Alexander Gauland - Die Deutschen und ihre Geschichte

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Seine Geschichte wird man nicht los, sie sitzt einem in den Knochen und in der Seele. Das betrifft unsere Biografien als Einzelne wie den kollektiven Werdegang des Volkes, dem wir angehören. Beides greift weit in die Vergangenheit aus und prägt unser Denken, Verhalten und Handeln im Heute. Zwar können wir dieses lebenslange Wirkungsgefüge bestreiten, versuchen uns «neu zu erfinden», doch lässt sich die einmal beschriebene Tafel nicht blankwischen. Wir leben in und mit der Geschichte, der persönlichen wie der gemeinschaftlichen. Je besser wir letztere vergegenwärtigen, mit all ihrem Licht und Schatten, desto mehr wohnen wir uns inne, ja desto vollständiger werden wir. Alexander Gauland nimmt uns in seinem Buch mit auf eine Wanderung durch eintausend Jahre deutscher «Evolution». Aus den germanischen Wäldern des Tacitus führt er uns zu Karl dem Großen, zu Luther, den Kaisern des Mittelalters, von Friedrich II. zu Bismarck, zu Hitler, zum Mauerfall. An jeder Weggabelung erkennen wir, wie sehr wir Anteil haben an dieser Geschichte. Und dass diese uns erst zu denen macht, die wir sind.

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Heinrich stärkte die Reichskirche gegen Herzöge und Grafen. Merseburg, Hildesheim und Bamberg sind durch ihn privilegiert, von ihm beschenkt und gefördert worden. Besonders Bamberg, seine Gründung, wo er und seine Frau – die heilige Kunigunde – ihre letzte Ruhe fanden, verdankt ihm viel. Der Papst, der ihn 1146 kanonisierte, begründete die Heiligsprechung damit, »dass er, der doch die Krone und das Zepter des Kaiserreiches getragen, nicht kaiserlich, sondern geistlich gelebt habe«. Noch immer ist der Kaiser der kirchliche Reformmotor, doch die Zeit, in der sich die Kirche kaiserlichem Wollen unterordnet, geht zu Ende. Heinrich II. war der letzte seines Geschlechtes, und die Legende sprach schon damals von einer »Josephsehe« zwischen ihm und der jungfräulichen Kaiserin. Nach seinem Tod wählen die Fürsten seinen Vetter Konrad.

Der Weg des aus Franken stammenden salischen Herrscherhauses beginnt vielversprechend. Am 2. Februar 1033 wird der erste Herrscher aus diesem Haus, Konrad II., in Payerne zum König von Burgund gekrönt. Das Imperium Romanum umschloss nun die drei Königreiche Deutschland, Italien und Burgund, womit das alte Lotharingien wieder vollständig zum Reich gehörte. Das mittelalterliche Kaisertum näherte sich seinem Zenit. Nie wieder sollte es auf die Höhen zurückkehren, die es unter Heinrich III. erreichte. Reichsitalien war fest in kaiserlicher Hand, und in Rom setzte der neue Kaiser gleich drei unwürdige Nachfolger des Apostels Petrus ab. Der neue Papst war ein Mitglied der Reichskirche, also ein deutscher Papst, aus dessen Händen der deutsche König die Kaiserwürde empfing. Noch einmal demonstrierten beide Gewalten, die kaiserlich-weltliche und die päpstlich-geistige, ihre Eintracht.

Mit den Reformsynoden von Pavia, Sutri und Rom begann die Erneuerung der Kirche an Haupt und Gliedern unter kaiserlicher Führung. Noch richtete sich der Kampf gegen die Simonie, also den Ämterkauf, und es ging um die Durchsetzung des allgemeinen Priesterzölibats gegen die Einvernahme des Papsttums durch die stadtrömische Aristokratie, nicht aber gegen den Bestand der Reichskirche als Grundlage des Kaisertums und wichtigste Stütze des Thrones. Doch eben darin lag die Schwäche dieses Einvernehmens. Es war an das vernünftige Zusammenwirken zweier Gewalten gebunden, die jede für sich nach dem Höchsten strebten und damit das prekäre Gleichgewicht zerstörten, auf dem das sakrale Kaisertum wie die geistliche Macht des Papstes ruhten. Vernünftig aber waren die beiden Protagonisten nicht, die jetzt aufeinander trafen, Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII., der heilige Teufel, wie er von den Zeitgenossen genannt wurde.

Canossa ist in der deutschen Geschichte doppelt symbolbehaftet. Für die einen ist es der Ort tiefster Erniedrigung mittelalterlicher Kaiserherrlichkeit, die Bismarck noch 1873 während seiner Auseinandersetzung mit dem deutschen Katholizismus im Reichstag zu dem Ausruf veranlasste »nach Canossa gehen wir nicht«; für die anderen ist der Ort das Symbol kluger Realpolitik. Aber vor allem markiert Canossa das Ende des Kaisermythos, das Ende der Einheit von Kirche und Reich. »Mit diesem bedeutungsvollen Umschwung wandte sich die Zeit von der Vollkommenheit zum Niedergang«, schrieb Jahrzehnte später ein kluger Beobachter, Otto von Freising. Der Kaiser war zwar auch danach noch mächtig, doch sein Mythos war zerbrochen; seine Macht beruhte nur noch auf den Temporalien, dem Kron- oder Hausgut, nicht mehr auf den Spiritualien, also der Herrschaft über die Seelen.

Was wir später die Trennung von Staat und Kirche nennen werden, nimmt hier seinen Ausgang und das Reich seinen langen Abschied von der Macht, der erst im Jahre 1806 enden sollte. Als der Kaiser noch minderjährig war, hatte die Kirche die Papstwahl in die Hände der Kardinäle gelegt und damit nach dem städtischen Adel auch den römischen Kaiser aus dem Wahlverfahren verdrängt. Dies entsprach den Reformgedanken, nach denen kein Laie über ein kirchliches Amt entscheiden sollte. Als Heinrich wie in alten Zeiten in Reichsitalien Bischöfe einsetzte, bedrohte ihn der Papst mit dem Bann. Als eine Mehrheit der deutschen Bischöfe daraufhin den Papst abzusetzen versuchte, bannte er den Kaiser, ein revolutionärer Akt, der die eine Hälfte des mittelalterlichen Staatsbaus, die weltliche, zum Einsturz brachte. Ein Teil der Fürsten nutzte die Gunst der Stunde, um den Kaiser mit Hilfe des Papstes abzusetzen. Denn seine Politik, rund um den Harz mit Goslar im Zentrum Krongut, also dem Reich zugehöriges Eigentum, mittels neuer von Beamten bemannter Burgen in Hausgut, also dem herrschenden Geschlecht eigenes Gut, umzuwandeln, hatte den Kaiser seinen Rückhalt im Reich gekostet. Drei Tage und drei Nächte musste der gebannte Kaiser vor der Burg von Canossa im Schnee ausharren, bevor ihn der Papst wieder in die Gemeinschaft der Gläubigen aufnahm.

Canossa machte den Kaiser zwar wieder handlungsfähig, zerstörte aber den kaiserlichen Nimbus und die sakrale Monarchie. Noch zwanzig Jahre dauerten die Kämpfe mit Aufständischen und Gegenkönigen. Am Ende starben der Papst in der Verbannung in Salerno und der Kaiser auf der Flucht vor seinem aufständischen Sohn. Beide hatten ihre sakrale Würde eingebüßt, beide hatten verloren, auch das Papsttum vermochte die neu gewonnene Macht nicht zu bewahren, schon die weiteren Bannflüche erwiesen sich als wirkungslos. Schließlich beruhte die päpstliche Autorität nicht auf den »Divisionen des Papstes«, sondern auf der Macht des Glaubens. Als diese zu schwinden begann, entschwand auch die Macht zu bannen und zu lösen.

Mit dem Wormser Konkordat von 1122 endete die Auseinandersetzung. Der Kaiser verzichtete auf das Recht der Investitur mit Ring und Stab, also den geistlichen Symbolen. Dafür wurde ihm zugestanden, dass die Bischöfe in seiner Gegenwart durch das Domkapitel, allerdings ohne Simonie, also ohne Korruption, und ohne Gewalt gewählt wurden. Die Entscheidung bei einer zwiespältigen Wahl wurde dem König überlassen, der den erwählten Bischöfen und Äbten durch die Überreichung eines Zepters die vom Reich herrührenden weltlichen Herrschaftsrechte übertrug. Staat und Kirche waren damit ein ganzes Stück auseinandergerückt. Den künftigen Kaisern war es nicht mehr möglich, das Reich mit Hilfe der Kirche zu regieren und die geistlichen Herren den weltlichen gegenüberzustellen. Mit dem Tod Heinrichs V. erlosch das salische Kaiserhaus.

Das neue Geschlecht der Staufer bedurfte schon einer gesicherten territorialen Herrschaft, um noch einmal – fast – die Höhen Ottos I. oder Heinrichs III. zu erklimmen. Es war wie eine romantische Spätblüte des mittelalterlichen Kaisertums. Sie beginnt mit einer deutschen Sagengestalt, Friedrich Barbarossa, Kaiser Rotbart, der gemäß deutschen Sagen- und Liedguts in den Höhlen des Kyffhäuser seiner Wiederkehr in ein einiges Deutschland harrt. Der Kaiser, ritterlich, eloquent und machtbewusst, hatte während seiner langen Regierungszeit von 1152 bis 1190 mit den beiden Kräften zu kämpfen, die das Reich zu schwächen begannen und es am Ende überwältigten – die deutschen Landesherren und die italienischen Städte. In Deutschland bot das mächtige Welfengeschlecht in der Person Heinrichs des Löwen dem Kaiser Paroli und verweigerte 1176 sogar die Heerfolge zum fünften Italienzug; in Italien begannen die lombardischen Städte sich von Kaiser und Papst zu emanzipieren und einen feindlichen Riegel zwischen den deutschen und den italienischen Teil des Reiches zu schieben.

Den Welfen konnte der Staufer besiegen und ihm die Reichslehen Sachsen und Bayern abnehmen. Nur das Patrimonium, sein Erbgut Braunschweig und Lüneburg, blieben welfisch bis zum Jahre 1866, als ein künftiger deutscher Kaiser nach einer neuen Niederlage das Erbe Heinrichs seinem Hausgut Preußen zuschlug. Auch die italienischen Städte konnte der Kaiser demütigen und das starke Mailand bis auf die Grundmauern zerstören. Doch wie der Untergang der Welfen den Aufstieg der Landesherrlichkeit nicht aufhalten konnte, so verhinderten sechs Italienzüge nicht das allmähliche Auseinanderdriften beider Länder. Und als 1176 bei Legnano ein städtisches Bürgerheer die Blüte der deutschen Ritterschaft vernichtete, wurden die Kräfte sichtbar, denen die Zukunft gehörte – Landesherren und Stadtbürger.

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