Hans Leip - Tinser
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Das Gras riecht im Dunkeln, es duftet wie lauter Feste, wie kleine lächelnde Erinnerungen. Oh, er hat den Namen nicht vergessen. Zu Hause im alten Schrank muss noch verborgen ein winziges Taschentuch liegen, und es duftet nach indischem Heu. Es fällt ihm aufs Herz, Ewigkeiten liegen zwischen den Zeiten, und noch immer klebt er hier in der unendlichen Ebene, eine kleine Russin hinter sich in bunten Stiefeln, die verteufelte Gedanken hat, dass einem die Augen übergehen, und der man eine alte elende Geschichte erzählt.
„Stoi! Verflucht!“ stöhnt er. „Halt auf!“
Sein Pferd dreht sich wie auf einem Teller. Es kommt ihm fast in den Sinn, zurückzureiten in das leise Gemurmel hinter seinem Rücken. Aber das Pferdchen wittert das Dorf, und Tinser lässt es gewähren. Er fühlt sein Herz schlagen und das des Tieres.
Überall ist Heimweh, wer hätte das geahnt, lächelt er. In der Moossenke war es friedlich, dumpf und friedlich wie Bären hausen sie da. Nun gibt es anderes zu denken und bedenken. Die Welt ist das, wohin sie reiten. Das ist zu bedenken. Ewig ist da zu denken. Klipp klapp, wie eine Mühle mahlt das Gehirn, und lässt man sich darauf ein, dann gibt es kein Halten mehr. Verfluchtes Spiel! Stoi sollte seine Stimme dämpfen. Denken ist Bilderjagd, Worte zünden es an, es brennt im Gehirn, ein brennender Film. Wie lange ist es her, dass er in einem Kino war! Vor Jahren gingen da schöne Frauen über die Leinwand. Der Apparat schnurrte, als hätten sie ein Uhrwerk in sich, zuzeiten aber überwog das Geschehen, dann rauschte es zwischen Geigengeflimmer und Harmonium, es ging ans Herz, wie sie lachten, Böses taten, heimliche Briefe öffneten und sich zu entkleiden begannen. Der Liebhaber, der Gatte stürzten herzu; aus einer Hüfttasche, überlebensgross, Detailbild, entschälte sich der Revolver. Oh, dies süss sterbende Lächeln, letzte Vergebung, Enthüllung und die Hetzjagd des gefolterten Mörders. He! He! Man dreht eine Kurbel, das ist das Ganze. Das Zimmer hat nur drei Wände, Einbildung ist alles! Schauspielerei! Und der Held reisst faule Zoten, wenn er dem Auge nach schmachtet. Ein Mensch, der durch Erkältung ertaubte und vom Mund lesen konnte, hat ihm das erzählt. Warum war er nicht stumm? Was soll man noch glauben? Verflucht, was hatte er so irrsinnig zu brüllen! Ein Hebel wird gedreht, dann schnurrt es los! Bagger he! Bagger he! —
Was denn? Wer denn? Schweben sie nicht friedlich dahin in einer schönen Nacht über die unschuldsvollste Steppe der Welt? Es ist nichts zu erkennen, die Lichter sind verdeckt oder erloschen. Es ist beinahe, als höbe sich das Flache, als stünde es wie eine steile Wand vornweg. Fünfhundert Meter und mehr. Da oben dröhnt es, oder sollte es dröhnen.
Der Schädel brummt ihm wohl, das ist alles. Dieser alberne Heuduft! Er benimmt den Atem. Verflucht, verflucht! Was brennt es ihm im Genick! Die Fratze, die gelbe Fratze grinst ihm im Nacken. Still, still! Was soll die Hölle hier im unschuldsvollen Schweigen! Er dreht seine Gedanken zur Vernunft, er hat wohl Fieber in den Ohren; nichts ist zu hören als nur das Janken und leise Geklirr am Sattel und im Riemenzeug, das Scheuern der Kleidung, das Schnaufen des Pferdchens. Haha, es ist die tote Stille der Nacht, welche diese kleinen Geräusche sozusagen unters Mikroskop legt, so dass sie lächerlicherweise an jene Bagger erinnern.
Tinser zuckt die Schulter. Ich zucke sie gleichmütig, sagt er sich und schnäuzt sich durch die Finger.
Das Gras ist welk, schreibt er in seinem Gehirn, es riecht nach Heuschnupfen, manche haben Fieber davon. Der Himmel dämmert wie ein Mädchentaschentuch vor ihm, die Steppe raschelt wie ein Mädchenrock.
Die Baryschnja hat sich nicht parfümiert, denkt er, es riecht etwas nach Lazarett.
Er windet sich im Sattel, zieht den Kopf gleichsam in die Brust, er sieht überdeutlich jene Schwester durch die Baracke gehen, damals, in der ‚Leichenkiste‘. Sein Gehirn wird willenlos, die Erinnerung hetzt den alten grausigen Film hindurch.
Die Baryschnja sieht ihr ähnlich, schreit er sich verzweifelt an, er schlägt die Sporen ein, rast wie wild in die bodenlose Nacht.
Bagger he! Bagger he! gellt es in seine Ohren.
Er landet, wie in manchem Fiebertraum vergangener Nächte, an dem alten Baggersumpf bei Taglai. Der Mongole winselt, sein Spiegelbild zuckt im Morast, er hat die Schwester, die keine war, ermordet, ihr Angesicht zerschossen und hat das Platin gefressen, der gelbe Hund, das rote Schwein, und Stoi gibt ihm den letzten Tritt. Wie ein schmutziger Klumpen rollt das Bündel Mensch im Sumpf, schon treibt er im Saugwirbel. Der Bagger tost, schluckt Erdreich, Schlamm, Fels und Gestrüpp, schluckt alles, was ihm vor den Rüssel kommt. Der Mongole hebt das überschlammte, kreiselnde Gesicht, so sieht kein Mensch aus. Schon packt ihn der Greifer. Er brüllt, er sieht Tinser an, ausgerechnet Tinser sieht er an und brüllt, dass es Himmel und Hölle übertönt.
„Schiess!“ brüllt er.
Und dann ist es vorbei. Der Bagger tut seine Schuldigkeit mit Mahlgang, Wäscherei und Sieber. Auf die Filzplatte in der Schleuse erbricht sich ein kleiner blutiger Haufen Metallschutt.
Tinser hält sich verkrampft im Bügel, reckt sich jäh hoch; schaurig lacht er auf.
„Ich wollte schiessen!“ schreit er in die Nacht.
Dann schüttert er dumpf in den Sattel zurück.
Stois Stimme und die der Baryschnja antworten hinter ihm, als hätte er etwas Ermunterndes gerufen. Ganz nahe schlagen Dorfköter an, und schon sind die Umrisse armseliger Höfe zu erkennen.
6
Feuer im Osten
In der Nacht wacht Tinser auf. Das Schnarchen der Bauernfamilie brandet durch das Dunkel. Gegen das Fenster erkennt er Stoi, der gebückt dasteht. Tinser räuspert sich. Stoi flüstert zurück, als bisse er die Zähne zusammen: „Ich geh!“
In Tinser zuckt etwas zusammen. Aus trocknem Schlunde stösst er hervor: „Bleib hier!“ Er sieht, wie der andere vor dem nachtgrauen Fenster ins Dunkle knickt, und hört, wie er sich herantastet. Der oberdeutsche Stimmklang flüstert dicht an seinem Ohr: „Eine Agentin ist sie!“
„Wir haben unsere Ausweise von dem Syrjänen ihr zu verdanken!“ Tinser ahnt, was ihm fehlt, aber er bringt nicht mehr übers Herz. Stoi atmet eine Weile schwer. „Ich schau nach den Pferden!“ flüstert er dann.
„Mensch, schlaf doch!“ haucht Tinser, dreht sich auf die andere Seite und tut, als schliefe er wieder. Aber Stoi flüstert weiter. Seine Stimme schluckt, es ist ein wahres Elend: „Sie sieht aus wie meine Frau, wie die Peppi, du weisst net. Geht einfach hi mit ein anderem, und hats Kind vom selbigen, wie ich in Krieg bin, meine Frau. Des weisst du. Meine Schwester hats mir g’schrieben. Vor vier Jahr, sinds bald her. Damals, als wir die Schwester, aber dies ist wirklich eine, das weisst du —“
Das weinerliche Geflüster rinnt einschläfernd dahin. In Tinser vermengen sich die Bilder, das Mädchen im Sattel, die falsche Schwester damals, das grausige Gesicht des Mongolen, Gebeine, Schiffe, das Almhaus, darin Staudelhofer mit der treulosen Peppi flüstert. „Der kleine Stall. — Sie hatn Riegel nicht zug’riegelt, ich habs gehört, sie hats nicht, und die Leiter is ang’lehnt!“ Auf einmal wird seine Stimme straffer. Er stupft Tinser an: „Wir unter Kameraden, gelacht, welch Theater! Losen wir!“
Tinser, nunmehr wirklich gestört, fährt auf. Aber er ist wie betrunken, er faucht etwas Unverständliches, Zweifelndes, Warnendes, und als täte es ihm leid, sagt er betrübt: „Machs gut!“
Stoi erhebt sich und drückt sich aus der Tür.
Als er hinaus ist, wird Tinser hellwach. Wahrhaftig, denkt er, ich gönn es ihm. Und somit erdrosselt er ein Gefühl, das verflixt nach Eifersucht schmeckt. Draussen ist es totenstill. Er legt sich wieder hin, presst den Kopf in den Schafpelz, weil er sich beim Horchen ertappt hat. Die Finsternis ist stickig von Schlafdunst. Die Pferde rühren sich draussen. Man könnte meinen, ein wenig Gemurmel wäre auch vorhanden. Es verzweigt sich so. Sagte sie das nicht? Jeder Weg ist gewissermassen die Heimat. Vielleicht hätte er längst in Deutschland sein können, fast zum Vergnügen hat er sich damals den Koltschakern angeschlossen. Ein Unbehagen fasst ihn an, Trauer, Grauen und kaltes Schwarz. Sein Bruder ist damals gleich im Westen gefallen, und seine Mutter ist gestorben, als er durch den Schnitzer eines Schreibers statt mit der Schmach der Gefangenschaft mit der Glorie des Heldentodes belehnt wurde. Eine sonderbare Furcht ergreift ihn. Das Schnarchen aus der Ecke tönt wie fernher gehetztes Gebell. Eine Agentin, denkt er, und Stoi konnte die Zunge nicht voll genug nehmen, um sie sich unters Herz zu schwatzen. Er streicht mit der Hand übers Gesicht, als wischte er eine Maske fort. Seine Bartstoppeln kratzen hörbar. Er fühlt seine Nackenwunde. Es schaudert ihm. Der Mongole steht vor seinem Gesicht. Während der ganzen Jahre hat ihn die schauerliche Erinnerung nicht verlassen. Nur in der Moossenke war es still und abgetan. Nun steht das alte Grauen auf, fällt unabwehrbar über seine Kehle. Der Mongole! Der Mongole!
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