Lars Hoffmann - Die bedeutenden Historiker

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Geschichte ist ein mehrschichtiger Begriff: Sie kann eine zeitlose, literarische Erzählung sein, dann wiederum ist sie ein Unterrichtsfach in Schule und Universität und zuletzt bezeichnet sie das Gewordensein oder auch des Vergehen von Menschen, Gesellschaften und Institutionen. Geschichtsschreiber kennt Europa schon seit mehr als 2.500 Jahren, aber im Gegensatz zur Jurisprudenz, zur Philosophie oder zur Theologie gehört die Geschichtswissenschaft zu den sehr jungen Unterrichtsfächern im allgemeinen Bildungskanon. Geschichte steht damit in der Spannung zwischen einem menschlichen Grundbedürfnis, Einblick in die eigene Vergangenheit zu erhalten und ihrer allgemeinen Vermittlung, an der offenbar für lange Zeit ein nur eingeschränktes Interesse bestand. Bedeutende Vertreter der abendländischen Welt aus beiden genannten Bereichen sollen in diesem Band vorgestellt werden.Vorstellung bedeutender Vertreter der Geschichtsschreibung

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Über seine historische Methode äußert sich Thukydides in Buch I 22.1: Im Gegensatz zu anderen Autoren – womit in erster Linie Herodot gemeint sein könnte – will er nicht nur Zeugnisse aneinanderreihen, die ihm sozusagen jedermann berichtet habe. Vielmehr wolle er das Gehörte genau prüfen und abwägen, um auf diese Weise einen möglichst objektiven Bericht der Ereignisse zusammenzustellen, und zwar so, wie er sie für objektiv und damit auch für wahr hielt. Was er inhaltlich auslässt, verschweigt er indessen. Dies gilt in derselben Weise auch für seine Quellen, die er nicht namentlich anführt und die heute nicht mehr erkennen lassen, ob es sich dabei um einen vollständigen Text bzw. Bericht handelt oder nur um einen Auszug daraus, der das geflissentlich übergeht, was den Meinungen des Thukydides zuwider lief – aber eine solche Kritik ist nur aus einem modernen Bewusstsein heraus verständlich. Wie es Thukydides selbst zum Ausdruck bringt, geht es ihm in seinem Werk vor allem darum, den langwierigen Krieg zu verstehen, und immer wieder wägt er scheinbar ab, bevor er zu einem historiographischen Urteil gelangt.

Das Werk, das im Original keinen Titel trägt und mit den Ereignissen des Jahres 411 v. Chr. sehr unvermittelt abbricht, besitzt jedoch eine klare Struktur. Buch I behandelt nach einführenden Bemerkungen die Entstehung und die Ursachen des Krieges, während die Bücher II bis V dem sog. Archidamischen Krieg der Jahre 431-421 v. Chr. gewidmet sind, benannt nach dem spartanischen General und König Archidamos II. Der bereits erwähnte Nikiasfriede der Jahre 421 bis 416 v. Chr. ist Inhalt der Bücher V bis VI, während sich die für Athen so verlustreiche sizilische Expedition (415-413 v. Chr.) in den Büchern VI und VII findet. Buch VIII bricht am Anfang des Dekeleisch-Ionischen Krieges (414/413-411 v. Chr.) ab, der sich nach dem von Thukydides dargestellten Zeitraum noch bis zum Jahr 404 v. Chr. hinziehen sollte.

Über die Gründe dafür, warum sein Werk hier endet, das der Historiker Xenophon in seinen Hellenika fortsetzen sollte, kann man nur spekulieren. Am plausibelsten wäre es wohl, auch den Tod des Thukydides in diese Zeit zu setzen, doch sprechen inhaltlich Kriterien dafür, dass er noch im Jahr 397 v. Chr. mit der Redaktion seiner Monographie beschäftigt war. Infolgedessen setzt man seinen Tod etwa in die Jahre 399 bis 397 v. Chr. Wahrscheinlich ging er auch erst nach dem Ende des Peloponnesischen Krieges 404 v. Chr. daran, sein Geschichtswerk aus seinen persönlichen Beobachtungen und Notizen heraus zusammenzustellen, um in dieser Arbeit durch seinen Tod jäh unterbrochen zu werden.

Allerdings ist die Darstellung des Thukydides auch angreifbar, denn an zahlreichen Stellen seines Werkes lässt er teils längere, teils kürzere Reden einfließen, die in der berichteten Form sicherlich niemals gehalten worden sind und die in einer Art Selbstreflexion des Feldherrn oder des politischen Führers dazu dienen, die genauen Beweggründe dafür darzulegen, warum es nun zu dieser oder jener Folgehandlung kommen muss. In Wahrheit handelt es sich aber gerade dabei um ureigene Gedanken des Thukydides, die er auf diese Weise geschickt in sein Werk integriert, sich aber als deren Urheber verbirgt, da er sie einem anderen in den Mund legt. Dies wirft aber nun die Frage auf, wie glaubwürdig Thukydides überhaupt ist – und ob er nicht auch an anderen Stellen durch eine geschickte rhetorische Überblendung die Ereignisse so darstellt, wie nur er sie sah und wie er sie gerne hätte. Er sagt zwar selbst einschränkend, dass er Reden einfügt, wie sie gehalten worden sein könnten, doch ging dieser Aspekt in der Rezeption solcher Textpassagen verloren.

Trotz dieser Kritik gebührt Thukydides ein sehr hoher Stellenwert innerhalb der Historiographie, den ihm bereits die antiken Autoren zugestanden. Im Vergleich etwa zu Herodot zeugt sein Werk von dem immensen Aufschwung, den die Literatur in jenen langen Friedensjahren nach 479 v. Chr. nehmen konnte, und davon, wie sich eine städtische Kultur mit einer ausgefeilten rhetorischen Praxis entwickelte, die einen massiven Einfluss auf neue literarische Gattungen wie etwa die Historiographie nahm. Im Sinne einer guten Darstellung übernahm Thukydides dabei auch Elemente aus dem antiken Drama, etwa im Melier-Dialog, was ihn alles in allem zu einem der wichtigsten Musterautoren der folgenden Jahrhunderte machte. Noch im höheren Rhetorikunterricht der Byzantiner lernte man Geschichte im Stil des Thukydides zu schreiben, und auch im westlichen Europa schätzte man den Text sehr, der 1452 von dem römischen Humanisten Lorenzo Valla aus dem Griechischen ins Lateinische als Ausgangspunkt für die Übertragungen in die anderen großen europäischen Sprachen übersetzt wurde.

Ausgabe:

Thukydides, Geschichte des Peloponnesischen Krieges. Griechisch-deutsch. Übersetzt und mit einer Einführung und Erläuterung versehen von G. P. LANDMANN. I-II. München 1993 (Sammlung Tusculum).

Weiterführende Literatur:

W. WILL, Thukydides und Perikles. Der Historiker und sein Held. Bonn 2006.

K. I. L. SOMMER, Techne und Geschichte. Eine diskursgeschichtliche Studie zu Thukydides. Bonn 2006.

H. SONNABEND, Thukydides. Darmstadt 2004.

W. SCHADEWALDT, Die Anfänge der Geschichtsschreibung bei den Griechen. Herodot, Thukydides. Frankfurt a. M. 1992, S. 221-396.

Xenophon

Der um das Jahr 426 v. Chr. in Athen geborene Xenophon erweist sich mehr als sein Vorgänger Thukydides durch die politisch-rhetorische Praxis der athenischen Sophistik geschult und verstand es daher, in seinen Werken nicht nur eine einzige literarische Gattung zu bedienen. Dabei lassen seine historiographischen Werke erkennen, dass er nicht so sehr ein um Objektivität oder um ein sicheres Urteil bemühter Geschichtsschreiber sein will, sondern dass es ihm stets auch um sein eigenes Leben sowie um eine Darstellung der Ereignisse ging, die ihn persönlich betrafen.

Xenophon, der im Rahmen des Peloponnesischen Krieges vermutlich der athenischen Reiterei angehörte, entstammte einer konservativen Familie seiner Heimatstadt, zog jedoch den strengen Geist Spartas der attischen Demokratie vor. Als Schüler des Sokrates (469-399 v. Chr.) folgte er im Jahr 402/401 v. Chr. dem Rat seines Lehrers, um im sog. Zug der Zehntausend , einem griechischen Söldnerheer, den persischen Thronprätendenten Kyros gegen dessen Bruder Artaxerxes II. im Kampf um die Königsherrschaft zu unterstützen. Zwar verlief die Unternehmung durchaus erfolgreich, doch nach dem Tod des Kyros in der Schlacht bei Kunaxa (401 v. Chr.) unweit des modernen Bagdad verlor der Söldnertrupp seinen eigentlichen Zweck. Xenophon selbst wirkte zunächst nur als Kriegsberichterstatter mit. Nach dem Tod des Kyros kam es jedoch zu Verhandlungen mit den Persern, bei denen die griechischen Offiziere hinterrücks umgebracht wurden. Für das verbliebene Heer ergab sich nun die Notwendigkeit, möglichst rasch in die Heimat zurückzukehren. Dabei gelang es Xenophon, das nach dem Mord an seinen militärischen Führern verzweifelte griechische Heer moralisch wieder aufzurichten, um es nun gemeinsam mit dem aus Sparta stammenden Cheirisophos zum Schwarzen Meer und von dort aus in die Heimat zurückzuführen. Das literarische Werk, in dem er die mühsame, letzten Endes aber erfolgreiche Rückführung der Griechen beschrieb, trägt den Titel Anabasis (dt. Aufstieg ). Dabei handelt es sich in erster Linie um eine Autobiographie mit einer ganzen Reihe von erzählerischen Momenten – wenn auch eindeutig historiographische Züge nicht fehlen. Denn sehr wohl wird auch über die Vorgänge am persischen Hof berichtet, die eine solche Mitwirkung von griechischer Seite überhaupt erst möglich gemacht hatten.

Zurück in seiner Heimat weigerte sich Xenophon, gemeinsam mit seinem Söldnerheer im neu entflammten griechisch-persischen Konflikt gegen die Perser zu ziehen. Aus diesem Grund wich er nach Sparta aus, wo er sich dessen König Agesilaos II. (444-360/359 v. Chr.) anschloss. Im Jahr 394 v. Chr. kämpfte Xenophon bei der Schlacht von Maroneia folgerichtig auf der Seite Spartas, was ihm spätestens zu diesem Zeitpunkt die Verbannung aus Athen einbrachte. Im Gegenzug räumte ihm Agesilaos jedoch die rechtliche Stellung eines Staatsgastes in Sparta ein, wo er mehr als 20 Jahre lang in der Nähe von Olympia ein Landgut bewirtschaftete. Die Niederlage Spartas gegen die Thebaner unter Epaminondas im Jahr 371 v. Chr., der das als unbezwingbar geltende Heer seiner Gegner mit einer taktischen Neuerung, der sog. schiefen Schlachtordnung überwinden konnte, wirkte sich jedoch sehr zu Xenophons Ungunsten aus, da er nun aufgrund seiner früheren Verbannung aus Athen erneut fliehen musste. Allerdings ermöglichte es ihm schon bald darauf der politische Ausgleich der führenden griechischen Stadtstaaten in dieser Zeit, sich in Korinth niederzulassen, wo er auch starb. Sein Todesjahr ist nicht genau bekannt, es muss aber aufgrund inhaltlicher Kriterien in seinem letzten staatspolitischen Werk nach dem Jahr 355 v. Chr. angesetzt werden.

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