Rudolf Walther - Aufgreifen, begreifen, angreifen - Band 2

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Aufgreifen, begreifen, angreifen - Band 2: краткое содержание, описание и аннотация

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Wie der erste Band enthält auch dieser Texte aus den letzten 18 Jahren von Rudolf Walthers Tätigkeit als Publizist, Kolumnist und Sachbuch-Kritiker: aufklärende historische Essays, Porträts gegen das Vergessen, ins Grundsätzliche gehende politische Kommentare jenseits des tagespolitischen Handgemenges sowie Verrisse von Sachbüchern. Der Titel – «Aufgreifen, begreifen, angreifen» – ist der gleiche geblieben. Erstens fanden ihn viele Leserinnen und Leser treffend und zweitens merkte Walther selbst erst bei der Zusammenstellung der Texte für diesen und die folgenden Bände, wie präzise er seine Schreibhaltung beschreibt: «Ich möchte mit meinen Arbeiten begreifen, was ich als Thema aufgreife oder was mir von Redaktionen an Themen zum Aufgreifen angeboten wird. Im Prozess des Begreifens des Aufgegriffenen spielt das kritische Moment – das Angreifen von Positionen, Institutionen, Bräuchen und Personen, kurz ›der böse Blick‹ (Adorno) jeder angemessenen Gesellschaftskritik – eine wesentliche Rolle. Das Begreifen – einen Sachverhalt auf den Begriff zu bringen – funktioniert als Scharnier zwischen dem Aufgreifen eines Themas und der Adressierung von Kritik, Reflexion und Würdigung.»

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Während die Studenten am 3. Mai im Innenhof der Sorbonne debattierten, holte der Rektor die Polizei. Diese benützte den friedlichen Abzug der Studenten zur Verhaftung von weiteren Aktivisten und schlug erstmals brutal zu: 574 wurden festgenommen, zwölf Studenten in einem Eilverfahren verurteilt, vier davon sofort eingesperrt. Damit begann die heiße Phase des Pariser Mai, an dessen erstem Höhepunkt in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai im Quartier Latin ein riesiges Straßenfest stattfand, bei dem symbolisch auch Dutzende von Barrikaden errichtet wurden. Zwei Stunden nach Mitternacht entschloss sich die völlig konfuse Polizeiführung zur Räumung der Barrikaden und des Quartiers, wobei sich die Schlägertrupps der CRS (Compagnies républicaines de sécurité) besonders hervortaten.

Das verschaffte der Studentenbewegung viele Sympathien bei der Bevölkerung und obendrein die politische Anerkennung durch die Gewerkschaften und die politische Opposition. Während die KPF und die CGT die Protestbewegung noch eine Woche zuvor als »pseudorevolutionär« niedergemacht hatten, organisierten sie nun gemeinsam mit dieser einen Generalstreik unter dem Motto: »Schluss mit der Repression: Freiheit, Gleichheit. Es lebe die Einheit der Arbeiter und der Studenten«. Am 13. Mai, genau zehn Jahre nach dem Putschversuch der Generäle gegen die IV. Republik, demonstrierten in Paris über eine Million Menschen. Am Tag danach setzte sich der Streik spontan fort in Form von Protestdemonstrationen und Betriebsbesetzungen im ganzen Land. Innerhalb einer Woche war das Land völlig lahmgelegt. Ohne dass die Gewerkschaftszentralen dazu beigetragen hatten, streikten am 22. Mai etwa 7 Millionen Arbeiter und Angestellte mit der Forderung nach »autogestion« / »Arbeiterselbstverwaltung«.

Die Regierung und die Arbeitgeber gaben nach und waren zu Verhandlungen bereit. Dabei ging es der kommunistischen CGT wie der gaullistischen Regierung und dem Patronat freilich nicht um »Arbeiterselbstverwaltung« und andere politische Zielvorstellungen, sondern um Tarifpolitik, d. h. um den Mindestlohn und Lohnerhöhungen. Die streikenden Arbeiter machten der Regierung und der Gewerkschaftsführung einen Strich durch die Rechnung, als sie die von oben vorgesehenen Kompromisse ablehnten und weiterstreikten.

Staatspräsident Charles De Gaulle kündigte am 24.5. ein Referendum über sein Konzept der »Partizipation« an – das galt jedoch nicht mehr als »ein Zauberwort« und war ungeeignet dafür, »eine Feuersbrunst zu löschen« (Le Monde 23.5.68). Weder die Protestbewegung noch die politische Opposition waren in der Lage, dem Land eine politische Alternative anzubieten. Der Radikale Pierre Mendès-France, der Kommunist Waldeck-Rochet und der Sozialist Mitterrand verloren sich in taktischen Spielchen und Finessen, während die Protestbewegung über Nacht viel von ihrem Rückhalt in der Bevölkerung verspielte, als sie am 24. Mai eine zweite »Nacht der Barrikaden« inszenierte, in der u. a. die Börse angezündet wurde.

Was General de Gaulle am 29.5. bewog, mit seiner Familie, reichlich Schmuck und viel Gepäck überstürzt für eine gute Stunde nach Baden-Baden zum Haudegen des Algerienkriegs – General Jacques Massu – zu fliehen, ist bislang nicht aufgeklärt worden. Auf jeden Fall hat er mit seiner Radioansprache vom 30.5. und der Ankündigung von Neuwahlen für den 23. und 30. Juni das Steuer in letzter Minute an sich gerissen. Er drohte mit dem Notstand, verlangte eine »action civique« und setzte mit dem damals üblichen Pathos auf die Trumpfkarte »Antikommunismus«: »Frankreich ist tatsächlich von einer Diktatur bedroht. Man will es (Frankreich) zwingen, sich einer Macht zu ergeben, die sich als diejenige der nationalen Selbstaufgabe herausstellen würde, einer Macht, die obendrein diejenige des eigentlichen Siegers wäre, d. h. diejenige des totalitären Kommunismus«. Mit dieser durch keine Realitäten gedeckten Formel traf de Gaulle die Stimmung der dumpfen Mehrheit. Noch am gleichen Tag marschierten die hauptstädtischen Chauvinisten zu Hunderttausenden auf die Champs-Elysées und skandierten jetzt im Klartext, was ihnen der General übers Radio nur angedeutet hatte: »Frankreich den Franzosen! Cohn-Bendit nach Dachau!«

Die Juni-Wahlen wurden vollends zum Heimspiel der gaullistischen Partei der Ordnung, nachdem die Polizei Betriebsbesetzungen mit Gewalt beendet und der Premierminister Pompidou sechs linke politische Gruppierungen einfach verboten hatte. Die Ordnung marschierte. Obwohl die Rechte nur rund eine Million mehr Stimmen gewann als die Linke, erzielte sie dank des Mehrheitswahlrechts und der Uneinigkeit der Oppositionsparteien einen überwältigenden Sieg und gewann 358 von 485 Sitzen in der Nationalversammlung.

Die französische Protestbewegung wuchs schneller und zerbröselte schneller als alle anderen. Als Bewegung ist sie Geschichte. Was sie in den Köpfen und Herzen vieler bewegt hat, wies von Anfang an und notwendigerweise in viele Richtungen – politisch wie gesellschaftlich. Intellektuelle Redlichkeit gebietet es festzuhalten, dass es – in Frankreich noch eindeutiger als anderswo – zu eben dieser Vieldeutigkeit gehört, dass viele 68er nicht wegen ’68, sondern trotz ’68 dorthin gelangten, wo sie sich heute politisch und gesellschaftlich bewegen, sofern sie nicht – längst harm- und stachellos geworden – nur noch sitzen.

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