Astrid Wenke - Kein Krieg in Deutschland

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Mit dieser Sammlung belletristischer Anekdoten entführt die Autorin ihre Leserinnen und Leser in die jüngere Vergangenheit ihrer Heimat Deutschland. Es ist eine ungeschönte Suche nach einem guten zivilen Leben vor dem besonderen geschichtlichen und gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Hintergrund der Bundesrepublik Deutschland.

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Adrienne beugte sich vor.

Frida ließ Agnes schmale Erscheinung auf dem Bildschirm nicht aus den Augen. Ihr Zeigefinger bewegte sich langsam auf und ab.

Agnes stand auf. »Ich stehe jetzt hier in erster Linie nicht als Wissenschaftlerin, sondern als Demokratin.«

Frida seufzte.

»Ich habe nachgedacht und bedaure meine Haltung bezüglich der Versicherungsleistungen. Solange es das Recht auf genetische Selbstbestimmung gibt, darf es nicht durch Schikanen anderer gesellschaftlicher Institutionen unterwandert werden.«

René Reuter knabberte nervös an seiner Unterlippe.

»Nach wie vor bin ich persönlich für eine Beschneidung dieses Rechtes …«

Herr Luther sprang auf, setzte sich aber wieder und Agnes fuhr fort: »… aber es ist Sache der gewählten Volksvertretung, das zu entscheiden. Rechtlich entschieden ist bereits, dass wir, sofern der Befund einer Erbkrankheit vorliegt, in das Erbmaterial eingreifen dürfen. Das ist meine tägliche Arbeit am Francis-Crick-Institut. Ich gebe Herrn Luther allerdings recht: Der Krankheitsbegriff ist das Trojanische Pferd.«

Reuter schloss die Augen und griff sich an die Stirn.

»Tatsächlich müssten wir nicht Krankheiten diagnostizieren, sondern uns offen den grundlegenden Fragen stellen: Welche Probleme kommen in den nächsten hundert Jahren auf die Menschen zu? Sollen und können wir weiterhin und dauerhaft die natürliche Umwelt an unsere Bedürfnisse anpassen oder müssen wir die Menschen genetisch verändern? Welche Richtung soll die Veränderung nehmen? Was ist uns technisch möglich und was können wir seelisch verkraften.«

»Sie ist großartig«, flüsterte Adrienne.

»Ja, ja, die Liebe«, Helge holte mit der Magnetfunktion die Schnapsflasche aus dem Kühlschrank und füllte zwei kleine Gläser.

Agnes blickte direkt in die Kamera, während sie mit klarer Stimme forderte: »Diese Fragen können nur nach einer breiten, sachlich fundierten Diskussion in der Gesellschaft von den zuständigen demokratischen Gremien entschieden werden. Das braucht Zeit.«

»Zeit, die wir nicht haben.« Rohloff starrte über Fridas Schulter hinweg auf den Bildschirm und ballte die Fäuste.

Reuter strich mechanisch mit dem Mittelfinger über die Falten auf seiner Stirn, während Herr Luther heftig zwinkerte und verwirrt in seinen Unterlagen blätterte. Keiner unternahm einen Versuch, Agnes zu unterbrechen.

»Ich habe in den letzten Tagen und auch in dieser Talkshow das Gegenteil erlebt. Auf Kosten von Klarheit und Ehrlichkeit der Auseinandersetzung versuchen einzelne gesellschaftliche Mächte ihre begrenzten Interessen durchzusetzen. Es geht nicht nur um die Gentherapie, es geht um Macht, um Ruhm und um Geld.«

René Reuter winkte ab und mühte sich, ein spöttisches Gesicht aufzusetzen. Als Agnes fortfuhr, wirkte es, als würde sie nur noch zu ihrem Kontrahenten sprechen. Die zweite Kamera schwenkte auf Reuter ein und zoomte sein Gesicht zur Großaufnahme heran.

»Soweit ich weiß, soll morgen im Berlin aktuell ein Artikel zu den Verflechtungen erscheinen, die bisher bekannt geworden sind.«

Auf den Bildschirmen Europas entgleisten Reuters Gesichtszüge.

»Ich sehe nicht, wie unter den jetzigen Umständen eine sachliche Diskussion eine Chance haben kann. Die Frage, ob und was am menschlichen Genom therapiert werden muss, braucht Zeit und hat Zeit.«

»Eben nicht«, schrie Rohloff, »eben nicht!«

»Wichtig ist, dass die Wissenschaft gezwungen wird, die rechtlichen Entscheidungen abzuwarten und zu akzeptieren. Ich plädiere für strenge Kontrolle aller Labore, in denen mit humanem Genmaterial gearbeitet wird.«

Stille

»Prost!« Helge hob sein Glas. Adrienne lachte, dass ihr die Tränen kamen: »Sieh nur diese Gesichter!«

Agnes wandte sich an Marina: »Mehr habe ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Ich danke für die Einladung und für die Gelegenheit, meine Position hier differenzieren und in der Öffentlichkeit korrigieren zu können. Guten Abend.« Sie grüßte in Richtung der anderen Diskussionsteilnehmer und verließ das Studio.

Frida schaltete den Fernseher ab.

Rohloff starrte finster vor sich hin.

»Du musst etwas unternehmen. Sie muss runter von der Bühne.« »Schon gut, ich lasse mir etwas einfallen – morgen.« Halb lächelte sie, halb war es ein Grinsen. »Eine beeindruckende Frau.«

Adrienne hatte sich zum RBB-Gebäude fliegen lassen. Sie stürzte Agnes entgegen, die vor dem Eingangstor wartete. »Meine Heldin!«, rief sie.

Am folgenden Sonntag waren Helge und Robert bei Agnes und Adrienne zu Frühstück und Lagebesprechung verabredet.

»Auf Agnes, die künftige Chefin der Abteilung Gentherapie am Francis-Crick-Institut.« Robert hob das Glas.

Agnes errötete. »Das ist noch nicht entschieden«, wehrte sie ab. »Noch habe ich lediglich die kommissarische Leitung, nachdem Frida das Institut verlassen hat.«

Helge riss fragend die Augen auf.

»Sie war der Ansicht, dass sie dem Institut wegen ihrer engen Beziehung zu Rohloff, dessen Verfilzung mit der OzEmG nun bekannt geworden ist, nur schaden könne«, erklärte Agnes.

»Ja«, Robert nickte bedeutsam, »wir sind alle beeindruckt ob der selbstlosen Haltung unserer ehemaligen Chefin. Ich wüsste zu gern, was sie vorhat. Am Institut wären ihr die Hände gebunden, nun, da die Kontrollen verschärft werden.«

»Ach«, Agnes schüttelte den Kopf. »sie hat sich von Rohloff blenden lassen, das ist alles. Sie ist ein sehr einsamer Mensch, Einsamkeit macht verführbar.«

Robert seufzte.

Helge wechselte das Thema: »Die eigentlichen Gewinner der ganzen Angelegenheit sind die Christen. Heute erscheint in der Sonntagsausgabe der Berlin aktuell ein Sonderartikel von Probst Luther: ,Die Unantastbarkeit der Matrix göttlicher Schöpfung‘. Selbst unter Transen wird darüber gesprochen, wie wichtig es sei, dass es etwas gibt, das unverhandelbar über den Menschen steht und zeitlose Gültigkeit beanspruchen kann.«

»Die eigentliche Gewinnerin bin ich«, unterbrach Adrienne. »Agnes hat mir noch in der Freitagnacht ihre Zeit versprochen, Wochenendzeiten, Abendzeiten und Urlaubszeiten!«

»Ich würde mir das schriftlich bestätigen lassen, mit Terminabsprachen für das ganze Jahr.« Helge wiegte bedenkend den Kopf. »Wenn dann noch die Leitung des Institutes ansteht ...«

»Das geht schon«, Agnes errötete erneut, »ich werde mich neben der Leitungstätigkeit auf mein eigentliches Fachgebiet beschränken, die Mucoviszidose. Ich verstehe gar nicht mehr, warum ich soviel Zeit mit der MÜB verbracht habe – das Screenen der Embryoblasten, die Beobachtung der Mäuse, das waren ziemliche Zeitfresser.«

»Wir haben gleich Nägel mit Köpfen gemacht«, erklärte Robert. »Nach der Sondersitzung, die Frida am Samstag einberufen hat, sind wir mit dem Käfig voller Mäuse in den Park gewandert. Die motorisch überbedürftigen Tierchen waren glücklich, als sie endlich nach Herzenslust rennen konnten.«

Agnes lachte fröhlich: »Das hättet ihr sehen sollen! Es tut mir noch leid, dass ich sie jahrelang in die Gefangenschaft gezwungen habe. Ich frage mich immer noch, warum.«

»Tja«, Robert grinste, »ich denke, am Francis-Crick-Institut sind in den vergangenen Jahren nicht nur Embryoblasten manipuliert worden.«

»Ach Quatsch!« Agnes’ eben noch fröhliches Gesicht zog sich zusammen und zerknitterte.

»Und was wird mit den MÜB-Embryoblasten geschehen?«, fragte Helge.

»Nichts mehr! Ich habe sie zurückgelegt zu den anderen überzähligen Embryonen.« Sie sah auf die Uhr. »11 Uhr 24 – vor neun Minuten hat das Bestattungsritual begonnen, das wir einmal im Monat zur Verabschiedung der Embryonen veranstalten. Sie sind tot.«

Adrienne sah betroffen hoch.

Robert murmelte: »Wenn das nur nicht voreilig war – oder zu spät oder …«, für kurze Zeit nahm er Agnes in ein kühles Visier, dann zuckte er die Achseln und sagte für sich, »… oder Absicht.«

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