Helmut Fischer - Alternativlos?
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Helmut Fischer klärt die diffusen Begriffe und erhebt ein Religionsverständnis aus dem elementaren Zusammenhang von Menschsein, Sprache und Selbstreflexion. Das Potenzial des christlichen Glaubens speist sich nicht aus der Kirchlichkeit des Kults, nicht aus den Lehren der Kirche über Gott oder aus moralischen Forderungen. Christlicher Glaube hat dort Zukunft, wo er im Sinn der Liebesbotschaft Jesu als Lebensmöglichkeit verständlich und erfahrbar wird.
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Zunächst war man noch überzeugt, dass das Anfangsereignis auf einen Impuls Gottes als dem Urgrund der Welt zurückzuführen sei. Aus dieser Vorstellung entwickelte sich im 17. und 18. Jahrhundert in Frankreich und England das Konzept des Deismus. Danach hat Gott die Welt samt den Bedingungen und den Gesetzmäßigkeiten ihres Existierens geschaffen, er greift aber nach dem Schöpfungsprozess in den Lauf der Dinge nicht mehr ein. Im Horizont dieses Denkens wird Religion auf jene Inhalte reduziert, die der menschlichen Vernunft einleuchtend sind und die sie aus sich selbst haben kann.
Das religiöse Relikt des Deismus, nämlich der Schöpfergott, wurde aber bereits im 18. Jahrhundert von der naturwissenschaftlichen Forschung ganz ausgeschieden. Mit der Inthronisation der »Göttin der Vernunft« am 10. November 1793 auf dem Hochaltar von Notre Dame in Paris glaubte man alles Übernatürliche, alle Offenbarungsreligion und alle Metaphysik endgültig abgeschüttelt zu haben. Naturwissenschaft und konsequenter Atheismus schienen identisch zu sein. Diese Gleichung wird in der Popularliteratur bis heute verbreitet.
Die sich als konsequent atheistisch verstehende Naturwissenschaft des 19. Jahrhunderts fand seine prägnante Stimme in der Person des Jenaer Zoologen Ernst Haeckel, der mit seinem allgemein verständlichen Buch »Die Welträtsel« (1899) nicht nur die Naturwissenschaftler mehrerer Generationen, sondern die Gebildeten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt hat. Im Nachwort zur 10. Auflage bezeichnet er sein Buch als ein »Glaubensbekenntnis der reinen Vernunft« (511). Er singt das Hohelied auf das »Grundgesetz des Weltmechanismus«. Danach »sind die sämtlichen anorganischen Naturwissenschaften rein mechanisch und damit zugleich rein atheistisch geworden« (331). Haeckel war noch fest davon überzeugt, dass die Naturwissenschaft die Gegenstände ihrer Forschung ihrer |21| Natur gemäß erfasst. Er konnte um die Jahrhundertwende noch nicht ahnen, dass Albert Einstein, Max Planck, Max Born, Werner Heisenberg, Erwin Schrödinger und andere Naturwissenschaftler die von Haeckel noch so sicher proklamierten Vorstellungen von Kausalität, Raum, Zeit, Materie, Energie, Atomen und Naturgesetzen überholen und auch sein Verständnis von der Leistung unserer Vernunft neu und anders bewerten würden. Haeckel gründete 1906 den Deutschen Monistenbund, der auf der Basis des Glaubens an die Alleingeltung der Materie das dogmatische Christentum »durch die monistische Philosophie ersetzen« (427) sollte. Diese »vernünftige Religion« hat sich freilich bereits nach dem Ersten Weltkrieg wieder aufgelöst, und zwar zusammen mit dem naiven Fortschrittsglauben des 19. Jahrhunderts, den Haeckel in seiner Philosophie auch als Darwinist so selbstbewusst vertreten hatte. In gebildeten Kreisen klang noch lange das Goethe-Motto nach, das Haeckel seinen monistischen Studien über die Religion der Vernunft vorangestellt hatte:
«Wer Wissenschaft und Kunst besitzt,
der hat auch Religion!
Wer diese beiden nicht besitzt,
der habe Religion!« (418)
1.2.6 Die Reduktion als ermöglichender Grund jeder Hypothesenbildung
Aus dem generellen Reduktionismus von Religion auf die jeweilige Perspektive und den Horizont der einzelnen naturwissenschaftlichen Disziplinen ergeben sich entsprechend unterschiedliche Religionsverständnisse. Die methodische Reduktion ist den Naturwissenschaften nicht vorzuwerfen. Sie ist Wesensbestandteil ihres Selbstverständnisses. Der Philosoph Günther Pöltner klärt das Verhältnis von naturwissenschaftlichen Aussagen und Reduktion so: »Die Naturwissenschaft hat es von vornherein mit |22| einem ihrer Fragehinsicht und -absicht entsprechenden thematisch reduzierten Gegenstand … zu tun. Diese bewusste Ausblendung einer Reihe von Dimensionen des Vorgegebenen macht eine Naturwissenschaft überhaupt erst möglich. Das Objekt der Naturwissenschaft liegt nicht einfach fertig vor, sondern ist das Resultat einer methodischen Reduktion. Durch sie wird von vornherein festgelegt, was an der vorgegebenen Natur zum wissenschaftlichen Gegenstand werden kann und was nicht, was als wissenschaftliche Erfahrung (= Experiment) und was als wissenschaftliches Wissen gelten kann und was nicht, und wie dieses zu begründen ist. Die Reduktion steht am Anfang der Naturwissenschaft, … liegt der gesamten Schrittfolge als deren Ermöglichung zugrunde. Sie ist keine naturwissenschaftliche Hypothese, sondern der ermöglichende Grund jeglicher Hypothesenbildung. … Die bewusste Selbstbindung an die einschränkende Fragehinsicht und an einen dementsprechend eingeschränkten Wissensbegriff macht das Methodische der Fachwissenschaft aus.« (Pöltner 14)
Gegen eine Untersuchung religiöser Phänomene aus der Perspektive und mit den Methoden einer Fachwissenschaft ist nichts einzuwenden. Zu kritisieren ist nur die Meinung, man hätte mit den Ergebnissen einer naturwissenschaftlichen Methode das Wesen der Religion erfasst. Es ist z. B. nachweisbar, dass durch Mozart-Musik im Kuhstall die Milchproduktion gesteigert wird. Nur, die zutreffende Feststellung dieser Wirkung von Kuhstallbeschallung sagt über die Musik Mozarts selbst nichts aus. Die von einer naturwissenschaftlichen Methode erfasste Realität ist nur die von dieser Methode zugelassene Realität und sie ist beileibe nicht die einzige und maßgebliche Realität eines Phänomens. An einigen Beispielen sollen fachwissenschaftliche Reduktionen aufgedeckt werden, weil sie im Bewusstsein vieler Zeitgenossen als wissenschaftliche Wahrheiten im Umlauf sind. |23|
1.2.7 Die darwinistische Reduktion auf evolutionären Vorteil
Bereits im 18. Jahrhundert hatten Naturforscher die Vermutung geäußert, dass Tierarten sich verändern und auf einen gemeinsamen Ursprung zurückgehen könnten. Charles Darwin (1802–1882) hat mit seinen Beobachtungen an den Vogelarten auf den Galapagos-Inseln dafür erstmalig den Beweis erbracht. Erst zwei Jahrzehnte später hat er daraus den Schluss gezogen, dass die Triebkraft dieser Veränderungen in der natürlichen Auslese zu suchen sei. Damit hatte er an die belebte Natur die gleichen Maßstäbe und Methoden der Erklärung angelegt, die in der Astronomie bereits üblich waren, nämlich das Bestehende und seine Veränderungen nicht durch göttliche Eingriffe zu erklären, sondern durch das Wirken und Zusammenspiel der Gesetze, die in der Natur walten. Die kausalen Mechanismen der natürlichen Auslese wurden inzwischen durch die Kenntnis der genetischen Mechanismen ergänzt und zu einer umfassenden Evolutionstheorie ausgebaut. Aus der Sicht eines mechanistischen Evolutionsverständnisses ist auch die Religion als ein Phänomen zu verstehen, das sich herausgebildet hat, weil es für das Überleben der Gattung Mensch von Vorteil war. Auf der Suche nach dem Sinn oder Unsinn von Vorteilen eröffnet sich Darwinisten ein weites Betätigungsfeld für die Phantasie.
Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins hat in seiner Kampfschrift »Der Gotteswahn« (2006) das Wesen der Religion dadurch zu erklären versucht, dass er ganz im Sinne der Evolutionstheorie nach dem Vorteil und dem Nutzen fragte, den die religiösen Phänomene dem Individuum oder der Gruppe gebracht haben oder bringen. Religion definiert er als die Gestalt »jener zeitaufwendigen, Wohlstand verschlingenden, Feindseligkeiten provozierenden Rituale, jener tatsachenfeindlichen kontraproduktiven Fantasien« (Dawkins 230), die in keiner Kultur fehlen. Da er für einen nach seiner Einschätzung derart offensichtlichen Unsinn keinen Vorteil erkennen kann, der das bisherige Überleben von Religion begründet, muss er für seine »letztgültigen |24| darwinistischen Erklärungen« (234) sehr weite Umwege gehen, um etwas Theoriekonformes zu entdecken. So stellt er sich an die Spitze jener Biologen, »die in der Religion ein Nebenprodukt von etwas anderem sehen« (239). Was er unter einem »Nebenprodukt« versteht, veranschaulicht er an den Motten, die nachts in ein Kerzenlicht fliegen, was weder für das Individuum noch für die Art ein Vorteil sein kann. Dawkins erklärt, dass sich Motten an den Lichtstrahlen des Mondes orientieren. Da die Kerzenflamme (eine für Motten ganz neue Erscheinung) aber im Unterschied zum Mond keine parallelen Strahlen, sondern Strahlen wie die Speichen eines Rades aussendet, versagt das am Mond orientierte Steuerungssystem und leitet das Tier in die tödliche Flamme. Das führt Dawkins zu der Vermutung, dass auch religiöses Verhalten ein Fehlverhalten sein könnte, nämlich »ein unglückliches Nebenprodukt einer grundlegenden psychologischen Neigung, die unter Umständen nützlich sein kann oder früher einmal nützlich war« (242). Die natürliche Selektion hat also nicht religiöses Verhalten als solches begünstigt, sondern hatte einen ganz »anderen Nutzeffekt, der sich nur nebenher zufällig als religiöses Verhalten manifestiert« (242). Diesen Nutzeffekt demonstriert er an Kindern. Denen sagen die Eltern: »Geh nicht so nah an die Klippe, geh nicht in ein Gewässer, in dem Krokodile schwimmen, iss nicht unbesehen rote Beeren.« usw. Vorteilhafter als die vielen Einzelwarnungen sei aber die Faustregel: »Glaube alles, was die Erwachsenen dir sagen, ohne weiter nachzufragen. Gehorche deinen Eltern, den Stammesältesten, ohne Fragen zu stellen.« (243) Und daraus zieht Dawkins im Blick auf die Religion den Schluss: »Wie bei den Motten kann auch hier etwas schiefgehen.« (243) Der ursprüngliche Nutzeffekt hat sich als Fehlfunktion erwiesen. Freilich hält Dawkins seine eigene Hypothese nicht für besonders tragfähig, denn er schiebt gleich noch weitere Argumente psychologischer und genetischer Art nach, z. B. etwas Analoges zur »Gendrift«, mit der man in jüngster Zeit auch die Evolutionstheorie ergänzt |25| hat. Offensichtlich stellt sich Dawkins seine Leser, die ihm seine Spekulationen als Wissenschaft abnehmen sollen, als noch anspruchsloser vor, als jenen homo religiosus, an dessen Standbild, das er selbst erbaut hat, er sich in unermüdlichem missionarischen Eifer weiterhin abarbeiten muss.
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