Astrid Wenke - Kein Krieg in Deutschland

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Mit dieser Sammlung belletristischer Anekdoten entführt die Autorin ihre Leserinnen und Leser in die jüngere Vergangenheit ihrer Heimat Deutschland. Es ist eine ungeschönte Suche nach einem guten zivilen Leben vor dem besonderen geschichtlichen und gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Hintergrund der Bundesrepublik Deutschland.

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»Nun«, Adriennes Stimme war hart geworden, »du sorgst dafür, dass diese Krankheit in Zukunft nicht mehr existiert, da tust du schon sehr viel. Was Pauline angeht – meine Schwester ist, wie du weißt, sehr gläubig und hätte sicher damals eine Gentherapie verweigert. Aber da sie die Gelegenheit nicht hatte, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, dass wir die Behandlungen nicht bezahlen können.«

»Bitte Adrienne«, Agnes gab ihrer Stimme einen beschwörenden Klang, »du weißt, dass ich im Notfall immer für Pauline einstehen würde. Auch finanziell.« Sie legte die geöffnete Hand auf den Tisch, so wie sie es am Tag zuvor getan hatte. Adrienne biss die Zähne zusammen.

»Ich weiß das doch.« Schnell nahm sie Agnes’ Hand und hielt sie fest. Sie weinte.

Sie wären ohnehin zu spät gekommen. Als sie aus dem Haus traten, gerieten sie direkt in die Christendemo hinein. Adrienne trug ihr Fahrrad zurück in den Hof. Nicht einmal ein Flugtaxi würde hier durchkommen. Der Luftraum war blockiert von Zeppelinen, einige selbstironisch in der Form von blondgelockten Engeln.

Eigentlich war es schön, noch ein wenig zusammenzubleiben. Außerdem, so Adrienne, konnte sie auf der Demo für ihren Artikel recherchieren. Und sie müsse für die Talkshow am Abend die Argumente der Gegner kennen, fand Agnes.

Es ist nicht Sache der Menschen, ihren Bauplan zu verändern , stand auf einem Transparent. Agnes runzelte die Stirn. Sie las das nächste flatternde Band:

Auch der moderne Raskalnikow findet nur durch Gott zu Menschenachtung.

»Wer verachtet denn die Menschen? Wir trauen der Menschheit offensichtlich mehr zu als die«, brummelte Agnes.

»Sie meinen, ihr verachtet die menschlichen Gene.«

Glaube schützt vor Anmaßung.

»Die graben sich selbst das Wasser ab. Anscheinend gibt es außerhalb von Gott keine Gründe gegen die Gentherapie.«

»Es erscheint vielen Christen im Moment noch nicht so dringlich, die Gentherapie zu verhindern«, vermutete Adrienne, »sie wollen die Gelegenheit nutzen, um unter den Therapiegegnern neue Gemeindemitglieder zu gewinnen.«

Gott hat das Leiden erschaffen, um uns Mitgefühl zu lehren.

»Um einen Mangel an Leid mache ich mir jedenfalls keine Sorgen«, spottete jetzt Adrienne, »um einen Mangel an Mitgefühl schon eher.«

Sie hatten sich zum Moritzplatz durchgekämpft und Adrienne musste weiter die Oranienstraße hoch, Agnes rechts in die Heinrich-Heine. Unschlüssig blieben sie stehen.

»Ich wünsche dir einen guten Auftritt«, sagte Adrienne.

»Und ich dir ein paar knackige Tatsachen für deinen Artikel.«

Sie hatten sich seit langer Zeit nicht auf den Mund geküsst, so dass sie ganz verlegen wurden. Dann winkten sie hektisch und rannten los, als würde genau in diesem Moment die gefrorene Zeit aufgetaut.

Robert wunderte sich, als die Tür schwungvoll aufgerissen wurde und Agnes ein fröhliches »Guten Morgen« schmetterte.

»Hast du in deinem fortgeschrittenen Zellteilungsstadium noch eine Kompletttherapie durchführen lassen?«, fragte er.

»Sag mir lieber, was mit meiner motorisch unruhigen Box passiert ist.«

Er hob die Hände und versicherte seine Unschuld. Außer ihnen habe sonst nur Frida den Code der Labortür.

»Was könnte Frida mit meinen Embryoblasten wollen?«

Er reichte ihr den Ordner Gentherapie in den Medien . »Manchmal hilft es, sich mit der Gegenwart zu beschäftigen statt mit den nächsten Jahrtausenden.« Wortlos nahm sie ihm den Ordner aus der Hand. Er redete weiter: »Ostasien ist vor zwei Wochen aus dem weltweiten ,Abkommen über die ethischen Grenzen von Experimenten am menschlichen Embryoblasten‘ ausgestiegen. Wenn Frida mit eurer Forschungsarbeit Ruhm erlangen möchte, muss sie sich beeilen.«

Agnes ließ die Hand mit dem Ordner sinken, legte ihn auf den Tisch, öffnete ihn, blätterte.

»Wieso Ruhm?«, fragte sie. »Ich verstehe das nicht. Es geht um die Zukunft der Menschheit.« Sie sah ihn lange an. Dann sagte sie ruhig: »Du musst dein Gesicht abwischen. Du hast da was.«

»Ja? Und was?«

»Ein dreckiges, mitleidiges Lächeln. Und jetzt brauche ich Ruhe. Ich muss nachdenken und ich muss meinen Auftritt heute Abend vorbereiten.« Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und ließ den Computer hochfahren.

Im kleinen Schwarzen und in ihren schwarzen italienischen Pumps stieg Agnes aus dem Taxiflieger und ging auf das Gebäude des RBB zu - Rundfunk Berlin/Brandenburg, der traditionsreichste Sender der Stadt. Sie war ungeschminkt. Man würde sie ohnehin gleich in die Maske setzen.

»Hallo«, Marina kam ihr mit ausgestreckten Armen im Forum entgegen. »Frau Krauß! René Reuter von der OzEmG und Herr Luther als Vertreter der Kirche sind auch schon da. Haben Sie Ihre Kernaussagen formuliert? Ich möchte mich mit meiner Moderation darauf einstellen.«

»Nein«, Agnes lächelte, »Ich habe keine Ahnung, was ich sagen werde.«

Die Scheinwerfer flammten auf. Agnes saß entspannt in ihrem Ledersessel und nickte ihren Diskussionspartnern zu. Ein angenehmer Begleiteffekt der »Anstrengungen zur Absicherung der Energieversorgung« war, dass die Wärmestrahlung der Scheinwerfer in den vergangenen fünfzig Jahren stark reduziert worden war. In ihrem Kleid war es Agnes angenehm kühl. Sie wusste, dass sie elegant, überzeugend und seriös wirkte, wenn sie wie jetzt den Arm locker auf der Rückenlehne liegen hatte und mit wachem Gesichtsausdruck verfolgte, was um sie herum geschah.

Marina begann ihre Anmoderation: »Heute ein brandaktuelles Thema. Soll die embryonale Gentherapie von Erbkrankheiten Pflicht werden? Wie steht es mit der Ausdehnung des Krankheitsbegriffes auf Erscheinungen wie Elektrosmog- oder Hitzeübersensibilität oder, besonders heiß umstritten, auf den Befund der übermäßigen motorischen Bedürftigkeit.«

»Ich habe keine Ahnung, was Agnes sagen wird«, flüsterte Adrienne und lehnte sich an Helges Schulter.

Auf dem Bildschirm hatte sich Marina mittlerweile an René gewandt: »Herr Reuter, Ihre Forderungen sorgen immer wieder für große Aufregung in der Bevölkerung. Ihnen wird vorgeworfen, die Menschheit in wertvolle und wertlose Genkombinationen einzuteilen. Worum geht es da?«

»Es geht im Kern um die Angst der Menschheit vor Veränderung. Aber: ,Wenn die Menschheit dauerhaft überleben will, muss sie sich verändern‘. Ein Zitat von Frau Krauß, deren wissenschaftliche Leistung meine ganze Hochachtung hat.« Er nickte Agnes freundlich lächelnd zu.

»Schwadronieren Sie nicht!«, fuhr Herr Luther dazwischen. »Es geht im Klartext darum, dass Sie Gene, die nicht in ihre ,Schöne Neue Welt‘ passen, für unwert erklären. Sie wollen Gott spielen und einen neuen Menschen erschaffen. Der Krankheitsbegriff ist doch nur ein Trojanisches Pferd, in dem Sie Ihre größenwahnsinnigen Phantasien zu verstecken suchen.«

René lächelte erneut. »Jetzt schwadronieren Sie. Es geht zur Zeit um Erbkrankheiten wie Diabetes und Mucoviscidose. Wenn die Menschheit in der Vergangenheit gedacht hätte wie Sie, wäre die Pockenimpfung niemals Pflicht geworden. Es ist die Aufgabe der Gemeinschaft, sich gegen Außenseiter zu schützen, die unsere gemeinsamen Anstrengungen zur Bekämpfung von Erbkrankheiten unterlaufen. Nicht wahr, Frau Krauß?«

Agnes Augen verengten sich zu Schlitzen.

»Das macht sie immer, wenn sie merkt, wie sie in eine Ecke getrieben wird.« Adrienne krallte eine Hand in Helges Oberschenkel.

In ihrem Büro verfolgte Frida die Talkshow an ihrem Computer.

»Der Reuter ist wirklich gut«, sagte Rohloff hinter ihr.

Marina wandte sich an Agnes: »Frau Krauß, die Gentherapie ist Ihr Arbeitsbereich. Wie ist ihre Meinung: Sollte die gentherapeutische Behandlung von Erbkrankheiten zur Pflicht werden? Wir wissen, dass Sie seit Jahren in den Startlöchern stehen, die Möglichkeiten der genetischen Behandlung der MÜB zu erforschen. Wie begründen Sie die Ausdehnung des Krankheitsbegriffes auf eine Erscheinung, die viele für grundlegend menschlich halten?«

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