Jürgen Roth - Noch mehr Fußball!

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Mit einer gehörigen Portion Originalität überzeugt Jürgen Roth sein sportaffines Publikum, indem er die Fußballnation Deutschland und deren mediale Vermittler durch in Wortwitz getränkte Beiträge gehörig aufs Korn nimmt. Dem Schreibvirtuosen gelingt es nach «Fußball! Vorfälle von 1996-2007» mal wieder, alle Register der kritischen Sport- und Medienberichterstattung zu ziehen und damit einmal mehr die scheinbar heile Welt der sauberen Fußballgötter zu entzaubern. Kurzum: Es gibt nur noch Fußball … Oder? Nicht ganz. Trotz eindrucksvoller Beispiele aus dem Fußball verliert Jürgen Roth nicht den Blick für die Nachbardisziplinen. Vom Wintersport bis zur Formel 1 belegen seine Texte anschaulich die Gemeinsamkeiten zwischen den Sportarten. Mit seinen kompromisslos-trockenen Beiträgen entlarvt er nicht nur die Tücken des um immer neue Rekorde bemühten Sportbetriebs – er selbst outet sich trotz alledem als einer der größten Sportfans, die dennoch immer am Ball bleiben werden.

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Das hat sich neuerlich durch die Vergabe der Fußballeuropameisterschaft 2012 an Polen und die Ukraine bestätigt. »Wieder einmal ist der Fußball der Politik voraus«, schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (22. April 2007) und lobte die Entscheidung der UEFA als eine »von seltener Hellsicht«, denn die weiten Ebenen zwischen Oder und Don würden nun durch den Fußball erst so recht zu einem Teil eines friedlichen, geeinten Europas.

Was das für die kulturellen oder gar die sozialen und politischen Verhältnisse in Polen und der Ukraine bedeuten wird, erfuhr man nicht. Immerhin präsentierte die FAS aber »abschreckende Zahlen« in anderer Hinsicht: »Wenn bei der Fußballeuropameisterschaft 2012 die Fans durch die polnisch-ukrainischen Steppen von Stadion zu Stadion fahren, werden sie im Durchschnitt 12,5 Stunden unterwegs sein. Wer lieber auf die wildromantischen Züge der Staatsbahnen setzt, muß gar [mit] 17,5 Stunden kalkulieren.«

Ja, man hätte vorher nur öfter mal Thomas Bernhard lesen sollen. Dann hätte man gewußt, daß die landschaftliche Weite in Polen und der Ukraine vom Abscheulichsten ist. Die erschreckende Weite, die geistferne, ja geistlose Leere der Steppen der Ukraine und Polens ist vom Fürchterlichsten, ist eine ungeheuerliche und durch nichts aufzuwiegende Zumutung, ist ein Ausdruck lebensfeindlichster, entsetzlichster Verwirrung.

Von »Direktflügen« zu reden, gab die FAS zu, käme der allerschlimmsten Irreführung gleich. Direktflüge, so die FAS , gebe es »kaum«. Und selbstverständlich könne in einer solchen Gegend, in einer derart verlassenen – und das heißt verkommenen – Gegend von Hotels, die den Namen Hotel verdienten, keine Rede sein, »die Hotels stellen die Ansprüche der UEFA ›nicht zufrieden‹«, hieß es.

In dieser durch und durch ausweglosen, lähmenden, infamen Situation ist jedoch auch Positives zu vermelden: »Der polnische Fußball droht nämlich in einer Korruptionsaffäre zu versinken, seit ein Schiedsrichter der ersten Liga gutgläubig genug war, aus dem Kofferraum einer Limousine ein Handgeld von etwa 25.000 Euro entgegenzunehmen, ohne zu merken, daß der Bote ein Polizist war.«

Der Fußball also ist, das dürfen wir abschließend erleichtert sagen, in ganz Europa in guten Händen.

Wie der 1. FCN Pokalsieger wurde

Einer recht geläufigen These zufolge ist der »Widerspruch zwischen Fußball und Kultur«, wie der Publizist Helmut Böttiger wiederholt behauptete, in Deutschland derart eklatant, daß das »Unbehagen in der Fußballkultur«, das Leiden an der Diskrepanz zwischen künstlerischem Ausdruck und körperlicher Ertüchtigung, nicht zu beheben und nicht zu kurieren sei.

Zweifellos haftet allein dem Begriff der Fußballkultur, der die alte Dichotomie von Geist und Soma aufheben will, etwas Halbseidenes, hybrid Schwiemeliges an. Um das Mantra mancher Feuilletonisten, der Fußball sei unvereinbar mit den ziselierten Anstrengungen der Hochkulturleister, quasi offiziell zu widerlegen, wurde im Oktober 2004 von der Stadt Nürnberg in Kooperation mit dem kicker die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur gegründet, die »dem Phänomen Fußball ein einzigartiges Forum bieten« möchte, »umfassend im Ansatz, mit durchgängigem ›Spielplan‹, einzelnen ›Spitzenspielen‹ und deutschlandweiter Vernetzung« – eine Art Fortsetzung des WM-Kulturprogramms mit ähnlichen Mitteln also.

Daß im Beirat Spitzenspieler wie Edmund Stoiber und die Goethe-Instituts-Präsidentin Jutta Limbach sitzen, mag ein wenig verwundern, und auch die Akademiemitgliedschaften der ausgewiesenen Bolzkapazitäten Guido Knopp und Renate Künast – von Fedor Radmann zu schweigen – können durchaus geringfügig befremdlich dünken. Aber dem Ziel der Unternehmung, den Fußball »mit Kulturprogrammen, Diskussionen, Lesungen, Promi-Talks und ballorientierten Events« vom Ruch schierer Intellektfeindlichkeit zu befreien, darf man uneingeschränkt Sympathie entgegenbringen – vor allem wenn, wie am Samstag, die 2005 von Thomas Brussig (Leben bis Männer) ins Leben gerufene Deutsche Nationalmannschaft der Schriftsteller auf dem Trainingsgelände des 1. FC Nürnberg in Vorbereitung auf die Autoren-WM in Malmö gegen eine Auswahl der Akademie antritt und – komplett verdient 3:1 gewinnt.

Daß Dichter dem Fußball frönen, ist gleichwohl nicht neu. Es gibt Photos, auf denen Mitglieder der Gruppe 47 das Leder über den Rasen scheuchen, und Ror Wolf hat mir mal erzählt, wie er sich als Torwart am Strand von Marathon die Knochen brach. Albert Ostermaier (»Ode an Kahn«), der Keeper des Teams rund um Stürmer Moritz Rinke, die Mittelfeldcracks Jan Böttcher und Klaus Döring sowie Neuzugang Sönke Wortmann ( kicker -Note: 2 minus), »will für jedes reingelassene Tor hundert Euro in die Mannschaftskasse zahlen«, verrät mir derweil der multipel verletzte Wolfgang Herrndorf. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch einen Schlenzer von Jochen Wagner (Evangelische Akademie Tutzing) ist allerdings nicht der vorabendlichen Kneipentour geschuldet, und insbesondere der Dramatiker Christoph Nußbaumeder, der »letzte Nacht schwer gesoffen« habe, setzt die Vorgaben von Coach Hans Meyer knüppelhart um und rackert an der Seite des vorbildlichen Kettenrauchers Jörg Schieke wie ein Wahnsinniger.

Dagegen sieht die Akademieelf mit Günther Koch (auch auf dem Platz rhetorisch nicht zu bremsen), Rainer Holzschuh, der seinem Namen Ehre macht, Ex-HSV-Profi Manfred Wasner und Jürgen Kaube nicht allzu jung aus. Denn »die Schiedsrichter sind auf unserer Seite«, hatte Hans Meyer vor dem Anpfiff zudem erläutert und die Devise ausgegeben: »Wenn wir zurückliegen, lassen wir endlos weiterspielen.«

Wie der Club DFB-Pokalsieger wurde, ist somit geklärt. Daß auf einem Spruchband der Akademie-Aficionados zu lesen war: »Nicht denken – versenken« – das gibt einem hinsichtlich der fragilen Beziehung zwischen Fußball und Literatur jedoch abermals äußerst, ja arg: zu denken.

Leere Köpfe

Huhu, Herr Hartmann! Waldemar Hartmann! Hallo! Wir sind’s! Ja, genau. Seit Jahren schau’n wir Ihrem Treiben ja sehr gerne intensiv zu, und vorgestern abend, nach dem wenig erquicklichen »Zufallsfußball« (R. Beckmann) und Qualifikationsgeacker gegen die Slowakei, haben wir uns zusammen mit Ihnen ab 23.30 Uhr wieder mal eine halbe Stunde lang amüsiert wie Bolle. Königlich! Köstlich!

Oder anders gesagt: Weil Waldis WM-Club , jener herausragende Tiefpunkt in der Geschichte des deutschen Fernsehens, den wir vor exakt einem Jahr bewundern konnten, laut ARD angeblich bis zu 5,5 Millionen Zuschauer vor den Schirm gelockt hat, darf uns der unerreicht gackerfidele Quatschimoderator mit der Neuauflage Waldis EM-Club dieses Jahr nun fünfmal auf den Geist, den Senkel und den Keks gehen.

»Ich freue mich, daß es wieder losgeht. Damit können wir die Fußballabende für die Zuschauer perfekt abrunden«, hatte Hartmann im Vorfeld mitgeteilt, und diesen einzigartigen Perfektibilitätsgedanken des ehemaligen Augsburger Kneipiers fanden am Mittwoch Senderangaben zufolge 1,7 Millionen Menschen derart plausibel, daß sie einschalteten.

Geändert hat sich erfreulicherweise nichts. Waldis »Vereinsheim« (ARD) ist nach wie vor mit vielen bunten Wimpeln und Fußbällen ausstaffiert, und neben dem sagenhaft ironieresistenten »VfBäh-Fan« (Waldi) Hartmut Engler (Pur) und Atze Schröder, der auf Grund einer getönten Brille und einer bekloppten Dauerwelle immer noch als Komiker durchgewinkt wird, sitzt schon wieder Paul Breitner da und zerbricht sich den Schädel über »sehr viele leere Köpfe« in der deutschen Fußballnationalmannschaft.

»Schräge Gespräche und überraschende Erkenntnisse« hatte uns der BR versprochen, und das Gewiehergewitzel des Protagonisten, dieses verquallt-rumpeligen Stammtischdirigenten, zog sich erwartungsgemäß hin, zäh wie Zungenbelag, ranzig wie Friteusenfett.

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