Hans Leip - Tinser

Здесь есть возможность читать онлайн «Hans Leip - Tinser» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Tinser: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Tinser»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Tinser ist der Anführer einer kleinen Gruppe abgerissener Menschen, die, einst deutsche Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs, nach den Wirren der Revolution ihren Lebensunterhalt im fernen Sibirien als Platinschürfer fristen. Als sie die Rückkehr nach Deutschland beschießen, ahnen sie nicht, welche Abenteuer und Strapazen vor ihnen liegen … Für Tinser beginnt eine lange Reise über viele Stationen in etlichen Ländern hinweg. «Tinser» war Leips erste Romanveröffentlichung, nachdem ihm mit seinem Erfolgsroman «Godekes Knecht» der spektakuläre Durchbruch gelungen war, und er steht dem großen Vorgänger in nichts nach!-

Tinser — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Tinser», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Tinser fasst bestürzt seine Hand, sie ist kalt, aber der Puls geht ruhig. Stoi entzieht sie ihm mit einem Ruck, greift sich über die Stirn und brüllt: „Mensch, setzen Sie sich! Du denkst wohl, ich bin verrückt!“

Die Mitreisenden lauschen neugierig auf die erregte fremde Sprache. Tinser setzt sich ruhig hin. Wie eine Erlösung geht es über ihn. Stoi sieht ihn mit furchtsamen Augen an, aber seine Stimme ist wieder ordentlich: „Ich weiss ganz gut, dass der Mongole tot ist!“

„Ganz gewiss!“ antwortet Tinser, wie man einem Kinde antwortet. Aber er selber fühlt gespenstisch, wie sein Gehirn gleichsam zerläuft. Der Wahnsinn! zirpt es in ihm. Er reisst sich aus einer lallenden Tiefe herauf, nimmt sein Geld heraus und zählt es, ungeachtet der Reisenden, und Stoi tut das gleiche. Tinser zählt eine Summe ab und will dafür den Revolver der Baryschnja haben. Stoi jedoch schnappt sofort ein und kehrt sogar ein wenig den Vorgesetzten heraus. Er prahlt, er hätte ihn diesem Komi-ssar, diesem Friseur Rondjeff verheimlicht! Und sie rechnen weiter: Dies für Wäsche, das für Essen und Trinken, dies für Vergnügungen und so fort, und soviel werden sie in deutsches Geld einwechseln. Aber der Bayer stockt. Sie hätten in Moskau zu verhandeln, Maschinen, Krähne, Bagger! Und wegen der Kameraden!

Selbstverständlich wollten sie das!

Und dann zurück, auf den Gipfel!

Ja, dann zurück auf den Gipfel.

Das Herz dreht sich Tinser um. Aber auf einmal erzählt Stoi von Deutschland, seine braunen Augen leuchten, er spricht von den Bergen, halblaut, fast verlegen, allmählich verzückt, von dem See in den Tannen, von einem Lied, von einem Weg unter blühenden Bäumen. Und dann schlägt er die Hände vor sein Gesicht und schluchzt: „Tinser, Tinser, ich will nach Haus!“

Die Leute sehen ihn erstaunt und voll Mitleid an. Tinser blickt hilflos umher, steht auf und schreit feindselig: „Er kann nichts dafür! Er hat Heimweh!“ —

9

,Die Blaue Bluse‘

Sie kommen nach Moskau. Sie stehen im Gewimmel der Menschheit. Niemand fragt sie, niemand rührt sie an, und dennoch fühlen sie sich von Spähern umgeben. Hin und her gehen sie durch die brausenden Schluchten der Strassen, geduckt unter den riesigen, bröckelnden Häusern, vom Verkehr angerempelt, verwirrt von Autobussen und Strassenbahnen. Tölpelhaft gaffen sie schönen, gepuderten Frauen nach und können sich nicht denken, dass es so kurze Kleider gibt. Sie stehen vor den Strassenhändlern und weichen staunend den Männern aus, die so lässig dahinschreiten in dem irrsinnigen Lärm und Getriebe und ihre Sonnenblumenkerne kauen. Riesige Plakate, bunt wie Nordlichter, preisen die Diktatur des Proletariats. Da kommen Kinder, singend in langen Gruppenzügen, rote Tücher um die lieben Köpfe, und sie singen lärmend von der Herrlichkeit des ungeknechteten Menschen. Das sind die Pioniere! sagt jemand voll Stolz. Und da, hoch über den Firsten surrt ein Flugzeug.

Die beiden haben einander untergehakt. Staudelhofer scheint wieder vernünftig zu sein. Er blickt mit Kennermiene in die Restaurants. Aber auf einmal meint er, sie würden hier bestimmt jenen reichen Engländer oder Amerikaner treffen, der den Syrjänen das Platinloch mit Zigaretten abgeschwindelt hätte. Tinser pflichtet ihm begütigend bei. Fort! fort! denkt er fiebernd. Über die Grenze!

Aber sind sie nicht abgesandt?

Stoi erwähnt es, Stoi selber, und ganz kühl bestimmt er, sie wollten sofort zur deutschen Botschaft.

Sie müssen einen verdächtigen Schwarm von Bettlern durchbrechen und kommen sehr eilig die Stufen hinauf. In den Bureaus sind die Sekretäre nicht ohne Misstrauen. Es gäbe so viele Spitzel der Tscheka und dergleichen. Aber ihre Ausweise würden bis morgen geprüft werden.

Wo sie denn bleiben sollten?

Irgendwo beim Mosselprom, sagt man.

Wieder stehen sie vor den Schaufenstern, von Lichtfluten übergossen. Da sind Delikatessen, da ist Obst, oho, sie haben die Bezeichnungen noch nicht ganz vergessen, und da sind Anzüge, nicht nur diese grauen Kittel, da sind Hemden und Kragen. Und auch Schuhe. Kleine Lackschuhe.

Es schauert über ihre Haut. Morgen! sagen sie, und machen ihre Stimme unbefangen. Immer gehen Leute hinter ihnen, schielende Augen. Wann würde man Hand an sie legen?

Müde vom Holperpflaster, fragen sie schliesslich einen der rotmützigen Schutzleute nach dem Mosselprom. Er weist sie in eine Wirtschaft. Es ist ein Arbeiterlokal. Sie lesen an der Tür, dass hier die ‚Blaue Bluse‘ auftritt. Sie sehen sich aufmunternd an, vielleicht ist es ein Kinostück.

Sie essen an dem einfachen Tisch und trinken ein Glas Bier dazu. Bänke und Tische sind in Reihen angeordnet, so dass alle in eine Richtung sehen können. Die Wände sind mit den Bildern der Sowjetführer geschmückt.

Der Raum füllt sich mehr und mehr. Plötzlich wird es dunkel. Nur ein kleines Podium ist grell beleuchtet. Ein Ansager tritt auf, in lauter bunte Schachteln gehüllt, und er spricht von China und der Mandschurei. Er rollt ein langgestrecktes Bild an den Hintergrund, welches Steppe und Berge vorstellen soll.

Tinser denkt daran, wie sie hier sitzen und es gut haben, und dort hausen die Brüder, arm und verkommen.

Und nun tritt ein Mongole auf. Er hebt ein Klagelied an und bittet Russland, ihm zu helfen.

„Seht das Haus, dort seht in der Lubjanka,

Sie starben süss, verglichen meiner Qual!“

Der Schauspieler versteht seine Sache, er wimmert herzzerreissend und verzerrt sein Gesicht zu unsäglicher Scheusslichkeit, als zuckte er im Todeskrampf.

Tinser fühlt seinen Puls stillstehen. Stoi erhebt sich vom Sitz und flüstert: „Er ist es!“

Tinser zieht ihn angstvoll am Kittel. Aber er bückt sich herab mit fliegender, heiserer Stimme:

„Ich wusste es — der Mann in der Bahn — der war es — ohne Bart. Sie hats gesagt — er kommt wieder — da ist er —!“

Die hinter ihm Sitzenden zischeln: „Tiesche! Tiesche! Ruhe! Hinsetzen!“

Stoi sinkt leise röchelnd auf die Bank zurück.

Man hört einen Augenblick überall das mahlende Knirschen der Sonnenblumenkerne. Dann beginnt das Klavier in knöchernen Grässlichkeiten zu erschallen. Der Mongole holt zu einem neuen Vers aus. Er schildert, wie die Weissen und Gelben ihn knechten, fangen und quälen, wie er um die Gnadenkugel fleht:

„Dort im Latz die letzte, letzte Kugel,

Der Tod verspritzt mein Blut —“

Ein gellender Schrei unterbricht ihn, Tinsers Schrei. Und gleich darauf kracht ein Revolver. Licht springt in den Raum. Stoi ist zwischen die Bänke gesunken. Er hat sich in den Mund geschossen.

*

Tinser liegt unruhig. Er will sich erheben, aber sein Körper ist ein kraftloser Fetzen. Zudem rumort ihm das Lied im Schädel, unaufhörlich sägt es in seine Kopfschmerzen.

Seht das Haus, dort seht in der Lubjanka —

Dies ist das Haus. Er zweifelt nicht länger. Ein vergitterter Raum, hier wurden sie zu Tausenden abgeschlachtet. Er ist verhaftet. Stoi hat sich in den Mund geschossen. Nein, die Baryschnja, nein, sich selber auch. Morgen kommt er daran. Tinser, der arme verfluchte Tinser. Aber er hat nichts gestanden, nichts darüber ausgesagt, was Stoi mit in sein Grab nimmt. Er ist auf das Podium gesprungen und hat den Schauspieler mit toller Hand zu erwürgen versucht. Es ist nicht geglückt, zuviele Fäuste sind es gewesen, die ihn zurückgerissen haben. Er fiebert vor sich hin. Er denkt es selber, dass er krank ist. Dies altvertraute, schwebende Gefühl, er kennt es, aus den Gräben, Löchern, Baracken und Sümpfen. Die Orte wirbeln durcheinander. —

Seht das Haus, —

Der Mongole grinst in der Ecke, die Zunge hängt ihm heraus, und er streicht damit winselnd über die Gitterstäbe.

Seht das Haus, dort —

Tinser wirft sich stöhnend hoch. Seine Gedanken klammern sich zusammen. Es ist ein Trugbild. Nun muss er an seinen Vater denken. Trotzig wendet er sich ab. Sein Bruder soll die Werft übernehmen, weil er älter ist und weit eher gefallen. Jonke! sagt seine Mutter. Da wird er das Lächerlichste, was es gibt seiner Meinung nach: Philologe. Es ist nicht zum Lachen, Herr Doktor, singen seine Schwestern im Chor.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Tinser»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Tinser» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Tinser»

Обсуждение, отзывы о книге «Tinser» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x