Astrid Wenke - Kein Krieg in Deutschland

Здесь есть возможность читать онлайн «Astrid Wenke - Kein Krieg in Deutschland» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Kein Krieg in Deutschland: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Kein Krieg in Deutschland»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Mit dieser Sammlung belletristischer Anekdoten entführt die Autorin ihre Leserinnen und Leser in die jüngere Vergangenheit ihrer Heimat Deutschland. Es ist eine ungeschönte Suche nach einem guten zivilen Leben vor dem besonderen geschichtlichen und gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Hintergrund der Bundesrepublik Deutschland.

Kein Krieg in Deutschland — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Kein Krieg in Deutschland», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

»Du wirst mir immer fremder.« Adrienne betrachtete sie kühl.

Agnes’ Gesichtsmuskeln zuckten.

»Was ist?«

Adrienne näherte ihren Mund dem Tischmikrofon. »Artikel von gestern, Gentherapie«, forderte sie. Sie wartete, dass der Bildschirm reagierte, während Agnes sich setzte, zögernd nach einem Brötchen griff, es dann doch zurück in den Korb legte und stattdessen die Hände in ihrem Schoß stapelte.

»Das Ende der genetischen Selbstbestimmung?«

Adrienne las mit lauter, vorwurfsvoller Stimme. »Gläubige und andere Menschen, für die der Eingriff in das menschliche Erbmaterial ein Tabu ist, müssen sich auf schwere Zeiten einstellen. Vielen geht schon die genetische Sichtung der Embryoblasten zu weit, wie sie seit sieben Jahren für jede Schwangere Vorschrift ist. Jetzt bemühen sich einflussreiche Kräfte darum, auch die Manipulation bestimmter Gene zur allgemeinen Pflicht zu machen. Die angestrebte Regelung betrifft alle Gene, die anerkannte Erbkrankheiten wie zum Beispiel die Mucoviscidose vererben.«

»Ja«, sagte Agnes.

Adriennes Blick stach in Agnes’ Augen wie eine Pipette und saugte alles in sich hinein, was ihr schlecht erschien.

»Bitte, lass«, Agnes streckte ihre Hand über den Tisch zu Adrienne hin.

»Weißt du noch, was du gesagt hast?«, fragte Adrienne, ohne die ausgestreckte Hand zu beachten. »Weißt du, was sie über dich schreiben?«

Agnes erinnerte sich genau: Das verwirrende Gespräch mit Frida – Frida hatte sie aufgefordert, die Rede auf der Abschlussveranstaltung des Kongresses zur Gentherapie zu halten, und Agnes hatte es schließlich getan, unvorbereitet, mit ein paar Notizen und Anregungen von Frida.

»Es ist widersinnig, wenn Eltern das Recht haben, erbliches Leid an ihre Kinder weiterzugeben«, hatte sie erklärt. »Diesem fragwürdigen Recht misst die jetzige Gesetzgebung jedoch höheren Wert bei als den Bemühungen der Medizin, Erbkrankheiten endgültig aus dem menschlichen Genom zu tilgen.«

Blitzlichter waren aufgeflammt, wenig später war Agnes von Journalisten umstellt worden, die sie mit ihren Mikrofonen bedrängt hatten.

Die Gewissheit, dass die Mucoviscidose ausgerottet werden musste, hatte Agnes durch den Sturm von Unterstellungen, Verdrehungen und Fragen geleitet, dem sie dann eine gefühlte Ewigkeit ausgesetzt gewesen war.

Seit elf Jahren war die Bekämpfung dieser entsetzlichen Krankheit der bedeutungsvollste Inhalt ihres Lebens – abgesehen von ihrer Liebe zu Adrienne. »Eigentlich«, überlegte Agnes, »war beides nicht voneinander zu trennen.« Sie erinnerte sich lebhaft an den Tag, an dem es begonnen hatte: Sie hatte den Berg eben überwunden. Hinter ihr war Adrienne auf ihrem Fahrrad die letzten Meter bergauf gekeucht. »Juchuh«, hatte Agnes gerufen und den Lenker losgelassen. Mit ausgebreiteten Armen war sie ins Tal gerast, hatte gespürt, wie der Fahrtwind an ihrem leichten Seidentop zog. Sie rollte und rollte.

»Den Berg hoch bin ich langsamer, aber bergrunter hast du keine Chance«, hörte sie Adrienne neben sich mit betont gelassener Stimme sagen. Schon war Adrienne vorbeigesaust und Agnes strengte sich an, die Führung zurückzugewinnen. Auf gerader Strecke hatten sie die Räder auslaufen lassen und schließlich an einem Fleckchen Wiese gehalten. Es waren noch dreißig Kilometer nach Fredersdorf, wo Adriennes Schwester wohnte.

»Komm«, Adrienne zog Agnes zu sich ins Gras. »Leg dich auf mich.«

Agnes hatte die Augen geschlossen und Adrienne schlang die Arme fest um ihre Taille. Still hatten sie gelegen. »Ich zerfließe«, hatte Agnes gedacht.

»Ich bin so gespannt auf deine Schwester«, murmelte sie, während ihr Gesicht an Adriennes Wange rieb.

Adrienne seufzte wohlig.

»Ich freue mich vor allem auf die kleine Pauline! Ich hoffe nur, es geht ihr gut zur Zeit.«

Adrienne hatte dann bald aufbrechen wollen, war ungeduldig ihr Nichtchen wiederzusehen. Agnes hatte den Generator an ihrem Fahrrad angestellt. Ihr Modell war schon etwas älter, aber die Grundidee war die gleiche wie bei moderneren Geräten. Ihre Muskelkraft wurde in Strom umgewandelt, der in den Motor des Rades eingespeist wurde. »Dann sind wir schneller!«

»Faulpelz«, kommentierte Adrienne und trat energisch in die Pedale.

Adriennes Schwester Carla wohnte mit Pauline in einer ausgebauten Gartenlaube. Kaum hatten sie ihre Räder durch die Gartenpforte geschoben, als ein zartes Mädchen aus dem Haus stürzte. Es hustete und röchelte, während es auf sie zurannte.

»Tante Adrienne«, schrie das Mädchen mit hochrotem Gesicht.

»Paulinchen«, rief Adrienne. Sie nahm das kleine Wesen hoch und drückte es an sich.

»Ich dachte, sie wäre schon älter«, flüsterte Agnes ihr zu.

»Ich bin älter.« Pauline war gegen diese Art Bemerkungen gewappnet. »Ich bin acht. Ich wachse nicht, weil ich krank bin. Ich habe Mucoviscidose.«

Agnes bemerkte, wie ein eigenartiger Ausdruck in Adriennes Augen trat.

Später hatten sie in der Sonne gesessen. Es hatte Kuchen gegeben, Kaffee und Kakao. Kaum war ihr Kakao ausgetrunken, wollte Pauline mit der Tante spielen. Carla hatte sie zurückgehalten: »Nachher, Schätzchen, du musst erstmal inhalieren. Das weißt du doch.«

»Aber Tante Adrienne ...«, jammerte Pauline.

»Ich bleibe doch noch bis abends. Und zum Inhalieren komme ich natürlich mit.«

Pauline hatte am Küchentisch gesessen und sich den Inhalator vor das Gesicht gehalten, während Adrienne ihr Geschichten erzählte. Wenn es zu komisch wurde, musste Pauline aufhören zu inhalieren. Lachen und inhalieren, das ging nicht zusammen. Sie hustete, Luft quietschte durch den getrockneten Schleim in den Bronchien. Pauline kämpfte Zug um Zug um ihren Atem. Wieder trat der fremde Blick in Adriennes Augen und Agnes begriff, dass es Schmerz war. Das war der Moment gewesen, in dem Agnes Krauß beschloss, die Mucoviscidose zu besiegen.

Agnes schob ihre Hand weiter zu Adrienne hinüber. »Ich habe gesagt, was ich für richtig halte.«

Adrienne beobachtete sie. Kaum merklich schüttelte sie den Kopf.

»Die anerkannte Gentherapeutin Agnes Krauß erhielt insbesondere von den Vertreterinnen der Krankenversicherungen Applaus. Man strebe eine Übereinkunft an, die Behandlung von Krankheiten, die infolge verweigerter embryonaler Genomtherapie vererbt wurden, generell aus dem Leistungskatalog auszugliedern. »Ein Schritt in die richtige Richtung«, so Krauß, »die Eltern müssen Verantwortung für ihre Entscheidung übernehmen.«

Die Hand lag immer noch hilflos geöffnet auf halbem Weg zwischen Agnes und Adrienne.

»Du willst, dass die kranken Kinder im Stich gelassen werden? Ich fasse es nicht.«

Auch Agnes’ Pupillen verengten sich. »Wir könnten die Krankheit ausrotten, dann gäbe es keine kranken Kinder mehr.«

»Es geht dir doch nur um deine Karriere«, Adriennes Kiefermuskel zuckte.

Agnes zog ihre Hand zurück, griff nach der schwarzen Aktentasche, die am Boden stand, ging wortlos zur Fahrstuhltür.

Adrienne blieb am Küchentisch sitzen, hörte, wie die Tür ins Schloss fiel, dann das Hauchen, als der Fahrstuhl nach unten schwebte.

Schwerfällig erhob sie sich. An den Schläfen war ihr Haar ersilbert. Sie war korpulent geworden. Adrienne seufzte. Was war da noch zwischen Agnes und ihr, abgesehen davon, dass sie sich eine Wohnung teilten?

Eine fröhliche Melodie unterbrach sie in ihren Gedanken. Adrienne griff in die vordere Tasche ihrer Jeans, wühlte ihr Handy heraus und klappte es auf.

»Ja? – Ach, Helge! Ich überlege gerade, wie meine Chancen bei den Frauen stehen. – Ja, wir haben uns gestritten. Vielleicht verlasse ich sie. – Lass uns tanzen gehen und nach fremden Frauen gucken.– Nein, mal ehrlich, lass uns lieber reden. Hast du Zeit? – Ich danke dir, ich bin gleich da.«

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Kein Krieg in Deutschland»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Kein Krieg in Deutschland» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Kein Krieg in Deutschland»

Обсуждение, отзывы о книге «Kein Krieg in Deutschland» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x