Ronny Blaschke - Gesellschaftsspielchen

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NOMINIERT ZUM FUSSBALLBUCH DES JAHRES 2017! Im deutschen Fußball gibt es viele gemeinnützige Projekte und Stiftungen. Es scheint mittlerweile zum guten Ton zu gehören, dass sich Klubs und Spieler sozial engagieren und gegen Diskriminierung stark machen. Doch wie ernst gemeint und langfristig ist dieses Engagement? Handelt es sich um wirksame Maßnahmen oder scheinheilige Imagepflege? Ronny Blaschke sprach u.a. mit Nationalspieler Per Mertesacker, dem Mäzen Dietmar Hopp und der Grünen-Politikerin Claudia Roth. Er betrachtet das Berliner Flüchtlingsprojekt «Champions ohne Grenzen», bewertet Stiftungsmodelle und analysiert die Rolle der ehrenamtlichen Helfer an der Basis. Sein Fazit: DFB, Spitzenklubs und Sponsoren reagieren mit ihren sozialen Projekten vor allem auf aktuelle Schlagzeilen, während die nachhaltigen Initiativen an der Basis entstehen. Wie politisch muss der Fußball sein? Mit seinem Buch liefert Blaschke eine kritische Analyse der gesellschaftlichen Rolle des deutschen Fußballs.

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Als Ehrenamtsbeauftragter des Berliner Fußball-Verbandes denkt Gerd Liesegang fast täglich über Formen nach, um junge Menschen für Vereine zu motivieren. Doch er ist sich auch bewusst, dass sich sein Lebensweg kaum wiederholen lässt. Das wird deutlich auf einem Rundgang durch seine Arbeitswelt bei den Berliner Verkehrsbetrieben, an einem ihrer Standorte im Wedding. In riesigen Hallen werden dort die mehr als 1.200 U-Bahn-Waggons der Hauptstadt regelmäßig gewartet. Mit 16 Jahren hatte Liesegang bei der BVG seine Ausbildung begonnen, bis 1995 hat er als Handwerker gearbeitet. Die meisten der 260 Mitarbeiter auf dem Gelände kennt er seit vielen Jahren. Er ist seit mehr als 40 Jahren bei der BVG beschäftigt, länger ist er nur dem Fußball treu geblieben.

Neben der Reparaturhalle teilt sich Gerd Liesegang ein Büro mit einem Kollegen. Neben dem Computerbildschirm liegt ein kleiner Fußball aus Gummi, ansonsten deutet wenig auf seinen Sport hin. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich Papiere und Fachliteratur. Liesegang schult bei der BVG Mitarbeiter für Flurförderfahrzeuge, vor allem Gabelstapler. Pro Jahr stehen ihm 30 Urlaubstage zu, 20 nutzt er für den Fußball. Unter der Woche steht er um vier Uhr auf, damit er halb sechs im Büro ist – und nach Dienstende ab 14 Uhr Fußballtermine wahrnehmen kann. Überschneidungen zwischen Beruf und Fußball lassen sich nicht vermeiden. „Ich bin dankbar, dass meine Kollegen mich unterstützen. Und für diejenigen, die hier mit Fußball weniger anfangen können, darf ich keine Angriffsfläche bieten. Die Arbeit darf durch das Ehrenamt nicht leiden.“ Durchschnittlich muss er pro Woche zweimal seinen Arbeitsplatz vorübergehend verlassen, für einen Fußballtermin im Senat oder für Sicherheitsabsprachen mit dem Staatsschutz.

Jüngere Menschen nehmen seltener Verantwortung wahr

Die Freiheiten, die sich der Junggeselle Liesegang im Job erarbeitet hat, bleiben für jüngere Kollegen oft unerfüllbar. Ihre Ausbildung, ihr Studium, ihr Familienleben sind eng getaktet. Der Trend geht zu einem kurzfristigen, sprunghaften Engagement, erläutert Sebastian Braun, seit 2009 Professor an der Humboldt-Universität in Berlin: „Viele Vereine und Verbände setzten noch sehr stark auf die Ochsentour, auf traditionelle Bindungen. Doch die Mobilität vieler Menschen nimmt zu: Für sie ist es keine Option, ein Leben lang einer Organisation treu zu bleiben.“ Statt einer vererbten Verpflichtung wächst die projektbezogene Verantwortung, nicht nur im Fußball: die Mitarbeit bei der Weihnachtsfeier, die Programmierung der Vereinshomepage, der Fahrdienst für die Nachwuchskicker. Hat der Begriff Ehrenamt ausgedient? Sollte man eher von einem Aufgabenfeld sprechen? Oder von einem Volunteer, einem freiwilligen Helfer?

Die Vereine haben es schwerer, ihre zentralen Posten zu besetzen. Das geht aus dem Sportentwicklungsbericht hervor: Neun Prozent der Vereine nehmen dieses Problem als bedrohlich war. Nur langsam wächst die Zahl von Menschen mit Zuwanderergeschichte, die sich über Training und Wettkampf hinaus engagieren (siehe Seite 167). 2010 waren 13 Prozent der Migranten aktiv, sechs Prozent mehr als 2007. Der stärkste Zuwachs ist dagegen bei Menschen zu erkennen, die älter als 65 Jahre sind. Jüngere, etwa zwischen 27 und 40, nehmen seltener Verantwortung wahr. Doch wenn sie ein Amt übernehmen, ist die Chance groß, dass sie bis ins hohe Alter weitermachen. Immer mehr Vereine gehen Partnerschaften mit Schulen oder Universitäten ein, in Berlin auch mit dem Fußball-Bundesligisten Hertha BSC und dem Basketballklub Alba. In Übungseinheiten tauschen Lehrer und Trainer ihre Erfahrungen aus. Und wecken das Interesse von Schülern fürs Ehrenamt.

Langsam heben Sportverbände das Thema auf ihre Agenda, um ihr „Freiwilligenmanagement“ zu entwickeln. Auch mit Blick auf den demografischen Wandel: 2008 zählte der DFB 180.000 Mannschaften in seinem Spielbetrieb, inzwischen sind es 15.000 weniger. Der Verband beschreibt die zentralen Aufgaben seiner Vereine als „Viererkette des Ehrenamts“. Gewinnen, Qualifizieren, Binden und Verabschieden. Nicht Anzeigen oder TV-Sports seien bei der Werbung von neuen Mitarbeitern entscheidend, sondern persönliche Einladungen. Zudem eine fortwährende Qualifizierung und eine Kultur der Wertschätzung. 2014 sind von DFB und DFL rund 30 Millionen Euro an die Amateure geflossen. Der DFB lädt Ehrenamtliche zu Länderspielen ein, Führungskräfte der Regionalverbände können Jugendteams im Dezember nach Israel begleiten. Der Verband hat den WMPokal von 2014 auf eine Tour durch 60 Vereine und Kreise geschickt. Auf der Internetseite fussball.de stellt er ein breites Service-Angebot zur Verfügung. In einer Kampagne seines Masterplans hat er seine Basis gewürdigt: „Unsere Amateure. Echte Profis“. Im hauseigenen „DFB-Journal“ berichtete die Medienabteilung, dass die Kampagne mit Marketingpreisen ausgezeichnet worden ist.

Handelt es sich um ernsthaftes Interesse oder Marketing? Um Empathie oder Anbiederei? Gerd Liesegang hat unterschiedliche Seiten des DFB kennengelernt. Die freundliche zum Beispiel an einem grauen Novembermorgen in Schöneberg, wo sich die Delegierten des Berliner Fußball-Verbandes zu ihrem Verbandstag treffen. An den Tischreihen sitzen Männer im Alter zwischen 50 und 70, die meisten von ihnen sind die Ochsentour gegangen, Jahrzehnte loyal ihrem Verein gegenüber. Rainer Koch, der 1. Vizepräsident des DFB, ist aus Bayern angereist. Auf der Bühne hält er eine Hymne auf Liesegang, der bis dahin schon ein Dutzend Auszeichnungen erhalten hat, das Bundesverdienstkreuz am Bande bereits mit 36. Koch würdigt ihn mit einer hohen Ehrung des Europäischen Verbandes UEFA. Die 150 Gäste erheben sich und applaudieren. Liesegang steht nicht gern im Mittelpunkt, nach einigen Sekunden drückt er seine Hände dämpfend nach unten, die Kollegen mögen doch bitte aufhören. Es gibt Funktionäre, die geben seine Ideen als ihre aus und feiern sich als Führende des Fortschritts. Liesegang ist verärgert darüber, doch diese kurzen Momente im Rampenlicht entschädigen ihn dafür, das gibt er nach zweimaligem Nachfragen zu: „Anerkennung braucht jeder Mensch.“

Wenn diese Anerkennung ausbleibt, dann kann der gelassene Herr Liesegang auch lauter werden. Oder er fühlt sich besonders motiviert. In einer internen Sitzung in Frankfurt fragte ihn ein DFB-Direktor mit herablassendem Unterton: „Machen die Berliner überhaupt irgendwas?“ Liesegang musste schlucken, flog frustriert nach Hause, packte noch in der Nacht Broschüren, Flyer, Zeitungsartikel und DVD zusammen. Er schickte das Paket an den unwissenden Direktor, eine differenzierte Antwort erhielt er nicht. In den vergangenen Jahren hat Liesegang seine Reisen in die DFB-Zentrale eingeschränkt. Oft war er nach zwei, drei Stunden in seinem Berliner Büro nach Frankfurt zu Versammlungen geflogen, die mitunter früher beendet waren als geplant. Denn die Teilnehmer hatten sich nichts mehr zu sagen. Die Zeit war verloren.

Starke Einzelpersonen überdecken Schwächen des Apparates

Liesegang kann nicht viel anfangen mit bedingungslosen Loyalitätsbekundungen in Verbandshierarchien. Wenn ihm etwas aufstößt, dann spricht er es aus. 2009 sagte er in mehreren Interviews, dass der DFB in der Prävention gegen sexuelle Gewalt nichts zu bieten habe. In der Zentrale war man erbost. Liesegang scherte das nicht, er ist weniger auf den DFB angewiesen, sondern mehr auf sein Netzwerk in Berlin. BFV-Präsident Bernd Schultz unterstützt ihn nach Kräften. Liesegang intensivierte die Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt. Zwölf Missbrauchsfälle sind allein in einer Saison in Vereinen auffällig geworden: Ein Trainer gab zwölf Jahre alten Spielern Alkohol und verleitete sie zum Strip-Poker. Ein anderer wurde bei der Behandlung von Verletzungen übergriffig. Ein dritter hatte 2.400 kinderpornografische Bilder auf seinem Computer gespeichert.

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