Robert Claus - Ihr Kampf

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Europas Neonaziszene trainiert für den Tag X, an dem den Ultrarechten der politische Umsturz gelingen soll. So beobachtet Autor Robert Claus eine Professionalisierung der körperlichen Gewalt. Er hat deutschland- und europaweit «Fight Nights» besucht. Seine spannenden Reportagen zeigen ein wachsendes internationales Kampfsport-Netzwerk militanter Neonazis mit Verbindungen zu Hooligans, Rechtsrockbands und Securityunternehmen. Zu Wort kommen Kampfsportler, Betroffene rechter Gewalt, Sportpolitiker und Kenner der Neonaziszene. Ein hoch brisantes und warnendes Buch.

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Beschwörung wehrhafter Männlichkeit im rassistischen Kampf

Das geht einher mit einer publizistischen Debatte über Sinn und Zweck von Kampfsport für ihre politischen Ziele. Die extrem rechte Partei „Der III. Weg“ beispielsweise hat 2018 einen Text über „Kampfsport als Bestandteil rechter Metapolitik“ veröffentlicht. Der Begriff „Metapolitik“ erlebte in der extremen Rechten über die vergangenen Jahre einen steilen Aufstieg. Er entstammt den theoretischen Überlegungen der sogenannten Neuen Rechten *, die in grobschlächtiger Anlehnung an die Thesen des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci eine eigene Vorstellung kultureller Hegemonie entwickelt hat. „Metapolitik“ ist also kein tagespolitisches Angebot, sondern zielt auf abstrahierte strategische Überlegungen. Deshalb werden in dem Text auch keine konkreten Hinweise zum Aufbau eines eigenen Kampfsportstudios gegeben, sondern generelle Ansätze zu den Themen Männlichkeit, der Rekrutierung von Nachwuchs und letzten Endes Wehrhaftigkeit ausgeführt.

Der III. Weg ist tief in den Strukturen extrem rechter Kameradschaften verwurzelt: 2013 zählten ehemalige NPD-Funktionäre und Kameradschaftsmitglieder des „Freien Netzes Süd“ (FNS) zu den Gründungsmitgliedern. Das FNS wiederum wurde 2014 in einem sich über zwei Jahre hinziehenden Prozess verboten, was den Mitgliedern die Möglichkeit bot, sich vorab neu zu organisieren. So diente die Partei von Beginn als Schutzschild vor weiteren Verbotsverfahren.

Sie versteht sich als national, revolutionär und sozialistisch: „Das Revolutionäre dabei ist die totale Erneuerung auf allen Ebenen des völkischen Lebens“, heißt es auf der Homepage. Die Mitglieder sehen sich als Elite und legen einen hohen Grad an Aktionismus an den Tag. So wird der III. Weg aufgrund seiner knapp über 500 Mitglieder medial oft als Kleinstpartei bezeichnet, was jedoch nicht zur Fehleinschätzung führen sollte, die Partei sei irrelevant. Denn der Verfassungsschutz stuft einen Großteil der Mitglieder als höchst gewaltbereit ein, viele haben Erfahrungen in körperlichen Auseinandersetzungen. Zudem lassen Begriffe, mit denen sich die Partei selbst beschreibt – national und sozialistisch – keinen Zweifel daran, in wessen historischer Tradition man sich sieht.

Nicht zuletzt ist die Partei sehr aktiv im Kampfsport: Sie unterhält eine AG „Körper und Geist“, in der Wanderungen und Kampfsporttrainings durchgeführt werden. Auch auf dem jährlich im Sommer organisierten Tag „Jugend im Sturm“ wird Kampfsport als Begleitprogramm angeboten. Darüber hinaus finden regelmäßig Kurse im Thaiboxen sowie – „kostenlos für Kinder und Jugendliche“ – zur Selbstverteidigung statt. Der Nachwuchs wird über die Gewalt rekrutiert.

Demzufolge steht im Zentrum des Textes „Kampfsport als Bestandteil rechter Metapolitik“ – wie auch allen anderen extrem rechten Publikationen zum Thema – der kriegerische Begriff der Wehrhaftigkeit. In ihm verbinden sich die zwei zentralen Merkmale extrem rechter Ideologie: die sozialdarwinistische Befürwortung von Gewalt mit der Grundüberzeugung der Ungleichwertigkeit menschlichen Lebens. Denn der Begriff der Wehrhaftigkeit funktioniert nur durch die notwendige Beschwörung einer äußeren Bedrohung. Sie dient dazu, die eigene gewalttätige Männlichkeit zu legitimieren.

So beginnt auch der Text des III. Wegs mit einer rassistischen Konstruktion: „Fast täglich muss die autochthone Bevölkerung zuschauen, wie Volksangehörige durch kulturfremde Migranten drangsaliert werden, was sich aufgrund weiteren ungebremsten Zuzuges sog. Flüchtlinge verstärken dürfte“, lautet der zweite Satz. Nicht nur wird die migrationsgeprägte Vielschichtigkeit der bundesrepublikanischen Gesellschaft durch die künstliche Trennung zwischen „autochthoner Bevölkerung“ einerseits und „Flüchtlingen“ andererseits negiert. Auch sollen Begriffe wie „kulturfremd“, „drangsaliert“ und „ungebremst“ den Eindruck erwecken, die deutsche Bevölkerung erlebe die Panik eines unkontrollierten Ausnahmezustands. Mit derlei rhetorischen Mitteln versucht nicht nur der III. Weg stetig, den Rassismus in der gesamtdeutschen Bevölkerung anzufachen.

Im zweiten Schritt wird das elitäre Selbstverständnis gegen den verhassten Liberalismus in Stellung gebracht: „In Zeiten der propagierten Geschlechtsneutralität bzw. der Gleichmacherei ist Kampfsport eins der wenigen Bindeglieder, in der der deutsche und westeuropäische Mann sich seiner Männlichkeit noch bewusst sein darf.“ Es geht um die Beschwörung traditioneller, gewaltvoller Männlichkeit als Ideal der extremen Rechten. Wenngleich es medial weniger Aufmerksamkeit erhält, wettern extrem rechte Gruppen seit Jahren gegen Gleichstellungspolitik, haben in den 2000er Jahren aktiv am rechten Anti-Gender-Diskurs mitgewirkt. Kampagnen gegen die sogenannte politische Geschlechtsumwandlung gehören zu den frühen Vorläufern der AfD.

Und schließlich wird deutlich, worum es extrem rechten Männern eigentlich geht, wenn sie schreiben: „Die Ausübung von Kampfsport innerhalb der Rechten ist schon deshalb unverzichtbar, um deutsche Jugendliche nicht kriminellen Strukturen zu überlassen, bei deren Mitgliedern es sich nicht selten auch um Personen mit Migrationshintergrund handelt und welche sich ihrer Männlichkeit noch bewusst sind.“ Offener kann der extrem rechte Mann den eigenen Neid kaum zugeben: Im Zentrum der Argumentation – mit all ihren rassistischen Zuschreibungen – steht keine Kritik an beispielsweise sexualisierter Gewalt oder patriarchaler Macht, sondern das Gefühl, sich in seiner angestrebten, weißen und männerbündischen Herrschaftsposition gekränkt zu sehen.

Diese Mischung aus Größen- und Verfolgungswahn kommt besonders in den Diskussionen um die Kölner Silvesternacht zum Jahreswechsel 2015/2016 zum Ausdruck. Denn nicht nur im Text des III. Wegs, sondern auch in der extrem rechten Dortmunder Szenezeitschrift Nationaler Sozialismus Heute , kurz N.S. Heute, vom Frühjahr 2019 wird gefragt, „weshalb deutsche Männer in der berüchtigten Kölner Silvesternacht 2015/16 ihre Frauen nicht vor den Angriffen (…) schützen konnten“. In klassisch rassistischer Hetze und entgegen aller empirischen Statistiken wird das Thema sexualisierte Gewalt auf „Fremde“ und Einwanderer projiziert. Letzten Endes aber geht es in den Texten kaum um die leidvollen Erfahrungen der betroffenen Frauen, sondern einzig und allein um die gefühlte Ohnmacht extrem rechter Männer.

Dem könne nur eine gewalttätige deutsche Männlichkeit entgegengestellt werden, schreibt der Autor weiter. Extrem rechte Kampfsportgruppen „erschaffen eine neue Wehrhaftigkeit, die nach außen strahlt“, so die militante Kampfansage in N.S. Heute . Auch im Text des III. Wegs heißt es: „Im Kampfsport treffen oftmals noch Kerle zusammen, die die vier Tugenden der Männlichkeit besitzen, und zwar Kraft, Mut, Kompetenz und Ehre. (…) Zudem werden kampfsporterprobte Identitäre und Volkstreue viele andere junge Deutsche anziehen, denn die unter Migranten zu (sic!) leidende Jugend sucht meistens einen starken Schutz bzw. eine Rückendeckung.“ Dem gesamten Text liegt die grundsätzliche These extrem rechter Ideologie zugrunde, Kampf sei das natürliche Prinzip menschlichen Daseins, nur durch Kampf ließen sich Männlichkeit, Hierarchie und Identität herstellen.

Training für den Tag X

Historisch betrachtet hat eine derart kriegerische Aufladung von Kampfsport eine lange Tradition in der extremen Rechten. Schon Adolf Hitler pries im zweiten Band von „Mein Kampf“: „Boxen und Jiu-Jitsu sind mir immer wichtiger erschienen als irgendeine schlechte, weil doch nur halbe Schießausbildung.“ Zudem lobte er das Boxen, das „den Angriffsgeist (…) fördert, blitzschnelle Entschlusskraft verlangt, den Körper zu stählerner Geschmeidigkeit erzieht“. Auch der Autor Wolfram Werner argumentierte in seinem 1939 erschienenen Buch „Die Waffe Jiu-Jitsu und Judo-Kampf-Sport“, dass Jiu-Jitsu und Judo „Wehrhaftigkeit, Kameradschaft und zielsichere Entschlossenheit“ vermitteln würden. Aus der nationalsozialistischen Ideologie leitete sich ein militaristischer Erziehungsauftrag unter Einsatz von Kampfsport ab.

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