Jürgen Petschull - Die Mauer

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In 11 Kapiteln erzählt Jürgen Petschull die Geschichte der Berliner Mauer von Walter Ulbrichts berühmtem Satz «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten» bis zu deren Öffnung und Fall im November 1989. Der Schwerpunkt wird dabei auf die bewegten Tage des Mauerbaus im August 1961 sowie auf ihre nicht minder bewegten letzten Tage im Herbst 1989 gelegt. Zahlreiche historische Text- und Bilddokumente runden Petschulls Darstellung ab. Ein packendes Zeitdokument zum wohl einschneidendsten deutschen Trauma der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.Jürgen Petschull, 1942 in Berlin geboren, ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist, der unter anderem lange Jahre für den Stern Reportagen und Serien über zeitgeschichtliche Themen verfasst hat und Chefreporter von Geo war. Heute lebt Petschull in Bremen sowie in einem Haus am Flüsschen Oste und schreibt Sachbücher und Romane, die häufig auf tatsächlichen historischen Geschehnissen basieren. Viele seiner Bücher sind in mehrere Sprachen übersetzt worden.-

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Er arbeitet bis zum Schichtende an diesem Nachmittag weiter. „Da kamen ein paar Kollegen zu mir und erzählten hinter vorgehaltener Hand, daß meinetwegen eine Versammlung der Parteileitung des Betriebes zusammengetreten sei. Die lassen dich bestimmt nicht mehr aus dem Werkstor raus, habe ich gedacht.”

Aber Kurt Wismach wird an diesem Abend nicht aufgehalten. Er geht zur Straßenbahnhaltestelle und steigt wie immer in die Linie 95, Richtung Köpenick. „Ich saß ganz hinten, und als ich aus dem Fenster guckte, sah ich einen grauen Wartburg mit einer Funkantenne oben drauf – ein typischer Stasi-Wagen. Der fuhr immer hinter der Straßenbahn her und hielt auch an jeder Haltestelle.” Als Kurt Wismach am Köpenicker Schloßplatz aussteigt, hält auch der Wagen des Staatssicherheitsdienstes, und die beiden Insassen steigen aus. Sie folgen Kurt Wismach bis zu seinem Haus in der Grünstraße. Als der Kabelwerker einige Zeit später durch die Küchengardine nach unten guckt, sieht er, daß die beiden Männer vor der Haustür Posten bezogen haben. „Da wußte ich: die mußten aufpassen, daß ich nicht in den Westen abhaute.”

Noch etwas Ungewöhnliches sieht Kurt Wismach an diesem Abend, als er wieder aus dem Fenster blickt und wieder die beiden Staatssicherheitsdienst-Leute vor seiner Haustür stehen sieht: Ihm fallen die vielen Militär-Lastwagen auf, deutsche und auch sowjetische, die an diesem Abend durch Köpenick rollen.

Militärfahrzeuge bemerken an diesem Abend zur selben Zeit auch die drei Alliierten Stadtkommandanten von Westberlin. Sie fahren durch den Ostteil der Stadt in den Berliner Vorort Zossen. Sie sind zu einem offiziellen Empfang zum sowjetischen Kommandanten gebeten worden. Der neue Oberbefehlshaber der Sowjettruppen in der Deutschen Demokratischen Republik möchte sich ihnen förmlich vorstellen. Marschall Iwan Stephanowitsch Konjew begrüßt seine uniformierten Gäste mit ausgesuchter Höflichkeit, beinahe herzlich. Auf seiner breiten Brust baumeln ein Dutzend Orden aus dem Zweiten Weltkrieg. Ordonnanzen kredenzen den Gästen Kaviar und Krimsekt. Iwan S. Konjew prostet dem amerikanischen Generalmajor Watson, dem französischen Divisionsgeneral Lacomme und dem britischen Generalmajor Delcombe zu.

Watson fragt später über einen Dolmetscher, was denn wohl der auffällig starke Verkehr von Militärfahrzeugen in Berlin und um Berlin herum zu bedeuten habe. Konjew antwortet mit einem freundlichen Lächeln. Er sagt: „Meine Herren, ich möchte Sie beruhigen. Was immer auch passieren mag – Ihre Rechte in Westberlin werden davon nicht berührt ...”

2. Kapitel

11. August 1961

„Die neuen Schutzmaßnahmen werden gewisse Unbequemlichkeiten mit sich bringen”

(Interne Verlautbarung der Volkskammer der DDR)

Am Freitag, dem 11. August 1961, kurz nach sieben Uhr morgens, blickt Kurt Wismach durch die Gardine aus dem Schlafzimmerfenster auf die Grünstraße hinunter. Die beiden Aufpasser vom Staatssicherheitsdienst stehen noch immer vor seiner Tür. Ihren grauen Wartburg haben sie schräg gegenüber am Köpenicker Schloßpark geparkt.

Kurt Wismach wohnt in einem kleinen, alten, aber billigen Einfamilienhaus. Er zahlt 38 Mark Miete im Monat für zweieinhalb Zimmer mit Küche und Bad. Vom Schlafzimmer im Obergeschoß hat er, zwischen zwei Hauswänden hindurch, einen Blick auf die Spree, in der sich an diesem Morgen die Sonne spiegelt. Am Vormittag traut sich der Kabelwerks-Arbeiter nicht aus dem Haus. „Ich dachte, die nehmen mich bei der erstbesten Gelegenheit fest.” Seine Mutter geht Einkaufen. „Als meine Mutter zurückkam erzählte sie, daß schon in ganz Köpenick über meine Auseinandersetzung mit Walter Ulbricht geredet wurde. Die meisten Leute haben zu ihr gesagt, daß sie das ganz prima fänden, daß ich den Mut gehabt habe, meine Meinung vor aller Öffentlichkeit zu sagen. Nur einer hat geschimpft: ich sei ein politisches Schwein. Das war ein Kostümverleiher aus unserer Straße – der hieß zufällig auch Ulbricht.”

An diesem Tag hat Kurt Wismach Mittagsschicht. Mit einem Stullenpaket unter dem Arm, verläßt er das Haus – die Männer an der Tür lassen ihn vorbei. Sie folgen ihm zur Haltestelle der Straßenbahnlinie 95. Nachdem er in die Straßenbahn eingestiegen ist, fahren sie mit ihrem Wartburg hinterher. Kurz vor 14 Uhr geht Kurt Wismach durch das Tor des Kabelwerks Oberspree. Als er seine Arbeitskleidung und die klobigen Holzpantinen anzieht, stellt er fest, daß sein Spind durchsucht worden ist. „Da lag nichts mehr wie vorher an seinem Platz.”

Vor Schichtbeginn kommt der Parteileiter des Betriebes zu ihm. Er sagt: „Kollege Wismach, kannst du mal kurz mitkommen!” Er geht zum Ingenieurbüro voraus. Hier warten schon zwischen Schreibtischen und Zeichenbrettern vier Besucher, drei Männer und eine Frau. „Der eine hat gesagt, sie seien vom Zentralkomitee der Partei und wollten sich mal mit mir über den Vorfall von gestern unterhalten.”

Die Unterhaltung wird schnell zum Verhör. Die Stimmen werden lauter. Schließlich schreien sich die Frager und der Befragte an. Die Frau macht dabei fortwährend Notizen. Der Wortführer will wissen: „Hast du Verwandte im Westen, Kollege Wismach?” – „Ja, mein Bruder lebt jetzt in Duisburg.” – „Er ist also Republikflüchtiger?” – „Er hat die DDR vor einem Jahr verlassen.”

Sie fragen Kurt Wismach, ob er Mitglied (der damals noch nicht verbotenen) Ostberliner SPD ist. Kurt Wismach verneint. Sie fragen, ob er „zu seinen Zwischenrufen angestiftet” worden ist? Kurt Wismach steckt sich eine Zigarette Marke „Casino” an. Er sagt: „Das war eine spontane Reaktion. Ich denke, wir leben in einer Demokratie. Da wird man doch wohl noch seine Meinung sagen dürfen?” – Sie wollen wissen, was er denn unter „freien Wahlen” verstehe? Er sagt: „Die Zulassung von Parteien und geheime Volksabstimmung über die politische Zusammensetzung der Regierung.”

Ob er denn mit der gegenwärtigen Regierung nicht zufrieden sei? „Nein”, antwortet Kurt Wismach, „und da bin ich nicht der einzige!” – Ob er das nationale Aufbauwerk der DDR aktiv unterstütze? – „Nein, das halte ich für nationalen Betrug.” – „Was willst du damit ausdrücken, Kollege?” fragt mit schneidender Stimme einer der Männer, der kleinste der drei. – Kurt Wismach hat sich in Wut geredet. Er sagt: „Damit meine ich zum Beispiel, daß wir uns für unser ehrlich erarbeitetes Geld nicht kaufen können, was wir wollen, weil es bei uns ja dauernd Versorgungsengpässe gibt. Mit der Wirtschaft geht es bei uns nicht so weiter. Umsonst fliehen nicht so viele Kollegen in den Westen.” – „Das sind keine Flüchtlinge, das sind Verräter, die dem Kapitalismus auf den Leim kriechen”, sagt der Kleine, und rechnet vor, daß es den Menschen in der DDR besser gehe als denen in der Bundesrepublik. „Bei uns wird pro Kopf mehr Butter gegessen als in Westdeutschland.”

Kurt Wismach sagt: „Das glaube ich nicht. Die Flüchtlinge werden schon ihre Gründe haben. Es verläßt ja schließlich keiner seine Heimat, wenn er nicht schwerwiegende Gründe dafür hat.” – „Was hast du denn für Gründe gehabt, Kollege Wismach, den Staatsratsvorsitzenden auf so lümmelhafte Weise zu unterbrechen und ihn sogar zu duzen?” Die Frau mit dem Notizblock sagt: „Der Genosse Walter Ulbricht ist schließlich schon 68 Jahre alt. Er hätte eine Herzattacke bekommen können.” – Kurt Wismach antwortet: „Zwischenrufe muß ein Politiker doch wohl noch vertragen können!” Da schreit ihn der Kleine an: „Man sollte dir eins auf deine freche Schnauze hauen!” Kurt Wismach steht von seinem Stuhl auf, baut seine muskulöse, 1,85 Meter große Figur, vor dem Tisch seiner Verhörer auf und fragt: „Meinst du das persönlich, Genosse?” – „Der Kleine”, so erinnert sich Kurt Wismach, „ist richtig in seinen Stuhl zusammengesunken, und dann hat er gesagt: ‚Nein, das habe ich nur symbolisch gemeint.’”

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