Thilo Koch - Zwischentöne - Ein Skizzenbuch

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Zwischentöne - Ein Skizzenbuch: краткое содержание, описание и аннотация

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Dieses unterhaltsame Werk von Thilo Koch enthält kleinere und größere Arbeiten des Autors, die er über viele Jahre hinweg in seiner Tätigkeit als Journalist verfasst hat. Reise-Impressionen, kritische Seitenhiebe, Aufsätze über Sartre, Casanova und Benn, Sprachglossen, Miniaturen und auch elf «Galanterien» sind in dem Buch enthalten. Auf Kochs ganz eigene und spannende Weise verbinden sich die sprachliche Intimität der Skizzen und der nur scheinbar private Gestus mit einer unbeirrten Reflexion, mit welcher der Autor auf das Ganze zielt.-

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Wie angeschmiedete riesige, runde Urwelttiere brummen die Turbinen. An ihren Köpfen blausilberne Blitze. Riecht es nach Ozon, nach Öl? Ein Maschinist schlurft über das Fliesenschachbrett des Fundaments.

Der Hauptschaltraum des Kraftwerks ist still, nur ein Vibrieren in den Wänden, im Boden, im Raum. Motorische Kraft wird in Elektrizität umgesetzt in dieser Energiefabrik, das teilt sich allem mit. Zwei Männer in weißen Mänteln hinter den Pulten mit Hebeln, Lämpchen, Knöpfen, Stellrädern. Bei der gedämpften Nachtbeleuchtung sehen sie fahl aus, künstlich, es fällt auch kein Wort.

Das Drei-Personen-Stück in der »Komödie« am Kurfürstendamm zieht viele Leute aus dem »Ostsektor« an. Es ist ein Spaß, sonst nichts. Keine »Tendenz«. In der Pause am Theaterbüfett. Der junge Mann im blauen Anzug (nicht ganz holzfrei): »Bitte – nehmen Sie auch Ostmark?« Der Wirt: »Ja.« Junger Mann: »Was kostet denn eine Coca-Cola in Ost?« Der Wirt: »Eine Cola 4 Mark 20, der Herr.« Junger Mann sieht seine Begleiterin an, sagt: »Jawohl, einmal dann bitte!«

Nachtregen. Frische und Kühle atmen zum Fenster herein. Jedes Blatt, jeder Halm streckt sich. Wenn der Schauer vorbei ist, tropft es noch lange von den Ästen und Nadeln der Kiefern vorm Haus. Nachtschattenblau und blank der Asphalt der Vorstadtstraße. Reingewaschen selbst das weiße Licht der Gaslaterne. Wie dunkelrot lackiert glänzt das tiefgezogene Dach des Hauses gegenüber durchs nasse Grün. Ein Taxi gleitet vorbei, glitschende Reifen. An der Ecke vorn singt der Motor auf. Da kommt ein neuer Schauer. In langen feinen Schleiern streicht der Regen über die große Stadt, Lärm ertrinkt, Staub und Schmutz werden abgewaschen, alle die Lichter der Nacht strahlen sanfter, gebrochen, verhangen. Kühle und Frische atmen zum Fenster herein. Nachtregen regnen hören.

Ein runder weißer Mond über silberschwarzem Wasser mit Schilf und knorriger Kiefer zur Seite, ein einsames Boot mit der Silhouette des Anglers in der Mitte des Bildes – diese chinesische Tuschzeichnung ist zu sehen um zwei Uhr nachts am Großen Fenster, einem Punkt der Havelchaussee mit besonders guter Aussicht. Bodennebel und das große Schweigen der Nacht.

Alles wird zerrissen plötzlich durch einen vorschriftsmäßigen Schlachtenlärm, der »schlagartig« einsetzt. Mittlere Artillerie, leichte Infanteriewaffen, Handgranaten. Dazu Leuchtkugeln. Die alliierten Streitkräfte West-Berlins haben Manöver. Bis in die grünen Wohnviertel ist der Lärm zu hören. Mancher Berliner wacht auf, ist beunruhigt. Die Nacht macht Unwahrscheinliches wahrscheinlicher. Versäumte man nicht die letzten Abendnachrichten? Sollte vielleicht ganz plötzlich . . .

Charlottenburger Straßen –die Häuser, Stil Gründerzeit, doppelt so hoch wie die unterbelichteten Bäume des Bürgersteigs; unten Läden, oben Wohnungen. Gegen vier brennt nur da im dritten Stock noch eine Lampe hinter dem Fenster. Keine Straßenbahn mehr, kaum ein Auto, kein Radfahrer, aber der Himmel schon heller blau. Wer mag da sitzen bei diesem letzten Licht? Arbeitet jemand fürs Examen, an einem Buch, an einer Formel? Steht ein Bäcker schon auf? Haben Verliebte vergessen, das Licht zu löschen? Besteht ein Jüngling die ersten Abenteuer, lesend? Denkt eine alte Frau, die nicht mehr viel schlafen kann, an alles das, was blieb; die Kinder und was sie arbeitete und wie alles dahinging?

Die gegenwärtige Stadt

Nicht schön, nicht leuchtend und einladend nicht,

unvereinbar schon immer City und Vorstädte,

unübersichtlich das Ausmaß,

40 Kilometer Stadtbahngleis verbinden Erkner mit Wannsee;

repräsentativ das Zentrum,

aber ostelbisch klein-bürgerlich

die tausend Straßen der inneren Wohnviertel,

und heute noch Dörfer, zu Kurorten avanciert,

sind Zehlendorf, Gatow, Frohnau.

Kneipen mit Molle und Korn, nicht eben poetisch,

kein Raum ist in dieser gegenwärtigen Stadt

für altehrwürdige Ratskeller, lauschige Weinstuben.

Die ältesten Steine erzählen von fünfhundert Jahren Geschichte;

selbst die Natur ist jung und hart hier:

Kiefernforst, Heide, gedämmter Fluß

und kleine hellblaue Seen mit Schilf,

belebt von Segeln und Rudern.

Nicht königlich, nicht souverän gegliedert,

nicht beschlossen in einer Idee wie Paris,

nicht gewachsen in Ringen reifer Kultur wie Rom –

kolonial ist Berlin,

ungezähmt, wuchernd, von Anfang bis heute.

Nicht einmal hundert Jahre Reichshauptstadt,

aber weit in die Mark geschäumt, eingepflockt

in den Sand wie eine riesige steinerne Zeltstadt,

unmäßig, ohne Umriß:

eine Inflation in Betrieb.

Die Anfänge ärmlich, Kölln,

ein Hügel im Spreebogen, inmitten slawischer Wälder.

Hansestadt, Vorposten noch, als in Prag

schon die erste deutsche Universität steht.

Im Dreißigjährigen Kriege kommt die Hälfte der Einwohner um.

Später ist die Stadt Zuflucht den Hugenotten:

eine Prise scharfen Gewürzes

in den zäh-groben Teig

der ländlich-behäbigen Kurfürstenresidenz.

Zuflucht und Bollwerk für Protestanten,

das bleibt diese Stadt,

für Verfolgte, die ihre Heimat lassen,

aus Gewissensnot,

um der Freiheit willen.

Sparen, exerzieren und sparen –

trommeln, marschieren, die Schlesischen Kriege.

Dann Sanssouci und der Anti-Macchiavell,

die Tafelrunde, Windspiele und Kerzen,

der aufgeklärte Despot, Bach und Voltaire.

Wie bürgerlich-goethisch, familiär und bescheiden

dagegen das Humboldtschlößchen in Tegel,

Schinkels knappe klassische Geste.

Doch dann der Weltgeist höchstselbst in Berlin,

mit Hegel die List der Vernunft

und der Totalitarismus des Denkens. –

Gefühl ist alles in den Salons der Romantik,

Rahel – nicht hübsch,

aber belebend, vermittelnd.

Berlin und die Juden,

da ist die andere Prise Gewürz.

Künste, Theater und Literatur,

später der Film – das will gehandelt sein,

Kurszettel ist die Kritik.

Ohne die findige Unrast der Juden,

ihr Werten, Scheiden und Wägen

und ohne den Sinn fürs Aparte

aus hugenottischem Erbe

hätten die »Gründer« Berlin gemacht:

zur ödesten Metropole von

Industrie, Beamtentum und Militarismus.

Selbst das Biedermeier war hier nicht geruhsam,

die deutsche Linke, Liberalismus, Sozialdemokratie

konsolidierten sich in Berlin,

dem alten Hauptquartier der deutschen Rechten.

Der Junker aus Schönhausen

und der Drechsler aus Leipzig –

Bismarck und Bebel,

die »Linden« mit Kranzler und Adlon –

die Hinterhöfe: Zilles »Milljöh«.

Die Wilhelmstraße regiert nun für Deutschland,

das zweite Reich sieht

Europa auf dem »Berliner Kongreß«.

Siemens, Virchow, Fontane,

der Fortschritt und die Bedenken,

Reichtum und Reichskolonialamt,

Kaisers Geburtstag und hipp, hipp, hurra!

Dann die Blumen an den Gewehren,

Siege und Hunger, das Ende einer Epoche,

es braust ein Ruf, es fällt ein Volk,

Siege, Hunger, dann »Achtzehn«.

Revolution der Soldaten und Arbeiter,

endlich ziviler Mut und Mäßigung: Ebert;

später ein Feldmarschall erster Diener der Demokratie.

Banken und Reichstag

und Schampus bei Huth und im Resi,

S-Bahn, U-Bahn und zweistöckiger Bus,

Kaufhäuser, Villen in Dahlem,

Zeitungsauflagen rotieren in die Millionen,

das ausschweifendste Nachtleben des Kontinents:

unter zartblauem Himmel, preußisch nüchtern,

ein anderes Babylon,

paradox wie das Jahrhundert.

Olympiade, die Jugend der Welt in Berlin,

Fackeln und Fahnen und Fahnen und Fackeln

und schließlich:

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