Alexander Gauland - Die Deutschen und ihre Geschichte

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Seine Geschichte wird man nicht los, sie sitzt einem in den Knochen und in der Seele. Das betrifft unsere Biografien als Einzelne wie den kollektiven Werdegang des Volkes, dem wir angehören. Beides greift weit in die Vergangenheit aus und prägt unser Denken, Verhalten und Handeln im Heute. Zwar können wir dieses lebenslange Wirkungsgefüge bestreiten, versuchen uns «neu zu erfinden», doch lässt sich die einmal beschriebene Tafel nicht blankwischen. Wir leben in und mit der Geschichte, der persönlichen wie der gemeinschaftlichen. Je besser wir letztere vergegenwärtigen, mit all ihrem Licht und Schatten, desto mehr wohnen wir uns inne, ja desto vollständiger werden wir. Alexander Gauland nimmt uns in seinem Buch mit auf eine Wanderung durch eintausend Jahre deutscher «Evolution». Aus den germanischen Wäldern des Tacitus führt er uns zu Karl dem Großen, zu Luther, den Kaisern des Mittelalters, von Friedrich II. zu Bismarck, zu Hitler, zum Mauerfall. An jeder Weggabelung erkennen wir, wie sehr wir Anteil haben an dieser Geschichte. Und dass diese uns erst zu denen macht, die wir sind.

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Bezeichnenderweise zog Friedrich die Reichslehen nicht zu seinen Gunsten ein, wie das zur gleichen Zeit in Frankreich und England üblich wurde, sondern vergab sie an andere Reichsfürsten, auf deren Treue er so wenig zählen konnte wie auf die des Welfen. Anders in Reichsitalien, wo mit den Roncalischen Dekreten alle Regalien, herzogliche, markgräfliche, gräfliche Rechte, Zölle und Einkünfte, dem Kaiser zurückgestellt und von ihm nach Billigkeit neu vergeben oder auch einbehalten wurden. Damit war es nur noch ein kleiner Schritt hin zur Hausmacht seines Enkels in Apulien und seiner späteren Nachfolger, der Luxemburger und Habsburger, im Südosten Europas.

Das hochmittelalterliche Kaiserreich blieb auch unter den Staufern ein personaler Herrschaftsverband, dessen Oberhaupt eher symbolische als tatsächliche Macht ausübte, dessen Rechtsstellung undeutlich blieb und immer von neuem austariert werden musste, während ihm gegenüber die Reichsstände, die geistlichen und weltlichen Reichsfürsten, ihre Stellung befestigten. Nur im Hausgut herrschte der Kaiser unbeschränkt. Als Barbarossa auf dem dritten Kreuzzug 1190 im Kalykadnus in Kleinasien, der heutigen Türkei, ertrank, war das Reich so ungefestigt, dass zwei Gegenkönige, Philip von Schwaben und Otto IV. aus dem welfischen Haus, das Reich in einen Bürgerkrieg stürzen konnten. Nur die Ankunft eines Genies, des letzten Stauferkaisers, des »Staunens der Welt«, führte das mittelalterliche Kaisertum noch einmal in ungeahnte Höhen. Doch es waren keine institutionell abgesicherten Höhen, es war die Genialität eines Einzelnen und konnte deshalb nicht dauern. Mit dem Tod Friedrichs II. von Hohenstaufen verschwindet ein Zauber aus der deutschen Geschichte. Sein Reich zerfiel, seine Persönlichkeit aber leuchtete bis in die dunkelsten Tage des 20. Jahrhunderts.

Als die nationalsozialistischen Schergen am Morgen des 9. April auf Hitlers persönlichen Befehl Admiral Canaris, General Oster und Pfarrer Bonhoeffer in Flossenburg erhängten, fanden sie in der Zelle von Canaris seine letzte Lektüre – Ernst Kantorowicz: Kaiser Friedrich II ., das die Widmung trägt »Seinen Kaisern und Helden das Geheime Deutschland«. In der Figur dieses Stauferkaisers haben sich so gegensätzliche Charaktere wie Hitler und Stauffenberg gespiegelt, und der Streit darüber, wer dabei Recht hatte, hält bis heute an.

Mit Friedrich II. drängt Deutschland noch einmal ins Weite, Große, ins Abendländisch-Christlich-Römische, ist es Subjekt der Weltgeschichte. Danach fällt es zurück ins Enge, Provinzielle, wird Objekt fremder Begierden, und seine Herrscher sind nur noch ein matter Abglanz der Stauferherrlichkeit. Oder um es mit den Worten seines Biographen zu sagen: »Zum einzigen Mal in der Geschichte war damit für das ganze große, vielspältige Deutschland die Lösung des so nie wieder gelösten deutschen Problems geglückt – zum einzigen Mal wurde die adlige Jugend, die ja auch Stifte und Klöster füllte, auf eine Form hin erzogen, die nicht nur in den Grenzen der engsten Heimat, sondern überall in der Welt Geltung hatte – das einzige Mal auch, dass die Deutschen wirklich etwas im besten Sinne Weltmännisches hatten. Da war denn der Boden bereitet für eine große deutsche Plastik, die freilich in dem Augenblick jäh abbrach, als mit dem Sturz des Reiches das Rittertum, von der Welt abgeschnitten, in bürgerlicher Enge verdumpfte oder aber Deutschland verlassend in fremdem Sold kämpfte«.

Nach dem Tode Friedrich Barbarossas führt sein Sohn Heinrich VI. die staufische Weltmonarchie auf ihren Machtgipfel. Durch seine Heirat mit Constanze, der Erbin des Normannenreiches in Apulien und Sizilien, gewinnt er dem staufischen Weltmachtanspruch eine neue Basis. Doch sein früher Tod verhindert ihren Ausbau. Sein Sohn und Erbe Friedrich beginnt seine Laufbahn als verwahrloste Waise, als Spielball deutscher, päpstlicher und lokaler sizilianischer Interessen in der Königsburg von Palermo. Dass der dem Hungertod nahe und von der Barmherzigkeit einiger Bürger lebende Staufersproß neben dem Volgare, der italienischen Volkssprache, Latein, Griechisch, Hebräisch, Arabisch, Französisch und Provenzalisch lernt, ist das erste Wunder, das zweite sein berühmter Zug nach Deutschland, wo er, anfangs nur von wenigen Rittern begleitet, das deutsche Königtum von dem Welfen Otto IV. zurückgewinnt. Unterstützt von seinem päpstlichen Vormund Innozenz III. siegt er – wie später Napoleon auf seinem Adlerflug von Elba nach Paris – nicht durch Macht, sondern durch Charisma, Glück, Charme und Klugheit. Es erfüllt sich der alte Mythos: Immer – so heißt es – müssten die Waiblinger (Staufer) auch die Kaiser sein, die Welfen aber stets deren Vasallen, wenn auch als die ersten und machtvollsten Herzöge. Doch der Preis ist hoch. In Deutschland verzichtet der Staufer auf viele Kronrechte, auf Gerichtshoheit und Münzrechte zugunsten der Fürsten, die zum ersten Mal »Landesherren« genannt werden, und zum ersten Mal wird auch ein Gesetz, der Mainzer Landfriede, in deutscher Sprache verkündet. Fortan ruht »der kaiserliche Thron, dem wir verbunden sind, gleich wie die Glieder dem Haupt, wie dieses auf unseren Schultern und wird gefestigt durch unseren Bau, so dass in erhabener Majestät das Kaisertum aufglänzt und unser Fürstentum jenen Glanz widerspiegelt«.

Der Kaiser war insgesamt nur dreimal in Deutschland. Die Regierung überlässt er dort den mit wenig Geschick agierenden Söhnen, zuerst Heinrich und nach dessen Rebellion Konrad. Das staufische Problem bleibt Italien, wo Friedrich in seinem apulisch-sizilianischen Königreich den ersten modernen Beamtenstaat jenseits der mittelalterlichen Lehnswelt schafft. Mit den Konstitutionen von Melfi weist diese Schöpfung auf die Renaissance und das Modell eines voraussetzungslosen, methodisch aufgebauten Gewaltstaates voraus. Sizilien bleibt die staufische Hausmacht, die der Kaiser dem Papst wie dem Adel entzieht. Doch diese Konstellation birgt Gefahren, in denen die Staufer schließlich umkommen: Das päpstliche Territorium ist von kaiserlichem Land eingeschlossen, und in Norditalien blockieren die aufrührerischen, lombardischen Städte immer aufs Neue die Verbindungswege des Reiches, machtlogisch unterstützt von machtbewussten Päpsten. Es ist ein nur durch kurze Waffenstillstände unterbrochener Kampf zwischen Kaiser, Papsttum und den von diesem unterstützten Städten, der die Kräfte des Papsttums wie des Kaisers übersteigt.

Wenn Europa am Ende in Territorialherrschaften zersplittert und die Renaissance die geistige Macht der Kirche bricht, dann ist das die Folge dieses gnadenlosen ununterbrochenen Kampfes. Bei Cortenuova siegt Friedrich über die Lombarden 1237 in der bedeutendsten mittelalterlichen Schlacht, zehn Jahre später erleidet er vor Parma die schwerste Niederlage seines Lebens und büßt den Nimbus der Unbesiegbarkeit ein. Und je länger der Kampf dauert, desto regelloser, böser wird die Auseinandersetzung. Erst in dieser Phase des Kampfes, in der der Papst Innozenz IV. die Ermordung des Kaisers plant und selbst seine engsten Vertrauten zu Verrätern werden, greift der Kaiser zum Mittel des Terrors und rechtfertigt so die Vorwürfe von Zeitgenossen und Nachgeborenen, die im Kaiser den Antichristen und in seiner literarischen Verherrlichung durch den Juden Ernst Kantorowicz einen Kniefall vor dem ästhetischen Faschismus sehen wollen.

Doch es ist etwas anderes, ob ich die Welt mit Feuer und Schwert überziehe, um sie meiner Macht, meinem Willen und meinen Vernichtungsphantasien zu unterwerfen oder ob ich in höchster Not zur Verteidigung meiner legitimen, nach der mittelalterlichen Vorstellungswelt von Gott herrührenden Rechte auch zu grausamen Mitteln greife. Der Kaiser war zwar, wie Jacob Burckhardt beobachtet hat, der erste moderne Mensch auf dem Thron, aber eben auch überzeugt von seiner Göttlichkeit als Kaiser. Und während er in Sizilien seine Untertanen zu Hörigen herabdrückte, sah er sich selbst christusgleich und seinen zufälligen Geburtsort Jesi in den Marken als ein neues Bethlehem: »Denn aus ihr ist der Herzog hervorgegangen, des Römischen Reiches Fürst, der über dem Volk herrsche und es schütze und nicht gestatte, dass es fürder fremden Händen untertan sei.«

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