Ronny Blaschke - Gesellschaftsspielchen

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NOMINIERT ZUM FUSSBALLBUCH DES JAHRES 2017! Im deutschen Fußball gibt es viele gemeinnützige Projekte und Stiftungen. Es scheint mittlerweile zum guten Ton zu gehören, dass sich Klubs und Spieler sozial engagieren und gegen Diskriminierung stark machen. Doch wie ernst gemeint und langfristig ist dieses Engagement? Handelt es sich um wirksame Maßnahmen oder scheinheilige Imagepflege? Ronny Blaschke sprach u.a. mit Nationalspieler Per Mertesacker, dem Mäzen Dietmar Hopp und der Grünen-Politikerin Claudia Roth. Er betrachtet das Berliner Flüchtlingsprojekt «Champions ohne Grenzen», bewertet Stiftungsmodelle und analysiert die Rolle der ehrenamtlichen Helfer an der Basis. Sein Fazit: DFB, Spitzenklubs und Sponsoren reagieren mit ihren sozialen Projekten vor allem auf aktuelle Schlagzeilen, während die nachhaltigen Initiativen an der Basis entstehen. Wie politisch muss der Fußball sein? Mit seinem Buch liefert Blaschke eine kritische Analyse der gesellschaftlichen Rolle des deutschen Fußballs.

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Am Anfang der Recherchen für dieses Kapitel steht eine einfache Frage: Wie sozial ist der DFB? Doch schon auf den zweiten Blick wird es kompliziert. Was soll das eigentlich sein, dieser DFB? Ein Verband, ein mittelständisches Unternehmen oder ein Weltkonzern? Der gemeinnützige DFB hat fast sieben Millionen Mitglieder. Er besteht aus 27 Verbänden: 21 Landes- und fünf Regionalverbänden sowie dem Ligaverband. Die 240 hauptamtlichen Mitarbeiter des DFB schaffen den Rahmen für 1,7 Millionen ehrenamtliche Helfer.

Zum DFB gehören fünf Gesellschaften und drei Stiftungen. Er besitzt Immobilien, unterhält Sportschulen, bespielt ein Museum. Er beruft Ausschüsse, Kommissionen, Arbeitsgruppen. Seine bekannteste Marke ist die Nationalmannschaft, gesponsert von milliardenschweren Unternehmen. Der DFB kooperiert mit Dutzenden Organisationen aus Politik, Kultur, Zivilgesellschaft. Diese Partner wollen etwas geben, doch sie verfolgen auch eigene Interessen. Die grundsätzliche Frage muss also genauer formuliert werden: Gibt es einen gesellschaftspolitischen Leitgedanken im System DFB?

Erkenntnisse dazu verspricht der Julius-Hirsch-Preis, eine Auszeichnung für Personen und Gruppen, die sich gegen Diskriminierung stark machen, benannt nach dem in Auschwitz ermordeten Nationalspieler jüdischen Glaubens. Im Oktober 2015 treffen sich in einem gehobenen Leipziger Hotel die Preisträger der vergangenen zehn Jahre. In Workshops diskutieren linke Ultras der Münchner Schickeria mit Sozialarbeitern von Borussia Dortmund. Engagierte Ruheständler aus Oberfranken tauschen sich mit Jugendlichen aus Bremen aus, moderiert wird das Ganze von kritischen Referenten.

Die meisten der 80 Teilnehmer sind ehrenamtlich aktiv. Einige erzählen, sie seien an der Belastungsgrenze und würden von Neonazis bedroht. Anderen Projekten droht die Abwicklung, aber der Hirsch-Preis habe ihnen geholfen. Mit fortschreitender Dauer öffnen sie sich mehr und mehr, insbesondere beim Abendessen. Man spürt ihr seltenes Wohlbefinden, mal unter Gleichgesinnten zu sein. Der DFB hat dafür einen angenehmen Rahmen geschaffen.

Wobei: Wo ist er eigentlich, dieser DFB? Seine Funktionäre und Mitarbeiter, die an dem Treffen teilnehmen, lassen sich an einer Hand abzählen. Auch von den Präsidiumsmitgliedern der Landesverbände ist niemand zu sehen. Dabei sind viele in der Stadt, schließlich findet am nächsten Abend in Leipzig ein Ländespiel gegen Georgien statt. An einem solchen Wochenende stehen etliche Termine und Empfänge an: mit Sponsoren, Politikern, verdienstvollen Nationalspielern. Für die Träger des Julius-Hirsch-Preises, die mit ihrem Wissen so schnell nicht wieder zusammenkommen werden, scheinen sich die Amtsträger wenig zu interessieren.

Oder vielleicht warten sie auch die Auszeichnung der aktuellen Preisträger ab, die am folgenden Nachmittag in einem schick hergerichteten Veranstaltungszentrum stattfindet, wenige Stunden vor dem Länderspiel. Wieder ist es eine Begegnung der Widersprüche: Zu Beginn stellt die junge Theatergruppe einer Karlsruher Schule vor 300 Gästen den Leidensweg von Julius Hirsch szenisch nach. Eindringlich, aber ohne Pathos.

Dann folgen Interviews mit Jurymitgliedern. Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München, Charlotte Knobloch, bedanken sich überschwänglich bei Wolfgang Niersbach, der zu jenem Zeitpunkt noch DFB-Präsident ist und als ziemlich unpolitisch gilt. Niersbach gibt den Dank wortreich zurück. Vor allem an Schily, obwohl sich dieser als Jurymitglied beim DFB selten eingebracht hatte. Zudem lehnte es der Sozialdemokrat bei der Verleihung 2010 kurzfristig ab, die Laudatio auf den Roten Stern Leipzig zu halten. War der Verein in seinen Augen zu links?

Die Festrede 2015 in Leipzig hält Thomas de Maizière. Der Innenminister steht damals wegen seiner Flüchtlingspolitik in der Kritik und kann unverfängliche Auftritte im Sport gut gebrauchen. Wie Niersbach und Schily beschwört er in wolkigen Sätzen ein Bewusstsein für die Geschichte und äußert sich allgemein gegen Rassismus. De Maizière verweist auf das Netzwerk, das auch durch sein Ministerium auf den Weg gebracht wurde: „Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsextremismus“. Doch im Umfeld des DFB ist es ein offenes Geheimnis, dass sich die Sportabteilung des Ministeriums mehr für die olympische Spitzensportförderung interessiert als für die Prävention gegen Rechts. Es stand sogar zur Debatte, dass die Behörde eine aufwendig produzierte Wanderausstellung zum Thema aus dem Verkehr zieht, obwohl diese über zwei Jahre dutzendfach angefragt worden war.

So fällt beim Julius-Hirsch-Preis auch das auf, was fehlt: Konstruktive Aussagen zur AfD und zu Pegida sowie klare Positionen zu den fremdenfeindlichen Anschlägen in den sächsischen Gemeinden Freital und Heidenau. Vielleicht hätten die drei Preisträger dazu Stellung bezogen, aber ihre Redezeit liegt zusammen nicht mal bei zehn Minuten. Und auch nach der Ehrung gehen wenige Verbandsvertreter auf die Preisträger zu. Zwei Funktionäre kritisieren an einem Stehtisch, dass ihnen die Zeremonie zu lang gedauert habe. Viele Sportjournalisten sind gleich ganz ferngeblieben, obwohl wegen des Länderspiels mehr als hundert von ihnen in der Stadt sind. Einige müssen sich scheinbar von ihrem Rundgang am Vormittag ausruhen, RB Leipzig hatte in seine Nachwuchsakademie geladen.

Der DFB ließ sich die Verleihung des Julius-Hirsch-Preises und die Tagung der bisherigen Preisträger schätzungsweise 200.000 Euro kosten. Auf diesem Niveau können nur wenige Institutionen der Zivilgesellschaft eine Vernetzung organisieren. Zu keinem anderen Anlass bringt der Verband Engagierte mit so unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Doch selbst der Julius-Hirsch-Preis ist auch eine Bühne für Eitelkeiten. Verbandsvertreter, Partner, Sponsoren können sich für zwei Stunden vergewissern, dass sie Anteil nehmen am Leid der Holocaust-Opfer. Dass Juden, Muslime oder Sinti und Roma auch in der Gegenwart massiv ausgegrenzt und attackiert werden, kommt dabei nur am Rande zur Sprache.

Egidius Braun stieß den Wandel an

Dieser Eindruck wird sich während der Recherchen verfestigen: Der DFB entwickelt immer mehr Konzepte, aber er meidet politische Kontroversen in der Öffentlichkeit. Er bewegt sich zwischen einer inhaltlichen Vertiefung intern und einer oberflächlichen Vermarktung nach außen. Liegt das an seinen Verantwortlichen oder an der strengen Hierarchie im Verband? Oder orientiert er sich am Mehrheitsgeschmack der Medien, die sich beim Julius-Hirsch-Preis auf Niersbach, Schily und De Maizière konzentrierten, aber die unbezahlte Arbeit der Aktivisten kaum wahrnahmen.

Sieben Interviews mit haupt- und ehrenamtlichen Vertretern des DFB sind in dieses Kapitel geflossen. Kaum jemand von ihnen blickte kritisch auf die eigenen Strukturen, aber fast alle wirkten misstrauisch gegenüber dem Journalismus an sich. Sie scheinen sich sicher zu sein, dass der DFB nur für seine Skandale beurteilt wird und nicht für seine sozialen Projekte. Sie scheinen zu glauben, dass sich Außenstehende nicht in das DFB-Geflecht der Abhängigkeiten hineindenken können – und wollen. Und sie scheinen zu denken, dass niemand die Gegenwart des Verbandes mit seiner Vergangenheit abgleicht. Denn gemessen an seiner Geschichte hat sich beim DFB tatsächlich einiges zum Guten gewendet. Nur sollte die Geschichte nicht immer als Vergleichsmaßstab herhalten.

„Der DFB nimmt seine gesellschaftliche Verantwortung seit langem wahr.“ Dieser Satz wird nahezu von allen Interviewpartnern ausgesprochen. Es ist eine selbstbewusste Innenansicht, die allerdings Ansprüche und Maßstäbe von außen nicht berücksichtigt. In den Chroniken des Verbandes liegen seine sozialen Wurzeln schon weit zurück: 1951 wurde der DFB-Sozialausschuss gegründet, um Mitgliedern einen speziellen Versicherungsschutz zu bieten. Vier Jahre später entstand das DFB-Sozialwerk für die Unterstützung notleidender Mitglieder, vor allem von verletzten Spielern und deren Familien.

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