Jutta Blume - Ruf der Pflanzen

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Außer «Sugar Creek», der Zuckerrohrplantage, auf der sie aufgewachsen ist, mitten im Urwald von Guyana, kennt die Sklavin Ife nicht viel. Als 1761 der schwedische Forschungsreisende Sandquist sie für eine botanische Expedition kauft, wird sie mit der Ideenwelt der Aufklärung konfrontiert. Für die heilkundige Ife sind Pflanzen etwas Spirituelles und Heilbringendes, Teil einer Welt, in der alles miteinander verwoben ist. Doch der Wissenschaftler Sandquist gibt den Pflanzen komische Namen, systematisiert sie und presst sie in Bücher. Durch ihn lernt sie lesen und schreiben – und stellt seine Sicht auf die Dinge infrage. Diese Begegnung mit der Wissenschaft verändert Ifes Leben für immer und ist der Anfang ihres Abenteuers, das sie bis nach Europa am Vorabend der Französischen Revolution führen wird. «Der Ruf der Pflanzen» ist ein packender historischer Roman über eine starke Frau, die aller Widerstände zum Trotz nach Selbstbestimmung sucht in einer Welt im Umbruch.

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In der Mitte der knarrenden und knallenden Formation stand der Stopfer. Er tat nichts anderes, als das geschnittene Rohr zwischen die Zähne der Mühle zu stopfen. Auf der anderen Seite zog ein zweiter Mann die ausgelutschten Halme wieder heraus. Nach dem ersten Durchgang reichte er das Rohr zurück an den Stopfer, denn noch war ihm nicht genügend Saft abgerungen. Eigentlich reichte er das Rohr nicht direkt zurück, neben ihm stand den ganzen Tag ein kleiner Junge, der immer wieder die drei Schritte zwischen den beiden ging.

Der Stopfer musste schnell und wach sein, denn die Mühle unterschied nicht zwischen Rohr und menschlichen Fingern und Armen, wahllos zerquetschte sie alles zwischen ihren hölzernen Kiefern. Bis der Schrei des Stopfers die Ochsenführerin und ihre mechanisch trottenden Tiere zum Stillstand gebracht hatte, konnte schon ein Arm bis zur Schulter in der Mühle verschwunden sein.

Die faserigen Reste, die nach dem zweiten Durchgang übrig blieben, sammelten ein noch kleineres Kind und eine alte Frau, nur wenig jünger als Coba, auf. Sie stopften die sogenannte Bagasse in Körbe, die die Frau auf ihrem Kopf etwa zwanzig Meter weiter balancierte. Dort legte sie die Bagasse zum Trocknen aus. In wenigen Tagen würden damit die Kessel der Siederei befeuert.

Der zuckrige Saft hingegen floss durch eine steinerne Rinne ins Innere der Siederei, einem lang gestreckten Bau aus Ziegeln. Zwischen Mauern und Dach drang dicker weißer Dampf heraus. Der Saft sammelte sich hier in einer Zisterne, in die wohl so mancher gerne einmal die hohle Hand gestreckt hätte, um einen Schluck zu kosten. Natürlich wagte es niemand. Dennoch nahm die Versuchung mit den Tagen und Wochen, die die Sklaven in der Siederei verbrachten, nicht ab. Vielmehr wurde der Durst mit jedem Tag schlimmer.

Ife war diejenige, die den Durst von zwanzig Sklavinnen und Sklaven zu stillen hatte, indem sie eimerweise Wasser herbeitrug. Früher einmal hatten die Sklaven nur in der Frühstücks- und Mittagspause trinken dürfen, doch zu viele waren in der Hitze entkräftet zusammengebrochen, sodass Mister Murray, der in der vergangenen Erntesaison die Oberaufsicht über Sugar Creek übernommen hatte, diese Neuerung einführte. Es war nicht so, dass Murray Mitleid empfand. Mister Murray war vor allen Dingen ein Rechner. Das Rechnen in den Größen Sklaven und Zucker hatte er auf der Insel Tobago gelernt. Er kalkulierte ganz und gar sachlich, wie sich aus den zur Verfügung stehenden Sklaven ein Maximum an Leistung herausholen ließ. Und wenn sich herausstellte, dass weniger durstige Sklaven besser arbeiteten, dann bekamen sie Wasser. Lagen aber mehr als vier Schwerkranke in der Krankenbaracke, wurde Ife abkommandiert, um Coba bei ihrer Behandlung zu helfen. Wenn sie von dort zurückkehrte, bekam sie nicht selten den Ärger der Sklaven in der Siederei zu spüren, die sie für die Kranken im Stich gelassen hatte.

Während sich Ife das Joch mit den Wassereimern über die Schultern legte, dachte sie an die blutige Frau in der Krankenbaracke, und ob sie nicht besser daran täte, sie fortzuschaffen, bevor die Fliegen kamen. Denn Coba würde sich in nächster Zeit nicht um die Kranken kümmern können, vielleicht würde sie dort selbst auf ein Lager geworfen. Mit einem Mal war sich Ife nicht mehr sicher, ob sie die Frau wirklich gesehen hatte, oder ob ihr ein Geist mit dem nur Geistern eigenen Humor etwas vorgespielt hatte. Ife spürte, wie sie Johannas vorwurfsvoller Blick traf, der sich mit dem Lauf der Ochsen wieder von ihr wegdrehte. Johanna konnte nicht wissen, wo Ife am Vormittag gewesen war, niemand außer Coba wusste es. John hätte es ahnen können, wenn er von solchen Dingen etwas verstünde.

Johanna war nicht die, die bei der Arbeit den schlimmsten Durst litt. Sie konnte es einfach nicht ertragen, dass Ife Privilegien besaß, die ihr erlaubten, nicht zur Arbeit in der Siederei zu erscheinen. Was Ife in der Krankenbaracke tat, war für Johanna, deren Tage einer kreisenden Monotonie folgten, keine Arbeit. Darüber hinaus konnte sie es nicht ertragen, Dinge nicht zu wissen.

Ifes Beine fühlten sich an wie die einer Spinne, die den Körper kaum zu halten vermochten, hatte sie doch, anders als eine Spinne, nur zwei davon.

Das hölzerne Rad der Mühle rief ihr ein »Ach-Was-Ach-Was« zu. Gerieten die Ochsen aus dem Takt, lag die Betonung mehr auf dem Ach. Unter der tiefen Stimme des Rades knurpste und schlurfte das Rohr. Sie lief schnell fort von der höhnischen Stimme des Rades, um die Eimer am Brunnen zu füllen, auch wenn sie kaum glaubte ihre Last heute tragen zu können. Eine schwache Stimme in ihrem Kopf trieb sie an, wenn die Spinnenbeinchen wegzuknicken drohten, flüsterte »Nicht aufhören, noch nicht!« So lief Ife hin- und her, bis das Denken aussetzte. Sie sah die Welt in Schemen, im dampfvernebelten Inneren der Siederei wie in der gleißenden Sonne. Das einzige, was sie noch spürte, war der forschende Blick Johannas, jedes Mal, wenn sie die Mühle passierte.

»Ach-Was-Ach-Was-Ach-Was«, endlose »Ach-Was-Ach-Was-Ach-Was« später ließ Pieter mit dreimaligem Knallen seiner Peitsche die Arbeit beenden, das heißt, die derjenigen, die nicht drinnen an den Kesseln standen. Die Kessel mussten die ganze Nacht unter Feuer bleiben. Johanna torkelte von ihrem Mühlenflügel und hängte sich Ife um den Hals, die sich selbst kaum noch auf den Beinen halten konnte.

»Warte, bis ich die Ochsen ausgespannt und versorgt habe, dann gehen wir zusammen zum Yard.«

Ife fühlte sich zu schwach, um zu widersprechen.

»Nicht dein Tag heute, was?«, setzte Johanna hinzu. Sie sprach einen Dialekt, den Ife nach den zwei Jahren, die sie gemeinsam auf der Plantage waren, noch immer nur schwer verstehen konnte. Er enthielt seltsame Klicks und Schnalzer mit der Zunge, die die Worte zerstückelten. Johanna war auf einer Plantage in Tobago geboren und aufgewachsen, bis ihr Mister sie verkauft hatte. Ihre Sprache war eine Mischung aus dem, was ihr ihre Mutter beigebracht hatte und dem Kauderwelsch der Plantage.

Ife sagte noch immer nichts, sondern hockte sich auf den Boden und sah der anderen beim Ausspannen der verschwitzten Tiere zu. Die Ochsen waren so müde, dass sie sich nur widerwillig zu ihrer kleinen Weide ziehen ließen, die sich unmittelbar an Mühle und Siederei anschloss, auch wenn sie dort frisches Gras und Wasser erwartete.

»Bring mir doch noch einmal Wasser für die Ochsen«, rief Johanna, und Ife ergriff ein letztes Mal das Joch, trug die Eimer zur Weide, wo sie das Wasser in einen Trog leerte. Es bedeckte gerade einmal den Grund, sodass sie noch zweimal gehen musste, während sich nun Johanna von den Strapazen des Tages ausruhte. Es war inzwischen stockdunkel, nur aus der Siederei flackerte noch der Schein der Feuer herüber.

Als die Ochsen versorgt waren, hakte sich Johanna bei Ife unter, obwohl sie deutlich größer war, und die beiden Frauen nahmen den schnurgeraden Weg, der zu den Behausungen der Sklaven führte.

»Ich hätte nicht gedacht, dass sie Coba so etwas antun«, bemerkte Ife, die das Gespräch unter keinen Umständen auf sich selbst lenken wollte.

»Sie ist nicht die Erste, der das passiert«, entgegnete Johanna ungerührt.

»Sie ist alt. Und sie ist unsere Heilerin, nicht irgendeine Feldsklavin. Und wer ist überhaupt dieser Mister, oder wer glaubt er, dass er ist?«

Joanna hielt in ihrem schleppenden Gang inne und starrte sie mit hochgezogenen Brauen an. Ife begriff, dass sie etwas Falsches gesagt hatte. Sie war bei der Bestrafung nicht von Anfang an dabei gewesen. Vielleicht war der fremde Mister den Sklaven also doch vorgestellt worden.

»Ich meine«, fuhr Ife fort, »wer glaubt er eigentlich zu sein? Hier einfach so aus dem Nichts aufzutauchen und dann die Älteste und Weiseste von uns vor allen vorzuführen. Es ist mir egal, wer er in seiner Heimat ist.«

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