Rudolf Stratz - Sturm des Herrn

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Während unter Metternichs Spitzel die deutschen Fürstentümer vor sich hin schlafen, als habe es die Französische Revolution nie gegeben, haben sich die Studenten aller Universitäten politisiert. Mitten unter ihnen der Raufdegen Ellerbrook, der auf dem Wartburgfest gegen den Spion des russischen Zaren Kotzebue seine glühenden Reden hält. Doch die Versammlung der über fünfhundert Studenten und Professoren, die gegen die reaktionäre Politik und Kleinstaaterei und für einen Nationalstaat mit eigener Verfassung demonstrieren, gerät aus dem Ruder. Die Verunglimpfung Kotzebues hat auch für Ellerbrook Folgen – er wird vom Studium ausgeschlossen. Als er trotz der Fürsprache Goethes auch in Berlin die Universität nicht betreten darf, dringt der temperamentvolle junge Mann bis vor die Haustür des Geheimrats von Römhild, der das Verdikt gegen ihn unterzeichnet hat. Dort tritt ihm die blonde Male Römhild, selbstbewusste Tochter des pommerschen Rittergutbesitzers, frech entgegen und schaut sich den bürgerlichen Draufgänger genauer an. Und der gefällt ihr, trotz des Standesunterschieds – gefällt ihr sogar sehr. Als die Ermordung Kotzebues durch Karl Sand Ellerbrooks Leben in Deutschland endgültig unmöglich macht, hat er ein ungewöhnliches Mädchen hinter sich.-

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Der Prorektor der Hochschule thronte grämlich in einem Lehnstuhl hinter einem mächtigen Tisch. Dessen Eichenplatte war mit Akten bedeckt. Draussen im Vorzimmer standen wartend schuldberwusste Studenten, Philister mit unbezahlten Rechnungen, Polizeidiener als Zeugen. Die Magnificenz hob streng das Haupt.

„Sie sind der Studiosus Ellerbrook, preussischer Untertan, aus Köln am Rhein. Ich erteile Ihnen namens des Senats das Consilium abeundi — den Rat —, in den nächsten Tagen die Universität und Stadt Jena gelinde und unauffällig zu verlassen, andernfalls auf dem Amtsweg . . .“

„Was habe ich denn verbrochen, Magnificenz?“

„Es liegt eine, durch den langen Weg nach Petersburg und zurück verzögerte Beschwerde vor, dass Sie vor mehreren Monaten, wie auch diesseits festgestellt, durch öffentliches Verprügeln einer Strohpuppe auf dem Markt die Person des Kaiserlich russischen Staatsrats August von Kotzebue und in ihr die erhabene Gestalt Seiner Majestät des Zaren selber freventlich beleidigt haben!“

„Magnificenz — was gehen mich denn die Russen an?“

„Sie sind ein preussisches Subjekt. Die Petersburger Beschwerde ging infolgedessen über Berlin. Der preussische Geheime Oberkriegsrat und Direktor im Polizeiministerium“, der Prorektor blätterte in einem Amtsschreiben, „Seiner Königlichen Majestät Einberufener Staatsrat und Oberkammerherr Herr Josias von Römhild, hat auf höheren Befehl das Petersburger Rescript anher weitergegeben!“

„Uber ich stehe doch dicht vor dem Examen . . .“

„. . . mit dem der Herr von Kotzebue wahrlich nichts zu schaffen hat!“

„Euer Magnificenz können doch Gnade für Recht ergehen lassen!“

„Es ist nicht meines Amtes. Der Auftrag, Sie von der Hochschule zu verweisen, lief mir unmittelbar von der Regierung in Weimar zu, Sie können nur hoffen, durch einen Fürsprecher dortselbst noch eine Milderung zu erwirken!“

Christian Ellerbrook trat langsam, verstörten Gesichts, hinaus auf die Gasse in linde Frühlingsluft, unter den blassblauen Himmel über den alten Giebeln von Jena. Und wie er da dumpf in seinem schwarzen Burschenrock dahinwandelte, da war es, als sängen um ihn die Steine:

„Und in Jene lebt sich’s bene!

Und in Jene lebt sich’s gut!“

Und die Spatzen schirpten im Sonnenschein:

„. . . bin ja selbst darin gewesen

fünf Semester wohlgemut!“

Nein! Wartet nur! So rasch werdet Ihr auch auf Ukas des Zaren mit all seinen Kosacken und Baschkiren einen ehrlichen Kerl in Jena nicht los!

Auf dem Markt stand würdevoll der dicke Postmeister in blauem Frack mit gelben Litzen und breiten gelben Streifen an den blauen Hosen. Der Studiosus Ellerbrook warf am Einschreibeschalter seine zwei Taler und zwölf gute Groschen für eine Extrapost nach Weimar hin, und der Wagenmeister lief und liess ein Cabriolet anschirren, und zwei Stunden später entstieg vor dem Cranachhaus in Weimar ein grimmäugiger langer Schwarzrock, das Federbarett kampflustig im Nacken, die kurze Burschenpfeife verbissen im Mundwinkel, und stiefelte mit langen Schritten dem Gelben Schloss zu.

Der erste Verdruss: ein Korporal von der Wache der dunkelgrünen Weimarer Jäger drüben.

„Tu’ der Herr seine Pfeife weg! Das Rauchen is Sie in der Residenz bolizeilich verboten!“

„Ich habe doch selbst den Grossherzog mit einem Cigarro auf der Strasse gesehen!“

„Nu sähen Sie: das ist Sie was Anderes!“

Christian Ellerbrook lächelte zornig unter dem kleinen, dunklen Schnurrbart und schob die ausgeklopfte Pipe neben den Burschendolch mit dem Totenkopf in den Ledergürtel. Er betrat das Ministerium. Ein Schatten tiefer Enttäuschung verdüsterte seinen trotzigen gebräunten Römerkopf.

„Der Herr Assessor von Helmich ist zur Zeit nicht einheimisch! Der ist im Auftrag vom Herrn Minister von Goethe hinüber ins Ilmenauer Bergwerk gefahren, um dort über den neuen silberhaltigen Kupferschiefergang zu berichten. Wenn seine Kutsche nicht umwirft — der Herr kennt ja die Thüringer Landstrassen — dann ist er vor Dunkelheit wieder hier!“

Jetzt läutete, inmitten der Altstadt, die graue Herderkirche erst die zweite Mittagstunde ein. Der Student von Jena stand einsam auf dem weiten freien Platz vor dem üppigen Steingerank des Bastille-Tors, und ganz Weimar, das von ihm gemiedene und verachtete Weimar, dünkte ihm so menschenleer wie der gelbe, sonnenflimmernde Sand in der Runde.

Es gab nur noch ein Menschengesicht — ein sanftes und schwärmerisches nach dazu, mit braunen Ringellocken, das er in Weimar kannte. Und in der Tasche knisterte ihm der Brief von heute morgen, mit dem antiken Genius und klassischen Säulenstumpf als Siegel. Der Studiosus Ellerbrook zuckte die Achseln und schritt darauf los. Er, der einstige Lützower aus dem Busch, fand auch ohne viel Fragens den einmal gemachten kurzen Weg nach dem Graben und vor das Haus des abgedankten Grossherzoglichen Husarenmajors George von Laubisch.

Und zu allem Glück stand hinter dem öffnenden Diener wie durch Zufall das Fräulein Friderique von Laubisch selbst. Es war eine weiche, plastische Anmut in der Bewegung, mit der sie beglückt die Hände ineinander legte. Es war ein leiser, feuchter Schimmer in den seelenvollen braunen Augen. Die zarten Züge wurden ein wenig rot und blass. Ihr hochgegürteter, sittsam mit Spitzengefältel über der weissen Haut verbrämter Busenausschnitt hob und senkte sich schneller, als es die Gelegenheit erforderte.

Der schwarze Jenaer sah das und ahnte, was das hiess. Er stand ernst und steif auf der Schwelle. Er hörte Frideriquens sanfte Stimme:

„Steckte ein Zauber in meinem Brief, dass es Sie jetzt schon von Jena hierher getragen hat?“

„Ich erhielt, mit schuldigem Dank, Ihr Schreiben, Demoiselle“, sagte der Student rauh, „als mich ein verdriessliches Geschäft in Eile hierher rief. Da präsentiere ich mich nun zu Ihren Diensten!“

Das Licht auf Frideriquens schmalem, hübschem Antlitz erlosch. Sie neigte den braunen Ringelkopf.

„Belieben Sie einzutreten! . . . Und was schafft Ihnen Ungemach?“

„Der Zar sucht mit mir Händel!“ Der Student Ellerbrook setzte sich düster nieder. „Er ist in dem Skandal der Stärkere! Er verdrängt mich aus Jena. Ich muss von dort fort — just vor meinem Examen —, wenn ich nicht noch in Weimar gewichtige Fürsprecher finde. Ich kenne hier keine Christenseele, die mir nützen könnte, ausser dem Helmich! Aber der Kerl ist über Land!“

„Was soll wohl ein Assessor gegen den Kaiser aller Reussen helfen! Da müssten andere Gewalten beschworen werden!“ Friderique lächelte wehmütig und erhob sich. „Verziehen Sie nur ein wenig! Ich lasse Ihnen ein Schälchen Tee servieren!“

Als sie nach kurzem zurückkam, war es eine Weile ganz still im Gemach. Nur die Tässchen klapperten, mit denen ihre schlanken Finger hantierten. Ein beinahe banger Augenaufschlag darüber hin bat: ‚So rede doch! Sprich über meinen Brief!‘ Der wilde Jenaer gab sich einen Ruck.

„Herrgott — ich bin kein Beichtvater!“ versetzte er rauh und unsicher zugleich. „Ich verstehe überhaupt nicht, mit Euch schönen Geistern umzugehen!“

„Das hiesige Frauenzimmer ist empfindsam. Aber mich will es doch, wie mit unsichtbaren Geisterarmen, aus dieser Rührung herausheben! Weist mir nur, wie!“

„Ich kann doch nicht reden und nichts erklären!“ Der Kandidat der Naturkunde schüttelte verzweifelt den verwegenen Kopf. „Ich kann mich nicht vor den Spiegel stellen und mich bespiegeln, wie Ihr’s hier tut! Ich bin mir nicht so interessant, wie Ihr es Euch hier seid! Ich bin ein ganz dummer Kerl . . .“

„. . . und haben doch weiss Gott genug für Ihre bescheidene Zahl Jahre getan!“

„Ja — getan!“ sagte der Bursch. „Das ist was Anderes, Demoiselle! Da braucht man nicht zu denken. Am wenigsten an sich. Aber an Deutschland! Als jetzt vor fünf Jahren die Post nach Münster kam, wo ich als grüner Jungbursch studierte, ‚Bonaparte mit dem Rest seiner Armee auf der Grossen Retirade aus Russland!‘ — da habe ich nicht lange den Finger an die Stirme gelegt und nachgedacht: Wie wirkt diese Nachricht auf mein Gemüt? sondern ich bin aufgesprungen, dass ich das Punschglas umschmiss, und hab den anderen Gesellen zugeschrien: ‚Jetzt oder nie! Leben oder sterben!‘“

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