Jutta Blume - Ruf der Pflanzen

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Außer «Sugar Creek», der Zuckerrohrplantage, auf der sie aufgewachsen ist, mitten im Urwald von Guyana, kennt die Sklavin Ife nicht viel. Als 1761 der schwedische Forschungsreisende Sandquist sie für eine botanische Expedition kauft, wird sie mit der Ideenwelt der Aufklärung konfrontiert. Für die heilkundige Ife sind Pflanzen etwas Spirituelles und Heilbringendes, Teil einer Welt, in der alles miteinander verwoben ist. Doch der Wissenschaftler Sandquist gibt den Pflanzen komische Namen, systematisiert sie und presst sie in Bücher. Durch ihn lernt sie lesen und schreiben – und stellt seine Sicht auf die Dinge infrage. Diese Begegnung mit der Wissenschaft verändert Ifes Leben für immer und ist der Anfang ihres Abenteuers, das sie bis nach Europa am Vorabend der Französischen Revolution führen wird. «Der Ruf der Pflanzen» ist ein packender historischer Roman über eine starke Frau, die aller Widerstände zum Trotz nach Selbstbestimmung sucht in einer Welt im Umbruch.

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Johanna hatte ihre Brauen wieder sinken lassen, ihre Augen waren aber noch immer vom Misstrauen geschwärzt.

»Wo bist du eigentlich den ganzen Vormittag gewesen? Du müsstest doch am besten über alles Bescheid wissen. Coba ist keine Heilerin, sie ist eine Hexe, das hat sie heute bewiesen.«

»Was interessiert es dich schon, ob Coba eine Hexe ist«, gab sie nur trotzig zurück. Bloß nicht auf die Frage eingehen.

Die beiden fielen wieder in ihren schleppenden Gang.

»Sie ist schuld, dass die Neue gestorben ist.«

Ife biss sich auf die Lippen, doch die Worte mussten raus. »Schuld, ja? Wenn hier jemand eine Schuld trägt, dann sind es diejenigen, die die Frau hierher verschleppt haben. Der Mister, der sie gekauft hat, um sie in dieses Elend hier zu stecken. Wie kannst du davon sprechen, dass Coba Schuld hat, nur weil ihre Heilkräfte nicht stark genug waren?«

»Du redest wie eine aus dem Wald.«

Lag da eine Warnung in Johannas Stimme? Vielleicht werde ich bald eine von denen aus dem Wald sein, sparte sich Ife zu sagen.

Johanna redete weiter. So sehr Johanna Ife auf die Nerven ging, war sie in diesem Moment froh, dass die andere ihren Mund nicht halten konnte.

»Also, ich würde die Frucht meines Leibes nicht gewaltsam herausreißen, wie es jene getan hat. Und wenn ihr Coba am Ende dabei geholfen hat, dann ist sie an ihrem Tod schuld, da gibt es nichts dran zu rütteln.«

»Und wenn sie einfach eine Fehlgeburt hatte? Das passiert doch ständig. Ich weiß nicht, in welcher Gang die Neue gearbeitet hat, aber vielleicht war es einfach zu hart für sie.«

Johanna schnaubte ungläubig.

Selbst auf die Toten muss sie noch eifersüchtig sein, dachte Ife.

Die Tote hatte etwas mit ihr zu tun, sollte ihr etwas sagen, da war sich Ife sicher. Es mochte ja sein, dass Coba und andere Sklaven sie auch gesehen hatten, aber das musste nicht bedeuten, dass sie ein Mensch war. Sie konnte ein Geist sein, der gekommen war, um von Ife abzulenken und das Schlechte auf sich zu ziehen. Sie konnte aber auch ein Mensch sein, und Coba hatte das Interesse Ananan Keduaman Keduampons, des höchsten Wesens, Herrn über alle Geister und alle Lebenden, von Ife auf diese andere gelenkt. Sie wusste noch immer nicht, ob und wie Coba die Tortur überstanden hatte. Sie musste unbedingt nach ihr sehen, wenn sie im Yard angekommen waren.

Es hatte keinen Sinn mit Johanna zu diskutieren, es konnte am Ende sogar gefährlich werden, weil sie gerne zu viel redete. Doch der Geist der Toten zwang Ife dazu, die Fremde zu verteidigen: »Wenn sie es mit Absicht getan hat, hat sie das Kind vor einem großen Leid bewahrt. Auf keine andere Art hätte sie ihm mehr Liebe geben können.«

»Die Götter entscheiden, wer lebt und wer stirbt, nicht wir. Unsere Kinder gehören in die Kette der Ahnen, sie werden sich einmal um unsere Geister kümmern, ihnen Speise und Trank und ein Zuhause geben. Was sollen wir machen, wenn wir keine Angehörigen mehr in der Welt haben?«

»Ach Johanna, das alles gilt hier nicht. Das Kind gehört dem Herrn, auf dessen Plantage es geboren wurde. Wenn du Glück hast, behält er es, wenn du Pech hast, verkauft er es, sobald es groß genug ist, und du siehst es nie wieder. Das Kind wird niemals wissen, wenn du in die Welt der Geister übergetreten bist.«

Der Geruch des Essens beendete ihre Diskussion. Glücklicherweise schliefen sie nicht in derselben Baracke. »Wir reden morgen weiter«, sagte Johanna und ging zu ihrer Baracke.

Die heutige Ration bestand wie immer aus Maniok mit einem Löffel wässriger Bohnen. Ife nahm ihre Portion in Empfang und ließ sich außerdem Essen für den Patienten in der Baracke und für Coba geben.

Sie war so hungrig, dass sie alle drei Portionen hätte verschlingen können. Wenn sie Glück hatte, war der Kranke zu schwach, um zu essen. Coba hingegen würde sie niemals ihre spärliche Mahlzeit vorenthalten. Um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, hockte sie sich zwischen die anderen vor eine der Hütten.

Das ohrenbetäubende Quaken der Frösche erfüllte den Yard. Während des Essens waren alle zu erschöpft, um nur ein Wort zu sagen. Erst als die Näpfe leer waren, begann hier und dort eine gemurmelte Unterhaltung, so gedämpft wie die Stimmung nach diesem Tag, an dem die Herrschaften wieder einmal ihre Willkür gezeigt hatten. Es war an der Zeit, Coba ihr Essen zu bringen. Ife hatte Angst vor der Krankenbaracke, Angst noch einmal dem Geist der Toten zu begegnen. Sie wollte erst zu Cobas Hütte gehen, vielleicht war die Alte ja aus ihrer Ohnmacht erwacht und hatte sich aus eigener Kraft zu ihrer Hütte geschleppt.

Sie ging an den schemenhaften Baracken vorbei, hinaus in die absolute Dunkelheit. Cobas Hütte lag noch hinter den Baracken, die sich zwanzig oder dreißig Sklaven teilten, schon ganz nah an den dichten Körper des Waldes gedrängt, gefährlich nah an der Freiheit. Aus der Dunkelheit wehte ein schwerer, erdig-feuchter Duft herüber, mischte sich mit dem süßen Geruch der Pflanzen, die hier und dort an den Barackenwänden standen, um die bösen Geister fernzuhalten.

Ife stampfte beim Gehen auf, um die Schlangen zu verscheuchen. Erst vor einem Monat war ein Sklave auf eine Viper getreten und erblindet, weder Coba noch der indianische Medizinmann hatten ihm helfen können. Mit einem blinden Sklaven konnte der Mister allerdings wenig anfangen. Er hatte ihn bei seiner nächsten Reise in die Stadt mitgenommen, und niemand wusste, was aus ihm geworden war.

Coba lebte in der ehemaligen Hundehütte von Sir Henry, einem großen wolligen Tier, das in der feuchtwarmen Hitze eines Tages einfach die Zunge herausgestreckt und nie wieder zurück ins Maul genommen hatte. Das war es mit Sir Henry, und offenbar hatte die Missus die Hundehaltung aufgegeben. Nun lebten nur noch die Hunde auf der Plantage, die nachts mit den Wachen patrouillierten, kurzhaarige braune Tiere mit hängenden Lefzen und furchterregenden Eckzähnen. Sir Henry war dagegen ein gutmütiges und träges Tier gewesen, das die Missus hinter einen Zaun gesperrt hatte, um es vor den anderen Hunden zu beschützen.

Nach seinem Ableben hatte die Missus die Hütte von Sir Henry in die hinterste Ecke der Plantage zwischen die Sklavenunterkünfte tragen lassen, um nicht mehr an ihn erinnert zu werden. Am ersten Tag hatte niemand recht etwas mit ihr anzufangen gewusst, beinahe schon hätten die Männer sie zerkleinert und ins Feuer geworfen. Doch dann kam jemand auf die Idee, hinein zu kriechen, was ihm aber nicht gelang. Und andere folgten seinem Beispiel, es wurde ein absurdes Schauspiel, bei dem die erwachsenen Sklaven auf einmal die Rolle des adeligen Hundes einnahmen. Manche stießen sich Kopf und Schultern und fluchten, andere brachen bei dem Versuch, sich durch das Loch zu winden, in unbändiges Gelächter aus. Coba stand mit verschränkten Armen daneben und gab keinen einzigen Kommentar von sich. Die Menge feuerte die jeweiligen Hunde an: »Noch ein bisschen die Luft einziehen!«, spotteten sie, »An dir ist ein englischer Hund verloren gegangen« oder: »Mach Platz, so ist’s brav, Henry!«. Als sie sich genug amüsiert hatten, kam Coba mit ihrer Strohmatte, kroch ohne Schwierigkeiten durch das Loch, und niemand hat seitdem versucht, ihr Sir Henrys ehemaliges Haus streitig zu machen.

Ife stieß einen Pfiff aus, als sie die Hütte erreichte. Coba antwortete nicht wie gewöhnlich mit einem leisen Glucksen, sondern flüsterte kaum hörbar: »Ja, ich bin zu Hause.« Stockfinster wie es war, konnten sich die beiden Frauen nicht ansehen, und so wusste Ife nicht, wie arg sie Coba zugesetzt hatten. Sie hockte sich hin und tastete mit einer Hand ins Innere der ehemaligen Hundehütte. Coba antwortete mit einem leichten Druck ihrer kleinen, knochigen Hand.

»Iss«, sagte Ife und schob die Schale durch das Loch.

»Nein, sie haben mir den Appetit verdorben. Iss du lieber, du hast heute sehr viel Kraft verbraucht. Mir sagt meine Mutter Dyodyo, wir bräuchten heute nichts essen. Schlafen muss ich, das ist alles.«

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