Clara Viebig - Absolvo te!

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"›Die Ratten, hu, die Ratten!‹ schrie die schöne Frau Tiralla, als sie mit der Magd im Keller war." So beginnt Clara Viebigs Psychodrama in Romanform und verweist sogleich auf die finsteren Schatten und Geschöpfe, die in Frau Tirallas Anwesen und in ihrer Seele hausen. Doch bald sind es nicht nur die Ratten, die sie in Angst und Schrecken versetzen, und dunklere Gestalten nagen an ihrem Gewissen … Viebigs Roman über eine unglückliche Ehe, der sich die Frau durch einen Giftmord zu entziehen trachtet, gehört zu den eindrücklichsten Werken der wohl bedeutendsten naturalistischen Erzählerin Deutschlands. Der Roman war ein großer Erfolg und wurde später von der Autorin in eine Oper mit dem Titel «Die Môra» umgearbeitet, zu der ihr Sohn, der begabte Komponist Ernst Viebig, die Musik schrieb.-

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Als sie ihn im Bette hatten, waren sie alle beide heiss und rot, so hatte er sie beide schäkernd gekniffen und sich absichtlich unbehilflich gemacht.

Dann liess er sich Rózyczka kommen. Er hatte sie heute den ganzen Tag nicht gesehen; sie war schon nach der Schule gewandert, als er noch geschnarcht hatte, und als er fortgefahren, war sie noch nicht wieder dagewesen. Nun verlangte ihn nach Zärtlichkeit. Das kannte die Kleine schon, dann musste sie sich auf sein Bett setzen und ihre dünnen Ärmchen um seinen Hals legen und ihre kühle Wange fest an sein Gesicht drücken. Dann flüsterte er mit ihr wie mit einer Liebsten und gab ihr hundert Schmeichelnamen. Er nannte sie sein Füchschen, sein Sternchen, sein Vögelchen, sein Sönnchen, seinen Augentrost, sein Balsamkraut, seinen Schutzengel, seinen Himmelsschlüssel, der ihm den Himmel aufschloss.

Und die Kleine lächelte und streichelte ihn mit ihren sanften Händen. Sie war ihm so gut; all das, was ihr die Mutter nicht gewährte, gab ihr der Vater. Und doch hatte sie auch für jene eine heimliche Liebe — sagten denn nicht alle Leute: ‚die schöne Frau Tiralla‘?! und trug ihr der Herr Lehrer, der doch sonst so barsch war, nicht öfters einen Gruss an die Mutter auf und sah ihr wohl gar Fehler nach und zog sie vor, eben weil sie die Tochter der schönen Frau Tiralla war?! Rózia wusste, dass sie nicht hübsch war, wenigstens fand sie sich selber nicht hübsch, wenn sie vorm Spiegel ihre rotblonden, krausen Zöpfe flocht. Schwarz wie Ebenholz und glatt wie Seide war das Haar der Mutter, und doppelt schön erschien ihr deren gelbliches Weiss mit dem Hauch von Rot auf den Wangen gegen die eigenen Sommersprossen. Die Halbwüchsige sehnte sich, schön zu sein, warum, das wusste sie selber nicht; es gab ihr eine gewisse Niedergeschlagenheit und Gedrücktheit, dass sie eben nicht schöner wurde, so inbrünstig sie auch darum betete. Alle Abend kniete sie vor ihrem Bett in der Kammer, die sie mit Marianna teilte, und hob die Hände und flehte und wusste selber nicht recht, um was alles.

Marianna war auch eine gläubige Christin, und oft, wenn sie schon lange im Bett lagen, erzählte sie dem aufgeregt lauschenden Kinde noch von allerlei Zeichen und Wundern, von Besprechungen und Heilungen, von all den merkwürdigen Begebenheiten, die sich da und dort in der Gegend zugetragen hatten.

Hatte nicht ein Besitzer, der Herr Kiebel, als er letzten Jahrmarkt von Wronke nach Obersitzko fuhr, hinter sich im Walde tuten hören, nicht weit vom neuen Judenkirchhof? ‚Tut, tut, tut!‘ Aber er war abgestiegen und hatte vor die zitternden Pferde und neben und hinter den Wagen — rund herum — lauter Kreuze mit dem Peitschenstiel in den Schnee gezeichnet, da war der Nachtjäger an ihm vorübergesaust mit ‚Tut, tut‘ und Gebell und schrecklichem Gejage. So stark war das Flattern seines Mantels gewesen, dass es Pan Kiëbelski beinahe vom Wagen heruntergeweht hätte; aber die Kreuze schützten den Frommen, der Nachtjäger musste weiter.

Und bei Ossówiec war ein Berg, auf dem hatten die Hexen im vergangenen Juni sich versammelt und würden es nun bald wieder im Dezember tun und beratschlagen, wo sie überall hinfahren wollten in Staub und Wind. Aber malte man an Türen und Wände ‚K M B‘, die Anfangsbuchstaben der heiligen drei Könige, so konnten sie nicht hinein, und dann konnte einem keine Hexe ’was in den Teller spucken. Oder aber man brauchte auch nur, ehe man ass und trank, bei sich zu sprechen: ‚Gesegne es Gott‘, dann schadete kein Hexenwerk, Gott hielt seine Hand über den Teller gereckt.

Gott Vater — wer fleissig zu ihm betete oder zu Jesus Christus, seinem Heiligen Sohne, oder zur Hochheiligen Mutter Maria, der brauchte auch den Teufel nicht zu fürchten, der vor vier Wochen in Latalice, nördlich von Gradewitz, dein Müller Kiërski, der immer fluchte und so fleissig trank, hinter seiner Scheune auf dem Mist in der Mitternacht beinahe den Hals umgedreht hätte. Ganz steif hatte er schon dagelegen und ganz blau im Gesicht; wenn nicht Sankt Petrus Hahn auf das Mühldach geflogen wäre und da dreimal gekräht hätte, sodass der Teufel vermeinte, der Haushahn krähe schon den Morgen an, so hätte man Müller Kiërski mit herumgedrehtem Kopfe, das Gesicht im Rücken, mausetot gefunden; seine Seele aber wäre schon in der Hölle gewesen.

Marianna glaubte fest daran, dass die Nachtgespenster auch hier in den Fichten schrieen, dass die Hexen in den Winden tanzten, die draussen fauchten; vor allem aber, dass der Teufel, der unten im Przykop wie ein Irrlicht umherlief, gern ins Haus hinein wollte, um sich eine Seele zu holen für seine Hölle. Aber auch, wenn sie selber nicht so fest an all dies geglaubt hätte, so wäre es ein Vergnügen für sie gewesen, dem zitternden Kinde, das längst aus seinem Bett in das ihre gekrochen war, und sich dicht an sie schmiegte, allerlei Seltsames zuzuwispern. Immer abenteuerlicher wurden die Erzählungen, immer schauriger. Die Stunde der Nacht, das Stöhnen des Windes, das Klagen der Käuzchen, die in den alten Fichten am tiefen Grund hockten, vor allem aber die Dunkelheit der Kammer, die Schneestille, die Abgeschiedenheit, befruchteten die Phantasie der Magd. Alles gewann ein Gesicht und belebte sich; in jedem Baum seufzte ein Wesen, aus jedem Stein sprach eine Stimme, unter jedem Acker rang ’was nach Luft, in jedem Tümpel lauerte etwas Zweige, die an die Scheiben klopften, waren die Finger Abgeschiedener, Sterne, die über’s Haus zogen, waren wandernde Seelen, und Wolken und Winde waren der Prophezeiungen voll. Als sie noch ein Kind gewesen war, so versicherte Marianna, und ins Korn gelaufen war, um Ähren zu raufen und sich von den roten Mohnblumen einen Kranz zu binden, da hatte der Zagak sie beinahe gegriffen, ein grosser Mann mit einem Knotenstock, mit einem zerlöcherten Hut auf seinem Kopf und mit Schuhen, aus denen die Zehen heraussahen. Wäre da nicht zufällig ein Bauer, ein frommes Lied singend, in der Nähe vorbeigefahren mit knarrenden Rädern, so hätte der Zagak nicht von ihr abgelassen. So war sie davongekommen mit dem blossen Schrecken und mit einem zerrissenen Rock. Ihr schauderte noch, wenn sie an den Zagak dachte — hu, hu! Gut, dass der Mann nicht hier herein ins warme Bett zu ihr konnte! In wollüstigem Schauer rüttelte sich die üppige Magd, und sie und das Kind schlossen sich enger aneinander.

Dann krampften sich Rózyczkas Fingerchen fest um Mariannas derbe Finger, und sie singen alle beide an zu beten aus Leibeskräften. Was blieb ihnen weiter übrig in Nacht und Einsamkeit, umgeben von bösen Geistern, die sich in der Finsternis überall hervorstahlen?! Sogar aus des Menschen Brust. Nur Beten rettete. Und sie beteten und beteten.

Dann liefen über Rózyczkas zartes Gesicht Schweisstropfen und Tränen, und ihre Glieder zuckten. Ach, wenn doch die Gottesmutter käme und sie unter ihren blauen Mantel nähme! Ihr war so bang, so weh. Der Kopf schmerzte sie, der Rücken und die Brust auch, der Hals wurde ihr eng, ordentlich schwer fiel ihr das Schlucken; wie Fieber brannte es ihr in den Augen.

„Heilige Maria, Gottesmutter!“ Die angstvollen Augen des Kindes, die kaum über das Deckbett wegsahen, so hoch hatten sie sich’s heraufgezogen, bohrten sich ins Dunkel. „Alle guten Geister loben Gott! Liebe Heilige Mutter, gegrüsst seist du, Maria“ — — — ah, da war sie ja, da stand sie ja im Dunkel und nickte!

Das Dunkel war auf einmal kein Dunkel mehr, und das Klopfen der Finger am Fenster und das Ächzen des Windes ums Haus verloren auf einmal das Schreckliche. Ei, wie lieb war die Gottesmutter, wie sanft, und so schön! Sie nahm das verängstigte Kind in ihren Schutz und lächelte ihm zu, bis seine brennenden Augen zufielen, bis ein herrlicher Traum, der noch kein fester Schlaf war, aber doch ein wohliges Hindämmern, seine Seele mit einem süssen Schreck erfüllte. —

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