Hans Leip - Tinser

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Tinser ist der Anführer einer kleinen Gruppe abgerissener Menschen, die, einst deutsche Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs, nach den Wirren der Revolution ihren Lebensunterhalt im fernen Sibirien als Platinschürfer fristen. Als sie die Rückkehr nach Deutschland beschießen, ahnen sie nicht, welche Abenteuer und Strapazen vor ihnen liegen … Für Tinser beginnt eine lange Reise über viele Stationen in etlichen Ländern hinweg. «Tinser» war Leips erste Romanveröffentlichung, nachdem ihm mit seinem Erfolgsroman «Godekes Knecht» der spektakuläre Durchbruch gelungen war, und er steht dem großen Vorgänger in nichts nach!-

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Tinser steht wortlos da. Er blickt auf das Bild, das über dem Schreibtisch in der Dämmerung kaum zu erkennen ist. Es ist das Doppelbildnis seiner Eltern, einst von einem tüchtigen ortsansässigen Meister etwas im Sinne Runges gemalt. Der goldene Rahmen leuchtet ein wenig im Dunkel der Wand. Der Alte folgt dem Blick nicht. Schweigend warten sie voreinander, Vater und Sohn. Ein Dampferdröhnen kommt vom Strom herauf und steht unheimlich hinter den Vorhängen. Da sagt der alte Herr langsam, und sein Bart senkt sich müde: „Nein, nein, es ist nicht deine Schuld! So verbohrt bin ich nicht. Feindesschuld! Vaterlandesschuld! Gottesschuld! Aber danach fragt dich hier kein Mensch, du zahlst sie ganz allein!“ Seine Stimme gleitet auf dem Blick des Sohnes ab, strandet an dem Goldrahmen und zerbricht. Und er meint die noch jugendliche, einfach und sanft blickende Dame auf dem Bild, als er mühsam hinzusetzt: „Sie hätte vielleicht: Mein Jonke! zu dir gesagt.“

Tinser fühlt, wie der Raum schaukelt. Er macht zwei ruckweise Schritte, berührt die Hand seines Vaters und verlässt das Zimmer. Er winkt seinen betrübten Schwestern zu, die in der Terrassenhalle gewartet haben. Er stürzt in den Garten, läuft die verwilderten Steige hinauf und hinab. Die Sonne prasselt über die Büsche. Er bleibt unter den uralten Linden stehen, deren Kronen in den Himmel gebettet sind. Er senkt den Blick. In welken Haufen liegen die herabgewehten Früchte da. Er nimmt eines heraus aus dem braunen Geraschel, es ist wie ein kleines vergilbtes Bukett. Wie ein schmerzliches Gleichnis fällt es ihm aufs Herz, als ginge er über den abgewelkten Willkommensträussen der anderen, die lange schon daheim sind.

Die Flut blitzt herauf. Er geht schleppenden Schrittes den dünnen Weg auf die Böllerkanzel. Breit fliesst der Strom dort unten im Grund, Segel sind braun und gelb über die glitzernde Fläche gesplittert. Ein Bagger kreischt in der Fahrrinne. Nein, er hat es nicht vergessen. Vielleicht wäre es besser gewesen, da oben zu bleiben und zu sterben. Wie schnell ist alles entrückt, wie unsagbar schnell kann ein Mensch Entfernungen verdauen! Die Ferne ist von Qualm verschleiert, die Sände tauchen auf, verschlafen und einsam. Drüben kuppen die Öltanks wie eine Stadt im Orient. Stromab hämmert der Eisenlärm der deutschen Werft. Aber stromauf, wo das Wasser in die einstigen Marschwiesen fingert, wo die Hafendämme beginnen, sich saugend an die Handelsschiffe der Welt zu legen, da klettern andere Hellinge über den Dunst. Ein Zipfel ist es nur von Tinsers Werft.

Er saugt an seinem Zipfel, so pflegten sie zu flüstern, wenn der Alte hier stand. Da waren sie noch Kinder. Nun ist selbst Emely kein Kind mehr. Er hat die russischen Stiefel verschämt in seinen alten Schrank gestellt, in sein altes, von Efeu dunkles Knabenzimmer.

Tinser sinkt verzweifelt über das Geländer. Vater! Vater! denkt er schmerzlich. Er starrt in die Büsche, die sich zum Strand auf die Oevelgönner Dächer hinunterstürzen. Gelächter schallt von unten herauf. Er fasst es nicht. Auf einmal hört er leichte Schritte hinter sich. Er nimmt sich zusammen und richtet sich auf. Es ist Ubskill, der Balte.

„Bitte Kamerad, futtern Sie munter weiter am Busen des Alls! Ich hörte nur — erlaubte mir nur — Emely bat mich nur —“

„Schon gut!“ wirft Tinser dazwischen, „haben Sie, Herr Baron, eine Ahnung, ob unsere Jolle noch vorhanden ist?“

„Zu Befehl, Herr Junior, habe mir gestattet, die famose Jacht ab und an ein wenig ins Nasse zu führen, und der Herr Senior hat sie rasch und gründlich aufkalfatern lassen, als wir von werter Rückkehr vernahmen.“

„Hat er?“

„Er hat. Der Mann hat! Er hat, unter uns, respektvollst sozusagen einen Igel über das betreffende warme Herz gezogen.“

Tinser fühlt eine plötzliche Dankbarkeit und drückt dem Balten die Hand: „Ich hab Ihnen noch gar nicht für die Fahrt gedankt. Ja, er hat mich an die Luft gesetzt. Lässt er Sie denn gelten?“

„Mich? War Bumser, Oberleutnant, wie gesagt, Kamerad. Handele jetzt mit ollem Meissen, nicht etwa mit alten Mäusen. Jedoch eine Schose! Vor den Dingen da unten verständnislos, wie Bibel für Kuh oder Bebel für Ludendorff. Das Schloss meiner Väter hatte eminent fürstliche Sammlungen, jetzt Spucknapf für Proletariat. Daher Meissen. Drei Stunden täglich Galerie Moses Silberstein. Lieber Tinser, wir Söhne dieses Jahrhunderts und eines vergangenen Glanzes, wir haben alle ein Zuhause auf Gummizug. Wer nie seinen Kaviar aus Schuhcreme ass! Nebenbei hatte ich noch das allerdings selige Unglück, in Fräulein Schwester verknallt geworden zu sein.“

„Und — mein Vater?“

„Den beschäftigt es nicht sehr, was seine Kindlein treiben, in allen Ehren selbstredend, wenn er nur seinen Haferschleim kriegt.“

„Kennen Sie Galew?“

„Klara! Porzellankunde von mir, sympathisches Selfmademännchen. Kannten Sie den Wrangelrubel? Nun, so ähnlich. Inflationsriese mit reizender, jedoch etwas schief geratener jüngster Tochter.“

„Und was hat er damit zu tun?“ Tinser weist auf die Werftecke, die von den Randbäumen des Gartens überschnitten wird.

„Lieferungen, langfristig natürlich. Aber heute geht nischt, nur die Zeit geht. Er handelt mit allen und allem. Sehen Sie, der Dampfer nach Ostasien, da unten, wie ich mich auskenne, gehört ihm auch.“

„Ist er ein Schweinehund? Sie haben inzwischen den Ausdruck Schieber dafür geprägt, wie ich schon hörte.“

„Nein, kann man nicht sagen, gefürchtet von den Machern, bestaunt von den Lachern, der einzige Deutsche, den das Ausland anerkennt, weil er sich nichts gefallen lässt, reich ist und sich tatsächlich nicht schämt, ein Deutscher zu sein. Sehen Sie die Flagge, das war eine Zeitlang hier unerhört!“

„Wo wohnt denn dieses Wunder?“

„London, Yokohama, New York, bitte gütigst mich zu entbinden, Geographie total blass, jedoch merschtendeels Berlin.“

„Dahin gehe ich sowieso.“

„Sie? Bester! Letzte Hoffnung auf ein tröstliches Kismet, Kies mit, Gift mit, Mitgift! Dachte in argloser Kindlichkeit, Sie würden aus den Himmelsleitern drüben noch etwas eminent Irdisches, sozusagen Gediegenes in Pinkepinke herauskeltern! Emely und ich müssen uns, es sei ersterbend an den Schoss der Ewigkeit geflüstert, mit alten Zeitungen zudecken!“

„Viel Spass, Sie haben schliesslich Ihren Wagen und Ihren Humor. Ich würde mir einen Vorhang ziehen, vorn Familienglück, hinten Meissen. Aber vorher rollen Sie mich noch zum Bahnhof! Ja, es muss sein! Ich hab keine Lust, auf der neuen Universität in Hamburg zu drucksen, das Unglück dort unten vor der Nase. Vor zwölf Jahren hab ich in Berlin begonnen, vielleicht — ich muss hier weg, Mensch!“

*

Somit fährt Tinser nach Berlin. Niemanden von seinen früheren Freunden hat er gesehen, die Plätze seiner Erinnerungen sind unberührt an ihm vorübergeschwebt. Er nimmt von seiner Vaterstadt den Eindruck müllernder Schutzleute mit, die inmitten begrünter Sauberkeit vor auto- und segelüberschütteten Flächen Armschwünge üben, in dieser von Herbstsonne blitzenden, kaltnäsigen Stadt, in die wie ein Abgrund ein dunkles Zimmer gesenkt ist.

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