Ronny Blaschke - Gesellschaftsspielchen

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NOMINIERT ZUM FUSSBALLBUCH DES JAHRES 2017! Im deutschen Fußball gibt es viele gemeinnützige Projekte und Stiftungen. Es scheint mittlerweile zum guten Ton zu gehören, dass sich Klubs und Spieler sozial engagieren und gegen Diskriminierung stark machen. Doch wie ernst gemeint und langfristig ist dieses Engagement? Handelt es sich um wirksame Maßnahmen oder scheinheilige Imagepflege? Ronny Blaschke sprach u.a. mit Nationalspieler Per Mertesacker, dem Mäzen Dietmar Hopp und der Grünen-Politikerin Claudia Roth. Er betrachtet das Berliner Flüchtlingsprojekt «Champions ohne Grenzen», bewertet Stiftungsmodelle und analysiert die Rolle der ehrenamtlichen Helfer an der Basis. Sein Fazit: DFB, Spitzenklubs und Sponsoren reagieren mit ihren sozialen Projekten vor allem auf aktuelle Schlagzeilen, während die nachhaltigen Initiativen an der Basis entstehen. Wie politisch muss der Fußball sein? Mit seinem Buch liefert Blaschke eine kritische Analyse der gesellschaftlichen Rolle des deutschen Fußballs.

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Betreuer, Trainer, Bezugsperson

Im Herbst 1973 lud Liesegang den Regierenden Bürgermeister von Berlin zur Weihnachtsfeier seiner Mannschaft ein. Sein Herz pochte, als er am Telefon die Zusage erhielt. Liesegang, damals noch nicht volljährig, führte Klaus Schütz und dessen Eskorte über das heruntergekommene Gelände. Im Jugendraum warteten die Spieler an der geschmückten Tafel, sie waren zwischen zehn und zwölf Jahre alt. Schütz blieb zwei Stunden, stellte Fragen, hörte zu. Der Sozialdemokrat erhielt ein Geschenk, war aber verlegen, weil er selbst nichts dabei hatte. Zwei Tage später rief sein Büro bei den Berliner Verkehrsbetrieben an, bei der BVG, wo Liesegang eine Ausbildung zum Betriebsschlosser absolvierte. Schütz ließ ausrichten, einen Trikotsatz zu sponsern. Ein prägendes Erlebnis, denn Liesegang merkte: Eigeninitiative zahlt sich aus.

Gerd Liesegang war beim BBC Südost Betreuer, Trainer, Bezugsperson. Er hat an Sitzungen teilgenommen, Mitgliedsanträge geprüft, Trikots besorgt. Er hat Ferienprogramme gestaltet, Eltern eingeladen, sich mit Beamten um Hallen gestritten. Er hat Halbzeitgetränke gekauft, Bälle aufgepumpt, Kreidelinien gezogen. Liesegang erwarb sich einen guten Ruf, als einer der jüngsten Jugendleiter in der Bundesrepublik. Mit Anfang zwanzig wechselte er innerhalb Kreuzbergs zum SC Berliner Amateure. Er wurde von den älteren Funktionären gemustert, denn sie waren besorgt, ihre Stellung an einen Neuling zu verlieren. Liesegang machte weiter wie zuvor. Er wurde Trainer, Jugendleiter, Vorsitzender. Ehrenamt war für ihn mehr Ehre als Amt. Seine Mutter riet ihm, Sozialarbeiter zu werden. Er ist dann in die SPD eingetreten. Wegen des Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt? „Nein, wegen Bezirkstadtrat Günter König. Der hatte in Kreuzberg für uns immer ein offenes Ohr.“

Der Fußball sollte für den kleinen Kreuzberger Verein nicht an der Grenze Westberlins enden. Liesegang und seine Mitstreiter wollten ihren Spielern zeigen, wie schnell durch Sport Beziehungen entstehen und wachsen können. Sie nahmen an Turnieren innerhalb der BRD teil, fuhren nach Italien und Frankreich, irgendwann auch in die USA. Der SC Berliner Amateure bewarb sich für ein Spiel gegen eine DDRMannschaft, so fuhren sie im Mai 1988 zum Landesligaverein Lokomotive Cottbus. Drei Tage durften die Kreuzberger Spieler bleiben. Gerd Liesegang schmuggelte im Mannschaftskoffer einen neuen Videorekorder in die Lausitz. „Wir haben viel gelernt auf unseren Reisen. Ohne Fußball hätten viele nicht die Chance dazu gehabt. Und doch verging mir bald die Lust.“

Im Mai 1989, zwei Jahre nach seiner Wahl zum Vereinsvorsitzenden, fuhr Liesegang mit dem Männerteam nach Österreich. Einige Spieler feierten ihren Erfolg beim Turnier und kehrten erst am frühen Morgen aus der Disco zurück. Auf der Landstraße vor dem Hotel erfasste ein Auto zwei Spieler frontal. Liesegang versuchte, einen der Männer wiederzubeleben. Doch beide starben am Unfallort. Er kannte einen Spieler seit der Kindheit und war mit dessen Eltern befreundet. Am nächsten Tag übermittelte er ihnen die Nachricht. Liesegang bemühte sich beim Berliner Fußball-Verband, das letzte Saisonspiel abzusetzen, doch die Offiziellen lehnten ab, das trauernde Team musste aufs Feld. Liesegang dachte, der Verband habe den Kontakt zur Basis verloren. Die Eltern kamen nie über den Tod ihres Sohnes hinweg, ihr Kontakt zu Liesegang riss ab. „Der Fußball war für mich nicht mehr das Wichtigste. Gerade im Ehrenamt steht man dann ziemlich alleine da. Aber es musste weitergehen.“ Er nahm sich vor, noch näher an den Leuten dran zu sein, die an der Basis für ihren Sport eintreten. Ohne das große Ganze aus den Augen zu verlieren.

Höhere Engagementquoten auf dem Land

Wie steht es um das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland? Die meisten Vereine, relativ zur Einwohnerzahl, gibt es im Saarland, die wenigsten in Hamburg. Zwei von drei Vereinen beschäftigen sich mit Sport, Kultur oder Freizeit. Das geht aus einer Studie hervor, die vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erhoben wurde. Nach den Erhebungen haben Vereine für Bildung, Gesundheitswesen oder soziale Dienste im neuen Jahrtausend eine Gründungswelle erlebt. Im Sport ist die Lage anders: 30 Prozent der Vereine entstanden vor 1945, seit den 1970er Jahren verläuft die Zahl der Gründungen auf niedrigem Niveau. Im Fußball gibt es laut DFB etwa 25.500 Vereine, fast sieben Millionen Mitglieder und 1,7 Millionen ehrenamtlich Engagierte. Sie investieren jährlich 120 Millionen Arbeitsstunden.

„In ländlichen Regionen mit einer traditionelleren Vereinskultur bestehen höhere Engagementquoten als in Ballungsräumen, die mehr durch Mobilität geprägt sind“, sagt Sebastian Braun, Sportsoziologe des Instituts für Sportwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. Braun trägt Informationen auch im Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement zusammen. „Dabei ist der hochgradig Engagierte eher männlich. Er hat ein höheres Bildungsniveau und verfügt über breite soziale Kontakte und Netzwerke.“

Pro Monat bringt jeder Ehrenamtliche durchschnittlich mehr als 15 Stunden für seinen Verein auf, bei Gerd Liesegang sind es mehr als 30 Stunden pro Woche. Im Durchschnitt fährt er nach der Arbeit jeden zweiten Tag in die Geschäftsstelle des Berliner Fußball-Verbandes nach Halensee, ziemlich weit draußen im Westen an der Stadtautobahn gelegen. Wer das schmucklose Gebäude betritt, wird sofort auf die Agenda aufmerksam. Plakate an den Wänden und Dutzende Broschüren auf dem Foyertisch informieren über Kampagnen und Prävention: gegen Rechtsextremismus, sexuelle Gewalt, Drogen und Wettmanipulation. „Wir haben viele Projekte angeschoben, die nun in ganz Deutschland genutzt werden“, sagt Liesegang. Seit 1998 sitzt er im Präsidium des BFV, 2004 wurde er zu einem der Vizepräsidenten gewählt. „Allerdings haben wir uns davor oft eine blutige Nase geholt. Der Verband war schlecht vorbereitet, das darf uns nicht wieder passieren.“

Anfang der 1990er Jahre hatte die Gewalt auf den Berliner Fußballplätzen stark zugenommen, in Kreuzberg endete ein Freundschaftsspiel zwischen A-Jugendlichen in einer Straßenprügelei. Gerd Liesegang fuhr mit seinen Teams nun auch in den Osten Berlins. Nach einem Spiel in Lichtenberg rief ihm ein befreundeter Trainer entgegen: „Ich dachte, ihr seid ein vernünftiger Kanakenverein.“ Es kam zu Provokationen und Prügeleien. Liesegang wandte sich an den Berliner Fußball-Verband, doch dessen Führungskräfte hielten ihn für einen Störenfried. Gewalt im Fußball? Gibt es nicht. Darf es nicht geben. In einer Verbandsumfrage sollte er fünf Nationen nennen, aus denen seine Mitglieder stammen. Er zählte 19 auf, wieder fühlten sich die Oberen des BFV provoziert.

Liesegang suchte sich Verbündete in der Kommunalpolitik und schickte Briefe an Gewaltforscher. Er ermöglichte Begegnungen zwischen rivalisierenden Kickern jenseits des Spielfeldes. Pizza-Abende, Kinobesuche, Elternnachmittage. Er ließ ein erstes Aufklärungsvideo produzieren. Und er dachte an die Zwischentöne: Er verzichtete darauf, den türkischen Botschafter zur Weihnachtsfeier einzuladen, weil seine kurdischen Mitglieder ihm das übelgenommen hätten. Während des Jugoslawien-Krieges ging er auf Spieler mit serbischen oder kroatischen Wurzeln zu, weil er fürchtete, dass sich Spannungen auch auf Berliner Plätzen entladen könnten. Bücher, Studien, Internetportale gab es noch nicht. Liesegang quatschte drauflos, ohne Floskeln und Pathos. Er wurde für seine Arbeit ausgezeichnet und von überregionalen Zeitungen zitiert. Beim Berliner Fußball-Verband wurden sie neugierig auf ihn. Einige wollten ihn ins Präsidium holen, andere blickten herab auf den „kleinen Schlosser aus Kreuzberg“. Liesegang warb weiter für Toleranz, und irgendwann kam der Verband an seinem Wissen nicht mehr vorbei.

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