Jutta Blume - Ruf der Pflanzen

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Außer «Sugar Creek», der Zuckerrohrplantage, auf der sie aufgewachsen ist, mitten im Urwald von Guyana, kennt die Sklavin Ife nicht viel. Als 1761 der schwedische Forschungsreisende Sandquist sie für eine botanische Expedition kauft, wird sie mit der Ideenwelt der Aufklärung konfrontiert. Für die heilkundige Ife sind Pflanzen etwas Spirituelles und Heilbringendes, Teil einer Welt, in der alles miteinander verwoben ist. Doch der Wissenschaftler Sandquist gibt den Pflanzen komische Namen, systematisiert sie und presst sie in Bücher. Durch ihn lernt sie lesen und schreiben – und stellt seine Sicht auf die Dinge infrage. Diese Begegnung mit der Wissenschaft verändert Ifes Leben für immer und ist der Anfang ihres Abenteuers, das sie bis nach Europa am Vorabend der Französischen Revolution führen wird. «Der Ruf der Pflanzen» ist ein packender historischer Roman über eine starke Frau, die aller Widerstände zum Trotz nach Selbstbestimmung sucht in einer Welt im Umbruch.

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Ife näherte sich leise. Von innen war nichts zu hören. Sie hatte gehofft, die singende Zeremonienstimme von Coba zu hören. Wenn jemand in der Krankenbaracke war, musste die Person Ife durch die Lücken in der Bretterwand längst gesehen haben. Sie trat daher direkt in die Türöffnung und verharrte dort einen Moment, bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten.

In dem Raum lagen vier Strohsäcke, zwei waren mit reglosen Gestalten belegt. An der rechten Wand lag ein Mann, der nur durch sein schweres Atmen verriet, dass er am Leben war. In der Frau auf der anderen Seite glaubte Ife sich selbst zu erblicken. Vielleicht war es ihr eigener Körper, der dort lag, während ihr Kra nun hier in der Tür stand und überlegte, ob es noch bleiben sollte, oder ob es doch Zeit war zu gehen und zum Yorka zu werden. Das Tuch um die Hüften der Frau war getränkt von frischem Blut, sie lag reglos auf dem Rücken, nicht einmal ihr Brustkorb schien sich zu bewegen. Ihre Augen starrten zur Decke. Nein, diese Frau würde nicht mehr auf die Plantage zurückkehren. Ife kannte die Sklavin nicht. Sie musste frisch angekommen sein.

Ife verließ die Hütte und stieß den Pfiff aus, mit dem sie nur Coba rief. Es kam keine Antwort. Coba mochte gegangen sein, um den Tod der Sklavin zu melden. Die Stille auf den Feldern deutete darauf hin, dass noch etwas anderes Schlimmes geschehen war.

Von den Sklavenbaracken führte ein breiterer Pfad auf die Wirtschaftsgebäude zu, jeden Morgen und Abend ausgetreten von Dutzenden Sklavenfüßen, schwer von Schmerz und Erschöpfung. Der Pfad war schnurgerade angelegt, sodass er von den Aufsehern gut überblickt werden konnte, sich niemand hinter einer Biegung verstecken konnte. Vor der Zuckermühle hatte sich eine Menschentraube gebildet. Gezwungene Zuschauer einer Strafzeremonie. Wenn es Ife gelang, unbemerkt in diesen Pulk zu gelangen, war sie gerettet. Sie dachte nicht darüber nach, wen es diesmal getroffen hatte, alles, was sie sah, war die Gelegenheit unbemerkt zu den anderen zu stoßen.

Tatsächlich nahm niemand Notiz von ihr. Sie wurde fast erschlagen von der Wolke aus Schweiß und Süße zwischen den Körpern. Sie erkannte Johns Rücken vor sich. Sie stieß ihn an, und John schob sie wortlos vor sich, ohne ihr auch nur einen Blick zuzuwerfen, der Zeremonie die Aufmerksamkeit schenkend, die die Herrschaften verlangten. Dennoch spürte Ife, wie seine unausgesprochene Frage sie durchdrang: Wo bist du gewesen, wie kannst du es nur wagen?

Auch sie ließ sich zu keinem Wort hinreißen, und im selben Moment sah sie, worauf sich alle Augen richteten. Entsetzen klammerte sich wie ein verängstigter Affe an ihrem Herzen fest, dass sie fast aufschrie. Sie spürte zwei Arme, die sie von hinten hielten, sodass weder ihre blutleeren Beine noch der Affe sie zu Boden bringen konnten.

Sie hatten Coba.

Coba, deren Körper normalerweise vom Alter gekrümmt war, war mit dem Rücken an einen Pfahl gebunden, während ihre Beine in der Luft baumelten. Ife spürte am eigenen Leib, wie sich Cobas Bauchdecke langsam schmerzhaft dehnte. Sie erinnerte an ein Beutetier, das man an einen Stock gebunden hatte und das hilflos seine dünnen Ärmchen und Beinchen von sich streckte. Ihr Bestien!, wollte sie am liebsten schreien. Natürlich waren sie Bestien, es würde ihnen nicht wehtun, wenn man es ihnen sagte. Aber warum ausgerechnet Coba? Es war wohl wegen der blutigen Frau in der Krankenbaracke, die sich in die Welt der Geister aufgeschwungen hatte, noch bevor sie den Preis abarbeiten konnte, den der Mister für sie gezahlt hatte.

Ife wollte nach vorne stürmen und sagen, dass sie es ganz allein getan hatte, was auch immer es sein mochte. Sie wollte und doch wusste sie, dass sie es niemals tun würde, nicht einmal für Coba, und dann waren da immer noch Johns Arme, die sie eisern von hinten umklammerten. Was die ganze Szenerie noch unwirklicher machte, war der fremde weiße Mister, der dort neben Mister Baxter stand und so leise auf Coba einredete, dass es unmöglich war, seine Worte zu verstehen. Er trug eine lächerlich kurze Weste und darüber einen schweren blauen Rock, wie es Ife noch nie gesehen hatte. Er sah im Ganzen nicht aus wie ein Pflanzer. Dennoch konnte sie sich nicht vorstellen, was ein weißer Mann sonst in dieser Gegend suchen sollte.

Weder der Fremde noch Ifes Mister waren es, die den Fragen mit Peitschenhieben Nachdruck verliehen. Diese Aufgabe kam Pieter zu, einem einarmigen Sklaven, der dafür bekannt war, mit dem verbleibenden Arm nur zu gerne von der Peitsche Gebrauch zu machen. Ansonsten führte er das Regiment in der Zuckermühle. Für beides ließ sich Pieter mit Rum entlohnen, je mehr Rum ihm der Mister zukommen ließ, desto weniger Mitgefühl kannte er.

Der Fremde, für den Pieter die Peitsche sprechen ließ, hatte die Haut eines neugeborenen Babys. Ife spürte einen Würgereiz, als sie diese Haut betrachtete. Sie war nicht zart und strahlend, sondern rot und runzlig mit weißen Schuppen. Sie versuchte, sich ein Land vorzustellen, in dem nur solche Leute herumliefen – nein, das wäre zu viel, die Augen der Götter würden es nicht ertragen, und sie würden in sie fahren und schlangengleich diese rosigen Gestalten häuten, bis sie wieder glatt und ansehnlich wären. Der Fremde sah auch nicht wie die Missus aus. Sie war stets so weiß wie die Maden unter der Rinde des Quina-Baumes. Doch dieser Herr sah, soweit sie das aus der Entfernung beurteilen konnte, auch in anderer Hinsicht merkwürdig aus. Da waren seine zu Locken aufgewickelten weißen Haare. Niemals hatte sie bei einem Mann solche Haare gesehen. Seine Haut im Gesicht war orangerot, seine Nase spitz und klein, als hätte sie vergessen, mit ihm mit zu wachsen, denn ihn konnte man ohne Übertreibung als Riesen bezeichnen. Überhaupt waren seine Gesichtszüge für einen Mann dieser Größe puppenhaft – wie bei den unantastbaren Gestalten, die rosawangig in Missus’ Vitrine saßen. Missus sagte, sie wären ein Spielzeug für die Kinder, und da die Missus bisher kinderlos geblieben war, waren die Puppen wohl zum Warten verdammt. Es sei denn, man hätte sie den Kindern des Misters gegeben, denen, die in den Hütten aufwuchsen und sich nicht in die Nähe des Hauses begeben durften, damit die Missus keinen hysterischen Anfall bekam.

Die Folterzeremonie endete damit, dass Coba in Ohnmacht fiel. Ihr Kopf sank einfach auf die Brust hinab, und ihre Füße hörten auf, die Luft nach einem Halt abzutasten. Der Mister bedeutete Pieter von der Ohnmächtigen abzulassen und sie loszubinden. Ife sah sie noch schwer zu Boden sinken, dann wurde die Menge schon auseinander getrieben, formierte sich in ihren Arbeitskommandos und eilte auf die Felder und in die Mühle.

Wie gerne hätte Ife sich jetzt um Coba gekümmert, hätte sich ihren schlaffen Körper über die Schulter gelegt und ihn zu ihrer Hütte getragen, wo sie ihren Schweiß abgewischt und ihre Wunden abgerieben hätte. Aber sie musste Cobas Körper Pieter überlassen und konnte nur hoffen, dass sein Peitschenarm nun ermüdet und zufrieden war.

Während die Männer das Rohr schnitten und sich auf die Schultern luden, pressten andere Männer und Frauen seinen süßen Saft heraus. Tag und Nacht liefen die Mühlen und brannten die Feuer der Siedereien. Der Berg geschnittenen Rohrs vor der Mühle durfte nicht mehr als einen Fuß über die Köpfe der Sklaven hinauswachsen. Wenn dies geschah, musste die Frau, die hinter den Ochsen auf einem Flügel der Mühle saß, die Tiere noch härter antreiben, damit sich die Mühle schneller drehte und die Stopfer das Zuckerrohr noch schneller zwischen die Mühlräder schieben konnten.

Johanna hieß die Frau, die auf dem Brett hinter den Ochsen saß, ihre plumpe Gestalt erinnerte ein wenig an die überarbeiteten Zugtiere. An ihrem Hals hing ein Beutel loser Falten, genauso wie unter den hängenden Köpfen der Ochsen. Jeden Tag drehte sie mit den Tieren unzählige Runden im Kreis, begleitet vom Knarren der Mühle. Abends klagte Johanna über ein Schwindelgefühl, das nicht aufhören wollte. Ife mochte Johanna nicht, vielleicht, weil sie das Peitschenknallen, mit dem sie die Ochsen antrieb, zu sehr an die Aufseher erinnerte.

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