Niki Glattauer - Ende der Kreidezeit

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Schule war gestern, diesmal geht es um den Rest des Lebens. Bestsellerautor Niki Glattauer, nebenberuflich berühmtester Schuldirektor Österreichs, legt in seiner neuen Satire den Kreidefinger auf die Wunden unserer digitalen Irrwitz-Gesellschaft: Navis mit bitterbösem Eigenleben, Do-it-Yourself-Kassen im Supermark ohne t, Callcenter in Kalkutta, ländliche Orte ohne Kerne, und – wohin man starrt – Handys, Handys, Handys. Glattauers Heldin ist die aus seinen «Lukas …»-Büchern («Österreichischer Buchliebling», Belletristik, 2014) bekannte Mathe-Lehrerin Reingard Söllner. Pointenreich, vergnüglich und surreal überzeichnet führt Glattauer die alleinerziehende Mutter durch den Wahnsinn «Alltag», er lässt sie wütend werden, lachen, verzweifeln, staunen – und beim Bärlauchpflücken zwischen galoppierenden, selbstfahrenden Gigalinern sogar ihr kleines Glück finden. Glattauer eben.

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… FÄHRT AUFGRUND EINER BETRIEBSSTÖRUNG AUSNAHMSWEISE VON BAHNSTEIG 1 AB. ACHTUNG, EINE DURCHSAGE. DER NÄCHSTE ZUG RICH…

—Der Kirchmaier war beim FC Würmla doch nur deswegen Ersatz, weil er letzte Saison gegen Reckelshausen völlig versagt hat.

Die Vorderfrau griff an ihren Nacken, putzte Kirchmaier weg, in einem Aufwischen auch Reckelshausen. Versagt durfte noch bleiben.

—Wie rosa jetzt? Rosaner als vorher oder immer noch weiß?

Das kannst du nicht sagen? Dann geh halt in die Sonne.

Ja, ans Tageslicht!

Klar jetzt sofort. Willst du warten, bis die Streifen grün werden?

… DURCHSAGE. DER NÄCHSTE ZUG RICHTUNG MARTINSPLATZ FÄHRT …

—Nein, Annsophie-Wolke, lass die Zeitung jetzt liegen, die ist bäh.

—Nein, nicht beige. Sie müssen rosa sein, mindestens mannerschnittenrosa, aber wenn es misspiggyrosa ist, ist es eindeutig. Schick mir doch einfach ein Foto!

—Annsophie-Wolke, was hat Mami gesagt, du sollst die Zeitung liegen lassen. Wir heben keine Zeitung vom Boden auf.

—Der Kirchmaier ist vor allem bei den hohen Bällen echt stark, aber gut, gegen Mannsdorf musst du den Ball sowieso niedrig halten.

—Bäh, bäh, bäh! Wer das schon aller in der Hand gehabt haben kann! Pfui!

… MARTINSPLATZ FÄHRT AUFGRUND EINER BETRIEBSSTÖRUNG VON BAHNSTEIG 1 AB. ACHT…

Das Mädchen mit dem Schwangerschaftstest auf ihrem Display hatte es plötzlich eilig auszusteigen. Reingard Söllner stand schon 7 Minuten im Zug, ohne dass er sich in Bewegung gesetzt hätte. Du wirst zu spät kommen, du musst anrufen, sagte die innere Stimme. – Nein, musst du noch nicht, die U-Bahn wird jeden Moment losfahren, sagte die andere innere Stimme. – Wenn du nicht anrufst, ist aber um acht Uhr niemand in der Klasse.

—Gut, ganz wie du willst, dann fass die Bäh-Zeitung eben an, aber wenn du später krank wirst, bist du selber schuld, von mir bekommst du kein Pflaster. Ich hab dir jetzt fünf Mal gesagt, dass du die Bäh-Zeitungen, die auf dem Boden liegen, nicht angreifen sollst.

Allmählich wurde das Gedränge unerträglich. Achte doch mal auf die Durchsage!, sagte die innere Stimme. – Was sagt ihr, innere Stimme? Ich kann euch kaum hören, dachte Reingard Söllner.

… KOMMT ES AUF DER LINIE U7 RICHTUNG HUBMANNPLATZ ZU LÄNGEREN WARTEZEITEN … ACHTUNG EINE DURCHSAGE. DER NÄCHSTE ZUG RICHTUNG MARTINSPLATZ FÄHRT AUFGRUND EINER BETRIEBSSTÖRUNG AUSNAHMSWEISE VON BAHNSTEIG 1 AB.

Bahnsteigwechsel! Ihr Zug ging vom anderen Gleis ab, sie musste sofort hinaus! Das geschah nicht zum ersten Mal, doch immer wieder wurde Reingard Söllner davon überrascht. Manchmal gab es in solchen Fällen kein Hinauskommen mehr. Dann musste sie sich ihren Weg freischießen. Gehen Sie bitte aus dem Weg oder ich schieße, sprach sie die Menschen, die ringsum, dicht an dicht, an ihren Handys nuckelten, direkt an, die Männer mit den Stöpseln in den Ohren und die Frauen mit den Stöpseln in den Ohren und den Bettler mit der Mütze in der Hand und den Radfahrer mit dem Mountainbike 26 Zoll Shark 2.0, Hillside, in Schwarz auf dem Kinderwagenplatz und sogar das Kleinkind in seinem Quinny Moodd Kleinkinderwagen mit automatischer Aufklappfunktion, Ruheposition in beide Fahrtrichtungen, modernes Design, grau, mit dem Gameboy auf den Pampers Premium Protection New Baby Windeln, Gr. 1 Newborn (2–5 kg).

Wenn alle rechtzeitig den Weg frei machten, war alles in Ordnung, aber wenn sie es nicht taten, drückte Reingard Söllner ab. Sie war im Besitz einer Pistole der Marke Glock, Kaliber 40 S&W; Mod. 35 Gen. 4, 5“ (12,7 cm) Lauflänge, 15 Schuss, sehr guter Zustand, Stahl-Polymer-Griffstück, verstellbare Visierung, Safeaction Abzugssystem, und sie trug diese Pistole in ihrer Handtasche immer bei sich. Sie hatte eigens dafür den Waffenführerschein gemacht, psychologischer Test, Schulung über den Gebrauch der Schusswaffe, Gesetzeskunde, Waffenrechtsrichtlinien, Waffenrechtsnovellen 1 bis 2431a, das ganze Programm. Ihr Lieblingsparagraf war Paragraf 25, WaffG: Im Verfahren zur Ausstellung einer waffenrechtlichen Urkunde hat sich die Behörde davon zu überzeugen, ob der Antragsteller voraussichtlich mit Schusswaffen sachgemäß umgehen wird . Wie es ausgeht, wenn man davon überzeugt ist, dass eine Sache voraussichtlich eintreten wird, zeigt die Scheidungsstatistik.

In der großen Stadt war es wie in den meisten anderen großen Städten der zivilisierten Welt den Bürgern natürlich verboten, eine geladene Waffe bei sich zu tragen, ebenso den Bürgerinnen, wenn es sich um Frauen handelte, das wusste Reingard Söllner, immerhin hatte sie die Einschulung mit „Bestanden“ bestanden, selbst am südöstlichsten Rand der großen Stadt war es verboten, eine geladene Waffe bei sich zu tragen. Reingard Söllner rechtfertigte vor sich das unbefugte Mitführen ihrer Glock jedoch damit, dass der Gesetzgeber die verschiedenen Unpässlichkeiten im morgendlichen Fußgänger- und Öffibenutzer-Fließverkehr nicht ausreichend berücksichtigt habe. Solche Unpässlichkeiten konnten aus normalen Menschen im Handumdrehen ganz unnormale Menschen machen, derer man sich mitunter nur durch Schusswaffengebrauch erwehren konnte. Manchmal türmten sich also links und rechts die Leichen, wenn Reingard Söllner einen U-Bahn-Waggon oder einen Bus oder eine Straßenbahn verließ, um umständehalber rasch auf den gegenüberliegenden Bahnsteig zu gelangen.

An jenem Morgen aber, an dem der Schüler Jiahao, 13, um 07:40 Uhr vor einem denkmalgeschützten Schultor nicht grüßte, weil er am Vorabend mit dem Lernen von Englischvokabeln Stress gehabt hatte, war es ohne Schusswaffengebrauch gegangen. Entschuldigung, dürfte ich bitte …, Verzeihung, ich müsste schnell … Und die Menschen stoben links und rechts auseinander. Nur die Mutter eines ungefähr vier Jahre alten Mädchens riskierte sowohl ihr eigenes Leben als auch das ihrer Tochter.

—So passen Sie doch auf, da sitzt ein kleines Kind auf dem Boden!

—Dann nehmen Sie den Balg eben auf.

—Haben Sie mein Kind eben Balg genannt?

—Habe ich. Und wenn Sie noch ein Wort sagen, schieße ich.

Diese Worte wurden natürlich nicht gewechselt, sie wurden nur geblickt. Aber da war Reingard Söllner schon über das rosa gekleidete Kind auf dem Boden hinweggestiegen und zur Tür hinaus. Nicht ein Schuss musste fallen.

Als sie zehn Minuten später beruhigt im fahrenden Zug saß, fiel ihr eine Formulierung ein, die sie zuvor mit angehört hatte: den Ball niedrig halten. Das erinnerte Reingard Söllner an einen Vorfall in ihrer Jugend. Da war sie bei einem Fußballspiel gewesen, da war sie noch nicht Lehrerin geworden, da wollte sie es noch nicht einmal werden, da wollte sie noch Fotomodell werden, so hatte man Supermodels damals genannt, Fotomodell, und ein DJ war noch ein Diskjockey gewesen. Sie hatte Michi zu einem Fußballspiel begleitet. Der Fußballer Lothar Ulsaß hatte sich für einen Freistoß aus zirka 30 Metern Entfernung zum Tor den Ball aufgelegt. Plötzlich brüllte das Stadion wie aus einer Kehle: Ulsaß hoch! Ulsaß hoch! „Verehren sie ihn, weil er aus Deutschland kommt?“, hatte sie Michi gefragt.

—Sie verehren ihn nicht.

—Warum schreien sie dann Ulsaß hoch?

—Sie fordern ihn auf, hoch zu schießen. Er schießt immer flach, wenn er Freistöße schießt, immer direkt in die Mauer.

In diesem Spiel schoss Lothar Ulsaß, einst Deutscher Meister mit Eintracht Braunschweig, im Dress des Vereins Wiener Sport-Club, den Ball so hoch, dass er nicht nur über die Mauer stieg, sondern auch über das Tor und darüber hinaus über alle Ränge der Tribüne. Man sah den Ball steigen und steigen, kleiner werden, bis er im Himmel über dem Stadion verschwand. Der Ball fand sich nie wieder, und er fiel erwartungsgemäß auch nicht zu Boden, als Lothar Ulsaß viele Jahre später nach einem tödlichen Schlaganfall auf dem Friedhof hinter der Tribüne beigesetzt wurde.

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