Doris Büchel - Grenzgängerin

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Evelyne Binsack ist die erste Schweizerin, die 2001 auf dem höchsten Punkt unseres Planeten, dem Mount Everest, stand. Schon damals war ihr klar, dass sie eines Tages auch den südlichsten Punkt der Welt erreichen wollte. Fünf Jahre später machte sie sich daher auf, die 25 000 Kilometer, die zwischen ihrer Haustür und dem Südpol liegen, zu Fuß, mit dem Fahrrad und auf Skiern zu überwinden. Dabei durchquerte sie in 484 Tagen sechzehn Länder. Fast zehn Jahre später folgte der dritte Streich, den nördlichsten Punkt unserer Erde nur mit Muskelkraft zu erreichen. Nach elf Monaten Planungsphase und 105 Tagen Expedition erreichte die charismatische Abenteurerin am 12. April 2017 den Nordpol. Und das gut einen Monat vor ihrem fünfzigsten Geburtstag.
"Führung bedeutet, Sicherheit auszustrahlen, und sie bedeutet auch, in Phasen der Entscheidung Einsamkeit aushalten zu können."
Evelyne Binsack

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1300 Kilometer habe ich seit meinem Aufbruch auf dem Fahrrad zurückgelegt. Nun erreiche ich nach einer kurzen Überfahrt schwedisches Festland. Trotz Vorfreude überfordert mich das Land in seiner Größe ein wenig. Welche Route soll ich wählen? Eher die bergige Variante Oslo–Trondheim–Tromsø–Nordkap? Oder fahre ich doch lieber durch das flache, aber fahrradtechnisch etwas langweilige Schweden? Ich entscheide mich für die goldene Mitte. Zuerst werde ich ein Stück durch Schweden radeln und dann, nördlich von Oslo, zur bergigen Küste Norwegens wechseln.

Seit ich Norwegens Grenze durch das schwedische Hinterland erreicht habe, kämpfe ich mit massivem Gegenwind. Dieser ist so stark, dass ich sogar auf flachen Strecken in die niedrigen Gänge schalten muss. Gut, dass es kaum Verkehr gibt, denn die Windböen drücken mich oft aus dem Nichts heraus mitten auf die Straße und in die Gegenspur hinein. Nach drei Tagen Kämpfen und Strampeln und trotzdem täglich über hundert zurückgelegten Kilometern mit über dreißig Kilogramm Gepäck bin ich, mit sehr müden Beinen, in einem kleinen Dorf namens Drevsjø angelangt. Als es nach einer kühlen Nacht am Morgen sogar weiße Flocken schneit, scheint mir der Zeitpunkt perfekt, einen Tag Pause einzulegen. Im nahe gelegenen Dorfladen besorge ich frische Lebensmittel und entdecke dabei einen hübschen Coiffeursalon. Spontan frage ich nach einem Termin und finde mich schon kurze Zeit später mit einem Frottiertuch um den Hals auf einem modernen Friseurstuhl wieder.

Während die zierliche Friseurin, eine Japanerin, das Dilemma mit meinen Haaren in Ordnung bringt, erfahre ich ihre bemerkenswerte Geschichte. Offen erzählt sie mir davon, wie sie vor ihrem gewalttätigen Exmann von Japan nach London flüchtete, dort eine Ausbildung zur Hairstylistin machte, sich über eine Kontaktanzeige im Internet in einen norwegischen Bauern verliebte, zu ihm nach Norwegen zog und sich hier, in diesem abgelegenen Dorf, mit einem eigenen Friseursalon selbständig machte. Heute, erzählt sie weiter, kommen Frauen und Männer von weit her, um sich von ihr beraten und die Haare schneiden und färben zu lassen, während sie Hochglanzmagazine auf der Suche nach Neuigkeiten über die Prominenz durchblättern. Ich mag es, wenn Welten aufeinandertreffen. Mit hübscher Frisur und neuem Elan steige ich nach einer erholsamen Nacht wieder auf mein Fahrrad. Der Wind hat sich zurückgezogen.

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Ich bin nun seit drei Wochen unterwegs und habe es in dieser Zeit von daheim bis ins 2000 Kilometer entfernte Trondheim geschafft. Noch einmal ungefähr dieselbe Distanz, und ich werde am Nordkap und damit am Ende der ersten meiner insgesamt vier Etappen zum Nordpol angelangt sein. Gegen Abend finde ich einen hübschen Campingplatz in der Nähe von Trondheim. Für einmal verzichte ich darauf, mein Zelt aufzubauen, und miete zur Feier des Tages eine »hytta«, eine kleine Hütte, die zwar auch spartanisch, aber immerhin mit einem richtigen Bett ausgestattet ist.

Ich bin in Stadtnähe. Das merke ich an der Geschäftigkeit der Menschen, die hier viel ausgeprägter ist als bei jenen, denen ich während meiner Fahrt übers Land begegnete, als ich mich in stetigem Rauf und Runter, bei Gegenwind und Sturm durch das karge Bergland kämpfte. Seit ich meine Füße nach dem schrecklich nassen Deutschland auf trockenen, schwedischen Boden gesetzt habe, hatte ich viel Wetterglück, abgesehen von den Tagen mit starkem Gegenwind. Zehn Tage am Stück genoss ich Sonnenschein. Ich bin dankbar für diese guten Tage, denn ich weiß: Der nächste Wetterwechsel kommt bestimmt, und mit ihm wird auch der Frust zurückkommen und die Unsicherheit, die eine derartige Reise immer mit sich bringt. Die Unsicherheit zum Beispiel, wo ich die kommende Nacht verbringen oder wann ich das nächste Mal feste Nahrung zu mir nehmen werde. Manchmal ernähre ich mich tagelang nur von Früchtemüesli und Nüssen, weil es weit und breit kein Restaurant und keinen Dorfladen gibt. Und wenn, dann sind sie oft geschlossen. Die Industrie hat den Kleinhandel verdrängt, die Supermärkte haben die Dorfläden weggefegt.

Die Auflagen in der Lebensmittelbranche und die Agrarpolitik haben ein Überleben der Kleinbauern nahezu verunmöglicht. Heutzutage werden ohne nachzudenken fünfzig Kilometer mit dem Auto zurückgelegt, um in einem Supermarkt einzukaufen. Und das nicht nur in Skandinavien. Mit dem Tourenvelo samt Gepäck bedeutet dies eine halbe Tagesetappe – bei Gegenwind und vielen Steigungen ein unglaublicher Kraftaufwand. Auch deshalb reise ich so, wie ich reise. Ich werde feinfühlig für Dinge, die Menschen und die Zusammenhänge.

Trolle, Naturgeister, Energien

Ich bin im südlichen Teil Nord-Norwegens angelangt, einer schönen Gegend, wären da bloß nicht diese vielen Tunnels. Die norwegischen Tunnels sind bei Fahrrad-Tourenfahrern ein großes Thema, denn sie sind nicht etwa fachmännisch betoniert und beleuchtet wie bei uns in der Schweiz, sondern mehr schlecht als recht aus dem Felsen geschlagen. In ihrem Innern sind sie nicht nur stockfinster, sondern auch bitterkalt. Ihre Dunkelheit schluckt jegliches Licht, auch das meiner Stirnlampe. Zudem sind sie eng und schmal. So schmal, dass ich nur hoffen kann, dass sich nicht zwei Lastwagen oder Wohnmobile auf meiner Höhe kreuzen. Sollte dies trotzdem der Fall sein, steigt man am besten so schnell wie möglich vom Sattel, presst sich mitsamt Fahrrad an die Tunnelwand, kneift die Augen zusammen und hofft, dass der Spuk bald vorbei sein möge. Noch schlimmer als Enge, Dunkelheit und Kälte ist der monströse Lärm. Kurzum: Norwegische Tunnels sind der reine Horror für jeden Fahrradfahrer. Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber diese schwarzen Löcher bedeuten für mich puren Stress. In ihnen wohnt der Teufel, dessen bin ich mir sicher.

Aber nicht nur der Teufel haust in den Tunnels, sondern auch die Trolle, diese kleinen, frechen Naturgeister, die normalerweise in den Wäldern und Dörfern hocken oder an den Wegrändern sitzen. Sie sind nicht böse, nur etwas hinterlistig. Man sieht sie nicht, aber man spürt sie dafür umso mehr. So wie neulich: Es hatte den ganzen Tag geregnet, und meine Beine waren müde, weshalb ich mir auf dem nächstbesten Campingplatz wieder eine »hytta« leistete. Zuvor kaufte ich mir im nahe gelegenen Supermarkt ein Stück Lachs und etwas Rohschinken. Meinem Gefühl nach hatte ich mir diesen kleinen Luxus verdient. Ich freute mich über das feudale Nachtessen und packte die Reste in den Kühlschrank in meiner Hütte. Sie würden mir am kommenden Tag ein willkommenes Znüni sein. Wie immer überprüfte ich alles akribisch, bevor ich am nächsten Morgen weiterfuhr. Schließlich wollte ich nicht viele Kilometer zurückfahren, weil ich beim Packen meinen Kopf nicht bei der Sache und etwas vergessen hatte. Nach ein paar Stunden machte ich eine Pause und freute mich auf meinen Snack. Doch so sehr ich in den Satteltaschen und meinem Rucksack auch suchte, da waren weder Lachs noch Rohschinken.

Nun ist es so, dass dich die Trolle nicht einfach beklauen, sie gehen viel subtiler vor: Sie machen dich vergesslich. Diesen feinen Lachs, den wollten sie wohl unbedingt für sich behalten. Ich konnte nicht fassen, dass mir das passiert war, ärgerte mich und schimpfte innerlich, dann schlug ich den frechen Geistern einen Deal vor: »Dafür, dass ihr meinen guten Lachs und Schinken behalten habt, müsst ihr mich nun sicher durch diese fürchterlichen Tunnels führen.«

Das taten sie dann auch, ziemlich gut sogar. Fortan fuhren die Lastwagen und Wohnmobile erst in einen Tunnel hinein, wenn ich gerade wieder hinausfuhr. Ich kam sicher und heil durch. Das Leben war wieder in Ordnung. Ein paar Tage später entdeckte ich in einem kleinen Supermarkt Schweizer Schokolade, die mit den Nüssen, die ich so gern mag. Für umgerechnet sechs Franken! Ich überlegte: Alles auf dieser Reise kostete viel Geld, und ich war noch weit weg vom Nordpol. Brauchte ich diese Schokolade wirklich? Natürlich kaufte ich sie, genoss ein paar Stückchen und legte den Rest zur Seite. Am nächsten Tag ging ich wieder akribisch vor. Ich überprüfte alles doppelt und dreifach, bevor ich meine Satteltaschen auf das Fahrrad hievte und weiterzog. Bei der ersten Pause realisierte ich: Ich hatte tatsächlich meine teure Schokolade vergessen. Mist! Es war Sonntag, die wenigen Tankstellen und Shops, die sowieso nur alle Dutzend Kilometer vorhanden waren, hatten geschlossen. Langsam ging mir die Energie aus, und weit und breit war kein Café in Sicht. Ich stieg vom Fahrrad und fluchte leise: »Ihr Trolle nehmt mir meine guten Sachen weg, während ich im roten Bereich laufe und langsam, aber sicher in eine Unterzuckerung komme!« Ich sagte ihnen, dass sie diese Sache nun irgendwie wiedergutmachen müssten, dann fuhr ich entnervt weiter.

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