Ocke Bandixen - Grosse Fahne West

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Es gibt keine ostdeutschen Milchflaschen mehr. Dafür aber Westautos, Fertigpizza und eine Menge auszuprobieren. Als 1990 Marx und Lenin im Altpapier landen und die deutsche Einheit kurz bevorsteht, ist Peter mittendrin. Gerade der Schule entwachsen, verbringt der junge Westbürger die drei Monate zwischen Währungsunion und Einheit in der DDR. Zur gleichen Zeit, vermittelt vonKirchenbrüdern, erkundet die gleichaltrige Engellena aus dem Osten Peters Heimat im Westen. Beide staunen und werden bestaunt und merken doch, welche Lügen und Wunden hinter den Fassaden der Familien verborgen sind.Ein Roman wie die Erinnerung an die erste Liebe: süß, traurig, bewegend. Eine Sommerliebezwischen Ost und West mitten in der großen Wendezeit der deutsch-deutschen Geschichte. Der 19-jährige Peter verbringt drei unvergessliche Monate in einer ostdeutschen Kleinstadt. Zu dumm, dass sein Schwarm aus dem Osten in der gleichen Zeit bei ihm zu Hause im Westen ist. Erzählt mit viel Gespür für Zwischentöne und hintergründigem Humor.-

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Denn, auch wenn wir nicht jeden Dienstag pünktlich da waren und uns im Wohnzimmer einfanden, wir versuchten es doch, und wenn nicht, hatten wir einen guten Grund.

Mein Vater malte, wie viele Abende, sprach aber an diesem so viel, wie sonst bei uns zu Hause die ganze Woche über nicht. Der Schifferpastor saß die meiste Zeit in dem großen Sessel, dessen Güte er beinahe jedes Mal lobte, öffnete einige Flaschen Bier für Vater und sich, erzählte und fragte, was uns widerfahren war in der vergangenen Woche. Zu mir kam er auch in die Küche, wenn ich dort noch saß und Hausaufgaben machte, half mir bei der einen oder anderen kniffligen Frage. Oder er stapfte zu Frerk nach oben und murmelte mit ihm, ich weiß nicht was.

»Ich habe es eurer Mutter versprochen, dass ich mich um euch kümmern werde. Und das tue ich.«

Er saß mit seinem breiten Bauch und den Falten, die sein Gesicht eckig erscheinen ließen, im Sessel und erzählte, fragte und hörte zu.

13

Anna und ich wurden von Openhagen, »wie K’, nur ohne«, kurz nachdem er in die Gemeinde gekommen war, gefragt, ob wir »liiert« seien. Ich musste das Wort erst einmal nachschlagen, Anna aber antwortete, nein, ich und sie, wir seien »eine Schicksalsgemeinschaft«.

So war es. Wir teilten und halfen, alles auszuhalten.

»Kannst du dich nicht wenigstens zu Hause mal nicht benehmen?«, fragte sie mich. Ich wolle mir Mühe geben, antwortete ich. Genau das tat ich. Aber auch zu Hause änderte sich manches durch Annas Einfluss. Mein Vater wunderte sich eines Morgens, als er, aus dem Küchenfenster in den Himmel schielend, am Fahnenmast nicht nur die übliche Friesenflagge, sondern auch eine lange weiße Unterhose flatternd vorfand. Anna und ich hatten am Abend vorher eine »Doofe-Hosen-Soirée« begangen, bei der jeder von uns beiden je drei besonders dämliche Exemplare in einer Modenschau im Garten vorstellen musste. Dazu hissten wir passend die lange Unterhose, und Anna sang eine selbsterfundene, schaurige Ballade.

Als meine Tante Leni eines Sommers einen Gartenball gab, zu dem man, sie hatte es extra geschrieben, in festlicher Kleidung erscheinen sollte, hatten Anna und ich uns Kostüme aus dem Hausbestand gefertigt. Sie trug die Übergardine aus dem Wohnzimmer, wie ich fand, elegant gerafft und gebunden. Tante Lotti schrie spitz auf und beruhigte sich den gesamten Abend kaum wieder. Ich trug meinen viel zu kurzen Konfirmationsanzug, den Anna und ich mit Hilfe vieler angetackerter Geschirrhandtücher in ein weißkariertes Ungetüm verwandelt hatten. Wir tanzten wie im Märchenfilm mit viel Verbeugen und Knicksen und hatten, wie die Gastgeberin Leni im Übrigen auch, mächtig viel Spaß miteinander.

Anna genoss überhaupt einen zweifelhaften Ruf, Lotti und auch Trudi warnten mich mehrfach vor dem Umgang mit ihr. Spätestens da wusste ich, wie wunderbar unsere Freundschaft war.

Anna las zum Beispiel mehrere Wochen an einem Buch über berühmte Mörderinnen. Sie bestand darauf, in sämtliche Rollen zu schlüpfen, um die Tiefe der Tat, wie sie es ausdrückte, zu begreifen. Schauplatz war wie meistens unser Garten, manchmal im Morgennebel, einmal nachts im Fackelschein, dass die Nachbarn beinahe die Feuerwehr gerufen hätten. Mehrere Wochen starb ich unter theatralischen Monologen verzweifelter, bösartiger und verrückter Frauen, die sie sich halb angelesen, halb ausgedacht hatte. Ich starb unter den Händen von Charlotte Corday, Lucrezia Borgia und Bonnie Parker. Einsamer und eiskalter Höhepunkt war die schaurige Meucheltat in einer Kuhtränke Richtung Sagebucher Forst bei Vollmond, in die ich als »Marat beim Bade« steigen musste, um mich erstechen zu lassen.

14

Die DDR kannte ich nur von Dalli-Dalli. Hans Rosenthal grüßte stets leicht verschämt »von hüben nach drüben«, was wie eine Geheimformel wirkte, als habe er Angst, bemerkt zu werden. Die DDR musste, ich hatte da so ein Gefühl, sehr weit weg sein und doch in der Nähe, irgendwie schwebend und grau, von halbrunder Form, ein unerreichbarer Fleck, zu dem man nur über das Fernsehen sprechen konnte.

Als ich in der Oberstufe war, stellte uns ein Lehrer die Aufgabe, zehn Städte der DDR – ohne Berlin – aufzuschreiben. Königsberg, Stettin, Leipzig, Brandenburg, Lemberg, Mecklenburg, Goslar, Schlesien, Pommern, Bozen. Das Ergebnis erstaunte auch unseren Lehrer, der diesen Test schon seit vielen Jahren in seinen Klassen machte.

Als Frerk und ich klein waren, spielten wir manchen Nachmittag bei Tante Trudi mit dem Großvater ein Spiel, »Deutschlandreise«, wenn wir nicht gerade aus grüner Seife, Brennspiritus und ihren Hefepillen, die sie für die Haare schluckte, ein unschlagbares Mittel gegen Ameisen unter Gehwegplatten zusammenmischten oder anwendeten. Bei »Deutschlandreise« musste man eine jedes Mal andere Route abfahren, das war das Ziel des Spiels. Erschwert wurde dieses durch den Großvater, der sich weigerte, Ziele im östlichen Ausland, also der DDR, der Tschechoslowakei oder Polen zu besuchen, was im Spiel ebenso möglich war wie ein Trip nach Straßburg oder Amsterdam.

Einiges hatte mir der Schifferpastor erzählt, von drüben, so nebenbei an einem der Dienstagabende. Er hatte früher, Jahre vor dem Mauerbau, eine Zeit lang drüben gelebt nach dem Krieg. Die Orte, von denen er sprach, klangen wie ausgedacht oder wie aus einem Märchenbuch. Wir hatten keine familiären Verbindungen. Keine alten Onkel, keine entfernten Cousinen, Nichten, durch Todesstreifen und Schicksal getrennte Lebensfreunde, die man mit Paketen einmal im Jahr beglückte.

Das heißt: ich hatte doch vor langer, langer Zeit dieses Mädchen geküsst. Engellena.

Erst Openhagen, »wie K’, nur ohne«, brachte uns, ich denke heute wie ein Vorbote, die DDR näher. Christian Openhagen, »wie K’, nur ohne«, stellte sich so vor. Und wir nannten den neuen, groß gewachsenen, unerschütterlich fröhlichen Vikar mit den dunkelblauen Socken bald auch so. Dem Schifferpastor war sein Wesen ein bisschen unheimlich, sein lautes unbekümmertes Singen, sein kindliches Lachen, sein Sich-Vor-Neigen, wenn er jemandem die Hand gab. Openhagen, »wie K’, nur ohne«, hatte stets hinter seiner runden Silberrandbrille die Augen so aufgerissen, als freue er sich jede Sekunde an den Wundern des Herrn. Er staunte aber nicht nur, er strahlte, was gut zu seinem blonden Flaum auf dem Kopf passte, es gab ihm etwas Babyhaftes. Er warf sich dröhnend vor Elan in die Arbeit der Gemeinde, also auch in die Jugendarbeit. Meine Freunde und ich, wir mochten ihn, auch wenn er an den falschen Stellen lachte.

Openhagen, »wie K’, nur ohne«, war es nun also, der uns die DDR und das Leben in ihr näher brachte. Ohne ein »Das-wisst-ihr-nicht?«-Stirnrunzeln, ohne politische oder historische Besserwisserei. Er erzählte uns von seinen Besuchen. Im Spätsommer 1989 war er wieder, wie früher im Studium schon, einige Wochen zu Besuch in der DDR gewesen. Und obwohl wir, auch ich, gefährlich nahe an dem Alter waren, in dem man alles weiß, staunten wir, was er vom Alltag dort erzählte. Wir staunten und staunten.

15

Seit neuestem hatte meine Tante Leni einen Mann aus Dänemark. Er war einem Mathematiklehrer aus Kiel gefolgt, einem kurz vor dem Durchbruch stehenden Bluesgitarristen und einem einsamen Apotheker von einer Nordseeinsel. Der Däne schrieb für die Grenzlandseite unserer Zeitung, hatte einen eckigen Kopf und einen müden Blick. Er lachte viel, sie lachten viel zusammen, ein schönes Paar: meine rotflammige Tante und ihr sonnenverbrannter Däne. Grieg, wie der Komponist hieß er, nur mit Vornamen, er brachte mich dazu, zu bekennen, was ich arbeiten wollte.

»Leni hat gesagt, ich soll dich fragen. Aber das mache ich nicht. Nicht ohne ein kaltes, deutsches Bier.« Grieg lachte keuchend und zeigte auf unseren Kühlschrank.

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