Jürgen Roth - Noch mehr Fußball!

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Mit einer gehörigen Portion Originalität überzeugt Jürgen Roth sein sportaffines Publikum, indem er die Fußballnation Deutschland und deren mediale Vermittler durch in Wortwitz getränkte Beiträge gehörig aufs Korn nimmt. Dem Schreibvirtuosen gelingt es nach «Fußball! Vorfälle von 1996-2007» mal wieder, alle Register der kritischen Sport- und Medienberichterstattung zu ziehen und damit einmal mehr die scheinbar heile Welt der sauberen Fußballgötter zu entzaubern. Kurzum: Es gibt nur noch Fußball … Oder? Nicht ganz. Trotz eindrucksvoller Beispiele aus dem Fußball verliert Jürgen Roth nicht den Blick für die Nachbardisziplinen. Vom Wintersport bis zur Formel 1 belegen seine Texte anschaulich die Gemeinsamkeiten zwischen den Sportarten. Mit seinen kompromisslos-trockenen Beiträgen entlarvt er nicht nur die Tücken des um immer neue Rekorde bemühten Sportbetriebs – er selbst outet sich trotz alledem als einer der größten Sportfans, die dennoch immer am Ball bleiben werden.

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Lenz: So seh’ ich’s.

Dagegen ist kein Kraut gewachsen?

Lenz: Herzenswärme im Fußball ist seit vierzig Jahren passé.

Greser: Ja, sicher. Ich sprech’ ja auch von den Menschen, die sich als Fans zeigen, und unterstelle den Bayern-Fans einfach puren Opportunismus.

Die sind seelisch verkrüppelt?

Greser: Ja. Das sind diese auftrumpfenden Winnertypen, die panzerartig durch diese Gesellschaft fuhrwerken und Spuren hinterlassen, von denen sie nicht ahnen, wie breit sie sind – wie unangenehm und wie trostlos und wie blutig.

Ihr habt beim Club mit Michael A. Roth auch einen Spitzenmoralisten an der Spitze.

Greser: Uli Hoeneß hat den Club mal auseinandergekauft, als er eine junge, aufstrebende Mannschaft hatte, die sogar völlig überraschend den Einzug ins UEFA-Pokalgeschäft gepackt hatte. So weit reicht mein Fangedächtnis noch, daß ich ihm das nicht durchgehen lasse. Die Bayern haben sich bei Leverkusen bedient, bei Bremen, Gladbach haben sie auseinandergekauft.

Klose wollte weg aus Bremen. Bescheinigt man dem SV Werder nicht zu Unrecht immer wieder, er sei ein vernünftiger, sympathischer Klub? Gegen Klose muß es erhebliche Sticheleien und Rempeleien gegeben haben. Die Bayern macht man systematisch als den Gangsterverein schlechthin schlecht, die Bremer werden systematisch als das Gegenmodell in den Fußballolymp gehoben. Das kann’s nicht sein.

Lenz: Das ist wie im Kasperletheater. Uli Hoeneß ist das Krokodil.

Und der Kasper ist Klaus Allofs?

Greser: Der Kasper ist Franz Beckenbauer.

Oder ein anderer Mann mit B – David Beckham. Habt ihr den Zirkus rund um seinen Dienstantritt in L. A. verfolgt? Oder ignoriert ihr das, weil da der Fußball als gesamtgesellschaftlicher Unfug endgültig auf den Begriff gebracht ist?

Greser: Vermutlich ist damit ein Zeichen gesetzt worden für die Perspektive des Fußballs. Es gilt jetzt möglicherweise noch als britische, exzentrische Spinnerei, aber daß das nichtige Promiboulevardgetue den Fußball komplett beherrscht, dazu wird es bei uns schon auch noch kommen. Die Verwahrlosung der Sitten und der Verfall einer, wenn man davon überhaupt sprechen kann: Kultur, der Bedeutung, die Fußball als gesellschaftlich bindende Angelegenheit hat, das alles wird dann durch sein. Beckham hat ein Zeichen gesetzt, indem er zu einem Verein gewechselt ist, der fußballerisch weniger hergibt als der TuS Leider, und sich in der Sphäre der übersportlichen, weltweiten Topschluriprominenz niedergelassen hat. Hat der eigentlich schon Silikon an sich? Silikonwaden?

Bei Ludwig Wittgenstein hab’ ich kürzlich zufällig gelesen: »Fußball hat Tore, Völkerball nicht.« Stimmt das?

Greser: Ich versteh’ den Satz nicht.

Ich auch nicht.

Greser: Ach, Tore im Sinne von Idioten? Völkerball ist doch das viel diskriminierendere Spiel! Da wird man zum Abschuß freigegeben und ist dann weg vom Spielfeld – ein archaisches Ausleseprinzip aus der Neandertaler- oder Raubritterzeit. Dagegen ist Fußball demokratisch, zivilisiert.

Dann bleiben wir bei Gerd Müller und dem Titel seiner Autobiographie: »Tore entscheiden«.

Greser: Der hat mir, als ich ein Bub’ war, mal ein Autogramm verweigert. Seitdem ist mein Verhältnis zu ihm auch gestört.

Lenz: Das tut ihm heute sicher sehr leid.

Ihr habt gemeinsam auch mal ein entscheidendes Tor erzielt, aus hundertzwanzig Metern.

Greser: Es waren nur achtzig. Abwurf Heribert, es war ein sehr kurzer, verunglückter Abwurf, aber ich stand als Verteidiger an der eigenen Strafraumgrenze und hab’ ein Achtzig-Meter-Kopfballtor erzielt, zum Jubel unserer Würzburger studentischen Fußballfreunde. Das war das entscheidende Tor, das uns die Prämie eines Kastens Bier eingebracht hat – mehr wert als jeder Goldcup.

Lenz: So war’s. Prima.

Mein Bein weinte

Es war Horst Martin, der Propagandachef des Deutschen Filmmuseums, der die beknackte, die fürwahr unglaublich knorke Idee hatte.

Wir standen, wie immer vollkommen sinnlos, am Tresen des Kyklamino , meiner Stammkneipe im Frankfurter Gallusviertel, als Horst ein Gedanke durchfuhr und er ihn umgehend unserem Lieblingswirt Apollo vor den Latz ballerte.

»Apollo, wir organisieren ein Fußballspiel!« – »Was soll der Scheiß?« knurrte Apollo. Horst ließ sich nicht beirren. »Du bildest ein Team, und Jürgen und ich stellen eins zusammen. Dann werden wir sehen, wer die Hosen anhat. Das wird das größte Ereignis im Gallus seit 1985!«

»Meinetwegen. Aber ich bin Spielertrainer«, sagte Apollo, »damit ich Jürgen die Schienbeine polieren kann.« Ich nahm einen Schluck Bier und schwieg aus taktischen Gründen.

Die folgenden Wochen verbrachten wir mit endlosen technischen Vorbesprechungen über Grill- und Auswechselmodalitäten. Apollo warb für seine Truppe »Apollo 11« unterdessen allerhand Granaten aus dem engeren Tresenumfeld an, während Horst und ich wild durch die Gegend rekrutierten, um »Hermann United« zu komplettieren.

Unser Coach Hermann, der Happel vom Main, verordnete uns vorsorglich ein striktes Catenaccio-Konzept, sagte jedoch wegen einer »Familienfeier« eine Woche vor dem »Spiel des Jahres um den leeren Gallus-Pokal« ab. »Verflucht, was nun?« fragte mich Horst. Ich schwieg und engagierte am nächsten Tag Katja als Ersatztrainerin. Sie ist Eintracht-Fan, aber was soll man machen. Dafür legte sie uns einen detaillierten Ernährungsplan vor: »Pommes rot! Wir haben ja wohl auch rote Trikots.«

Horst wollte T-Shirts mit zwei Säulensätzen des Fußballs bedrucken lassen: auf der Brust »Fußball hat Tore, Völkerball nicht« von Ludwig Wittgenstein, auf dem Rücken »Tore entscheiden« von Gerd Müller. Damit wäre uns der Sieg nicht mehr zu nehmen, auch wenn Apollo versuchte, uns mit allerlei miesen Psychotricks aus der Bahn zu werfen: Sprechverbot am Tresen, großspurige Erzählungen über seine angeblichen »biologischen Begegnungen« mit unseren Frauen.

Die Sonne knüppelte auf den Kleinfeldplatz gegenüber den Redaktionsgebäuden der FAZ . Ich zog mich um und war groggy. »Wieso fehlt der Name Wittgenstein auf den Trikots?« fragte ich Horst. »Wittgenstein hätte noch mal sechzehn Euro gekostet«, sagte er.

Fipps und Joachim am Grill reichten Apollos Mannen regelwidrig frische Bratwürste. Apollo stolzierte mit einem albernen Klemmbord herum und erteilte Anweisungen auf türkokroatisch. Berry, mein Erzfeind in Apollos Lumpenelf, rief derweil unverbrauchte Kräfte an. »Transferschluß ist um 13.30 Uhr«, intervenierte Horst.

Katja malte eine kubistische Aufstellung auf einen Zettel und motivierte uns: »Jungs, macht euch mal lokker, raucht eine und trinkt ’n Bier.« Dann spähte sie hinüber zu den die Kluft der Three Lions tragenden Gangstern. »Bei denen hat noch keiner geraucht!«

Nach dem Auflaufen erklang unsere Hymne, die Marseillaise. Dem Gegner hatten wir die Internationale genehmigt, wegen seines russischen Damenanhangs. Mein Plan war, nach dem Shake-Hands den Anstoß auszuführen und mich anschließend auf Grund von Kräfteverschleiß auswechseln zu lassen.

Apollo, der Berlusconi des Gallus, hatte allerdings, wie wir plötzlich merkten, heimlich vier Spitzenstürmer aus der A-Jugend von Kickers Offenbach eingekauft. Ich steckte deshalb Sybille, der Schiedsrichterin, augenblicklich fünf Euro zu, die ich im Arschtascherl bei mir trug, rammte Berry beim ersten Laufduell den linken Ellbogen in die Rippen, versiebte eine Riesenchance und floh im fliegenden Wechsel das Geschehen.

Horst, Daniel Meuren, Ali, unser marokkanischer Ailton, Rasha, ein ehemaliger jugoslawischer Jugendnationalspieler, Michael, Stefan und Martin traten uns daraufhin 6:1 beziehungsweise eher 2:0 in Führung, praktisch uneinholbar jedenfalls. Aus unerklärlichen Gründen stand es zur Pause, nach zwanzig Minuten, dann 5:5. »Wär’ doch ein schönes Endergebnis«, schnaufte Stefan. Auch so ein Eintracht-Fan. »Das ist Unentschiedendefätismus!« wies ich ihn zurecht.

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