrik, Anzugstoffe aus Mannheim. Vom Trainer beim VfR und Tennis Borussia Berlin, einem Verein mit zahlreichen jüdischen Mitgliedern, stieg Otto Nerz 1926 zum Trainer der DFB-Auswahl auf.

Bei Max Rath, dem Gönner von VfR, Nerz und Herberger, drang im Frühjahr 1933 die SA in die Wohnung ein. Als er den SA-Männern sein Eisernes Kreuz 1. Klasse entgegenhält, befahl der SA-Führer nach einem Bericht von Sohn Paul Rath den Rückzug. Max Rath und seine Frau Martha sind jedoch 1940 nach Gurs in Südfrankreich deportiert und 1942 in Auschwitz ermordet worden.

Otto Nerz, der einstige Sozialdemokrat, trat am 10. Juni 1933 der SA bei (Rang: Oberführer) und schloss sich 1937 der NSDAP an (ebenso Herberger am 1.5.1933). Im Fußball-Jahrbuch 1937 feierte Nerz die Machtübernahme der Nationalsozialisten (»Schlag auf Schlag wurde nun alles hinweggefegt, was bisher einem Aufbau im Weg stand«), und im Sommer 1943 veröffentlichte der Professor einen dreiteiligen antisemitischen Beitrag im »12-Uhr-Blatt« in Berlin, in dem es im Hinblick auf die 1920er Jahre hieß: »Auch im Sport betätigt sich der Jude als Kapitalist«, er habe zersetzenden Einfluss auf das Vereinsleben, sei »Schieber hinter der Kulisse« und habe die Sportpresse dominiert.

1945 verhaftet, starb Otto Nerz am 19. April 1949 im Sonderlager Sachsenhausen bei Oranienburg in der sowjetischen Besatzungszone.

Ulm: »Aktiver Betrieb rückläufig«

Ein anderer Traditionsverein des Südens war der Ulmer FV 94, eben 1894 aus dem 1890 gegründeten Ulmer Privat TV hervorgegangen, als sich die Fußballer selbstständig machten. Der UFV, 1939 mit Turnerbund 1846, TV 1868 und SpVgg 1889 zur TSG Ulm 1846 zwangsvereinigt, ist heute vergessen. Er hatte zahlreiche jüdische Mitglieder, wie die Festschrift »125 Jahre SSV Ulm 1846« im Jahre 1971 (und 1996 erneut mit demselben Text) berichtet. So heißt es für 1932/33: »Durchführung der Rassengesetze. Ausscheidung zahlreicher Mitglieder im Verein. Unter ihnen gute alte Freunde und Mitarbeiter, die viel am Aufbau des Ulmer Sports geleistet haben. Viel Unruhe im Verein. Aktiver Betrieb in vielen Belangen rückläufig. Im Fußball Ligaklasse gerade noch erhalten.«

Die »Dokumentation über die Verfolgung der jüdischen Bürger von Ulm«, für die Heinz Keil zahlreiche Emigranten befragte, führt 1961 an: »Fast in allen Erhebungsbogen, die zurückgesandt wurden, ist eingetragen, dass die Befragten dem UFV 94 angehört haben.« Langjähriger Vorsitzender des Vereins (und ebenso Vorsitzender des Ulmer Ruder-Club) ist bis zu seinem Tod der bekannte Arzt Dr. Hugo Wallersteiner, vom Hetzorgan »Der Stürmer« als »Musterjude von Ulm« beschimpft. Sohn Kurt Wallersteiner (geb. 1919), später in den USA Chemiker und Professor: »Auch mir wurde 1933 nahegelegt, meinen Rücktritt vom Ulmer Fußballverein zu erklären, was ich schweren Herzens tat. Rückblickend möchte ich noch sagen, dass im Fußball niemand darauf achtete, welcher Religion und welcher Volksgruppe man angehörte. Es war eine Kameradschaft, die erst mit der Entwicklung der 1930er Jahre langsam ermüdete.«

Der UFV 94 hatte 1929 den Aufstieg zur höchsten Spielklasse erreicht; zu den Akteuren gehörte auch ein Nathanson, ein Name, der auf jüdische Herkunft schließen lässt. Man war führender Fußballklub der Donaustadt und leistete sich einen ungarischen Trainer namens Molnar. Selbst in der Wirtschaftskrise zählte man noch 1.233 Mitglieder, die auch in der Leichtathletik, im Hockey und im Tennis aktiv waren. Die jüdische Hochspringerin (und Sprinterin) Gretel Bergmann schaffte es in die deutsche Spitze; 1936 wird man ihr den Olympiastart verweigern. 1932 wurde der Ulmer FV wieder Kreismeister, Spielertrainer war Georg (Schorsch) Wurzer, später ein bekannter Bundesliga-Coach.

Walter Vollweiler: Von Ulm in die Bronx

Zur Kreismeister-Mannschaft gehört Mittelstürmer Walter Vollweiler, der auch in die süddeutsche Auswahl berufen wird. Der am 17. April 1912 als zweiter von drei Söhnen des Ehepaars Samson und Betty Vollweiler geborene Spieler muss 1933 wie Gretel Bergmann und so viele andere auch den UFV 94 verlassen. Wäre es anders gekommen, vielleicht wäre Vollweiler Nationalspieler geworden. Am 9. Oktober 1932 läuft er beim 4:2 im Leipziger VfB-Stadion gegen Mitteldeutschland im Bundespokal erstmals für Süddeutschland auf; Torhüter Hans Jakob und Erich Fischer vom 1. FC Pforzheim sind bereits Nationalspieler, Willi Tiefel und Willi Lindner von der Frankfurter Eintracht werden es noch. Vollweiler feiert einen tollen Einstand als Mittelstürmer, erzielt in der 16. Minute das 3:0 und in der 53. das 4:1. »Der Fußball« aus München schreibt, Vollweiler sei »die interessanteste Spielererscheinung des Jahres in der Gruppe Südbayern«. Der Bundespokal-Einsatz bringt dem Ulmer »hohe Anerkennung der gesamten Sportpresse«, wie eine jüdische Zeitung festhält. Im Halbfinale aber wird der Ulmer durch Karl Panzner von Bayern Hof ersetzt, und als Süddeutschland am 23. April 1933 den Bundespokal gewinnt, da hätte der Jude Walter Vollweiler den Zeitläuften gemäß gar nicht mehr spielen dürfen. Noch in seiner Ausgabe vom 13.4.1933 hatte das »Israelitische Familienblatt« stolz mitgeteilt, Walter Vollweiler sei von Reichstrainer Nerz zu einem Lehrgang der Nationalmannschaft eingeladen worden. Eine Woche später berichtet dieselbe Zeitung, der Ulmer FV 94 sei »angegriffen« worden (von wem, wird nicht benannt); Stürmer Vollweiler, jüdische Vereinsgründer, Funktionäre und Aktive müssen den Verein verlassen.

Vater Samson Vollweiler, einer von sieben Viehhändlern in Ulm, steht am 1.4.1933 auf der Boykott-Liste der Nazis: »Es darf in Deutschland keinen anständigen Menschen mehr geben, der ab heute noch bei einem Juden einkauft.«

Mitte Mai meldet das »Familienblatt«: »Walter Vollweiler hat seine spielerische Tätigkeit bei Ulm 94 eingestellt und ist Berufsspieler beim Racing Club in Paris geworden.« Das schien unzutreffend zu sein, denn Anfang 1934 heißt es, er sei »vor einigen Monaten« AS Rennes beigetreten. Beim Erfolg von Rennes gegen den Racing Club Paris am 14. Januar 1934 erzielt der 21-jährige Emigrant drei Tore. Leider waren nähere Informationen aus Frankreich nicht zu erfahren.

Die Eltern Samson und Betty sind mit Walter Vollweilers elfjährigem Bruder Heinz 1937 noch in Ulm. In diesem Jahr wird im nahen Städtchen Langenau auf dem Viehmarkt etwas abseits ein gesonderter »Viehhandelsplatz für Juden und Judenknechte« ausgewiesen. Am 11. September 1938 emigrieren die Vollweilers in die USA.

Wieder am Ball sieht man Walter Vollweiler 1942 gemeinsam mit Bruder Kurt in der Eastern District Soccer League in den USA; beide spielen in New York im Sterling Oval in der Bronx für den New World Club, dessen Gegner der ebenfalls jüdische Prospect Unity Club ist, für den Hermann Cohen, der nun Howard Carlton heißt, vom VfR Bochum antritt – »Cohen, der vor acht Jahren vielleicht der beste jüdische Stürmer des Rheinlands gewesen ist« (»Aufbau«). Walter Vollweiler hatte vor der Bronx gewiss andere Kulissen gekannt: Als der UFV 94 im Jahre 1932 im Stadion Ulm ein 3:3 gegen den Deutschen Meister Bayern München erreichte, sahen 10.000 zu.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Davidstern und Lederball»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Davidstern und Lederball» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Dietrich Schulze-Marmeling - Reds
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Der König und sein Spiel
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Guardiola
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze Marmeling - Barca
Dietrich Schulze Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Der FC Bayern und seine Juden
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Der FC Bayern, seine Juden und die Nazis
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Lew Jaschin
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Celtic
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Neuer
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Ausgespielt?
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - Der Fall Özil
Dietrich Schulze-Marmeling
Dietrich Schulze-Marmeling - George Best
Dietrich Schulze-Marmeling
Отзывы о книге «Davidstern und Lederball»

Обсуждение, отзывы о книге «Davidstern und Lederball» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x