Achim Albrecht - Der Engelmacher

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Ein gelernter Auftragskiller, ein bedächtiger, sachlicher Mann, der keine unnötigen Risiken eingeht. Er ist in die Jahre gekommen. In die Jahre, in denen die Erfahrung beginnt, die Fähigkeiten zu übersteigen. Er hat nichts vergessen. Alles aufnotiert. Er weiß, dass seine Zeit abläuft. Seine Schutzbefohlene ist mit ihm alt geworden. Er beginnt Vorsorge zu treffen für die Zeit, in der sie alleine sein wird. Alleine ohne ihn, denn die Vergangenheit wird ihn bald einholen. Es ist unvermeidlich.

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Viktor erinnerte sich an die Schreie, die Bisse, das infantile Gegurre und an seine unbequeme Position hinter einem Hochregal. Die Pfauenfedern ragten hoch auf, als der Geschäftsführer mit einem gutturalen Hecheln zustieß und die Verwaltungsleiterin unter dem Ansturm seines Körpers kapitulierte. Einer ihrer mageren Arme fuchtelte in Rodeomanier durch die Luft. Immer wenn die flache Hand auf den Rücken ihres Reiters klatschte, schrie sie: „Hoppa, Hoppa.“

Es war jammerschade, dass die Bilder das Ausmaß der Lust zwischen Staubsaugerbeuteln und Flüssigseife nicht ausreichend wiedergeben konnten. Es fehlte die Tonspur zur Vollkommenheit. Das schien auch der Löwenmähnige zu bemängeln, denn er brüllte mit hochrotem Kopf, als er der Bilder ansichtig wurde. Unsanft legte er die noch immer nach Luft und Fassung ringende Verwaltungsleiterin beiseite und griff nach dem alten Mann. „Unverschämtheit, Erpressung und Polizei“, bellte er in immer neuen Variationen heraus und beruhigte sich erst, als eine Stahlrute friedensstiftend mit seiner Schläfe kollidierte. „Hoppa“, sagte die Stimme des alten Mannes sanft. Die Verwaltungsleiterin stöhnte auf. Der Löwenmähnige kollabierte und lag halb auf seiner Geliebten. Zur Vervollständigung des Ensembles hätte man nur noch Pfauenfedern an der richtigen Stelle in den Mann hineinstecken müssen und alles hätte wieder seinen Anfang nehmen können.

Viktor sprach mit großem Ernst. Nicht umsonst hatte er die beiden zu einem Gespräch unter sechs Augen in einen Nebenraum gebeten. Viktor redete nicht von den Bildern. Er redete nicht von Ehebruch und Perversion. Das waren unappetitliche Dinge, die den Boden bereiten sollten. Den Boden für die wichtigen Fakten.

Fakt war, dass in der Residenz Gelder veruntreut wurden. Es waren Schmiergelder eines Baulöwen geflossen. Ein Wäschereiunternehmen und eine Reinigungsfirma hatten sich in langfristige Verträge eingekauft. Testamente verstorbener Bewohner bedachten Personen mit Vermächtnissen, die zum Pflegepersonal gehörten. Ein Anteil davon floss auf Konten des Geschäftsführers. Viktor ließ Papier um Papier zu Boden fallen. Die Papiere fielen wie Urteilssprüche.

Es war still geworden im Raum. Jemand hämmerte gegen die verschlossene Tür und fragte, ob alles in Ordnung sei. Die Stahlrute wippte in Viktors Hand. Der Löwenmähnige lag über der Grauhaarigen. Es war alles in bester Ordnung. Drei Augenpaare trafen sich nach einem Moment der Unsicherheit. Sie forschten sich aus. Noch immer war alles in bester Ordnung.

Hedwig klatschte in die Hände, als Viktor ihr die gute Nachricht überbrachte. Er hatte eine Kopie des Dossiers angefertigt. Dieses würde er nicht vernichten. Der Fall war noch nicht abgeschlossen.

Der Wald musste warten.

IV.

Der Hund übte sich in Geduld.

Er hatte das Warten gelernt und den Gehorsam. Er lebte von seinen Instinkten. Sie hatten ihm in den letzten Jahren das Leben gerettet. Es waren chaotische und entbehrungsreiche Jahre gewesen. Als Welpe wurde er in eine Welt hineingeboren, die ihm zusagte. Es machte ihm nichts aus, dass die spielerischen Monate schnell vergingen und man ihn mit knappen Kommandos an seine Aufgabe heranführte. An die Kette um seinen Hals gewöhnte er sich. Es gehörte dazu. Er sah es bei seiner Mutter, die ihn mit mahnenden Augen ansah. Er hörte es am Geheul der anderen Hofhunde, die mit dem Mond wetteiferten und er konnte die Moleküle des Pulsschlages des Dorfes auf seiner Zunge schmecken, wenn er die Winde an seiner Nase vorbeistreichen ließ und sie häppchenweise einatmete, bis sich die Bilder verfestigten.

Er schmeckte den fauligen Gestank der Misthaufen, das scharfe Aroma von Düngemitteln und die krautigen Ausdünstungen der Rübenernte. Dazwischen Tabakfetzen und dahindriftende Spuren ungewaschener Leiber. Selten einmal der sämige Geruch von Bier und Spritzer einer eigenartigen Komposition, die den Frauen anhaftete, wenn sie im Sonntagsstaat zur Kirche spazierten. Der unverbrauchte Duft von Kindern kapitulierte vor der dumpfen Aura der Kühe. Köstliche Fahnen von Bratkartoffelaromen und gebratenem Speck waberten zu festgesetzten Zeiten durch das Dorf. Der Hund erwartete sie ungeduldig. Er war wie alle anderen Hunde. Ihr sehnsuchtsvolles Heulen erfüllte die Gassen. Im Gleichklang leckten sie ihre Lefzen. Die Bratkartoffelzeit kündigte ihre Fütterung an.

Trotz der barschen Worte und der harten Stiefel der Bauern war die Welt des Hütehundes in Ordnung. Er kannte keine andere.

Dann geriet seine Welt aus den Fugen. Zuerst kamen die Flugzeuge. Ein durchdringender Heulton vom Dach des Schulhauses kündigte sie an. Der Hund konnte ihr mahlendes Dröhnen hören, noch bevor die Sirene ihr Kommen signalisierte. Nur die Katzen reagierten früher als die Hunde. Mit am Boden schleifenden Bäuchen krochen sie in ihre Verstecke. Die Hunde zerrten an ihren Ketten und ließen ein wütendes Gebell hören. Es klang wissend und ohnmächtig. Und dann setzte die Sirene ein.

Die Bomben waren das Schlimmste. Der Hund konnte ihr Heulen von dem Dröhnen der Flugzeugmotoren unterscheiden. Er hatte gelernt, sie zu fürchten. Sie rissen seine Welt in Stücke, so wie sie Fetzen aus Häusern rissen. Anfänglich kam er noch hinter den Heuballen hervor, wenn die Wucht der Detonationen verblasste und ein anderer Heulton Entwarnung gab. Er schüttelte seine ertaubten Ohren und sah sich nach den Feuersbrünsten um. Wäre er kein Hund gewesen, hätte er dankbar dafür sein müssen, dass sein Farbspektrum bei den Gelb-Rezeptoren endete und er den feuerroten Schein nur als ultraviolettes und grünliches Wabern wahrnahm. Für den Hund reichte aus, was er sah. Den Rest schmeckte er in seinem Gaumen. Er schmeckte beißenden Rauch und verbranntes Fleisch. Viel verbranntes Fleisch.

Noch war die Zeit nicht gekommen, da ihn dieses Fleisch hungrig machen würde. Noch war es nicht soweit, aber wir wissen, dass das Aufplatzen und Garen der zerrissenen Kadaver bei dem Hund einen Abdruck im Gehirn hinterließ. Der Abdruck war für die Entstehung von Gefühlen, die Bildung von Hormonen und die Steuerung des Triebverhaltens verantwortlich. Der Hund winselte ängstlich und strich mit den Vorderpfoten über die Schnauze, als wolle er die Eindrücke verwischen, die sich in sein Bewusstsein eingruben. Später würde er das nicht mehr tun. Später empfand er etwas völlig anderes. Er empfand Fresslust.

Mit den Bomben kam das Mädchen. Der Hund mochte sie. Sie war klein und tapsig, aber sie hatte keine Angst vor ihm. Er probierte sein heiseres Kläffen und ein wenig Zähnefletschen an ihr aus, aber sie blieb ruhig und sah ihn an, wie er an seiner Kette zerrte. Anders als die anderen sprach sie nicht mit ihm. Sie stemmte die Hände in die Hüften und stand breitbeinig da. Dann holte sie ein Kaninchen aus dem Korb, den sie mit sich trug. Mit großen Augen und um den Kopf gewundenen Zöpfen setzte sie sich neben den Hund, der mit zitternden Flanken auf dem gepflasterten Hof stand. Mit einem tiefen Grollen kam er näher und blieb in respektvoller Entfernung stehen. Das Mädchen wandte sich von ihm ab und streichelte gedankenverloren das Kaninchen.

Der Hund witterte. Er roch etwas Milchiges, das im Vergehen begriffen war und die Robustheit des kleinen Wesens. Der Geruch hatte nichts Beunruhigendes, anders als der Gestank des Bauern nach Urin, saurem Schweiß und selbst gebranntem Fusel. Es war kein erwachsener Geruch. Kein Geruch nach Menschen, die Fußtritte austeilten und mit Steinen nach ihm warfen. Anscheinend hatte das Wesen keine Sprechstimme, auch wenn es über den Kopf des Kaninchens hinweg eine Melodie summte, die sich immerwährend wiederholte. Der Hund hörte das Summen und es machte ihn schläfrig. Er schmeckte den Geruch des Mädchens, das ihm den Rücken zudrehte. Er beobachtete angestrengt, was die Hand des kleinen Wesens mit dem Kaninchen machte. Die streichelnde Bewegung beruhigte ihn.

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