Martina Wied - Das Krähennest

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Eigentlich ist Kunstgeschichte das Spezialgebiet der französischen Dozentin Madeleine de la Tour, doch mitten im Zweiten Weltkrieg nimmt sie eine Stelle als Sprachlehrerin in einem englischen Internat an. Die Schule wurde vor den deutschen Bombardements aufs Land evakuiert und wird vom liberalen Direktor Leontes unkonventionell geleitet. Madeleine versucht sich einzugewöhnen, mit dem Herzen bleibt sie aber ihrem alten Leben verbunden: mit dem von den Nazis besetzten Paris und ihrem ehemaligen Geliebten Ernest, einem prominenten Schriftsteller, der mittlerweile mit den Nationalsozialisten kollaboriert. Madeleine hadert, ob sie nicht doch hätte bleiben müssen, um gegen das Regime zu kämpfen. Andere Freunde geben in der Schweiz eine Emigrantenzeitschrift heraus und sind nicht weniger irritiert über Ernests politische Kehrtwendung. Doch auch im «Krähennest» überschlagen sich die Ereignisse zusehends …

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»Sie sind doch«, sagte Jacques ärgerlich und abschätzig, »ein rechter Streber, mein lieber Antonius. Wie bringen Sie’s nur fertig, zu solchen traurigen Späßen angeregt zu wiehern? Merken Sie denn nicht, daß der Alte sich an uns ganz einfach für künftige Parlamentsreden einübt? Mit interpolierten Klammern, versteht sich: ›Hört, Hört!‹«

»Wie? Parlamentsreden? Ich wußte gar nicht …«

»Ach so: dann sind Sie der einzige Unwissende hier: Leontes ist, als Gutsbesitzer des Kreises, für die kommenden Ersatzwahlen als Kandidat aufgestellt worden – und Sie, mit Ihrem erschütternden Bariton, stellen für ihn gleich die ganze Galerie dar. Nebstbei: welch unglaubliche Taktlosigkeit, sich um unsere erotischen Belange zu kümmern! Dazu hab’ ich ihm, nach oder vor den Wahlen, kein Mandat gegeben. Mein Hirn hab’ ich ihm vermietet, aber ›von der Taille abwärts‹ – um mit Gilbert und Sullivan zu reden – geh’ ich ihn nichts mehr an.«

»Witzig ausgedrückt: Aber freilich haben Sie, Jacques«, seufzte Antonius, »leicht reden. Wer vor so schönen Augen Gnade gefunden hat …«

»Und die Augen«, unterbrach, mit einem Anflug der Geckenhaftigkeit, Jacques seinen Kollegen, »sind nicht einmal das Allerschönste an ihr.«

»Nicht freundschaftlich von Ihnen, dergestalt den Neid der besitzlosen Klasse zu wecken …«

»Nun, Antonius, ich dachte doch, Ihre Askese – wenn es eine ist – sei freiwillig? Denn wenn ich mich auf Blicke verstehe, sieht Viola Sie mit höchst aufmunternden an. Warum spielen Sie also ständig den Spröden?«

»Ich spiele ihn gar nicht, ich bin’s. Diese liebenswürdige junge Dame ist mir denn doch allzu domestiziert. Und da das Halten von wilden Bestien in Privatwohnungen bei uns verboten ist, und ich an schmiegsamen Haustieren kein Wohlgefallen finde, muß ich mich – auch ohne besondere Ermutigung von Leontes dafür abgewartet zu haben – an einen der Zwinger halten, wo es für mich junge Löwinnen oder Pantherkatzen zur Gesellschaft gibt.«

»Oho, das ist nicht nur«, widersprach Jacques, »die einschlägigen Darbietungen angehend, eine übertriebene Erwartung – mir wenigstens ist in derartigen Etablissements noch nicht einmal eine Wildkatze untergekommen –, sondern auch eine Falschmeldung: Nach einem Löwenjäger sehen Sie mir nicht gerade aus, mein lieber Antonius. So weit ich Sie kenne, scheinen Sie mir doch eher sentimental …«

»Aber mein lieber Jacques, das Sentimentale ist doch anerkanntermaßen Ihr Reservat …«

»Soweit Sie mich kennen: aber kennen Sie mich überhaupt? Wer von uns kennt sich denn selbst? Kenne ich mich etwa?« Jacques summt halblaut einen Vers vor sich hin:

»Ich erkenn’ den Mönch an der Kutte,

An den Dienern, wie ihre Herren sich betragen,

Die Herkunft des Wamses erkenn’ ich am Spitzenkragen,

Den Rang eines Weins an der Butte.

Alles kenn’ ich, alles durchschau’ ich schon –

Bis auf mich selbst: Den Françis Villon …«

»Von wem ist denn das, Jacques?«

»Von einem ganz modernen Dichter, der nur zufälligerweise bereits vor – lassen Sie mich nachrechnen – ungefähr vierhundertachtzig Jahren gestorben ist.«

Die Andeutung, welche wir diesem Gespräch zwischen Antonius und Jacques entnehmen – die Namen tun übrigens nichts zur Sache, es werden immer wieder die gleichen Typen auf dem Lavendelhof auftauchen –, läßt uns erraten, wie es um die jungen Leute, Lehrer so gut wie die erwachsenen Schüler, bestellt war, die sich so blitzlich – so leichtsinnig, sagten später manche von ihnen – dem Bereich der großstädtischen Unterhaltungsmöglichkeiten entzogen hatten.

»Es bleibt uns«, sagte der feine Horatio zu dem grobschlächtigen Autolykus, der etwas von dem Ungestüm und der gutmütigen Tölpelhaftigkeit eines jungen Rüden an sich hatte, »nichts anderes übrig: Wir müssen uns sublimieren …«

»Subli…, was müssen wir? Sublimat ist ein: Desinfektionsmittel, soviel ich weiß, das irgendwie mit Quecksilber zusammenhängt …«

»Richtig. So wie die aufgefangenen Dämpfe des erhitzten Quecksilbers den Niederschlag eines rötlichen Pulvers ergeben, müssen wir unsere aufgespeicherte Erotik verdampfen lassen, um sie im Niederschlag unsterblicher Verse verklärt aufzufangen.«

»Dir gelingt das vielleicht. Wenn man eine berühmte Dichterin zur Großmutter hat, kommt man leicht auf solch abwegige Ideen. Sublimier dich also, bitte, nach Herzenslust, Horatio, mir grobem Gesellen aber erlaub’, mich an Substantielleres zu halten …«

»Ist sogar in unserem Städtchen erreichbar, bei herabgesetzten Ansprüchen allerdings nur …«

»Du hast also, trotz angestrebter Sublimierung, dennoch herausbekommen, daß man sich in unserem biederen Provinznest bloß bei ›herabgesetzten Ansprüchen‹ erlustigen kann?«

»Nicht aus eigener Erfahrung, denn ich nehm’s«, wehrte Horatio ab, »mit der Sublimierung wirklich ernst, weiß ich das, sondern aus den zuverlässigen Berichten von Hal und Lancelot. Du kannst, wenn dir daran liegt, von ihnen Einläßlicheres darüber hören, denn sie sind Stammgäste bei Madame Adèle. Petruchio und Brutus hingegen, höher kultiviert und überdies mit Taschengeld reichlicher versehen, ziehen die Maison de Passe der Madame Paulina in unserem lieben Bäderstädtchen vor, die Chefin ist Portugiesin mit farbigem Einschlag, und beide, Petruchio sowohl wie Brutus, finden sie empfehlenswert, die Maison, versteht sich, nicht die Portugiesin …«

»Verzeih, was ist eine ›Maison de Passe‹? Nicht jeder hat wie du, Horatio, Französisch als zweite Muttersprache erlernt …«

»Der Gegensatz zu einer ›Maison close‹ – mehr kann ich dir nicht verraten, denn das Auskunftsbüro wird mittwochs um vier Uhr geschlossen – und«, Horatio blickte auf sein Handgelenk, »es ist bereits halb fünf – und ein Mittwoch …«

2

Kriegsjahre gingen über die Télème-Abtei-Schule auf dem Lavendelhof hin, ohne daß man sie dort anders verspürte als durch unwesentliche Einschränkungen in der Lebenshaltung, durch die immer häufiger und zahlreicher zu Häupten des Hofes kreisenden Flugzeuge – und durch Trauernachrichten über ehemalige Lehrer und Zöglinge: Antonius war in Libyen, Hal in Kreta, Jacques vor Dieppe gefallen; Petruchio war im Atlantischen, Horatio im Stillen Ozean untergegangen, Autolykus in Burma in seinem Flugzeug verbrannt.

Juli um Juli zogen sich Jünglinge und Mädchen in die Klausur der Prüfungszimmer zurück, wo sie die Fragen, die eine berühmte alte Universität ihnen stellte, nach bestem Vermögen beantworteten; September um September tauchten neue Gesichter, Stimmen, Haartrachten, Charaktere auf dem Lavendelhof auf; nicht viele von jenen, die sich an die ursprüngliche Situation der Télème-Abtei-Schule am Saum der Riesenstadt erinnerten, waren jetzt unter den Kandidaten in den Prüfungszimmern zu finden, noch hätte man jene Lehrer angetroffen, die einst mit den vor den Bomben Flüchtenden aufs Land gezogen waren, um sich dort mit stets neu hinzuwachsenden Schülergenerationen zu befreunden; diese vielmehr sahen ihre Meister immer häufiger ausgewechselt. Entweder, wen sie dem Militärdienst verfielen, oder, durch den wachsenden Lehrermangel im Werte steigend, an vornehmere öffentliche Schulen berufen wurden.

Wir sind nun im fünften Kriegsjahr und begleiten Madeleine de La Tour-Madrus auf ihrer Reise in den wilden Mittelwesten des Landes zur Télème-Abtei-Schule, die inzwischen allerdings, von den offiziellen Drucksorten abgesehen, ihren alten Namen eingebüßt, und von den Zöglingen, niemand wußte genau, wann und von wem, einen neuen, weniger pathetischen und rustikaleren, erhalten hat.

Madame de La Tour, in Paris als Tochter eines französischen Vaters und einer österreichischen Mutter zur Welt gekommen und erzogen, hat den Vorzug der Zweisprachigkeit, der sie in allen Lehreragenturen beliebt macht; danach befragt, sagt sie mit schöner Aufrichtigkeit, sie sei gar keine zünftige Schullehrerin: »Aber da ich nun fast zwei Jahre lang vergeblich auf ein Universitätslektorat für Kunstgeschichte gewartet habe und nicht länger Gastfreundschaft erleiden mochte, habe ich mich auf mein einstmals versehentlich erworbenes Brevet supérieur besonnen und eine Weile lehrend gelernt, wie man’s anstellen muß, um nicht geradezu als pädagogische Hochstaplerin – oder, sagte ich besser, Tiefstaplerin? – entlarvt zu werden: denn mit den eingeborenen legitimen Verwalterinnen eines Baccalaureats oder einer Magisterschaft für meine Vater- und Muttersprachekann ich’s selbstverständlich nicht aufnehmen!«

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