Walther von Hollander - Oktober

Здесь есть возможность читать онлайн «Walther von Hollander - Oktober» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Oktober: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Oktober»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Berlin in den dreißiger Jahren. Professor Zylverkamp ist ein angesehener Maler, der seine künstlerischen Hochs und Tiefs durchlebt. Augenblicklich aber ist er völlig aus der Spur geraten. Er liebt seine 30 Jahre jüngere Schülerin Maria von Nemesch. Und was die Sache noch schlimmer macht: Diese Liebe wird erwidert. Für Maria hat dies jedoch zur Konsequenz, dass sie sich mit Macht dem Zugriff des Professors zu entziehen versucht. Denn er ist mit Renate verheiratet, die vor 14 Jahren ihren Mann wegen des Professors verlassen hatte. Maria sieht den Ausweg darin, sich mit Guido von Wrede zu verloben, den sich aufrichtig schätzt. Und so spitzen sich die Dinge zu in diesem Oktober, dessen einzelne Tage der Leser begleitet. AUTORENPORTRÄT Walther von Hollander (1892–1973) war ein deutscher Schriftsteller. Der Erzähler betätigte sich auch auf dem Gebiet der Partnerschafts- und Lebensberatung und als Drehbuchautor.Hollander, Sohn eines Pastors im Baltikum, studierte an den Universitäten von Berlin, Heidelberg, Jena und München Nationalökonomie, Literatur und Philosophie und promovierte zum Doktor der Philosophie. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Soldat teil, war danach in München als Verlagslektor und Kritiker, aber auch als Schauspieler tätig. 1922 kam er nach Berlin, wo er, von Theodor Wolff, dem damaligen Chefredakteur des Berliner Tageblattes, gefördert, bald als freier Schriftsteller lebte. Zunächst arbeitete Hollander in Nebentätigkeiten für ein Antiquariat und den PEN-Club, später auch für Film und Rundfunk. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat der Romanschriftsteller vermehrt als Kolumnist und Funkschriftsteller, aber auch als Hörfunkmoderator hervor. 1967 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Oktober — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Oktober», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

„Guido von Wrede“, sagte Maria und lachte. Denn Ilse hatte sich im Bett hingekniet und flüsterte ganz andächtig: „Guido von Wrede ... das ist ja wunderbar. Der gescheite und erfolgreiche Guido.“

Sie küßte die Schwester leidenschaftlich. Sie hatte Freudentränen in den Augen. „Oh, wie ich mich freue. Und du? Freust du dich gar nicht? Doch, sicher! Du mußt dich doch freuen. Guido von Wrede! Komm, ich muß es gleich dem Regierungsrat erzählen.“

Maria hielt sie fest. „Untersteh dich“, sagte sie, „es ist ganz und gar geheim. Keiner weiß es. Nicht einmal wir ganz genau.“

„Guido von Wrede“, wiederholte Ilse zärtlich. „Ich traf ihn vor zwei Jahren in Wiesenberg. Er war so still und dabei so lustig. So adrett, nicht wahr, und immer aufmerksam. Man merkt es ihm gar nicht an, daß er so fleißig ist, und das merkwürdigste: er spricht selten von sich und niemals von seinen Erfolgen. Daß es solche Männer gibt! Ich mag ihn riesig!“

„Ich mag ihn auch ganz riesig“, sagte Maria.

Ilse hatte sich auf die Fensterbank geschwungen. Sie starrte beglückt hinaus, als breite sich unten eine herrliche Landschaft. Aber man sah nur Häuser. Eine fremde Wohnung war genau gegenüber, mit einem Balkon, putzig verputzt mit Efeu, verrankt mit wildem Wein, eine Laubhöhle an einem nackten Steinhaus. Und wenn man sich hinausbeugte, sah man Straßenlaternen, wo Bäume hätten stehen müssen, und schräg gegenüber einen Schlächterladen mit Würsten im Fenster, einem halben Schwein und einem Ochsenviertel.

„Ich freu’ mich so“, sang Ilse, „ich freu’ mich so.“

Maria wurde ein wenig mutiger unter Ilses Freude. Der doppelte Schreck von gestern, der sie die Nacht über verfolgt hatte, der Schreck über das plötzliche Auftauchen Zylvercamps und der nicht ganz klare Schreck über diesen Baudis ... sie wichen ein wenig zurück.

Sie sagte: „Wenn ich den Guido heirate, werde ich viel Zeit haben. Wahrscheinlich kommt er in den Generalstab, und da arbeiten sie ja eigentlich immer. Ich habe ihn auch gefragt, wozu er eigentlich eine Frau braucht. Er sagte: um mit den Gedanken irgendwo zu Hause zu sein. Hübsch, nicht wahr? Aber ich brauche nicht zu sitzen und zu warten. Ich werde ein Atelier haben.“

Ilse winkte ab. „Das wird nur zuerst sein, später wirst du nicht mehr malen wollen. Und wenn erst Kinder da sind ...“ Sie brach seufzend ab.

Maria hatte sich aufgesetzt. „Davon verstehst du nichts, Ilse“, sagte sie scharf und beinahe böse. „Ich werde immer malen. Ebenso kannst du einem Menschen sagen: Du wirst nicht mehr atmen wollen, wenn du erst Kinder hast. Immer und unter allen Umständen werde ich malen. Hast du verstanden?“

Ilse erwiderte nichts. Sie brach das Gespräch einfach ab. Wenn Maria dieses Gesicht machte, ein Gesicht, steinern, mit Falten rechts und links vom Mund wie eine Meduse, dann hatte es keinen Zweck, zu sprechen ...

2

Es war nachmittags um drei. Die Sonne kam bei ihrem Gang über die wipfelbunten Tiergartenbäume am Turm der Kaiser-Friedrich-Kirche vorbei und fiel in das Atelier Zylvercamps.

Sie prallte mit Bündeln von Sonnenstrahlen durch das Glasdach, durch die Glaswände und füllte den Raum mit flirrender Helligkeit und einer trockenen, angenehmen Hitze. Denn ein leichter, kühlender Wind kam von den Bäumen her, ein Nordwestwind, genau aufs Atelier gezielt.

Zylvercamp liebte diese Sonnenstunde am meisten. Es war seine beste Arbeitsstunde. Er hatte das Atelier so in die Hausecke brechen lassen, daß er die ganze Nachmittagssonne bekam, wenn sie überhaupt schien. Er haßte die Nordateliers mit der kellrigen Schattenluft, aus der auch — wie er sagte — nur Schattenbilder kommen konnten, von Leuten gemalt, die durch die Sonne in ihrem Farbsinn gestört wurden. Die also den Quell aller Farbigkeit nicht ertragen konnten. Die künstliches Nordlicht haben mußten, Häuserlicht, Kalklicht, damit ihre kümmerlichen Farben nicht das letzte Leuchten verloren.

Zylvercamp betrat jetzt sehr schnell das Atelier. Er kam vom Nachmittagsschlaf. Seine rechte Wange war kindhaft gerötet, und der rötliche Haarkranz, der seine Glatze umstand — lockig und nun mehr und mehr von Grau durchsetzt, das langsam das Sonnenrote im Haar auslöschte —, war ein wenig verwühlt. Er trug ein blusiges blaues Hemd mit Taschen und sehr weite blaue Leinwandhosen, seine gewöhnliche Arbeitskleidung.

Er trank schnell eine winzige Tasse Mokka, die in einer Ecke des Ateliers aufgestellt war, und stopfte eine seiner langen, dünnstengligen Holländerpfeifen, während er schon das Bild betrachtete, das auf der Staffelei stand.

Es war ein Selbstporträt. Zylyercamp, im blauen Hemd und blauen Leinwandhosen, malend. Als er mit einundzwanzig Jahren das erste wirklich gute Selbstporträt gemalt hatte, hatte ihm Trübner, sein Lehrer in Karlsruhe, aufgetragen, er solle alle sieben Jahre ein Selbstporträt malen. Merkmale am eigenen Lebensweg. Ehrliche, ganz und gar ehrliche Spiegelfängereien.

Zylvercamp hatte es treulich eingehalten und bis auf das Selbstporträt von damals, den Einundzwanzigjährigen mit einer Stahlbrille darstellend, mit einer Löwenmähne roten Haares, mit Koteletten wie ein Bohemien, mit hellen Hosen wie ein Geck, mit guten, hellen, klaren Augen und einem unfertigen, gierigen Mund ... bis auf diese Jugendarbeit, die in der Nationalgalerie hing und von da in die Lexika und Kunstgeschichten gewandert war, besaß er alle Selbstporträts.

Er brauchte nur in jenen Winkel hinter dem Diwan an den „Giftschrank“ zu gehen und sie rauszuholen. Er hatte nicht übel Lust dazu. Aber zuerst mußte er arbeiten. Keine Entschuldigung galt mehr. Er war in den letzten Tagen nicht vorwärtsgekommen. Er hatte gefaulenzt und gepatzt. Er war spazierengegangen, als ob man jemals Zeit hätte. Als ob man „später“ irgendwas nachholen könnte. Er wußte genau, daß jede Zeit nur ihr eigenes Werk kennt, daß nichts nachgeholt werden kann, wenn die Zeit vorbei ist.

Also angefangen! Das Modell, den Maler Zylvercamp, vorsichtig von der Seite im Spiegel angegangen. In den hellen Augen saß noch etwas Schlaf. Nein, wenn man näher zuschaute, die Kälte und die Schrecken der Dunkelheit. Wenn man ganz genau hinschaute und wagte, das Geschaute zu malen, so mußte in den Augen langsam der Tod hervorglimmen.

Und was war Tod? Nichts mehr sehen können, nichts mehr unterscheiden können, nichts mehr empfinden, nichts mehr gestalten können. Nichts, niemals mehr malen können. Also vorwärts, male jetzt wenigstens den Tod, wenn er zum Vorschein kommt.

Aber es war nicht der Tod. Es war der Traum, der in den Augen saß. Ein Traum allerdings, sehr nahe am Tod.

Die Ebene um die Bauernkate zu Hause in Ohrau kam darin vor. Die Nesselgrube gleich hinten am Erlengebüsch mit dem winzigen Teich im Grunde, in dem die Feuersalamander hockten, über dem die Gössel schnatterten. Die Nesselgrube, in der die alte Matratze verschimmelte und verrottete, die Kochtöpfe und Eimer ohne Boden und vor allem jene Blechkaffeekanne, die der Großvater sich immer zurückholte, weil sie sein Leben begleitet hatte und die deshalb nicht verrosten durfte, sondern das Gnadenbrot haben sollte in der Dämmerecke über dem Herd im Altenteil. Aber der Vater, ein sehr harter Mann, ein Mann, der für das „Vernünftige“ war, brachte sie immer wieder in die Nesselgrube zurück.

Eine löchrige Kanne aufbewahren, welch ein Unsinn!

Zwischen diesem Gerümpel, den Resten eines armen Lebens, wuchsen die Nesseln, dunkelgrün und üppig. Die nährten sich gut von Rost und Schimmel.

Und nun der Traum: Zylvercamp wachte als Knabe in seinem Kinderbett auf, weil das Bett plötzlich viel zu klein wurde. Er war in einer Nacht riesenhaft gewachsen, ein Mann geworden. Eine Stimme aber rief ihm zu, er solle aufstehen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Oktober»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Oktober» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Walther von Hollander - Kleine Dämonen
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Lucia Bernhöven
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Der Granatapfelbaum
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Grenze der Erfüllung
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Akazien
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Auf der Suche
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Als wäre nichts geschehen
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Zehn Jahre, zehn Tage
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Licht im dunklen Haus
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Therese Larotta
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Komödie der Liebe
Walther von Hollander
Walther von Hollander - Vorbei ...
Walther von Hollander
Отзывы о книге «Oktober»

Обсуждение, отзывы о книге «Oktober» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x