Achim Albrecht - Der Engelmacher

Здесь есть возможность читать онлайн «Achim Albrecht - Der Engelmacher» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Engelmacher: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Engelmacher»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Ein gelernter Auftragskiller, ein bedächtiger, sachlicher Mann, der keine unnötigen Risiken eingeht. Er ist in die Jahre gekommen. In die Jahre, in denen die Erfahrung beginnt, die Fähigkeiten zu übersteigen. Er hat nichts vergessen. Alles aufnotiert. Er weiß, dass seine Zeit abläuft. Seine Schutzbefohlene ist mit ihm alt geworden. Er beginnt Vorsorge zu treffen für die Zeit, in der sie alleine sein wird. Alleine ohne ihn, denn die Vergangenheit wird ihn bald einholen. Es ist unvermeidlich.

Der Engelmacher — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Engelmacher», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Danach machte Ernst keinen ernsthaften Versuch mehr, eine Frau für sich zu gewinnen. Er nahm intensive Zuflucht zu den Kunstkalendern und diente seiner Kirche. Niemand wusste von seinen kleinen Besonderheiten. Niemand, außer Viktor.

Viktor sprach bei Ernst vor. Sabine hatte ihn gewarnt, ja sie hatte ihn angefleht. Viktor sah nur die Grübchen in ihren Wangen und dachte an den Flaum, den er über ihrem Gesäß spüren konnte, wenn er mit der Hand über ihre Haut strich. Sabine war immer kühl und sie roch wie ein Frühlingsmorgen. Sie wusste nichts von seinen Geschäften, nichts über ihn, aber sie hatte sich in den pickligen, ernsten Jüngling verliebt. Daran bestand kein Zweifel. Sie hatte es ihm auf ihre unnachahmliche Weise gesagt. Sie sagte: „Ich liebe dich“, in dem ihr eigenen bestimmten Ton, der keinen Widerspruch duldete. Sie fügte dem Satz nichts hinzu. Der Satz war perfekt, so wie er war.

Viktor sagte zu Ernst: „Ich liebe Ihre Tochter.“ Er bemühte sich um ein aufrichtiges Lächeln und Zuversicht.

Ernst wusste, dass er geschlagen war. Seine Hände krampften und ballten sich zu Fäusten. Sie hielten sich aneinander fest, bis die Fingerknöchel weiß hervortraten. Dann zeigte der Mund des Geistlichen ein resigniertes Lächeln, das rasiermesserscharf und freudlos war. Es war das Lächeln geschlagener Kunstkalenderliebhaber. Das Lächeln hatte etwas Wölfisches. Es verbarg die Zähne hinter blutleeren Lippen.

Viktor war zufrieden. Sabine konnte ihr Glück nicht fassen. Sie heirateten. Es war kitschig und romantisch. Ein Pärchen, das nichts hatte als die eigene Existenz, ein wenig Aussteuer und ein Mansardenzimmer. Es war perfekt.

Ernst konnte die Trauung nicht vollziehen. Kurz vor der Hochzeit begann er das Bett zu hüten. Sein Leiden war unbestimmter, aber gravierender Natur. Nach dem Termin erholte er sich rasch. Die Eltern Viktors schickten eine Glückwunschkarte mit einer dürren Gratulation und einem fetten Geldschein.

Es wurde eine innige Feier. Der Regen, die in den kahlen Bäumen versammelten Krähen, die schlammigen Straßen und die düstere Kälte der Kirche – nichts konnte das Glück des jungen Paares trüben. Wenn sie sich ansahen, hing der Himmel voller Geigen. Ihre Herzen klopften den gleichen Takt und die Zukunft glänzte golden, überstrahlt von dem eigenen unfassbaren Glück.

Soweit reichten Kitsch und Romantik und es war gut so.

Als Sabine schwanger wurde, war das Glück für Viktor vollkommen. Bei Sabine konnte man Zweifel haben. Je voller ihr Bauch wurde, desto hagerer wurde ihr Gesicht. Wenn man genau hinschaute, sah man die strengen Gesichtszüge ihres Vaters hinter ihren Grübchen hervorschimmern. Sabine wirkte unzufrieden. Viktor verdoppelte seine Anstrengungen. Jetzt, da er für eine ganze Familie zu sorgen hatte, gab er das Geschäft mit den Kunstkalendern auf. Er hatte das Gefühl, er müsse ein ehrbarer Geschäftsmann werden. Jemand, dem man Respekt entgegenbrachte. Jemand, der sich den Respekt seiner Ehefrau verdiente. Sabine schien in letzter Zeit mit seinem Lebenswandel nicht mehr einverstanden zu sein. Sie beklagte sich darüber, dass Viktor wie ein Straßenköter an den Ecken stand und mit seinen Kunden die Köpfe zusammensteckte, wie es lichtscheues Gesindel tat. Jawohl, genau so drückte sie sich mit weinerlicher Stimme und um den geblähten Leib geschlossenen Armen aus.

Natürlich hatte sie recht. Sie hatte nur zu Recht. Viktor suchte eine Anstellung und fand sie als Buchhalter in einer Briketthandlung. Zahlen waren Viktors Freunde. Er konnte gut mit ihnen umgehen und sie dankten es ihm damit, dass seine Berechnungen und Aufzeichnungen immer auf den Pfennig genau stimmten. Alles war gut. Alles, bis auf die Bezahlung. Sabine nörgelte. Sie wies mit aufgeworfenen Lippen und geschwollenen Händen auf die schäbige Ausstattung ihrer Wohnung. Die Vorhänge mussten erneuert wurden. Und die Tapeten. Oh Gott, diese Tapeten. Man konnte noch nicht einmal Bekannte einladen, ohne sich schämen zu müssen, klagte Sabine. Wenn sie klagte, erschienen keine Grübchen in ihren Wangen.

Natürlich hatte sie recht. Viktor hätte erwidern können, dass sie keine Bekannten hatten, die man hätte einladen können. Er hätte darauf verweisen können, dass Sabine mit jedem Tag mehr von dem unleidlichen Naturell ihres Vaters an den Tag legte, der mit sichtbarer Genugtuung den Kummer seiner Tochter zur Kenntnis nahm. Viktor tat nichts dergleichen. Es kam ihm nicht in den Sinn, weil er verliebt war. Liebe erträgt alles und Viktor hielt sich an die Buchstaben dieser Weisheit.

Viktor sah sich nach einer Nebentätigkeit um. Rings um die beiden wuchsen das Bürgertum und die Spießigkeit. Die ersten fetten Bäuche signalisierten ein nahes Ende der schlechten Zeit. Wirtshäuser trauten sich aus ihrer Bier- und Zigarrenstumpentristesse und servierten russische Eier mit Lachsersatzschnitzeln in Öl und viel Mayonnaise.

Schüler aus gutem Haus benötigten Nachhilfestunden, um sie durch die Gymnasien zu schleusen. Das war die Chance für Viktor. Er suchte nach Beendigung seiner Arbeit Bürgerhäuser auf, um Mathematik in widerspenstige Jungenhirne zu pauken. Bald zahlte sich seine Tätigkeit aus. Der Haushalt von Sabine und Viktor stabilisierte sich. Viktor träumte von neuen Tapeten und einem Kinderzimmer. Er träumte von einem kleinen, bescheidenen Glück, dessen Mittelpunkt Sabine sein sollte. So hatten sie es sich geschworen unter dem sternenbesetzten Geigenhimmel.

Sabine träumte andere Träume. Kurz vor der Niederkunft klagte sie über die Abwesenheitszeiten ihres Mannes. Sie tat es mit nach vorne gerecktem Bauch und einer hysterischen Stimme. Andere Männer sorgten sich um ihre Familie. Sie ließen ihre Ehefrauen nicht alleine mit dem Abendessen zuhause sitzen, um sich mit mathematischen Spitzfindigkeiten zu vergnügen. Andere Männer verdienten ausreichendes Geld und boten ihren Frauen Unterstützung, Wohlstand und Zerstreuung. Andere Männer entzogen ihren Frauen nicht das Wertvollste, was eine Ehe ausmachte: ihre Zeit. Ganz Deutschland war voller anderer Männer.

Natürlich hatte sie recht. Viktor akzeptierte das. Es fiel ihm nicht schwer. Viktor war verliebt.

Immer öfter suchte er Rat bei Hedwig. Sie war zu einer jungen Frau herangewachsen. Einer jungen Frau mit ausdrucksstarken braunen Augen und einem Kaninchen als Begleitung. Viktor hatte sich dafür eingesetzt, dass sie nach dem Besuch der Sonderschule weiter gefördert wurde. Sie galt als intelligent und künstlerisch begabt. Ein kinderloses Lehrerehepaar nahm Hedwig auf. Hedwig ging es gut. Ihre Stärke lag im Zuhören. Sie hatte weiche Hände. Noch immer lag in ihren Augen derselbe schwärmerische Gesichtsausdruck, den sie hatten, als ein kleines Mädchen mit dicken Zöpfen einem schlaksigen Jungen beim Spieleerfinden zusah.

Hedwig war traurig. Sie gönnte Viktor alles Glück der Erde, aber Viktor war nicht glücklich. Er wirkte niedergeschlagen und gehetzt. Wenn die Sprache auf Sabine kam, schlug er die Augen nieder. Seine Erzählweise war fahrig. Er benötigte Rat und Hilfe.

Das Kind, das Sabine an einem stürmischen Samstagabend zur Welt brachte, war ein Mädchen. Ernst hatte seine Tochter einen Tag zuvor mit steinerner Miene abgeholt und in das Pfarrhaus gebracht. Er hinterließ für Viktor eine Mitteilung, die in knappen Worten besagte, dass Sabine ihr Kind in geordneten Verhältnissen zur Welt bringen wolle. Man werde ihm Mitteilung machen, nachdem das Kind geboren war. Alles Weitere werde man dann entscheiden.

Viktor verstand nicht. Er wollte nicht verstehen. Bestimmt hatten die Ereignisse der letzten Monate bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen. Doch da war nichts, was man nicht mit ein wenig gutem Willen wieder ins Lot bringen konnte. Schließlich waren Sabine und er ein Ehepaar. Sie hatten sich ewige Liebe und Treue geschworen. Sie würden sich nicht von den kleinen Beschwernissen des Alltags irritieren lassen. Der Geigenhimmel und die Engelschöre waren Zeuge gewesen. Sie würden niemals auseinandergehen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Engelmacher»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Engelmacher» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Der Engelmacher»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Engelmacher» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x