Tom Buk-Swienty - Feuer und Blut

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`Ich hatte eine Farm in Afrika´ , ließ uns Tania Blixen wissen. Ihr Vater Wilhelm Dinesen (1845 – 1895), Offizier, Politiker, Landbesitzer und Schriftsteller, hatte ihr den Ausbruch aus der Enge der großbürgerlichen dänischen Welt vorgemacht: Er war in ganz Europa und Amerika zu Hause. Aufgewachsen auf einem dänischen Herrenhof und erzogen in der Aristokratie Kopenhagens, zieht Dinesen 1864 im Deutsch-Dänischen Krieg mit achtzehn Jahren als jüngster dänischer Offizier in die Schlacht von Düppel. Wenige Jahre später meldet er sich im Deutsch-Französischen Krieg zur französischen Armee und erlebt 1870/71 die Niederlage des französischen Heeres und dessen spektakuläre Flucht in die Schweiz. Nur wenige Wochen später wird Dinesen Augenzeuge des Aufstiegs und blutigen Falls der Pariser Kommune. `Feuer und Blut´ ist der erste Teil der zweibändigen Dinesen-Biografie, geschrieben von Dänemarks aktuell angesagtestem Sachbuchautor.-

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Man konnte die Silhouette des Runden Turms erkennen; etwas weiter entfernt die Turmspitze von Schloss Rosenborg; an Steuerbord die Börse mit ihrer berühmten, aus den Schwänzen von vier Drachen gebildeten Turmspitze. Im Osten bei Christianshavn ragte der elegante Turm der Erlöser-Kirche in den Himmel, und in westlicher Richtung drängte sich über die Dächer der Stadt der kantige Turm der Kirche Unserer Lieben Frau.

Täglich legten an der Anlegestelle Kvæsthusbroen an die fünfzig Dampfschiffe an. In Nyhavn lag an der linken Seite ein Gewirr von kleinen Schiffen, zur rechten Hand gab es Wirtshäuser und Hotels. Was einem in Kopenhagen aber zuallererst auffiel, zumindest wenn man aus der Provinz kam, war das Gewimmel von Menschen.

Die Hauptstadt war die bei Weitem größte Stadt des Landes. Sie hatte mehr als zehnmal so viele Einwohner wie Odense, damals die zweitgrößte Stadt des Königreichs. Nach europäischem Maßstab war Kopenhagen mit seinen 130 000 Einwohnern keine richtige Metropole. London zählte 1850 bereits mehr als zwei Millionen und Paris knapp zwei Millionen Einwohner. Aber die Bevölkerungsdichte Kopenhagens war extrem hoch, ungeachtet welchen Maßstab man anlegte. Die Stadt war hinter Festungswällen eingezwängt, die aus dem 17. Jahrhundert, der Zeit Christians IV., stammten. Seit damals hatte sich die Bevölkerung der Stadt versechsfacht, ohne dass mehr Wohnraum entstanden war.

Als Wilhelm Dinesen in die Hauptstadt kam, um hier zu wohnen, war Kopenhagen als Festungsstadt noch immer den Restriktionen der Militärbehörden unterworfen. Um von der Landseite her in die Stadt zu kommen, musste man enge, streng bewachte Tore passieren, die nachts geschlossen wurden. An Markttagen bildeten sich vor den Toren endlose Schlangen vollbeladener Bauernkarren aus dem Umland. Es konnte Stunden dauern, bis die Wagen hineingelassen worden waren, denn zuvor mussten die Bauern erst eine Art Wegegeld entrichten. Zehntausende von Bürgern strömten täglich zu Fuß durch die gefährlich engen Tore. Es kam regelmäßig vor, dass bedauernswerte Passanten unter die Räder eines Fuhrwerks gerieten, das sich zur gleichen Zeit durch die enge Torpassage zwängte.

Um freie Schussbahn von den Wällen zu gewährleisten, erlaubten die Militärbehörden außerhalb der Stadt lediglich den Bau niedriger und schlichter Gebäude. Und dies auch nur unter der Bedingung, dass solche Häuser sofort und ohne Schadenersatz abgerissen werden konnten, sollten feindliche Truppen auftauchen. Noch in den 1850er Jahren galt dies nicht als völlig unwahrscheinlich. Derartige Bedingungen förderten nicht gerade die Baulust in der unmittelbaren Umgebung der Stadt.

Am meisten wurde deshalb innerhalb der Wallanlagen gebaut, wo die Stadt mit ihrem Netz von engen Straßen allmählich aus den Nähten zu platzen drohte. Man baute höher und dichter, und in den Hinterhöfen wurden immer mehr schmale Häuser gebaut. Kopenhagens Stadtbild wirkte vielerorts dunkel und finster. Auch die weit verbreitete Armut fiel sofort ins Auge, wenn man wie Dinesen auf dem Seeweg anreiste. Am Toldboden (Zollamt) entlang nahe der Kvæsthusbroen reihten sich etliche schäbige Katen – neun flache Fachwerkbauten, in denen ungefähr einhundertzwanzig Familien hausten.

In der Hauptstadt herrschte so großer Wohnungsmangel, dass alles bewohnt war, von tristen Dachkammern bis zu den feuchtesten, schmutzigsten Kellerräumen. Bestürzt ließen die Behörden verlautbaren, dass die vermieteten Zimmer bisweilen dermaßen mit Mietern vollgestopft waren, dass diese in sitzender Stellung schlafen mussten.

Hinzu kam, dass nicht nur Menschen in den Häusern von Kopenhagen wohnten. Auch Viehhaltung war innerhalb der Stadt noch üblich. Es war kein ungewöhnliches Bild, wenn eine Kuh durch die Haustür und das Treppenhaus bis hinauf in den ersten Stock geführt wurde. Außer Kühen gab es Tausende von Pferden, und durch die Straßen streunten zahlreiche Hunde. Dazu kamen rund 1000 Schweine, die in den Hinterhöfen gehalten wurden, auch wenn dies verboten war. Wie in den meisten Städten zu dieser Zeit waren Ratten auch in Kopenhagen eine wahre Plage. Die Tiere tummelten sich in den offenen schmutzigen Rinnsteinen der Straßen und Gassen.

Nach einer furchtbaren Choleraepidemie im Jahre 1853, die 5000 Menschenleben forderte, begannen die Militärbehörden sich dem wachsenden Druck zu beugen. 1857 wurden die verhassten Tore abgerissen, und die Stadt konnte sich jetzt über die Wälle hinaus ausbreiten.

Dieser Ausdehnungsprozess begann zu der Zeit, als Wilhelm Dinesen in Kopenhagen ankam. Die Stadt, die er in seiner Kindheit und frühen Jugend kennenlernte, war noch hinter den Wällen zusammengepfercht. Das Menschengewimmel und nicht zuletzt der Gestank des Abfalls und der Fäkalien müssen einen befremdlichen und abstoßenden Eindruck auf ihn gemacht haben. Er war die frische Luft des Meeres, der Marsch und der Wälder gewohnt. Weil der junge Dinesen sich allerdings nur in Kreisen der Oberschicht bewegte, hatte er die schäbigsten Viertel der Stadt natürlich nie erlebt. Und die Hauptstadt bot auch durchaus anderes als nur erbärmliche Wohnverhältnisse.

Da waren Schloss Christiansborg auf der Insel Slotsholmen, Charlottenborg, der Kongens Nytorv und die vornehme Geschäftsstraße Østergade. Die stattliche Amaliegade, die breiteste Straße der Stadt, führte zur Residenz der königlichen Familie, Schloss Amalienborg. Dann gab es noch all die anderen breiten Straßen, die den begüterten Bürgern der Stadt vorbehalten waren: Dronningens Bredgade, Borgergade, Adelgade und Store Kongensgade. Dort lag auch Mariboes Realskole, die Wilhelm Dinesen jetzt besuchen sollte.

Mariboes Realskole, im Volksmund auch nur Mariboes Schule genannt, war genau nach dem Geschmack seines Vaters. Hier verband man eine neuartige, progressive Pädagogik mit Disziplin.

Die Schule war 1833 von dem früheren Kopenhagener Großhändler Carl Rudolph Ferdinand Mariboe gegründet worden. Er hatte kein großes Talent für den Handel und war in den 1820er Jahren Bankrott gegangen. Was sich indes als glücklicher Umstand erwies, denn jetzt musste er sich nach einer anderen Betätigung umsehen. Und tatsächlich fand er zu seiner wahren Berufung. Er wurde Übersetzer für Englisch, Deutsch und Französisch und erhielt eine Anstellung als Lehrer an der Borgerdydsskolen (Bürgertugendschule). Drei Jahre später unterrichtete er auch Englisch an der königlichen Militärakademie. Er entdeckte seine starke Leidenschaft für das Englische und erwarb schnell den Titel eines Professors für diese Sprache.

Doch Carl Mariboe wollte eine eigene Schule gründen. 1832, ein Jahr bevor sein Wunsch Wirklichkeit wurde, war er zu einem längeren Studienaufenthalt in England gewesen, dort hatte ihn das englische Schulsystem fasziniert. Besonders beeindruckt war er von einem der großen Pädagogen der Zeit, einem gewissen James Hamilton. Dessen aufsehenerregende Grundphilosophie beruhte darauf, Sprachen nicht durch Büffeln von Verben und Grammatik zu erlernen, sondern sie stattdessen in organischer Form zu vermitteln. Bei dieser Herangehensweise eignet sich der Schüler die fremde Sprache am besten dadurch an, dass er sie zunächst hört, um dann zu lernen, Texte aus der fremden Sprache wortgetreu in die Muttersprache zu übertragen.

Carl Mariboes Schule wurde auf der Grundlage dieser völlig neuen Pädagogik gegründet. Sie beinhaltete auch die revolutionäre Idee, dass der Lehrer in dem einzelnen Schüler ein Individuum sehen müsse und der Schüler Anspruch auf die Aufmerksamkeit des Lehrers habe. Der Unterricht sollte also nicht auf Drohungen, Prügel und Paukerei basieren. Dafür erwartete man, dass die Schüler äußerst gute Manieren und Engagement zeigten.

Geschah dies nicht, was oft der Fall war, wurde der Schüler doch zum Prügelknaben. So meinte ein Lehrer namens J.C.S. Neve, der in Wilhelm Dinesens Schulzeit etliche Jahre Rektor war, dass »eine angebrachte Ohrfeige, wenn der Schüler in flagranti [das hieß in diesem Fall bei schlechtem Betragen] ertappt wurde, eine bessere Wirkung erzielen würde als langes Reden und ausgeklügelte Disziplinarstrafen«.

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