Achim Albrecht - Der Engelmacher
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Als er das erste Mal die neue Ware anbot, brannte sie in seiner Jackentasche. Er war nervös, viel nervöser als der dunkelhäutige GI, der ihm mit einem breiten Lachen das Heft in die Hände drückte. Viktor war sich bewusst, dass er errötete, während er prüfend die Seiten umblätterte. Die Scham hielt ihn davon ab, mehr als einen kurzen Blick auf die Ungeheuerlichkeiten zu werfen, die in dem Magazin abgebildet waren. Manchmal handelte es sich um Zeichnungen, oft aber um Fotografien. Die Frauen auf den Bildern starrten mit stark geschminkten Augen aus den Blättern heraus. Ihre Blicke waren lasziv und schuldig. Es waren Sünderinnen in Unterwäsche mit Spitzen und Farben, die dazu gemacht waren, den Blutdruck von Männern in die Höhe zu treiben und ihre Moral zu untergraben. Schwarze Strümpfe unter rosa Korsagen. Beine, die sich in hochhackigen Schuhen himmelwärts reckten, feuchte Lippen und Fleisch. Viel Fleisch. Nicht das Fleisch, das man sah, wenn die Frauen mit umgebundenen Kopftüchern und gebräunten Gesichtern die Feldarbeit verrichteten. Nicht das Fleisch, das die Bürokräfte in weiten Pullovern und züchtigen Röcken zeigten. Nein, es war das Fleisch hochgereckter Pobacken und entblößter Brüste. Manikürte und gelackte Nägel vergruben sich in behaarten Spalten, wo sie Dinge taten, die das Bild aussparte.
Die Bilder wollten, dass der Beobachter selbst etwas tat. Sie luden ein. Trieben. Verlangten. Viktor konnte es fühlen. Er krümmte sich und wandte sich von dem GI ab, der ihn mit einem wissenden Augenzwinkern bedachte.
Viktor nannte seine Dienstleistung „Kunstkalender“. Sorgfältig trennte er die Seiten der Magazine auseinander und legte sie in seinem engen Mansardenzimmer aus. Auf einen Zeigestock gestützt betrachtete er sein Werk und begann mit der Zusammenstellung.
Für den Eintritt in die Erwachsenenwelt hatte auch er Opfer bringen müssen. Seine Stimme war rau und tief geworden. Akne spross an seinem Kinn und verunzierte seine Stirn. Er hatte einen Kampf mit seinen Eltern ausgefochten und sich dazu entschieden, seinen eigenen Weg zu gehen.
Was ihm blieb, war der Instinkt zum Spieleerfinden. Und so erfand er Erwachsenenspiele. Der Kunstkalender hatte Monate und die Monate hatten Themen. Die abgebildeten Frauen verkörperten die Themen. Manchmal hatten die Frauen Gesellschaft. Das waren die besonders wertvollen Bilder. Für sie suchte Viktor schöne Monate aus. Monate, wie den März, den Juli oder den Oktober. Bald kombinierte er mit verwegenem Mut und wachsender Zuversicht. Der Nachschub war gesichert. Amerika war das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und das Land der unbegrenzten Ressourcen. Viktor hörte auf mit anderen Waren zu handeln. Er beschränkte sich auf die Körperkunst und lebte. Zum ersten Mal seit langer Zeit lebte er.
Einer seiner zuverlässigsten Kunden war ein gedrungener Mensch im grauen Mantel und tief in den Taschen vergrabenen Händen. Seine Augen waren immer starr auf die vor ihm ausgebreiteten Blätter gerichtet. Viktor nahm sich Zeit für seinen besten Kunden. Er wusste, dass der Mann kaufen würde. Dass er alles kaufen würde, denn der Mann hatte flinke Hände. Hände, die schneller waren als das Gehirn. Hände, die von den Manteltaschen zu den intimeren Bereichen wanderten und zu kneten begannen. Wenn die Zähne des Mannes seine Unterlippe erfassten und sein prüfender Blick immer schneller über die Bilder glitt, verabschiedete sich Viktor. Er hatte das Geschäft gemacht. Alles, was sein Kunde jetzt benötigte, war die Kabine einer Toilette und etwas Platz. Viktor hatte keine Angst um seine Entlohnung. Der Mann war zuverlässig und er betete die Kunst an.
Das Beste an dem Kunden war jedoch seine Tochter. Viktor war vielen Mädchen begegnet. Anderen Mädchen als Hedwig, die seine Schutzbefohlene war. Mädchen mit langen, seidigen Haaren und hochnäsigen Gesichtern. Mädchen mit blassem Teint und Zahnspangen. Und Mädchen mit drallen Gliedern und puppenhaftem Gehabe. Allen war gemeinsam, dass sie Viktors Aufmerksamkeit nur kurz zu fesseln vermochten. Viktor besah sich ihre Aufmachung, tauchte für kurze Zeit in ihre Gespräche ein und befand, dass sie alberne Geschöpfe ohne Tiefgang waren. Vielleicht, dachte er bei sich, müsse er sein Glück bei älteren Frauen suchen. Solche gab es in den Nachkriegsjahren zuhauf. Die meisten von ihnen warteten nicht mehr auf ihre Männer. Man konnte ihren Hunger nach Leben spüren. Sie waren leichte Beute.
Aber auch bei den jungen Witwen wurde Viktor nicht fündig. Entweder kamen sie zu ungelenk und sauertöpfisch daher oder sie umgaben sich mit einer schrillen Frivolität, die jede Natürlichkeit wegspülte.
Anders war es bei Sabine. Sie war hochgewachsen und blond und sie hatte einen Vater, der Viktors bester Kunde war. Sabine war die Sorte Frau, die einen festen Händedruck hatte und französisch sprach. Wenn sie sich des Deutschen bediente, fädelten sich ihre Sätze zu kleinen Wortungetümen auf, die nie einen Zweifel an ihren Absichten zuließen. „Du trägst kragenlose Hemden über der Hose und das Jackett über dem Arm. Außerdem verzichtest du auf diese schreckliche Pomade. Das gefällt mir. Du gefällst mir“. Mit diesen Worten legte Sabine ihren Kopf ein wenig schief und lächelte schelmisch, was ihr zwei Grübchen in die Wangen trieb.
Sätze wie diese und ein zerzauster Blondschopf waren dazu angetan, Männer zu überwältigen. Sie überwältigten Viktor. Sabine überfuhr seine Zurückhaltung, zertrümmerte seine Vorsätze, torpedierte seine Zukunftspläne. Sie versetzte Enzyme, Botenstoffe und Hormone in einen ungeordneten Aufruhr, sodass die einfachsten Körperfunktionen Kapriolen schlugen und dort aussetzten, wo es am peinlichsten war. Viktor jonglierte mit Schweißausbrüchen, Darmwinden und Rülpsern, errötete und stammelte, bis sich alles um ihn drehte und er halb ohnmächtig nach Luft rang, während ihn das Wesen vor ihm noch immer anlächelte. Viktor war verliebt.
Der Vater von Sabine hieß Ernst. Sein Name war Programm. Ernst war ein Kirchenmann. Die Seelsorge betrieb er mit der gleichen Akribie, mit der er während der Kriegszeit für die Reinerhaltung der deutschen Rasse eingetreten war. Eifer konnte man ihm nicht absprechen.
Ein amerikanisches Entnazifizierungsgremium hatte ihn als „minder belastet“ eingestuft. Ein paar Schreibmaschinenzeilen auf gelblichem Papier hatten ihn reingewaschen. Ernst glaubte an Papiere. Er glaubte an Autoritäten und er glaubte an Gott. Alles hatte seine Ordnung. Alles hatte seinen Platz. Sein Platz war im Schoß der Mutter Kirche, die er niemals wirklich verlassen hatte. So sagte es das Papier. Ernst hatte eine unbefleckte Seele.
Sein Fleisch war nicht unbefleckt, aber wer war schon vollkommen. Niemand konnte ihn verurteilen. Gott alleine wusste, wie schwierig es war, eine halb erwachsene Tochter alleine großzuziehen. Gott alleine wusste, wie schwer das Leben eines Mannes ohne eine Frau an seiner Seite war. Gott war verständnisvoll und barmherzig. Auch Gott war ein Mann.
Natürlich hatte Ernst Versuche unternommen, sich nach dem Tod seiner Frau neu zu verheiraten. Die Kirche sah es gerne, wenn ihre Pfarrer in geordneten Verhältnissen aufwuchsen. Es stellte sich allerdings heraus, dass es kein einfaches Unterfangen war, sich einer neuen Partnerin zu öffnen. Ernst hatte seine Eigenheiten. Eigenheiten, wie sie nur Kunstliebhaber hatten.
Ernst war Liebhaber nicht sehr weit verbreiteter Praktiken, die sich in seiner Fantasie abspielten, wenn er die Kunstkalender verschlang. Und Ernst war vorsichtig.
Nur ein einziges Mal gab er der Versuchung nach und offenbarte sich einer neuen Bekannten. Sie war ein stets übernächtigt aussehendes Geschöpf mit welken Brüsten und einem großen Verlangen nach familiärer Sicherheit und sozialem Status. Dafür war sie bereit Opfer zu bringen. Opfer, wie sie Männer von einer gehorsamen Frau erwarten durften. Daher schluckte sie ihren Abscheu herunter und ermunterte Ernst ganz ehrlich zu ihr zu sein. Sie wolle seine Wünsche erfüllen. Nur dazu sei sie geboren worden. Um seine Wünsche zu erfüllen. Und Ernst fasste Vertrauen. Er flüsterte ihr mit sichtlicher Erregung einige Sätze ins Ohr. Nachdem sich seine Auserwählte aus ihrem Starrezustand herausgeschält hatte und ihr Schreikrampf abebbte, ohrfeigte sie ihn voller Ekel, versprach ihm einen Termin bei der Polizei und stolzierte aus dem Haus, nicht ohne den Ausdruck „Sau“ mindestens fünf Mal in ihrem Abschiedsgruß zu verwenden.
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